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HV-Bericht GESCO SE - Portfoliobereinigung zeigt Wirkung – Konzernergebnis verdoppelt – Dividende von 0,20 Euro je Aktie

Zur ordentlichen Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2025 hatte die GESCO SE ihre Anteilseigner am 24. Juni 2026 um 13 Uhr wie bereits im Vorjahr in die Rheinterrassen Düsseldorf eingeladen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Heimöller begrüßte rund 150 Aktionäre und Gäste, darunter Alexander Langhorst von GSC Research. Das notarielle Protokoll wurde von Dr. Armin Hauschild mit Amtssitz in Düsseldorf geführt. Nach Abhandlung der üblichen einleitenden Hinweise und Formalien sowie Erläuterungen zur Arbeit des Aufsichtsrates erteilte Herr Heimöller dem Vorstand das Wort.


Bericht des Vorstands

Im ersten Teil der Vorstandserläuterungen berichtete CFO Andrea Holzbaur zunächst über die Finanzkennzahlen des Konzerns für das Geschäftsjahr 2025. Das Geschäftsjahr war erneut schwierig und hatte zwei Prognosekorrekturen erfordert. Gleichwohl hat GESCO das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln können – und das bei schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und geopolitischen Verwerfungen.

Der Auftragseingang lag bei 476,0 (Vorjahr: 519,1) Mio. Euro und war damit rückläufig. Der Umsatz sank auf 495,0 (513,8) Mio. Euro. Das EBITDA betrug 33,8 (36,7) Mio. Euro, das EBIT verbesserte sich leicht auf 15,5 (15,2) Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter stieg deutlich auf 9,9 (4,4) Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich dementsprechend ebenfalls kräftig auf 0,96 (0,42) Euro. Zum 31. Dezember 2025 waren 1.662 (1.642) Mitarbeiter beschäftigt. Der Aktienkurs schloss zum Jahresende 2025 bei 14,25 (13,20) Euro.

Frau Holzbaur erläuterte anhand einer Umsatzbrücke die Auswirkungen der Veränderungen im Portfolio. GESCO kam von 513,8 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2024. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 waren zwei Geschäftsbereiche der Doerrenberg veräußert worden – die Gießerei und das Stahlwerk – mit insgesamt 18,7 Mio. Euro Umsatz sowie die AstroPlast mit 15,0 Mio. Euro Umsatz. Diese Umsätze sind damit dauerhaft weggefallen. Hinzugekommen ist mit Wirkung zum 1. Januar 2025 die Akquisition Eckart mit einem Umsatzbeitrag von 20,1 Mio. Euro. Die operativen Segmentergebnisse zeigten ein differenziertes Bild: Im Segment Materials Refinement & Distribution waren die Auswirkungen der schwachen Nachfragesituation und der US-Zollpolitik spürbar. Das Segment Health Care & Life Science konnte sich nahezu auf Vorjahresniveau halten. Das Segment Industrial Assets & Infrastructure profitierte von der Sonderkonjunktur im LNG-Bereich bei der Beteiligung SVT.

Die geographische Umsatzverteilung hat sich im Zuge der Portfoliobereinigung merklich verändert: Der Deutschlandanteil ist um 5,1 Prozentpunkte auf 41,6 Prozent gesunken. 31,4 Prozent entfielen auf das übrige Europa, wobei Italien und Frankreich die stärksten Länder markieren. Die USA sind mit 15,7 Prozent der wichtigste Auslandsmarkt. Der Asienanteil beträgt 7,9 Prozent, hier steht China allein für 2,9 Prozent.

Zudem erläuterte Frau Holzbaur anhand einer Ergebnisbrücke auch die Auswirkungen der zahlreichen Sondereffekte der Jahre 2024 und 2025 auf die Ergebnisseite. Ausgehend von einem Konzernergebnis von 4,4 Mio. Euro im Jahr 2024 haben sich im Geschäftsjahr 2025 folgende Effekte ergeben: Hinsichtlich der beiden veräußerten Doerrenberg-Geschäftsbereiche entfiel der operative Verlust von 4,2 Mio. Euro ebenso wie die Einmalbelastung aus dem 2024 erfolgten Verkauf in Höhe von 4,8 Mio. Euro. Bei der AstroPlast entfielen das negative operative Ergebnis von minus 0,7 Mio. Euro sowie ein positiver Entkonsolidierungseffekt von 1,0 Mio. Euro. Die 2025 hinzugekommene Akquisition Eckart steuerte einen kleinen positiven Ergebnisbeitrag von 0,4 Mio. Euro bei. Zu deutlichen Belastungen in Höhe von 6,8 Mio. Euro führte die Insolvenz der aus den zwei verkauften Doerrenberg-Geschäftsbereichen hervorgegangenen Bergischen Edelstahlwerke. Zudem fiel eine Einzelwertberichtigung auf Forderungen von 2,6 Mio. Euro an. Diese Forderungen sind weiterhin ausstehend, die betroffene Tochtergesellschaft steht in regelmäßigem Kontakt mit dem entsprechenden Kunden.

Positiv haben sich Grundstücksverkäufe und Rückstellungsauflösungen mit insgesamt 2,9 Mio. Euro sowie die Aktivierung latenter Steuern mit 3,8 Mio. Euro ausgewirkt, so die CFO weiter. In der Summe ergab sich ein Konzernergebnis von 9,9 Mio. Euro für 2025. Bereinigt um alle Sondereffekte hat sich das operative Ergebnis von 8,2 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 12,6 Mio. Euro im Jahr 2025 verbessert – eine deutliche Steigerung und ein Beleg dafür, dass die Portfoliobereinigung die richtige Entscheidung gewesen ist.

Hinsichtlich der Bilanzkennzahlen wies Frau Holzbaur darauf hin, dass eine erhöhte Verschuldung und ein gestiegenes Working Capital im Segment Materials Refinement & Distribution im Wesentlichen auf den Kauf des Lagerbestands der Deutschen Edelstahlwerke durch Doerrenberg im Dezember 2025 zurückzuführen waren. Der Erwerb war ein Opportunitätskauf im Volumen von 20 Mio. Euro, nachdem sich das langjährige Partnerunternehmen zu einem Rückzug aus dem Lagergeschäft für Werkzeugstahl entschieden und Doerrenberg entsprechend kontaktiert hatte. Der Erwerb wurde kurzfristig fremdfinanziert. Bereinigt um die Effekte aus dem Bestandskauf bewegten sich Working Capital und Nettoverschuldung auf Konzernebene auf dem Vorjahresniveau. Der Free Cashflow vor M&A war in dieser bereinigten Betrachtung positiv und damit konnte sowohl der Zukauf von Eckart als auch die Dividendenzahlung finanziert werden.

Das Konzerneigenkapital je Aktie hat sich zum Bilanzstichtag erneut leicht auf 25,79 (25,42) Euro erhöht, die Eigenkapitalquote liegt mit 60,9 (62,3) Prozent auf einem soliden Niveau. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,20 (0,10) Euro je dividendenberechtigter Stückaktie vor – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht dem unteren Rand der kommunizierten Ausschüttungsquote von 20 bis 40 Prozent des Konzernjahresergebnisses. Priorität bei der Kapitalverwendung hat weiterhin das organische und anorganische Wachstum, gefolgt von Aktienrückkäufen und der Dividende.

Im zweiten Teil des Vorstandsberichts skizzierte CEO Johannes Pfeffer die strategische Ausrichtung unter dem Motto „Stabilität und Wachstum". Er blickte zunächst auf die auf der Hauptversammlung 2025 formulierten Ziele für jedes Portfoliounternehmen zurück: Eine Compound Annual Growth Rate (CAGR) von 7 Prozent, davon 5 Prozent organisch und 2 Prozent anorganisch, ein Return on Sales (ROS) von über 10 Prozent sowie ein Return on Capital Employed (ROCE) von über 15 Prozent. Die Zielerreichung 2025 auf Gruppenebene war gemischt: Beim Umsatz hat GESCO inklusive des Eckart-Zukaufs mit 495,0 Mio. Euro die angestrebte Wachstumsrate nicht erreicht, die Umsatzrendite hat bei 3,1 Prozent gelegen und den ROCE-Zielwert hat man mit 4,5 Prozent ebenfalls noch nicht erreicht. Beim anorganischen Wachstum ist mit der Akquisition Eckart ein Beitrag von rund 4 Prozent am Gesamtumsatz erreicht worden, immerhin mehr als die ursprünglich anvisierten 2 Prozent.

Herr Pfeffer erläuterte die im Nachgang zur Analyse der Zielerreichung angepassten Mittelfristziele, die im Vorstand abgestimmt und mit dem Aufsichtsrat besprochen wurden. Diese beziehen sich nun nicht mehr auf die einzelnen Portfoliounternehmen, sondern auf die gesamte GESCO-Gruppe. Auf dieser Basis soll der angestrebte CAGR bei über 10 Prozent liegen, davon 5 Prozent organisch und 5 Prozent anorganisch. Die Zielmarke für die Umsatzrendite von über 10 Prozent bleibt bestehen, wird aber weniger in den Vordergrund gestellt. Als primäre Profitabilitätskennzahl etabliert GESCO nun den ROCE: Über 15 Prozent auf Gruppenebene, Über 17 Prozent für die einzelnen Portfoliounternehmen, wobei Ausnahmen für cash-starke, stabile Unternehmen möglich sind. Für 2026 liegt die Prognose bei einem Umsatz von 515 bis 530 Mio. Euro sowie einem Konzernergebnis von 15 bis 20 Mio. Euro.

Als Schwerpunkt seines Berichts präsentierte Herr Pfeffer beispielhaft sieben konkrete organische Wachstumsvektoren für die Portfoliounternehmen. Mögliche Wachstumsfelder wurden im Berichtsjahr in allen Portfoliounternehmen identifiziert und mit der Umsetzung begonnen, so dass die Beispiele nur ein Teil der auf den Weg gebrachten Maßnahmen darstellen.

Im Rahmen des ersten Vektors, des Wachstums durch die Erschließung neuer Anwendungsfelder, verwies Herr Pfeffer auf die Setter-Gruppe und das Projekt „Food on the Stick“. Dabei hat Setter nachhaltige Papierstäbchen für ausgewählte Lebensmittelanwendungen in den USA entwickelt, unter anderem für Corn Dogs. In Zusammenarbeit mit Tyson Foods ist das Projekt zwischenzeitlich validiert und freigegeben worden; erste Bestellungen liegen bereits vor. Daraus ergibt sich die Perspektive einer längerfristigen Lieferbeziehung sowie einer Ausweitung auf weitere volumenstarke Food-Anwendungen. Die erwarteten Zusatzumsätze gegenüber 2025 bezifferte Herr Pfeffer auf 0,85 Mio. Euro im Jahr 2026, 8,0 Mio. Euro im Jahr 2027 und über 10,0 Mio. Euro ab 2028.

Zum zweiten Vektor, dem Eintritt in neue Vertikalmärkte, stellte Herr Pfeffer die MAE-Gruppe vor. Im Rahmen des strategischen Planungsprozesses wurden neue Einsatzfelder für die Richtmaschinen der Gesellschaft identifiziert und insbesondere der Bereich Aerospace & Defense sorgfältig validiert. Die Maschinen eignen sich für hochpräzise und sicherheitskritische Anwendungen, etwa bei Hubschrauberkomponenten, Geschützrohren, Gewehrläufen oder Panzerkettengliedern. Als Schlüsselkunden wurden Robinson Helicopters in den USA sowie KNDS und Heckler & Koch in Deutschland gewonnen. Hier werden Zusatzumsätze gegenüber 2025 von 2,3 Mio. Euro für 2026, 7,9 Mio. Euro für 2027 und rund 9,5 Mio. Euro ab 2028 erwartet.

Den dritten Vektor, die Entwicklung neuer Schlüsselkunden, illustrierte Herr Pfeffer anhand der CASTEON. Das Unternehmen hat in einem mehrstufigen strategischen Prozess einen bayerischen Energienetz-Technologieanbieter als neuen Schlüsselkunden gewonnen. Nach der vorgelagerten Marktanalyse und dem Aufbau zusätzlicher Aluminiumkompetenz sind zunächst erste Produktserien übernommen und die Zusammenarbeit im weiteren Verlauf ausgebaut worden. Inzwischen hat CASTEON das gesamte Busteil-Portfolio des Kunden übernommen, teils einschließlich zusätzlicher Anbauteile, womit ein weiterer Schritt in Richtung Systemanbieter vollzogen wurde. Die erwarteten Zusatzumsätze gegenüber 2025 liegen hier bei 0,3 Mio. Euro für 2026, 1,1 Mio. Euro für 2027 und 1,6 Mio. Euro ab 2028.

Als vierten Vektor nannte Herr Pfeffer die geographische Expansion am Beispiel der SVT-Gruppe. Geplant ist hier die Gründung von Landesgesellschaften in Südamerika und Australien, um die Kundennähe zu erhöhen und insbesondere das margenstarke Service- und Ersatzteilgeschäft vor Ort auszubauen. Nach Darstellung des CEO folgt dieser Schritt der strategischen Logik, neue Märkte zunächst über Service und Ersatzteile zu erschließen. Erste Umsätze aus den neuen Aktivitäten sollen bereits 2026 anfallen. Die erwarteten Zusatzumsätze gegenüber 2025 betragen 0,5 Mio. Euro im Jahr 2026, 1,5 Mio. Euro im Jahr 2027 und 5,2 Mio. Euro ab 2028.

Den fünften Vektor, das Wachstum durch Produktinnovation, erläuterte Herr Pfeffer ebenfalls am Beispiel von SVT und verwies hierbei auf das Projekt „SYMETRIC NEO“. Bei dem Produkt handelt es sich um einen vollelektrisch angetriebenen, selbsttragenden Marineladearm für Anwendungen in den Bereichen Ammoniak, Methanol und Kohlendioxid. Der elektrische Antrieb eröffnet neue Applikationen und zusätzliche Marktsegmente, ohne dass nennenswerte Kannibalisierungseffekte im Bestandsgeschäft zu erwarten sind. Nach einem längeren Entwicklungsprozess ist der Projektabschluss im ersten Quartal 2026 erreicht worden. Die erwarteten Zusatzumsätze gegenüber 2025 wurden mit 0,36 Mio. Euro im Jahr 2026, 0,5 Mio. Euro im Jahr 2027 und über 2,0 Mio. Euro ab 2028 angegeben.

Beim sechsten Vektor, dem Wachstum durch Kapazitätserweiterung, verwies Herr Pfeffer auf die 2025 übernommene Eckart. Ausgangspunkt ist hier eine hohe Nachfrage bestehender Kunden gewesen, der bislang kapazitive Engpässe in der Vorproduktion entgegenstanden. Im Rahmen eines Projekts zum Outsourcing und Resourcing der Vorproduktion sind diese Engpässe beseitigt, Lieferanten neu ausgerichtet und die Liefertreue im Kernprodukt deutlich verbessert worden. Darüber hinaus wurden Kosten eingespart und in einzelnen Fällen auch bessere Preiskonditionen durchgesetzt. Die erwarteten Zusatzumsätze gegenüber 2025 bezifferte Herr Pfeffer auf 0,7 Mio. Euro im Jahr 2026, 1,3 Mio. Euro im Jahr 2027 und 2,0 Mio. Euro ab 2028.

Als siebten Vektor stellte Herr Pfeffer schließlich das opportunistische Wachstum am Beispiel der Doerrenberg-Gruppe und des Projekts „Hephaistos“ dar. Hintergrund war die Aufgabe des Werkzeugstahl-Lagergeschäfts der Deutschen Edelstahlwerke in Deutschland, wodurch sich für Doerrenberg die Möglichkeit ergeben hat, den gesamten Lagerbestand zu attraktiven Konditionen zu übernehmen. Damit erweitert Doerrenberg sowohl den Kundenstamm als auch das Angebotsportfolio und stärkt seine Marktposition in Europa. Für 2026 wird hieraus ein Mehrumsatz von 17,5 Mio. Euro erwartet. Für die Folgejahre wurden Zusatzumsätze gegenüber 2025 von 19,0 Mio. Euro 2027 und 20,0 Mio. Euro ab 2028 in Aussicht gestellt.

In der Summe bezifferte Herr Pfeffer die Wachstumseffekte aus den gezeigten Initiativen auf 22,5 Mio. Euro Mehrumsatz im laufenden Jahr, 39,3 Mio. Euro im Jahr 2027 sowie rund 50 Mio. Euro ab 2028 – jeweils im Vergleich zu 2025. In den nicht im Detail dargestellten übrigen Portfoliounternehmen befinden sich ebenfalls umfangreiche Wachstumsinitiativen in der Umsetzung.

Das GESCO Business System (GBS) wurde kontinuierlich weiterentwickelt und deckt den gesamten Kanon der Unternehmensführung ab – von einheitlichen KPI-Systemen über strategische Prozesse bis hin zu Entwicklung der Unternehmenskultur. Herr Pfeffer hob hervor, dass das GBS nicht auf Perfektion, sondern auf maßgeschneiderte Best-Practice-Übertragung für den deutschen Mittelstand ausgerichtet ist. Als Anspruch für 2026 formulierte er, dass alle elf GESCO-Gesellschaften in den Kerndisziplinen – Umsatzwachstum, Bruttomargenausdehnung, EBIT-Steigerung, Free Cashflow-Verbesserung sowie strategische und operative Positionierung – besser abschneiden sollen als 2025. Stand heute sieht er die Ziele auf gutem Wege: Umsatzwachstum bei 9 von 11, EBIT-Erhöhung bei 10 von 11 sowie Verbesserungen bei allen Gesellschaften bei Bruttomarge, ROCE und Free Cashflow.

Die derzeitige Segmentstruktur – Materials Refinement & Distribution, Health Care & Life Science sowie Industrial Assets & Infrastructure – hat sich bewährt und soll beibehalten werden. Die M&A-Pipeline ist laut dem GESCO-Chef sowohl quantitativ als auch qualitativ gut gefüllt. Derzeit befindet man sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Targets. Der Vorstand will dabei wählerisch bleiben und keine Akquisitionen nur um des Wachstums willen tätigen.


Allgemeine Aussprache

Den ersten Beitrag zur Debatte lieferte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Er lobte den Veranstaltungsort Rheinterrassen sowie die transparente und detaillierte Vorstandspräsentation und wies darauf hin, dass er nicht nur Hauptgeschäftsführer der DSW, sondern seit zwei Jahren auch selbst Aktionär der GESCO ist, nachdem er nach der Hauptversammlung 2024 auf Basis der damals vorgestellten Strategie Aktien erworben hat. Angesichts der seither ausgebliebenen Kurserholung zeigte er sich enttäuscht und skizzierte das zentrale Dilemma: Strategie und Unternehmensleistung seien nachvollziehbar, der Kapitalmarkt honoriere dies aber bislang nicht, auch wenn er GESCO weiterhin für ein spannendes Unternehmen halte und investiert bleibe.

Vor diesem Hintergrund bat Herr Tüngler den Vorstand zunächst um eine Einordnung des Geschäftsjahres 2025. CEO Pfeffer bewertete 2025 ausdrücklich als „Aufbruchsjahr“. Zwar seien wesentliche Schlüsselmärkte, insbesondere der Stahlmarkt, schwach gewesen, gleichwohl habe GESCO das Jahr genutzt, um die Unternehmenskultur weiterzuentwickeln, die M&A-Strategie zu schärfen, Wachstumsinitiativen in den Portfoliounternehmen anzustoßen und den strategischen Fokus zu schärfen.

Im Hinblick auf die Zielprofitabilität bat Herr Tüngler um die Nennung einer klaren Zielgröße für die EBIT-Marge auf Konzernebene. Herr Pfeffer erläuterte, für 2026 liege der Zielkorridor bei 5 bis 7 Prozent EBIT-Marge. Mittelfristig strebt GESCO eine zweistellige Umsatzrendite von über 10 Prozent an. Parallel rückt der ROCE als zentrale Steuerungsgröße stärker in den Vordergrund mit einem Ziel von 8 bis 10 Prozent für 2026 und einer Perspektive von über 15 Prozent auf Gruppenebene.

Mit Blick auf den rückläufigen Auftragseingang fragte Herr Tüngler, ob das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,14 im ersten Quartal 2026 bereits die nachhaltige Trendwende darstellt. Der GESCO-Chef bezeichnete die Kennzahl als ermutigend, wies aber darauf hin, dass Book-to-Bill im projektgetriebenen Maschinen- und Anlagenbau weniger verlässlich ist als in reinen Produktgeschäften. Entscheidend sei, dass die skizzierten Wachstumsinitiativen erkennen lassen, dass GESCO auch in einem verhaltenen Marktumfeld über Marktanteilsgewinne organisch wachsen kann.

Zur Ergebnisprognose 2026, die ein Konzernergebnis von 15 bis 20 Mio. Euro und damit eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr vorsieht, bat Herr Tüngler um eine Aufschlüsselung zwischen operativen Verbesserungen und dem Wegfall von Sondereffekten. CEO Pfeffer stellte klar, dass die geplante Ergebnisverbesserung überwiegend auf operativen Fortschritten beruht. Maßgeblicher Ausgangspunkt ist das bereinigte operative Ergebnis 2025 von 12,6 Mio. Euro. Die angesprochenen Sondereffekte des Vorjahres hatten in beide Richtungen gewirkt.

Einen weiteren Schwerpunkt legte Herr Tüngler auf die Restrukturierung der Doerrenberg-Gruppe. Er erkundigte sich nach dem Abschluss des Prozesses und wollte wissen, ob das jetzige Geschäftsmodell tragfähig ist. Herr Pfeffer führte aus, dass die Restrukturierung abgeschlossen ist und mit „Schmerzen“ zwei energieintensive, unprofitable Produktionseinheiten 2024 verkauft worden sind. Dieser Schritt sei alternativlos gewesen und trotz der Abschreibungen eine bessere und wohl letztlich auch günstigere Entscheidung als eine Schließung gewesen. Die verbliebene Doerrenberg sei nun als fokussierte Handels- und Distributionsorganisation gut aufgestellt, soll verlässliche Cashflows liefern und die anorganische Wachstumsstrategie mitfinanzieren. Ein Verkauf ist nicht beabsichtigt, so der Vorstandschef.

Zur Eckart-Akquisition, die im ersten Jahr einen Ergebnisbeitrag von 0,4 Mio. Euro geliefert hatte, bat Herr Tüngler um eine kurze Einordnung. Herr Pfeffer bezeichnete die Transaktion insgesamt als sehr gelungen. Das Target erfüllte die Kriterien des GESCO-Attraktivitätskatalogs. Dieser umfasst insbesondere die Differenzierung zum bestehenden Portfolio, die Wertschöpfungstiefe, Skalierbarkeit, Kundenbindung sowie eine geringe Kapitalintensität. Die Integration ist abgeschlossen, ein neuer Geschäftsführer wird zum 1. September 2026 sein Amt antreten.

Mit Blick auf den M&A-Markt fragte Herr Tüngler, ob sich der zuvor dominante Verkäufermarkt inzwischen zu einem Käufermarkt gewandelt hat. Der Vorstandsvorsitzende antwortete, man nehme durchaus eine deutliche Entspannung wahr. Es ist inzwischen nicht mehr der stark von Verkäuferseite geprägte Markt früherer Jahre. Einen klaren Käufermarkt sieht er aber derzeit auch noch nicht. Dennoch ist die Pipeline quantitativ und qualitativ gut gefüllt. Aktuell befindet man sich mit mehreren Zielunternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen.

Zum GBS wollte Herr Tüngler wissen, ob dessen spezifischer Wertbeitrag über konkrete KPIs sichtbar ist oder im operativen Ergebnis „untergeht“. Herr Pfeffer erklärte, das GBS basiere auf einem einheitlichen Set operativer, vertrieblicher und finanzieller Kennzahlen, die in allen Gesellschaften monatlich in einer beratenden, teamorientierten Runde diskutiert würden. Darüber hinaus sei das GBS ein umfassendes Führungs- und Best-Practice-System für mittelständisch geprägte Unternehmen und gehe deutlich über reines KPI-Management hinaus.

Zur Internationalisierung hob Herr Tüngler hervor, dass sie angesichts der Konjunkturschwäche in Deutschland und Europa die logische Antwort sei. Angesichts der zuletzt auch gestiegenen Umsätze in den USA interessierte er sich für die konkreten Auswirkungen der US-Zollpolitik. CEO Pfeffer führte aus, dass weniger die absoluten Zollsätze als vielmehr die daraus resultierende Volatilität und Investitionsunsicherheit belasteten und Investitionsentscheidungen tendenziell verschoben würden. Bei den Portfoliounternehmen mit US-Präsenz gelte das Prinzip „Local for Local“ als Leitlinie.

Zum Abschluss seines Beitrags wandte sich Herr Tüngler der Dividendenpolitik und dem Aktienkurs zu. Er erinnerte an das frühere Dividendenniveau von 1 Euro je Aktie, das sukzessive auf 10 Cent reduziert und nun wieder auf 20 Cent angehoben worden sei, und verwies auf den parallelen Kursrückgang. Er zeigte sich überzeugt, dass der Kurs positiv reagieren würde, wenn GESCO zur früheren Ausschüttungsstrategie zurückkehre, und appellierte an den Vorstand, dies aktiv zu gestalten. CFO Holzbaur räumte ein, dass die Kursentwicklung zweifelsohne unbefriedigend sei. Sie betonte jedoch, dass breitere IR-Aktivitäten allein den Kurs nicht nachhaltig beeinflussen können. Entscheidend sei vielmehr „auf dem Platz zu liefern“, also die Prognosen einzuhalten und die Ergebnisse nachhaltig zu verbessern. Die bestehende Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 20 bis 40 Prozent soll beibehalten werden, da Wachstum Priorität hat.

Als zweiter Redner ergriff Josef Gemmeke als Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) das Wort. Zunächst kritisierte er den Bestand eigener Aktien von 4,5 Prozent als ineffiziente Kapitalbindung bzw. „totes Kapital“ und stellte die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der bisherigen Aktienrückkäufe in Frage. Im Vergleich zu marktüblichen Festgeldzinsen sei die Dividendenrendite von rund 1,4 Prozent nicht attraktiv. Höhere Dividenden seien aus seiner Sicht der direktere Weg, Wert an die Anteilseigner zurückzugeben. Frau Holzbaur stellte klar, dass derzeit kein konkreter Verwendungsbeschluss für die eigenen Aktien vorliegt – abgesehen vom Einsatz im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms. Alle rechtlichen Optionen – Einziehung, Einsatz als Akquisitionswährung oder sonstige Verwendungen – blieben ausdrücklich offen. 2025 seien keine weiteren Rückkäufe erfolgt, für 2026 keine Programme beschlossen, da die verfügbaren Mittel angesichts einer gut gefüllten M&A-Pipeline für Zukäufe reserviert seien.

Zur Ausgestaltung des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms bat Herr Gemmeke um Details. Der Vorstand erläuterte, dass das Programm jährlich angeboten wird, der Erwerbskurs 6 Euro unter dem jeweiligen Marktpreis liegt und eine Haltefrist von einem Jahr vorgesehen ist. Rund 40 bis 50 Prozent der berechtigten Mitarbeiter nähmen teil, das Programm werde gut angenommen und solle fortgeführt werden.

Im weiteren Verlauf fragte Herr Gemmeke nach der Größe der bei Zukäufen angepeilten Targets. Hier griff er die im Geschäftsbericht genannte Zielgröße von 20 bis 50 Mio. Euro Umsatz pro Akquisitionsziel auf und wollte wissen, wie dies zu früheren Überlegungen nach größeren „Ankerbeteiligungen“ mit Umsatzvolumina von über 100 Mio. Euro passt. Herr Pfeffer antwortete hierzu, dass der Fokus aktuell auf Unternehmen mit 20 bis 50 Mio. Euro Umsatz liege. Ein großes separates Ankerinvestment stehe nicht im Vordergrund, entscheidend sei die strategische Passfähigkeit.

Zur Frage der Werthaltigkeit der Bilanzansätze der Beteiligungen führte CFO Holzbaur aus, dass der jährliche Impairment-Test nach IFRS durchgeführt und vom Abschlussprüfer geprüft werde und sich für 2025 kein Goodwill-Abschreibungsbedarf ergeben habe. Auf die Frage nach möglichem Goodwill aus dem Kauf von Eckart antwortete sie, dass im Rahmen der Übernahme kein Goodwill in der Bilanz gebildet wurde.

Besonders kritisch beleuchtete Herr Gemmeke die Bergischen Edelstahlwerke und die Darlehensgewährungen von insgesamt rund 6,3 Mio. Euro. Frau Holzbaur erläuterte, dass sich dieser Betrag aus einem Verkäuferdarlehen von rund 4 Mio. Euro und zusätzlichen Liquiditätszuschüssen von rund 2,3 Mio. Euro zusammensetzte. Letztere wurden zur Stabilisierung defizitärer Bereiche gewährt. Trotz dieser Maßnahmen habe die Insolvenz nicht verhindert werden können, sodass die Abschreibung unumgänglich gewesen sei. Es wäre natürlich im Sinne aller Beteiligten gewesen, wenn diese Mittel geholfen hätten, dass die Insolvenz nicht eingetreten wäre.

Zur Dividendenpolitik schloss sich Herr Gemmeke der zuvor geäußerten Kritik an, bezeichnete die Ausschüttungsquote von rund 21 Prozent als deutlich zu gering und forderte eine Bandbreite von 40 bis 60 Prozent. Der Vorstand bekräftigte die Beibehaltung der Ausschüttungsquote von 20 bis 40 Prozent und die Priorisierung von Wachstum vor höheren Dividenden. Den Nachhaltigkeits- bzw. nichtfinanziellen Bericht bewertete Herr Gemmeke als übermäßig umfangreich und ressourcenintensiv ohne erkennbaren Mehrwert. Der Vorstand verwies auf die vorgegebenen regulatorischen Anforderungen, insbesondere aus der CSRD, an welche sich GESCO hält.

Abschließend stellte Herr Gemmeke die Grundsatzfrage, ob Struktur und Ausrichtung der GESCO noch stimmig sind oder strukturelle Änderungen erfordern. Der CEO betonte, dass GESCO sich bewusst in einem Kompromiss zwischen zentraler Steuerung und dezentraler Führung bewege. Die bestehende schlanke Holdingstruktur soll beibehalten werden. Vor dem Hintergrund von KI-, Robotik- und Digitalisierungsentwicklungen sei der Verbundcharakter der Gruppe ein Vorteil. Wenn die angestrebte zweistellige Umsatzrendite erreicht wird, werde sich dies mittelfristig auch im Aktienkurs widerspiegeln, zeigte er sich überzeugt.

Im weiteren Verlauf der Aussprache meldete sich Aktionär Rüther zu Wort. Er nahm Bezug auf das frühere Aktienrückkaufprogramm der Gesellschaft und stellte kritisch in Frage, ob dieses im Interesse aller Aktionäre gelegen habe. Der CEO wie auch im weiteren Verlauf der Debatte der Aufsichtsratsvorsitzende stellten klar, dass das Rückkaufprogramm ein transparentes, marktübliches Instrument gewesen sei. Sofern ein Großaktionär im Rahmen eines solchen Programms Aktien andiene, nutze dieser sein legitimes Recht.

Als weiterer Redner meldete sich der erstmals anwesende Privatanleger Eichler. Er konzentrierte sich auf Ergebnisqualität, Profitabilität einzelner Gesellschaften und Kapitalallokation. Zunächst hinterfragte er die ungewöhnlich niedrige Steuerquote des Geschäftsjahres 2025 und bat um Einschätzung eines künftig realistischen Niveaus. Frau Holzbaur erläuterte, die niedrige Quote sei im Wesentlichen auf die Aktivierung latenter Steuern aus Verlustvorträgen bei der Doerrenberg zurückzuführen und daher nicht repräsentativ. Künftig sei eher wieder von einer Steuerquote um 30 Prozent auszugehen.

Herr Eichler erkundigte sich zudem, ob es im Portfolio Gesellschaften mit deutlich überdurchschnittlichen Margen gibt, und wies darauf hin, dass die größte Division ergebnismäßig an der Nulllinie liege. Der CEO antwortete, in der Gruppe gebe es aktuell keine defizitäre Gesellschaft mehr; für 2026 erwarte man in allen elf Unternehmen schwarze Zahlen. Es gebe weder extreme Ausreißer nach unten noch „Cash-Cows“ mit 25 bis 30 Prozent EBIT-Marge. Zwei Gesellschaften stechen positiv hervor bei den Margen, insgesamt sei das Portfolio aber relativ homogen ohne extreme Ausreißer. Zielsetzung ist eine mittelfristig zweistellige Umsatzrendite und ROCE-Werte von 15 Prozent und mehr auf Gruppenebene.

Besonders ausführlich äußerte sich Herr Eichler zur Kapitalallokation. Angesichts der aus seiner Sicht sehr niedrigen Bewertung der GESCO-Aktie stellte er die Frage, ob es nicht wirtschaftlich sinnvoller sei, verstärkt eigene Aktien zu erwerben, statt sich mit den Unternehmenszukäufen Fremdrisiken einzuhandeln. Ein Erwerb eigener Aktien zu niedrigen Gewinnmultiples – insbesondere mit späterer Einziehung – könne die attraktivste Investitionsmöglichkeit sein, während Akquisitionen mit Suchaufwand, Transaktionskosten und Integrationsrisiken verbunden seien. Herr Pfeffer bezeichnete dies als berechtigte Überlegung und betonte, dass der Vorstand die Kapitalallokation laufend abwäge und Rückkaufprogramme grundsätzlich als legitimes Instrument ansehe. Aktuell stünden jedoch organisches Wachstum und selektive M&A-Transaktionen im Vordergrund; die verfügbaren Mittel seien vorrangig für Zukäufe reserviert. Ergänzend wies Aufsichtsratsmitglied Jens Große-Allermann darauf hin, dass vorhandene Mittel nur einmal ausgegeben werden können und erinnerte an den im Jahr 2025 getätigten Zukauf von Eckart sowie die Warenlager-Übernahme von Doerrenberg.

Gianluca Longhi trat als Vertreter des größten Einzelaktionärs Norman Rentrop auf und übermittelte zunächst dessen Grüße aus Bonn. In seiner Wortmeldung stellte er keine konkreten Fragen, sondern ordnete die strategische Ausrichtung der GESCO und die aktuelle Bewertung am Kapitalmarkt kommentierend ein. Er hob hervor, dass Herr Rentrop das Unternehmen seit vielen Jahren begleitet und die Rolle der GESCO als mittelständischer Unternehmensverbund grundsätzlich positiv einschätzt. Herr Longhi betonte insbesondere die Bedeutung der vom Vorstand dargestellten Wachstumsstrategie, der organischen Initiativen in den Tochtergesellschaften sowie der disziplinierten M&A-Aktivitäten und stellte heraus, dass gerade in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld Stabilität und langfristige Wertsteigerung im Vordergrund stehen sollten.

Zugleich sprach auch er die schwache Kursentwicklung der Aktie an und verwies darauf, dass Anspruch und Realität am Kapitalmarkt derzeit auseinanderliefen. Er machte deutlich, dass der größte Einzelaktionär die vom Vorstand eingeschlagene Linie – Konzentration auf Ergebnisverbesserung, selektive Akquisitionen und eine schlanke Holdingstruktur – grundsätzlich mitträgt und auf eine entsprechende Neubewertung durch den Markt setzt, sobald die avisierten Profitabilitätsziele erreicht werden.


Abstimmungen

Nach dem Ende der allgemeinen Aussprache um 16:05 Uhr wurde die Präsenz mit 4.682.416 Aktien oder 43,2 Prozent des Grundkapitals festgestellt. Hinzu kamen Stimmabgaben per Briefwahl für 336.261 Aktien, sodass insgesamt 46,3 Prozent des Grundkapitals vertreten waren. Sämtliche Beschlussvorschläge der Verwaltung wurden mit großer Mehrheit verabschiedet. Die Zahl der Gegenstimmen bewegte sich meist im Bereich bis rund 450.000.

Im Einzelnen beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von 0,20 Euro je Stückaktie (TOP 2), die Entlastung des Vorstands (TOP 3) sowie des Aufsichtsrats im Wege der Einzelentlastung (TOP 4), die Wahl der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer sowie zum Prüfer der Nachhaltigkeitsberichterstattung für das Geschäftsjahr 2026 (TOP 5) sowie die Billigung des Vergütungsberichts gemäß § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2025 (TOP 6).

Der Versammlungsleiter schloss die ordentliche Hauptversammlung nach einer Dauer von etwas über dreieinhalb Stunden um 16:36 Uhr.


Fazit

GESCO blickt auf ein herausforderndes, aber gleichwohl strategisch wichtiges Geschäftsjahr 2025 zurück. Die Verdopplung des Konzernergebnisses auf 9,9 Mio. Euro zeigt, dass die konsequente Portfoliobereinigung der letzten Jahre Früchte trägt. Die Veräußerung der verlustbringenden Doerrenberg-Geschäftsbereiche Gießerei und Stahlwerk sowie der AstroPlast, die Integration der Eckart-Akquisition und der opportunistische Lagerbestandskauf der Doerrenberg von der Deutschen Edelstahlwerke sind wichtige Schritte, um die Profitabilität in Zukunft noch weiter zu verbessern.

Sehr interessant aus Sicht des Investors waren die vorgestellten sieben Wachstumsvektoren, mit denen bei allen Portfoliogesellschaften das weitere organische Wachstum vorangebracht werden soll. Es ist zudem positiv hervorzuheben, dass der Vorstand dabei konkrete erwartete Umsatzbeiträge für jede Initiative nannte und sich damit künftig an seinen Zielen messen lassen muss. Die angehobenen Wachstumsziele der GESCO-Gruppe – CAGR von 10 Prozent, davon 5 Prozent anorganisch – erscheinen ambitioniert, aber angesichts der gut gefüllten M&A-Pipeline und der operativen Fortschritte nicht unrealistisch. Besonders erfreulich war auch das erneut gewählte Präsenzformat der Veranstaltung und die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen mit den Geschäftsführern aller Tochterunternehmen.

Für die kommenden Jahre erscheint GESCO aufgrund des diversifizierten Portfolios aus robusten Mittelstandsunternehmen, der deutlich verbesserten Portfolioqualität nach den Bereinigungen sowie der mit konkreten Projekten unterlegten Wachstumsambitionen gut aufgestellt. Werden die angestrebten mittelfristigen Profitabilitätsziele erreicht, verfügt die Aktie auch über weiteres Kurspotenzial in Richtung des bei über 25 Euro je Aktie liegenden Buchwertes. Ergänzend verweist der Verfasser auf das letzte Research-Update von GSC Research vom 5. Juni 2026 mit einem Kursziel von 26,50 Euro und einem „Kaufen“-Votum.


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Veröffentlichungsdatum: 30.06.2026 - 08:30
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