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HV-Bericht 2G Energy AG - Partnerschaften als zentrales Vertriebsmodell
Zu ihrer diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung hat die 2G Energy AG (2G) ihre Anteilseigner am 5. Juli 2016 wie bereits im Vorjahr in den Tobit.Campus im westmünsterländischen Ahaus eingeladen. Damit liegt der Versammlungsort nur rund acht Kilometer vom Sitz der Gesellschaft entfernt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lukas Lenz begrüßte die rund 200 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und erteilte nach Erledigung der üblichen einleitenden Hinweise und Formalien dem Vorstand (CEO + CFO) das Wort.


Bericht des Vorstands


Einleitend bedankte sich Vorstandschef Christian Grotholt zunächst beim gesamten Team von 2G Energy für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit. Zudem hob er hervor, dass der Realwert des Unternehmens nie höher gewesen ist als aktuell. Auch wenn der Umsatz 2015 verglichen mit dem Vorjahr bedeutend niedriger ausgefallen ist, habe man diese Entwicklung antizipiert und die Zeit genutzt, so Grotholt weiter. Die Positionierung im Markt ist so gut wie nie zuvor. So liegt die Marktanteilsquote in Europa, Nordamerika und Asien in einzelnen Märkten zum Teil bei über 40 Prozent, die Margensituation ist auf einigen Märkten außerhalb von Deutschland zum Teil besser als im Inland.

Als Gründe für die schleppende Geschäftsentwicklung 2015 nannte der 2G-Chef projektbedingte Verzögerungen bei Genehmigungsverfahren und Inbetriebnahmen im Ausland sowie die weiterhin abwartende Haltung der Kunden im Inland. Auf der Vertriebsseite hat man die Zeit dennoch genutzt und neue Partnerschaften geschlossen und auch eine Partnerkonzeption erarbeitet und auf den Weg gebracht, die das künftige Wachstum insbesondere im Ausland unterstützen soll. Im Inland ist es nach Verabschiedung der KWK-G-Novelle zu einem sehr starken Jahresendspurtgeschäft gekommen.

Die Einsatzgebiete der gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK Anlagen) sind sehr vielfältig, wie der Vorstandsvorsitzende darlegte. Neben den mit Biogas betriebenen KWK-Anlagen, der Wurzel von 2G Energy, sind eine Vielzahl anderer Bereiche und Branchen mit Erdgas oder Deponie- und Klärgas sowie Wasserstoff betriebenen KWK-Kraftwerken möglich. Besonders interessant sind derartige Anlagen naturgemäß für Einsatzgebiete, auf denen es neben der elektrischen Energie auch einen Abnehmer für die erzeugte Wärme gibt. Die Vielzahl der denkbaren Einsatzmöglichkeiten belegt nach Einschätzung von Grotholt die darin liegenden erheblichen Chancen und Potenziale für 2G Energy.

Um all diese potenziellen Kundengruppen ansprechen zu können, sollen Partnerschaften zum zentralen Vertriebsmodell von 2G entwickelt werden. Dies ist nach seiner Einschätzung auch eine wichtige Voraussetzung, um vom derzeitigen Umsatzvolumen in einer Größenordnung zwischen 150 und 180 Mio. Euro auf das bis zum Jahr 2020 angestrebte Volumen von bis zu 300 Mio. Euro zu kommen. Bereits heute verfügt 2G über 175 Partner in insgesamt 31 Ländern. Diese Partner werden im Zuge des neuen Ansatzes entsprechend neu bewertet und um weitere ergänzt, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der weitere Ausbau der schon bestehenden Ausbildung für Sales- und Servicekräfte bei den Partnern. Die 2G eigenen Experten werden im Zuge dieser Strategie durch eine qualifizierte Weiterbildung zum Werkskundendienst im Service. Die 2G Vertriebsleute werden in der Zukunft auch die Partner proaktiv betreuen. Die Kundengruppen OEM und Energieversorger werden weiterhin direkt von der 2G Energietechnik betreut.

Um das Partnerkonzept nachhaltig und erfolgreich aufzubauen und zu etablieren, sind im Unternehmen entsprechende Tools erforderlich und notwendig. Die digitale Schnittstelle mit den Partnern bildet dabei das Portal my.2-g.com. Durch die Verwendung digitaler Lösungen (z.B. CRM-System) kann der Zeitaufwand für das Management der Zusammenarbeit deutlich reduziert werden. Zudem wird die direkte Verfügbarkeit von relevanten Informationen aus den Bereichen Service und Vertrieb sichergestellt. Die erhöhte Qualität dieses Services soll auch zu einer noch besseren Bindung von Partnern und Kunden beitragen und ist nach Vorstandseinschätzung insbesondere international von hoher Wichtigkeit.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung ging der 2G-Chef zunächst auf die Perspektiven der internationalen Märkte ein. So konnten in den USA insgesamt sieben neue Distributoren gewonnen werden, u.a. ist der bekannte Marktteilnehmer PENN Power im Juni 2016 hinzugekommen. In China konnte ein Sales Partner-Vertrag mit Sino German Green Energy Technology Co. Ltd. abgeschlossen werden. Der französische Markt wird mit einer neuen Tochtergesellschaft und einem neuen Geschäftsführer mit tiefem Produkt- und Branchen-Know-how ebenfalls verstärkt bearbeitet. Hier verspricht man sich gute Chancen aus der Suche nach Alternativen zur nach wie vor sehr stark vorherrschenden Atomenergienutzung. In Nordafrika konnte ein neuer Sales-Partner für Tunesien gewonnen werden. Dieser ist auch im algerischen Markt gut positioniert und dürfte auch dort für zusätzliche Chancen sorgen.

In Großbritannien wird eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit und der Vertragsbeziehung mit dem Veolia-Konzern angestrebt. Partnerschaften im g-box-Bereich sollen helfen, die Marktpräsenz in Italien weiter zu erhöhen. Zudem soll die Deklaration von 2G als "ermächtigter Ausführer" weitere Geschäftschancen erschließen helfen, da durch diese Bewilligung des Hauptzollamtes eine vereinfachte und kostengünstigere Warenausfuhr möglich wird. Die Entwicklung des internationalen Geschäfts gewinnt für 2G immer mehr an Bedeutung. In den nächsten zwei Jahren sollen mehr als 50 Prozent des KWK-Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet werden, gab Grotholt als Marschrichtung vor.

Bezogen auf den deutschen Markt ist von einer anhaltenden Marktbereinigung auf der Anbieterseite zu berichten, die sich auch auf das internationale Geschäft entsprechend auswirkt. Der Bereich Biogas ist nach Angabe des 2G-Chefs ein wieder erstarkter Markt. Bestens aufgestellt sieht er das Unternehmen aber auch im - insbesondere international - immer wichtiger werdenden Erdgasbereich. Mit den angebotenen standardisierten Kundenlösungen und dem Utility-Konzept für Energieversorger ist man hier sehr gut unterwegs. Die KWK-G-2016 Notifizierung wird nach der Sommerpause im September 2016 erwartet und bietet den potenziellen Kunden dann die entsprechende Investitionssicherheit.

Im zweiten Teil der Vorstandsrede erläuterte Finanzvorstand Dietmar Brockhaus die Finanzkennzahlen des Geschäftsjahres 2015. Einleitend lenkte er den Blick des Auditoriums auf vier ausgewählte Kennziffern, an deren Verbesserung man im Berichtszeitraum gearbeitet hat. So verringerte sich die Materialaufwandsquote von 71 Prozent 2014 auf 65 Prozent. Der Auslandsanteil am Umsatz durch KWK-Anlagen konnte auf 35 (Vorjahr: 28) Prozent weiter ausgebaut werden. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete auch der Serviceanteil am Gesamtumsatz, der von 20 Prozent 2014 auf 34 Prozent kletterte und damit erstmals die Marke von einem Drittel überschritten hat. Ausgesprochen solide stellt sich auch der Auftragsbestand dar, dieser lag per Jahresultimo bei 85,5 (42,3) Mio. Euro. Davon noch nicht angearbeitet war ein Volumen von 52,0 Mio. Euro oder 60 Prozent verglichen mit 17,4 Mio. Euro oder 40 Prozent per Ende 2014.

Hervorgehoben wurde von Herrn Brockhaus ebenfalls, dass 2015 erstmals mehr Erdgasanlagen als Biogasanlagen abgesetzt werden konnten. Die Zahl der insgesamt abgesetzten Anlagen verringerte sich im Jahresvergleich auf 456 nach 608 im Vorjahr, davon entfielen auf das Inland 330 (484) und auf das Ausland 126 (124). Die Konzernumsatzerlöse verringerten sich auf 152,9 (186,6) Mio. Euro. Auf den Verkauf von BHKW-Anlagen entfielen 92,3 (135,0) Mio. Euro. Deutlich zulegen konnten die Serviceumsätze mit einem Anstieg auf 52,1 (37,2) Mio. Euro, der Bereich After Sales steuerte 8,5 Mio. Euro nach zuvor 14,4 Mio. Euro bei. Die sog. verumsatzte elektrische Leistung belief sich im Berichtsjahr auf 121 (166) MWel.

Positiv gestaltete sich nach Vorstandseinschätzung die Ausweitung des Auslandsgeschäfts. Dessen Umsatzanteil erhöhte sich von 22 Prozent 2013 und 21 Prozent 2014 auf nunmehr 27 Prozent und soll in der Zukunft noch weiter zulegen. Bei den Gasarten hat sich der Trend hin zum Erdgas weiter fortgesetzt. Lag der Anteil der Biogasanlagen 2013 noch bei 62 Prozent und 2014 bei 52 Prozent, sank dieser 2015 auf 47 Prozent und liegt damit erstmals in der Geschichte von 2G unterhalb des Erdgasanteils.

Ausgehend von den Umsatzerlösen in Höhe von 152,9 (186,6) Mio. Euro ergibt sich für 2015 ein EBITDA in Höhe von 8,1 (14,0) Mio. Euro und ein EBIT von 4,7 (11,4) Mio. Euro. Neben der rückläufigen Umsatzentwicklung waren 2015 nach Aussage von Herrn Brockhaus auch mehrere belastende Einmaleffekte von insgesamt rund 3 Mio. Euro zu verkraften. Neben einem Verlust von 2,3 Mio. Euro aus der 2G Home sind durch Wertberichtigungen und Abfindungszahlungen in Italien Einmaleffekte von 600 TEUR entstanden. Die Komplettübernahme der 2G Energy Inc. in den USA ist mit weiteren rund 400 TEUR Aufwand in das Rechenwerk eingeflossen. Unter dem Strich liegt das Jahresergebnis 2015 bei 2,6 Mio. Euro nach zuvor 6,9 Mio. Euro oder 0,59 (1,55) Euro je Aktie. Die Anteilseigner sollen in Form einer im Vergleich zu den Vorjahren konstanten Dividende von 0,37 Euro am Unternehmenserfolg beteiligt werden.

Bilanziell ist das Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 54,9 (56,2) Prozent weiterhin sehr solide aufgestellt. Die Liquiditätsposition lag zum Bilanzstichtag bei 10,15 (11,86) Mio. Euro. Nicht zufrieden zeigte sich der 2G-CFO indes mit der Entwicklung des Aktienkurses. Auch mit Blick auf die positiven Einschätzungen von Analystenseite mit einem durchschnittlich ausgegebenen Kursziel von 23 Euro und einem daraus abgeleiteten Kurspotenzial von 30 Prozent erachtet Brockhaus das aktuelle Niveau als durchaus attraktive Einstiegsbasis.

Abschließend gab Herr Grotholt noch einen Ausblick auf die weitere Zukunft und die Potenziale des Geschäftsmodells. Profitieren will 2G dabei vom anhaltenden Wandel der weltweiten Energieversorgung, die sich immer mehr zu dezentralen Lösungen hin bewegt. Zudem fordern die Menschen eine sichere, bezahlbare und auch umweltfreundliche Energieversorgung. Um die ausgegebenen Klimaziele und die Begrenzung der maximalen Erderwärmung um 1,5 Grad wie auf der Weltklimakonferenz 2015 beschlossen zu erreichen, ist eine weitere Dekarbonisierung der Volkswirtschaften notwendig und sehr gut mit Lösungen wie effizienten, modernen KWK-Kraftwerken zu erreichen. Ziel von 2G Energy ist es, weltweit der führende, unabhängige Anbieter von Anlagen der Größenklasse zwischen 20 und 2.000 kW/h zu sein.

Auch eine mögliche Abschaffung der Förderung erschreckt Grotholt nicht, wie er den Aktionären zum Abschluss seines Vortrages vorrechnete. So fallen bei einer 360 KW-Anlage, die in einer Stunde 360 kW/h Strom und Wärme erzeugt und einen elektrischen Wirkungsgrad von 40 Prozent aufweist, Treibstoffkosten von 27 Euro an. Rechnet man die erzeugte thermische Energie mit 0,04 Euro je kW/h oder 14,40 Euro heraus, bleibt für den erzeugten Strom ein Treibstoffaufwand von 12,60 Euro oder 0,035 Euro je kW/h übrig. Addiert man den Serviceaufwand für 60.000 Betriebsstunden hinzu, ergibt sich ein Betrag von 0,015 Euro je kW/h sowie die anfallende EEG-Umlage von 0,025 Euro, so dass sich Erzeugungskosten von 0,075 Euro je kW/h ergeben. Der mittlere angebotene Preis des Energieversorgers liegt mit 0,16 Euro je kW/h deutlich höher. Aus der hierzu eingesparten Differenz ergibt sich ein Betrag bei 360 kW/h multipliziert mit angenommenen 6.500 Betriebsstunden pro Jahr von 198,9 TEUR. Der Listenpreis eines agennitor 408 beträgt 260 TEUR. Inklusive aller Nebenkosten belaufen sich die Gestehungskosten der lauffähigen Anlage auf rund 350 TEUR, so dass sich die Anlage in weniger als zwei Jahren amortisiert.  


Allgemeine Aussprache

Als erster Redner meldete sich Aktionär Seefeldt zu Wort und zeigte sich durchaus positiv gestimmt mit Blick auf die Entwicklung des Unternehmens seit dem Jahre 2008, als er selbst Aktionär der 2G geworden ist. Inzwischen ist es 2G Energy nach seiner Einschätzung erfolgreich gelungen, den Wettbewerb in Deutschland und Europa hinter sich zu lassen. Auf der anderen Seite stößt man nunmehr in Dimensionen vor, in denen sich eher Großkonzerne wie General Electric, Caterpillar, Jenbacher oder RollsRoyce und andere tummeln. Hier interessierte sich der Redner für die weitere Wachstumsstrategie und wie man sich für den Wettbewerb mit diesen Konzernen wappnen will.

Nach Aussage von Herrn Grotholt soll der Schlüssel zu weiterem Wachstum in dem Partnerkonzept liegen. Entscheidend für den Erfolg dieses Konzepts wird nach seiner Überzeugung sein, dabei die Kundennähe nicht zu verlieren. Hier sieht der Vorstandschef auch den großen Pluspunkt von 2G gegenüber den genannten Wettbewerbern, bei denen es sich allesamt um Großkonzerne handelt mit den entsprechenden Strukturen, die nicht immer besonders gut bei den Kunden ankommen. In der direkten Ansprache der Kunden sieht Grotholt auch Vorteile in den angebotenen Lösungen. So versteht sich 2G Energy vor allem als Solutions Provider und bietet ein Plug&Play-System an, so das die KWK-Anlagen vor Ort direkt in Betrieb genommen werden können. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den genannten Mitbewerbern vor allem um Motorenhersteller, die auch aus dieser Richtung an die Thematik herangehen und keine fertigen Lösungen anbieten.

Gewisse Sorgen bereiteten dem Redner die 2015 erfolgten Forderungsabschreibungen. Nach seiner Berechnungen habe man auf diese Weise rund 2 Prozent bei der EBIT-Marge eingebüßt. Hier interessierten Herrn Seefeldt die genauen Hintergründe wie auch die eingeleiteten Maßnahmen, damit sich diese künftig nicht in gleicher Höhe wiederholen. Laut Herrn Brockhaus wurden 2015 auch Altforderungen aus der Vergangenheit konsequent bereinigt. Natürlich ist ein solcher Vorgang unschön und „tut weh“, aber in gewisser Weise stellt dies den Preis der Auslandsexpansion dar. Inzwischen verfügt 2G über eine Kreditversicherung bei Atradius, um die Risiken weitestgehend zu minimieren, und kann dabei auch auf das dortige stringente Inkassosystem zurückgreifen.

Ergänzend wollte der Redner wissen, welche Risiken für Abschreibungen sich im vorhandenen Warenbestand verbergen. Laut Herrn Brockhaus bewegten sich die Wertberichtigungen in den Jahren 2011 bis 2015 zwischen 0,5 bis 0,9 Mio. Euro, wobei 2015 insgesamt 0,6 Mio. Euro angefallen sind. Die Wertberichtigungen werden nach seiner Angabe im erforderlichen Rahmen z.B. auf Basis von Artikel-Reichweiten-Analysen vorgenommen, die in den Vorratspositionen enthaltenen Produkte sind up to date, so dass der 2G-Finanzchef hier keine besondere Risikolage erkennen kann.

Ferner interessierte sich Herr Seefeldt dafür, ob es denkbar ist, die ausstehenden Anteile bei der Tochtergesellschaft 2G Drives z.B. gegen die Ausgabe von Vorzugsaktien von den dortigen Mitgesellschaftern zu übernehmen. Eine Übernahme der außenstehenden Gesellschafteranteile ist nach Aussage von Herrn Grotholt kein Thema. Die Gesellschaft wurde im Jahre 2008 gegründet, um verschiedene Experten auf dem Gebiet einzubinden und mit diesen in einem dauerhaften Kontakt zu bleiben. Aus diesem Grunde sind die genannten Personen dort auch Gesellschafter und partizipieren auf diesem Wege auch von den erbrachten Leistungen.

Die Anregung des Anteilseigners, in der Zukunft auch die sog. "Book-to-Bill"-Ratio (also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz) zu veröffentlichen, versprach Herr Brockhaus aufzunehmen. Für die zurückliegenden Geschäftsjahre teilte er zudem die folgenden Werte mit. So lag der Wert 2011 bei 1,17, 2012 bei 0,91, 2013 bei 1,06, 2014 bei 0,97 und 2015 bei sehr starken 1,31. Der hohe 2015er Wert ist laut Brockhaus vor allem durch den sehr dynamischen Auftragseingang im Jahresendgeschäft zu Stande gekommen. Ausgehend davon zeigte er sich auch für den 2016 zu erwartenden Geschäftsverlauf optimistisch.

Angesprochen auf die Schwerpunkte im Bereich Forschung und Entwicklung antwortete Unternehmenschef Grotholt, dass bei den erreichten hohen Wirkungsgraden vor allem die Servicekosten und der Serviceaufwand gering gehalten werden soll. Zudem wird ein möglichst hoher Zuverlässigkeitsgrad angestrebt. Diese beiden Aspekte sind nach Einschätzung des Firmenchefs wichtiger als die letzten zusätzlichen Zehntelprozente beim Wirkungsgrad herauszuholen und diese Punkte dabei auszublenden.

Als zweiter Redner meldete sich Aktionär Blumberg zu Wort und interessierte sich für eine Einschätzung des Vorstands zu den Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien, nachdem der dortige Auftragsbestand vom Vorstand auf 19,8 Mio. Euro beziffert worden ist. Nach Aussage von Herrn Brockhaus muss man die weitere Entwicklung abwarten und beobachten. Ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung der möglichen Folgen ist jedoch, dass alle Anbieter aus der EU nach Großbritannien liefern und daher auch die Mitbewerber identische Voraussetzungen haben. Aktuell erfolgen Angebote mit einem Wechselkursvorbehalt bis zum Vertragsabschluss, danach wird ein entsprechender Auftrag kursgesichert. Vom genannten Auftragsvolumen wurden 13 Mio. Euro direkt in Euro abgeschlossen, so dass dort ohnehin kein Wechselkursrisiko besteht.

Ferner interessierte sich der Redner dafür, ob sich das Service- und Wartungsgeschäft in der aktuellen Form und bei den doch zumeist geringen Losgrößen rentiert. Hierzu antwortete der Vorstandschef, dass man bestrebt ist, den Service zu einem Werkskundendienst zu transformieren und hierdurch eine noch bessere Ertragssituation zu erreichen. Auch werden die bestehenden Strukturen auf diesem Gebiet weiter optimiert.

Auf die abschließende Frage, ob auch Akquisitionen ein Bestandteil der weiteren Wachstumsstrategie sein sollen, antwortete Herr Grotholt, dass dies eigentlich nicht angedacht ist und man weiter auf rein organisches Wachstum setzen will. Die vorhandene Liquidität ist dabei zur Finanzierung des operativen Geschäfts, aber auch zur Abfederung von möglichen Rückschlägen vorgesehen. Wie Finanzchef Brockhaus ergänzte, werden bisher von den begleitenden Bankinstituten noch keine Strafzinsen aufgerufen. Auch im bestehenden Niedrigzinsumfeld werden die vorhandenen Gelder weiterhin konservativ und nicht spekulativ angelegt.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache um 11:55 Uhr wurde die Präsenz mit 2.682.698 Aktien oder 60,56 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden ohne Gegenstimmen bei jeweils 27.000 Enthaltungen zu den Tagesordnungspunkten 3 und 4 verabschiedet.

Im Einzelnen beschlossen wurden die Ausschüttung einer Dividende von 0,37 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Wahl der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Osnabrück zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016 (TOP 5). Der Versammlungsleiter konnte die Hauptversammlung nach einer Dauer von knapp über zwei Stunden um 12:05 Uhr schließen.


Fazit

Das avisierte "Übergangsjahr 2015" - wie im vergangenen Jahr anlässlich der Hauptversammlung bereits in Aussicht gestellt und auch in unserem Fazit aufgegriffen - ist wie angekündigt auch geliefert worden. Etwas überraschend sind für den einen oder anderen Beobachter jedoch noch die einmaligen Sondereffekte auf der Ergebnisseite in Größenordnung von gut 3 Mio. Euro hinzugekommen. Auch wenn hierdurch das 2015er Ergebnis belastet und entsprechend geringer ausgefallen ist, als von uns im vergangenen Jahr erwartet, so ist die vorgenommene Bereinigung im Rechenwerk doch zu begrüßen und wird sich in Zukunft positiv auswirken. Die deutlich gestiegene Nachfrage zum Jahresende 2015 hat sich im Berichtsjahr nur im ausgesprochen hohen Auftragseingang niedergeschlagen, die daraus resultierenden Umsatz- und Ergebniseffekte werden erst im jetzt laufenden Jahr 2016 realisiert.

Ausgehend von der Unternehmensguidance für 2016 mit einem Konzernumsatz zwischen 150 und 170 Mio. Euro und einem sich daraus ergebenden EBIT in einer Bandbreite zwischen etwa 4,5 bis 8,5 Mio. Euro sollte ein Ergebnis je Aktie im Bereich oberhalb von einem Euro bis hin zu etwa 1,30 Euro erzielt werden können.

Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs entspricht dies einem erwarteten 2016er KGV zwischen 25 und 13,5 bei einer Dividendenrendite von erwarteten 2,1 Prozent. Sofern es gelingt, ein Ergebnis am oberen Rand der Prognosebandbreite zu erzielen, verfügt die Aktie noch Einschätzung des Verfassers noch über Kursfantasie in Richtung von 22 bis 23 Euro je Anteilsschein. Interessierte Investoren sollten jedoch die unterjährige Berichterstattung des Unternehmens zeitnah verfolgen, ob es hier zu einer Konkretisierung des Ausblicks nach Vorlage der Halbjahresergebnisse kommt.


Kontaktadresse


2G Energy AG
Benzstraße 3
D-48169 Heek

Tel.: +49 (0)25 68 / 93 47-0
Fax: +49 (0)25 68 / 93 47 15

Internet: www.2-g.de
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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.



Veröffentlichungsdatum: 14.07.2016 - 16:28
Redakteur: ala
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