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HV-Bericht Ludwig Beck AG - Das "Kaufhaus der Sinne" trotzt der Finanzkrise
Am 11. Mai 2010 fand im Hotel Hilton München Park die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Ludwig Beck am Rathauseck - Textilhaus Feldmeier AG statt. Anwesend waren rund 500 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Elisabeth Mauritz für GSC Research. In der knapp dreieinhalbstündigen Hauptversammlung gaben Vorstand und Aufsichtsrat einen detaillierten Einblick in das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 sowie in die zukünftige Strategie der Gesellschaft. Das Protokoll der Hauptversammlung führte Notar Oefele aus München.


Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hausser eröffnete um 10:30 Uhr die Hauptversammlung. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat waren vollzählig anwesend. Dr. Hausser führte dann zunächst aus, dass das Vorstandsmitglied Oliver Haller auf eigenen Wunsch zum 31.12.2010 aus dem Vorstand ausscheiden wird, um sich neuen Aufgaben zuwenden zu können. An seiner Stelle soll das heutige Aufsichtsratsmitglied Christian Greiner zum Vorstand bestellt werden. Sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats wird zeitgleich zum 1.1.2011 von Hans Rudolf Wöhrl übernommen.

Bereits am 31.7.2009 ist den weiteren Angaben zufolge die Arbeitnehmervertreterin Felicitas Uhl aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. An ihrer Stelle ist das Ersatzmitglied Dorothee Neumüller eingetreten. Das Aufsichtsratsmitglied Gerhard Wöhrl hat sein Mandat am 22.3.2010 zum 31.12.2010 niedergelegt. An seiner Stelle soll Dr. Steffen Stremme ab dem 1.1.2011 in den Aufsichtsrat gewählt werden. Eine entsprechende Beschlussfassung war im Rahmen der Tagesordnung zur ordentlichen Hauptversammlung vorgesehen.

Nach diesen einleitenden Ausführungen erteilte Dr. Hausser dem Vorstandsmitglied Oliver Haller das Wort.


Bericht des Vorstands

Zunächst wies Herr Haller darauf hin, dass man bei Ludwig Beck trotz der Wirtschaftskrise im Jahre 2009 keine Konsumzurückhaltung feststellen konnte. Ganz im Gegenteil konnte ein weiteres Umsatzplus von 1,8 Prozent (filialbereinigt) erreicht werden. Herzstück des Unternehmens war auch im Berichtsjahr das „Kaufhaus der Sinne“, das mit einer Ausstellungsfläche von 11.000 qm und bis zu 40.000 Besuchern täglich der eigentliche Umsatzträger war. Mit einem Anteil von 90,2 Mio. Euro erzielte das Stammhaus rund 90 Prozent des Gesamtumsatzes.

Das Vorstandsmitglied Dieter Münch führte ergänzend aus, dass sich der Bruttoumsatz von 101,9 auf 103,7 Mio. Euro positiv entwickeln konnte. Gestiegen ist allerdings nicht nur der Umsatz, sondern auch das EBIT mit einem Plus von 20,1 Prozent auf 9,8 Mio. Euro. Die Rendite vom Nettoumsatz belief sich auf 11,2 Prozent. Positiv entwickelt hat sich auch das EBT, das sich um 43,5 Prozent auf 6,4 Mio. Euro verbesserte. Damit wurde im Jahr 2009 das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt.

Dagegen lag das Konzerngesamtergebnis mit 2,2 Mio. Euro um 17,6 Prozent unter dem des Vorjahres. Herr Münch erklärte dies mit der steuerrechtlichen Sondersituation, bedingt durch den Aktienkauf der INTRO-Verwaltungs GmbH. Damit ist - gesetzlich zwingend - ein Teil des Verlustvortrags verfallen. Ludwig Beck war gehalten, eine Wertberichtigung in Höhe von 1,7 Mio. Euro vorzunehmen. Die Steuerlast erhöhte sich um 139,2 Prozent. Aus dem Bilanzgewinn der Gesellschaft in Höhe von 1,761 Mio. Euro soll eine Dividende von 0,35 Euro je Aktie und damit insgesamt 1,3 Mio. Euro ausgeschüttet werden.

Besonders erfreulich sei, so Herr Münch, dass die hohe Eigenkapitalquote Ludwig Beck von den „Wirren der Finanzmärkte“ relativ unabhängig macht.

Abschließend machte Herr Münch noch Ausführungen zur Aktionärsstruktur der Gesellschaft. Nach den Informationen des Vorstands gibt es aktuell rund 2.400 Aktionäre. Mehrheitsaktionärin ist die INTRO-Verwaltungs GmbH mit einem Anteilsbesitz von 70,2 Prozent (Stand 31.12.2009). Die ATON GmbH hat im Geschäftsjahr 2009 ihren Anteil von 25,3 Prozent an die INTRO-Verwaltungs GmbH veräußert.

Zur Historie führte Herr Münch noch aus, dass die INTRO-Verwaltungs GmbH am 19.5.2009 mitgeteilt hat, dass ihr Aktienbesitz die 30-Prozent-Schwelle überschritten hat. Die INTRO-Verwaltungs GmbH hat den Aktionären ein Übernahmeangebot mit 11,90 Euro pro Aktie gemacht. Damit konnte sie einen weiteren Anteil in Höhe von 25,7 Prozent übernehmen. Seit dem 31.12.2009 sind bei Ludwig Beck keine Meldungen über Schwellenüberschreitungen oder Zukäufe eingegangen.

Im Oktober 2009 hat die Rudolf Wöhrl AG die von ihr gehaltenen Aktien (circa 4 Prozent) an die GVC mbH verkauft. Weitere große Aktionäre sind die Rheintex AG mit circa 3,0 Prozent sowie die Ost-West AG mit circa 5 Prozent. Die restlichen circa 17,8 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Zusammenfassend stellte Herr Münch noch fest, dass der Vorstand auch weiterhin auf die eigene interne Firmenkultur vertraut. Es wurden und werden zusätzliche Umsatz- und Ertragspotenziale durch Trading-up und fortlaufende Kostenoptimierungen identifiziert und umgesetzt.

Auch im Jahr 2010 wurde den weiteren Angaben zufolge bereits investiert, und zwar in ein neues edles Raumkonzept in der Abteilung für Designermode. Von den insgesamt für das Jahr 2010 vorgesehenen Investitionen von 2 Mio. Euro hat diese Neugestaltung 1 Mio. Euro verbraucht.

Der Vorstand zeigte sich auch für das laufende Geschäftsjahr sehr zufrieden. So konnte das erste Quartal bereits mit einem weiteren Umsatz- und Ergebnisanstieg abgeschlossen werden. Als Ziel für das Jahr 2010 hat sich der Vorstand ein EBT von mehr als 6 Mio. Euro sowie eine EBT-Marge von mehr als 6,9 Prozent gesetzt. Nach den bisherigen Umsetzungen im laufenden Geschäftsjahr erwartet der Vorstand ein neues Rekordergebnis.


Allgemeine Diskussion

Im Rahmen der Generaldebatte stellten sieben Aktionäre bzw. Aktionärsvertreter Fragen an die Verwaltung. Jeder von ihnen lobte und würdigte vorrangig die Leistungen von Vorstand und Aufsichtsrat und sprach seinen Dank aus.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) beschäftigte sich zunächst mit dem Konzept der Filialen. Aus ihrer Sicht waren und sind die Filialen nicht wirklich erfolgreich, und für sie stellte sich die Frage, welche weiteren Pläne der Vorstand insoweit hat. Sinnvoller wäre es aus ihrer Sicht, den erfolgreichen Standort am Marienplatz weiter auszubauen, sofern dies örtlich möglich ist.

Herr Münch stimmte Frau Bergdolt grundsätzlich zu, bat aber um Verständnis dafür, dass er keine detaillierten Angaben darüber machen kann, ob und welche Filialen in naher Zukunft geschlossen werden. Bevor derartige Informationen veröffentlich werden, müssten zunächst einmal die Mitarbeiter informiert werden. Der Vorstand sah es aber als eher wahrscheinlich an, dass im Laufe der nächsten Zeit Filialen geschlossen werden.

Die Expansion am Marienplatz ist nach Aussage des Vorstands aus örtlichen Gründen problematisch. Möglicherweise lässt sich eine Erweiterung im Untergeschoss umsetzen. Derzeit werden auf Grundlage eines Architektenwettbewerbs Alternativen geprüft.

Auf weitere Nachfrage von Frau Bergdolt über die im Jahr 2010 geplanten Investitionen führte Herr Münch aus, dass hier diverse Maßnahmen geplant sind. Dazu gehören der Austausch der Kassensysteme für rund 400.000 Euro, die Modernisierung der Mitarbeitertoiletten sowie die Erneuerung von Schaufensterfiguren.

Im weiteren Verlauf bemängelte die DSW-Vertreterin, dass durch den Aktienkauf der heutigen Mehrheitsaktionärin steuerliche Verlustvorträge verlorengegangen sind. Dadurch sei Ludwig Beck ein Schaden entstanden. Aus ihrer Sicht stellt sich daher die Frage, ob das Unternehmen Anspruch auf eine Entschädigung durch die Mehrheitsaktionärin hat. Wie der Vorstand in seiner Antwort darlegte, sind die steuerlichen Konsequenzen auf zwingende gesetzliche Vorgaben zurückzuführen. Für eine Entschädigung gebe es wohl keine Rechtsgrundlage.

Weiterhin wies Frau Bergdolt darauf hin, dass Ludwig Beck im Gegensatz zu anderen Aktiengesellschaften das Vergütungssystem für den Vorstand nicht zur Billigung vorgelegt hat. Diesbezüglich wollte sie insbesondere wissen, welcher Vergleichsmarkt bei der Angemessenheitsprüfung herangezogen wurde.

Dazu führte der Aufsichtsratsvorsitzende aus, dass sich die Verwaltung für dieses Jahr bewusst dagegen entschieden hat, die Vergütungsstruktur durch die Hauptversammlung billigen zu lassen. Sollte sich im Laufe des Jahres herausstellen, dass andere Aktiengesellschaften diesen Punkt in ihre Tagesordnung mit aufnehmen, dann wird auch Ludwig Beck den Marktstandard erfüllen. Nach den weiteren Ausführungen von Dr. Hausser ist davon auszugehen, dass die für das Jahr 2009 an den Vorstand bezahlte Vergütung wohl die Maximalvergütung darstellt. Ein Vergleichsmarkt für die Prüfung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung ist seiner Ansicht nach nicht erkennbar.

Weiterhin erklärte Dr. Hausser den Unterschied der Tantiemenzahlung an die beiden Vorstandsmitgliedern damit, dass mit dem Vorstandsmitglied Haller keine Altersvorsorge vereinbart wurde. Der Vertrag mit dem Vorstandsmitglied Münch, der bereits früher abgeschlossen wurde, sieht jedoch eine derartige Regelung vor.

Als weitere Rednerin meldete sich Nataliya Bidnova von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zu Wort. Diese wollte zunächst wissen, wie und ab wann der Aufsichtsrat entschieden hat, Herrn Greiner zum neuen Vorstandsmitglied zu bestellen.

Nach Auskunft von Dr. Hausser haben sich sowohl der Aufsichtsrat als Gesamtgremium als auch der Personalausschuss intensiv mit dem Thema beschäftigt, wer als Nachfolger für den ausscheidenden Vorstand Haller in Frage kommt. Insbesondere wurde auch geprüft und diskutiert, ob bei einer Bestellung von Herrn Greiner ein Interessenskonflikt entstehen kann. Schließlich ist Herr Greiner (Mit-) Geschäftsführer der Mehrheitsaktionärin. Laut Dr. Hausser wurden auch andere Kandidaten geprüft und in Betracht gezogen, der Aufsichtsrat hat sich aber letztendlich sehr bewusst für Herrn Greiner entschieden.

Auf die Frage von Frau Bidnova, ob ein Squeeze-out droht, erwiderte Dr. Hausser, dass aus seiner Sicht keine Änderung veranlasst ist. In Beantwortung einer weiteren Frage der SdK-Sprecherin im Hinblick auf die Neubesetzung des Prüfungsausschusses wies Dr. Hausser darauf hin, dass noch nicht entschieden ist, wer Vorsitzender des Prüfungsausschusses werden wird. Der Vorsitz wurde bislang von Christian Greiner übernommen. Im Zweifel haben alle Mitglieder des Aufsichtsrat ausreichenden Sachverstand, um als financial expert qualifiziert werden zu können.

Schließlich wollte Frau Bidnova noch wissen, ob über die Möglichkeiten eines Online-Vertriebs nachgedacht wird. Aus Sicht des Vorstands ist dies ein Thema, das laufend geprüft wird, aber bislang bewusst nicht umgesetzt wurde. Aus den Erfahrungen von Herrn Haller gab es bislang kaum stationäre Händler, die im Internet erfolgreich waren. Im Übrigen müsste für diesen Vertriebsweg eine Neuorganisation aufgebaut werden. Dies würde Kosten in einem ganz erheblichen Umfang verursachen.

Sowohl Herr Wagner als auch Herr Freitag wandten sich gegen den TOP 6, wonach das Frage- und Rederecht eingeschränkt werden soll. Sie forderten die Verwaltung auf, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Die Verwaltung wollte jedoch an diesem Tagesordnungspunkt festhalten. Dr. Hausser stellte dazu fest, es sei ist nicht das Ziel, die Rechte der Aktionäre zu beschneiden, es sei aber eine Art Versicherung.

Auf Nachfrage von Herrn Freitag führte der Vorstand noch aus, dass die Filialen mit Monolabel durchwegs profitabel arbeiten. Problematisch seien dagegen die Filialen mit einem Multilabel-Angebot. Demnach müsse auch im Bereich der Multilabel-Filialen vorrangig reagiert werden.

Veranlasst durch eine Frage des Aktionärs Schmid wies Herr Münch noch darauf hin, dass die Dividende steuerfrei ausbezahlt wird.


Abstimmungen

Vor der eigentlichen Abstimmung wurde die Präsenz auf der Hauptversammlung festgestellt. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 9.446.117,50 Euro, eingeteilt in 3.695.000 Stammaktien, waren demnach 3.235.749,00 entsprechend 87,57 Prozent des Grundkapitals vertreten. Die Beschlüsse wurden bei wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen im Sinne der Verwaltung gefasst. Eine Abweichung gab es bei TOP 6, bei dem über die Einschränkung des Frage- und Rederechts Beschluss gefasst wurde. Dieser Beschlussvorschlag erhielt eine Mehrheit von nur 89,73 Prozent.

Im Einzelnen abgestimmt wurde über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 0,35 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der BTU Treuhand Union München GmbH zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009 (TOP 5), die Ergänzung der Satzung hinsichtlich des Frage- und Rederechts (TOP 6) sowie die Wahl von Dr. Steffen Stremme in den Aufsichtsrat (TOP 7).


Fazit

Trotz der Finanzkrise und der damit einhergehenden globalen Wirtschaftskrise konnte die Ludwig Beck am Rathauseck - Textilhaus Feldmeier AG im vergangenen Jahr operativ ein Rekordergebnis erwirtschaften. Eingetrübt wurde das Ergebnis lediglich durch die negativen steuerlichen Effekte, die durch den Aktienkauf des Großaktionärs INTRO-Verwaltungs GmbH verursacht wurden. Dabei handelt es sich aber um eine steuerliche Sondersituation und damit um eine einmalige Belastung.

Die Aktionäre werden am Erfolg der Gesellschaft mit einer steuerfreien Dividende von 0,35 Euro je Aktie beteiligt.

Besonders erfolgreich konnte die Gesellschaft auch das erste Quartal 2010 mit einem positiven Periodenergebnis von 0,1 Mio. Euro abschließen. Sollten keine unvorhergesehenen globalen Ereignisse eintreten, dann rechnet man bei Ludwig Beck mit einem weiteren Rekordjahr. Sowohl die Zahlen als auch die positive und überzeugende Darstellung der agierenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder lassen auf eine auch künftig gute Anlage schließen.


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Veröffentlichungsdatum: 16.05.2010 - 18:15
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