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HV-Bericht GESCO AG - Gesellschaft liefert erneut überzeugende Zahlen
Am 21. Juli 2011 fand in Wuppertal die ordentliche Hauptversammlung der GESCO AG für das Geschäftsjahr 2010/11 (bis 31.3.) statt. Rund 300 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner für GSC Research, hatten sich in der Stadthalle eingefunden, um sich nach dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr über die weiteren Zukunftsaussichten der Gesellschaft zu informieren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Möllerfriedrich eröffnete die Hauptversammlung und verkündete bereits die deutliche Anhebung des Dividendenvorschlags. Nach dem Verlesen der üblichen Formalien übergab er dann das Wort an den Finanzvorstand Robert Spartmann.


Bericht des Vorstands

Nach dem Rekordjahr 2008 verzeichnete GESCO in 2009 zwar Rückgänge, blieb jedoch weiterhin äußerst profitabel und dividendenfähig. Im Zuge des Aufschwungs 2010 konnte die Gesellschaft sogar noch stärker als die Wirtschaft und die entsprechenden Branchen wachsen, wie Herr Spartmann berichtete. So verbesserte sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2010/11 um 20,7 Prozent auf 335,2 Mio. Euro. Durch eine weitere Fixkostendegression und eine verbesserte Ergebnisqualität stieg das EBIT dabei um 63,7 Prozent auf 27,0 Mio. Euro. Beim Jahresüberschuss verzeichnete GESCO einen Zuwachs von 71,4 Prozent auf 15,3 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 5,05 Euro.

Damit lagen die Zahlen deutlich über der Planung vom Juni 2010. Innerhalb des Jahres wurde die Prognose laut Herrn Spartmann jedoch zweimal angehoben. Der Auftragseingang erhöhte sich um 74,7 Prozent auf 377,2 Mio. Euro und verdeutlicht die Dynamik des Aufschwungs. Da der Auftragseingang in jedem Quartal über dem Umsatz lag, kletterte auch der Auftragsbestand bis zum Jahresende auf 132 Mio. Euro, während dieser zum Vorjahresende noch bei 91 Mio. Euro gelegen hatte. Wie Herr Spartmann weiter mitteilte, lag der geringere Umsatzanstieg hauptsächlich in den Durchlaufzeiten begründet.

Einen Grund für den Erfolg sah der Vorstand auch darin, dass in der Rezession an der Stammbelegschaft festgehalten wurde. Diese Strategie habe sich als absolut richtig erwiesen, da GESCO im Aufschwung über qualifiziertes und motiviertes Personal verfügte. Zudem habe die Gesellschaft damit ihre nachhaltige Personalpolitik unter Beweis gestellt, betonte Herr Spartmann. In diesem Rahmen dankte er den Geschäftsführern und den Belegschaften für ihren Einsatz in den vergangenen Jahren. Positiv wertete er auch die hohe Teilnahme am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, die mit 42 Prozent den höchsten Wert seit dem Börsengang erreichte.

Des Weiteren habe man bei GESCO in der Krise nicht nur auf Kostendisziplin gesetzt, sondern auch antizyklisch investiert und sich bietende Chancen genutzt, meinte Herr Spartmann. Mit der guten finanziellen Ausstattung waren zudem alle Tochtergesellschaften in der Lage, kurzfristig auf entstehenden Bedarf zu reagieren und so Vorteile im operativen Geschäft zu nutzen. Bei einem Anstieg von 5,7 Prozent lag die Bilanzsumme bei 260,3 Mio. Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich dabei überproportional auf 114,4 Mio. Euro, wodurch die Eigenkapitalquote auf 43,9 Prozent kletterte. Laut Herrn Spartmann stiegen auch die liquiden Mittel deutlich auf 38,5 Mio. Euro. Mit 9,9 Mio. Euro lagen die Investitionen in Sachanlagen kräftig über dem Vorjahresniveau.

Auf der Bilanzpressekonferenz im Juni dieses Jahres habe GESCO die Planung für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht, berichtete Herr Spartmann. Demnach strebt die Gruppe einen Umsatzanstieg von 16,3 Prozent auf 390 Mio. Euro und eine Ergebnisverbesserung um 24,6 Prozent auf 19 Mio. Euro an. Entsprechend soll das Ergebnis je Aktie auf 6,29 Euro zulegen. Als einen Grund für die Zuversicht führte der Finanzvorstand den Auftragsbestand von 132 Mio. Euro an, der damit deutlich über dem Vorjahresniveau lag. Angesichts der Entwicklung in den ersten Monaten zeigte sich Herr Spartmann sehr zuversichtlich, die abgegebene Prognose für das Gesamtjahr zu erfüllen.

Sein Vorstandskollege Dr. Hans-Gert Mayrose kam dann zunächst auf die Aktienkursentwicklung zu sprechen. Demnach hat der Kurs seit der letzten Hauptversammlung um 62 Prozent zugelegt. Inklusive der Dividende ergibt sich damit eine Rendite von rund 65 Prozent. Damit entwickelte sich die Aktie deutlich besser als der SDAX, der lediglich einen Anstieg von 29 Prozent verzeichnete. Aber auch im Hinblick auf das Geschäftsjahr oder das Kalenderjahr schnitt die GESCO-Aktie besser ab, wie Dr. Mayrose betonte. Getragen wurde die Kursentwicklung durch die guten Zahlen und die Prognoseanhebung im November 2010. Mit dem Ausblick im Juni 2011 legte der Kurs weiter zu und erreichte neue Höchststände.

Die vorgeschlagene Dividende von 2,00 Euro je Aktie entspricht wie gewöhnlich einer Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent des Konzernjahresüberschusses. Nach den Worten von Dr. Mayrose hat Stefan Heimöller im Januar 2011 einen Anteilsbesitz von mehr als 10 Prozent gemeldet. Der Vorstand bezeichnete Herrn Heimöller als einen Ankeraktionär mit einer ausgeprägten unternehmerischen Expertise. Auf der Hauptversammlung werde auch die Umstellung von Inhaber- auf Namensaktien vorgeschlagen, um eine höhere Transparenz und eine bessere Kommunikation mit den Aktionären zu ermöglichen, erklärte Dr. Mayrose.

Neben dem organischen Wachstum strebt man bei GESCO auch Wachstum über Akquisitionen an. Seit dem letzten Erwerb hat man sich seitens der Gesellschaft laut Dr. Mayrose zwar mit vielen Kandidaten beschäftigt, aber keinen Kauf getätigt. Dies lag einerseits an zu hohen Preisvorstellungen der Verkäufer, aber auch an mangelndem Verkaufswillen während der Krise. Aktuell prüft das Management wieder einige Kandidaten, und Dr. Mayrose hält es für möglich, im laufenden Geschäftsjahr noch das „eine oder andere Unternehmen zu erwerben“. Aber auch ohne Zukäufe sieht der Vorstand noch erhebliches Wachstumspotenzial innerhalb der Gruppe.

So sollen allein in diesem Geschäftsjahr rund 20 Mio. Euro in die Unternehmen der GESCO-Gruppe investiert werden. Etwas näher erläuterte Dr. Mayrose das Programm bei der MAE Maschinen- und Apparatebau Götzen GmbH, die seit 1997 zur Gruppe gehört. Dieses Unternehmen ist Weltmarktführer bei automatischen Richtmaschinen und Radsatzpressen und hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Innovationen zur Marktreife geführt. Beim Reengineering der Radsatzpressen konnten der Energieverbrauch um 90 Prozent reduziert und die Herstellkosten verringert werden. Dadurch hat sich die Gesellschaft nach Angabe von Dr. Mayrose neue Märkte erschlossen. So schrieb MAE in der Krise 2009 das beste Jahr der Firmengeschichte. Da die Gesellschaft an der Kapazitätsgrenze arbeitet, sollen in die Erweiterung rund 3,5 Mio. Euro investiert werden. Seit der Übernahme durch GESCO hat sich der Umsatz bei MAE laut Vorstandsangabe mehr als verdoppelt.

Darüber hinaus soll im laufenden Jahr aber auch die Internationalisierung weiter vorangetrieben werden. Laut Dr. Mayrose haben die erworbenen Unternehmen zwar alle ihren Hauptsitz in Deutschland, diese agieren aber sehr wohl auch im internationalen Bereich. Für das laufende Jahr plant man vor allem bei MAE und Dörrenberg Edelstahl GmbH, die Aktivitäten in Asien auszudehnen. Allerdings sind zunächst nur Vertriebs- und Servicestützpunkte, aber noch keine Produktion vorgesehen.

Wie Dr. Mayrose weiter mitteilte, beläuft sich die direkte Exportquote auf 34 Prozent. Allerdings spiele das Ausland auch in der Beschaffung eine bedeutende Rolle. In diesem Zusammenhang gab der Vorstand bekannt, dass Auswirkungen aus der Katastrophe in Japan nur in sehr geringem Maße auftraten und dass das Problem durch den Wechsel zu einem anderen Lieferanten gelöst werden konnte.

Abschließend erklärte Dr. Mayrose noch einmal, dass man bei GESCO angesichts der vollen Auftragsbücher und der positiven Stimmung ausgesprochen optimistisch in die Zukunft blickt.


Allgemeine Diskussion

Als erster Redner bezeichnete Joachim Kregel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) GESCO als „Perle“, und er freute sich, bei diesem Unternehmen sprechen zu dürfen. Mit einem Kursanstieg von über 60 Prozent seit der letzten Hauptversammlung sah er eine klare Outperformance gegenüber dem Markt. Nachdem die Dividende auf 2 Euro je Aktie angehoben werden soll, hielt der Aktionärsschützer im kommenden Jahr bereits wieder eine Ausschüttung von 2,50 Euro je Aktie für möglich.

Den SdK-Sprecher interessierten dann die Vorteile für die Unternehmen, die an GESCO verkaufen, und er wollte in diesem Zusammenhang auch wissen, warum noch keine geeigneten Kandidaten gefunden wurden. Als Vorteil wertete Dr. Mayrose die Tatsache, dass sich die Unternehmen in Händen eines langfristigen Investors befinden, der nicht als „Heuschrecke“ fungiert. Darüber hinaus sei bei GESCO die Ausrichtung auf langfristigen Erfolg möglich. Der Verkäufer könne außerdem immer guten Gewissens GESCO als Käufer präsentieren. Wie Dr. Mayrose weiter ausführte, zahlt die Gesellschaft nicht die höchsten Preise, denn diese müsse den Kaufpreis über die Jahre wieder zurückverdienen. Da diese Voraussetzungen nicht erfüllt waren, wurden bisher auch keine Käufe getätigt.

Danach bat Herr Kregel um Angabe, ob auch größere Übernahmen wie die Dörrenberg Edelstahl GmbH möglich wären und ob beim Kaufpreis auch Besserungsscheine eingesetzt werden. Laut Dr. Mayrose wird der Besserungsschein gerne zur Überbrückung von Kaufpreisdifferenzen angeboten, insbesondere wenn die Kaufpreisvorstellung auf guten Planungen beruht. Jedoch sei nicht jeder Verkäufer bereit, dies zu akzeptieren. Generell könnte GESCO auch größere Übernahmen tätigen, teilte der Vorstand mit. Allerdings stellen nach seiner Ansicht Investments von über 20 Mio. Euro ein Klumpenrisiko dar. Zudem sei die Konkurrenz bei größeren Kaufkandidaten, vor allem durch Private Equity-Gesellschaften, stärker ausgeprägt.

Bei der EBIT-Marge und der Eigenkapitalrentabilität sah Herr Kregel noch Luft nach oben, da diese noch nicht die Rekordwerte früherer Zeiten erreicht haben. Nach Auskunft von Herrn Spartmann wurde das Eigenkapital in der Zwischenzeit ausgeweitet, was rein rechnerisch dazu führte, dass die Eigenkapitalrendite geringer wird. Trotzdem soll zukünftig noch eine Steigerung der Rendite erzielt werden. Auch die EBIT-Marge hat sich auf rund 8 Prozent verbessert. Herr Spartmann geht davon aus, diese Marge im laufenden Jahr auf knapp 9 Prozent verbessern zu können.

Nicht ganz nachvollziehen konnte Herr Kregel die mit 3,5 Mio. Euro recht hohen Zinszahlungen vor dem Hintergrund des enormen Cashbestands. In diesem Zusammenhang regte er auch ein Cash-Pooling im Konzern an. Der hohe Cashbestand hat sich nach Aussage des Finanzvorstands erst im Laufe des Jahres aufgebaut. Im Zinsaufwand waren auch 0,5 Mio. Euro Aufwand für die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthalten. Darüber hinaus waren noch andere Aufwendungen einbezogen, den verbleibenden Nettozinsaufwand bezifferte Herr Spartmann auf 0,3 Mio. Euro. Nicht angetan war dieser von einem Cash-Pooling, da dies einen enormen Verwaltungsaufwand bei einem umfangreichen Vertragswerk bedeuten würde. Zudem sah er Gefahren im Rahmen des dabei entstehenden Haftungsverbunds, und man würde auch zu stark in die Gestaltungsmöglichkeiten der Tochtergesellschaften eingreifen.

Thematisiert wurden vom SdK-Sprecher im weiteren Verlauf die übrigen Aufwendungen, der Anstieg der Vertriebskosten und die Ausbuchung überfälliger Forderungen. Unter den übrigen Aufwendungen machte die Erhöhung der Gewährleistungsrückstellungen auf 0,7 Mio. Euro den wesentlichen Posten aus, so Herr Spartmann. Bei den Vertriebskosten entfiel der größte Teil auf Transportkosten, der Finanzvorstand berichtete aber auch von höheren Reisekosten. Die überfälligen Forderungen seien nur zu berichtigen, wenn der Ausfall auch wahrscheinlich ist. Nach Aussage von Herrn Spartmann werden die letzten 10 Prozent einer Rechnung häufig schleppend gezahlt. Von den überfälligen Forderungen sind bis jetzt aber schon 95 Prozent eingegangen. So gab es im letzten Jahr insgesamt nur Ausfälle in der Größenordnung von 0,25 Mio. Euro.

Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte den Aktionären von Analysten gute Nachrichten mitgebracht, denn diese sehen den Kurs der GESCO-Aktie in absehbarer Zeit bei über 100 Euro. In diesem Rahmen bat der DSW-Vertreter um eine Einschätzung des Vorstands zum fairen Wert der Aktie. Die Aktie liegt seit einiger Zeit bei einem KGV von um die 12, was Dr. Mayrose nicht für „unverschämt“ hielt. Dementsprechend ist der Kurs von der Ertragsentwicklung abhängig, und bei einem mitspielenden Umfeld wären auch Kurse um 100 Euro möglich. Da sich die Gesellschaften jedoch in Nischen bewegen, könne das Wachstum auch nicht immer linear hochgerechnet werden.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Georg Kesel GmbH & Co. KG erkundigte sich Herr Hechtfischer nach dem Einsatz von Besserungsscheinen. Laut Herrn Spartmann wurde dort ein mehrstufiger Besserungsschein vereinbart. Im Zuge der Abrechnung hat GESCO auch eine Kaufpreisminderung erhalten. Angesprochen wurde vom DSW-Vertreter zudem das Thema Internationalisierung. Die Georg Kesel GmbH habe schon immer einen hohen Exportanteil gehabt, berichtete hierzu Dr. Mayrose. Ebenso wie bei MAE wurde der Vertrieb in China aktiviert. Beide Firmen unterstützen sich dabei auch durch einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Die Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH unterhält auch einen Standort in Ungarn, um den osteuropäischen Markt bedienen zu können. Darüber hinaus ist Dörrenberg ebenfalls mit Handelspartnern weltweit im Einsatz.

Weitere Fragen des Aktionärsvertreters drehten sich um mögliche Lieferengpässe aus Japan, etwaige Akquisitionen und die Umstellung auf Namensaktien. Bis auf einen Fall von Steuerungselementen bei MAE gab es nach Auskunft von Dr. Mayrose keinerlei Probleme mit Lieferungen aus Japan. Hierbei wurde die Lieferzeit von 3 auf 23 Wochen ausgeweitet. Es gelang jedoch, auf einen anderen Lieferanten auszuweichen. Wie der Vorstand weiter ausführte, befindet man sich bei GESCO ständig auf der Suche nach Übernahmen, dies sei allerdings kein planbarer Prozess. Nach Aussage von Dr. Mayrose könnte die Gesellschaft jährlich ein bis zwei Übernahmen problemlos stemmen.

Mit der Umstellung auf Namensaktien hatte man sich auch schon in den letzten Jahren beschäftigt, denn andere Unternehmen haben dabei positive Erfahrungen gemacht. Außerdem sind die Kosten in den vergangenen Jahren gesunken und belaufen sich für die Umstellung auf rund 30.000 Euro. Auch die jährlichen Kosten von etwa 14.000 Euro bewegten sich dabei im Rahmen, so Dr. Mayrose.

Im weiteren Verlauf erklärte Herr Heimöller, er sei nun bereits im dritten Jahr Aktionär bei GESCO. Er war damals auf der Suche nach einer guten Kapitalanlage und ist dabei auf die Gesellschaft gestoßen. Derzeit verfügt GESCO seiner Meinung nach über einen hervorragenden Aufsichtsrat, und sollten die nächsten Wahlen anstehen, dann werde er seine Pläne auch kommunizieren. Nach Meinung von Herrn Heimöller hat GESCO die Krise „super bewältigt“. Die erzielte Marge hielt er für gut, sah aber noch Steigerungspotenzial. Bei einer weiteren Optimierung der Unternehmensprozesse sollten seines Erachtens zweistellige EBIT-Margen möglich sein.

Frau Packeisen sah den Schlüssel zum Erfolg bei Vorstand und Aufsichtsrat. Angesichts der geringeren Marge wollte sie wissen, ob möglicherweise die Effizienz gelitten hat. Dies wertete Dr. Mayrose anders, nach seiner Ansicht resultierte der niedrigere Ergebnisausweis aus anderen Faktoren. Angesprochen auf die hohen geplanten Investitionen meinte Dr. Mayrose, die Summe von rund 20 Mio. Euro dürfte in diesem Jahr einmalig sein, zukünftig sollten die Investitionen wieder in der Größenordnung von 12 Mio. Euro liegen. Danach sprach Frau Packeisen die Finanzierungskosten der Gesellschaft an. Im Zusammenhang mit diesem Thema plant der Vorstand jedoch keine Refinanzierung in ausländischen Währungen.

Des Weiteren erkundigte sich Frau Packeisen nach dem Geschäftsverlauf bei der Ackermann Fahrzeugbau GmbH und nach den kaum veränderten Abschreibungen in den letzten Jahren. Nachdem die Logistikbranche wieder stärker investiert, hat sich nach Angabe von Herrn Spartmann auch das Geschäft bei Ackermann wieder deutlich belebt. Da GESCO in den vergangenen Jahren ein relativ gleichmäßiges Investitionsvolumen an den Tag legte, kam es auch zu recht konstanten Abschreibungen. Wenn nun 20 Mio. Euro investiert werden, erhöhen sich natürlich zukünftig auch die Abschreibungen.

Eine Frage von Frau Packeisen drehte sich um mögliche Folgen des Atomausstiegs für die Energiekosten. Herr Spartmann sah bisher noch keine Mehrbelastungen, zumal die Gesellschaften häufig lang laufende Energiekontrakte abgeschlossen haben. Insgesamt sind die Stromkosten ohnehin nicht so bedeutend, da sie lediglich zwischen 1,2 und 1,4 Prozent der Gesamtleistung ausmachen.

Abschließend bat Frau Packeisen noch um Ausführungen zum Anteilsverkauf bei der Hubl GmbH. Wie Herr Spartmann diesbezüglich mitteilte, wurde neben dem festen Kaufpreis auch eine variable Komponente vereinbart. Die Bewertung von 4,2 Mio. Euro lag dabei leicht unter dem Bilanzansatz des Unternehmens.

Danach dankte Herr Michels allen Mitarbeitern und dem Vorstand für den Erfolg im letzten Jahr. Nach seiner Meinung könnte der Einsatz von Cloud Computing zu Einsparungen führen. Zwar erachtet Dr. Mayrose den Bereich IT als sehr wichtiges Thema, mit dem man sich bei GESCO auch intensiv auseinandersetzt. Der IT-Dienstleister der Gesellschaft habe jedoch dringend davon abgeraten, vor allem aus Gründen der Datensicherheit, Daten in die Clouds zu verlagern.


Abstimmungen

Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorlagen, gab Herr Möllerfriedrich die Präsenz auf der Hauptversammlung bekannt. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 7,86 Mio. Euro, eingeteilt in 3.023.000 Aktien, waren demnach 1.181.991 Aktien entsprechend 39,11 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle bei wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen im Sinne der Verwaltung gefasst.

Im Einzelnen abgestimmt wurde über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 2,00 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Dr. Breidenbach und Partner GmbH & Co. KG zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011/12 (TOP 5) sowie über die Umstellung von Inhaber- auf Namensaktien nebst entsprechender Satzungsänderung (TOP 6).


Fazit und eigene Meinung

Einmal mehr hat die GESCO AG überzeugende Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Das Unternehmen ist damit hervorragend durch die allgemeine Krise gekommen. Entsprechend der Ergebnissteigerung dürfen sich die Aktionäre über eine höhere Dividendenausschüttung von 2,00 Euro je Aktie freuen. Auch der Start ins neue Geschäftsjahr verlief wieder einmal erfreulich.

Vor dem Hintergrund des Investitionsprogramms über 20 Mio. Euro bleiben wir auch für die kommenden Jahre positiv gestimmt. Bei der Gesellschaft selbst erwartet man im laufenden Geschäftsjahr bei einem Umsatz von rund 390 Mio. Euro ein Ergebnis je Aktie von 6,29 Euro. Da das Management immer ausgesprochen konservativ agiert, sehen wir für 2011/12 einen noch besseren Geschäftsverlauf. Bei einem Umsatz von etwa 400 Mio. Euro dürfte ein EBIT-Anstieg auf gut 35 Mio. Euro möglich sein. Entsprechend sollte das Ergebnis je Aktie in der Größenordnung von 6,75 Euro liegen, womit diese gerade einmal ein KGV von 10,5 aufweist. Da die Dividendenrendite bei der üblichen Ausschüttungsquote zudem nahezu bei 4 Prozent liegt, bleibt die GESCO-Aktie trotz der jüngsten Kurssteigerungen ein Kaufkandidat.


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Veröffentlichungsdatum: 24.07.2011 - 17:07
Redakteur: tre
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