WKN:
785602
ISIN:
DE0007856023
Straße, Haus-Nr.:
Max-Eyth-Straße 2,
D-72581 Dettingen/Erms, Deutschland
Telefon:
+49 (0) 7123 / 724 - 137

Internet: http://www.elringklinger.de

IR Ansprechpartner:
Herr Dr. Jens Winter
[email protected]
Branchenkrise mit Kostensenkungen und Umsatzbelebung im zweiten Halbjahr 2009 getrotzt
Die Absatzkrise der internationalen Fahrzeugindustrie führte in 2009 bei der ElringKlinger-Gruppe zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 11,9% auf 579,3 (657,8) Mio. Euro. Der Konzern erzielte dennoch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 63,3 (71,5) Mio. Euro. Das Periodenergebnis nach Anteilen Dritter ging um 16,6% auf 33,2 (39,8) Mio. Euro zurück.

Nachfrage belebt sich im Jahresverlauf

Die in 2009 in den Fahrzeugmärkten Westeuropa, USA und Japan in Summe um mehr als ein Viertel eingebrochene Pkw-Produktion führte vor allem in der ersten Jahreshälfte bei ElringKlinger zu signifikanten Nachfragerückgängen. In der zweiten Jahreshälfte war eine deutliche Belebung der Nachfrage spürbar. Hinzu kamen die marktbedingt bessere Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaften in Asien und Südamerika sowie die solide Entwicklung des Konzernsegments Ersatzteile. Trotz der weiterhin schwachen Entwicklung im Lkw-Geschäft und bei der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH legten die Konzernumsatzerlöse im vierten Quartal 2009 gegenüber dem schwachen Vorjahresvergleichsquartal um 19,6% zu.

Investitionen und FuE auch in der Krise fortgeführt

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, die u. a. in Projekte im Bereich Brennstoffzelle, Partikelfilterbeschichtung und Batteriekomponenten flossen, hielt ElringKlinger mit 35,7 (36,5) Mio. Euro auch in der Krise auf hohem Niveau, um so die Wettbewerbsposition weiter zu verbessern. Aus staatlichen Förderprogrammen erhielt ElringKlinger in 2009 Zuwendungen für neu gewonnene Entwicklungsprojekte in Höhe von 3,6 (1,2) Mio. Euro. Bei den im Mehrjahresvergleich überdurchschnittlich hohen Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in Höhe von 89,7 (132,2) Mio. Euro lagen die Schwerpunkte auf Rationalisierungsprojekten und der Vorbereitung von Produktneuanläufen.

Kosteneinsparungen senken Gewinnschwelle

Auf den heftigen Markteinbruch hat die ElringKlinger-Gruppe bereits im Spätherbst 2008 mit einem umfassenden Kostensenkungsprogramm bei den Sach- und Personalkosten reagiert, das sich im Laufe des Jahres 2009 positiv auswirkte. Moderatere Materialpreise haben im Jahresverlauf ebenfalls zur schrittweisen Verbesserung der Bruttomarge beigetragen, die nach 22,6% im ersten Quartal, im vierten Quartal 2009 wieder 28,8% erreichte. Die im Rahmen von Materialpreisabsicherungsgeschäften zu leistenden Ausgleichszahlungen erhöhten den Materialaufwand in 2009 um zusätzliche 9,6 Mio. Euro. Aufgrund des gestiegenen Nickelpreises und der daraus resultierenden Entwicklung des Zeitwerts der rohwarenbezogenen Derivate wurden die in 2008 gebildeten Rückstellungen größtenteils verbraucht bzw. aufgelöst. Dementsprechend erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Erträge in 2009 um weitere 13,2 Mio. Euro. Der Saldo aus der Herabsetzung der Rückstellungen und den geleisteten Ausgleichszahlungen ergab im Gesamtjahr in Summe einen positiven Ergebniseffekt vor Ertragsteuern in Höhe von 3,6 Mio. Euro (Q1 -3,9 Mio. Euro, Q2 +5,8 Mio. Euro, Q3 +1,6 Mio. Euro). Im vierten Quartal 2009 ergab sich in Summe kein wesentlicher Ergebniseffekt aus der Materialpreisabsicherung (+0,2 Mio. Euro).

EBIT geht um 11,5% zurück

Im Laufe des Jahres führten der wieder anziehende Umsatz zusammen mit den sukzessive greifenden Kostensenkungsmaßnahmen und der verstärkten Entlastung beim Materialaufwand dazu, dass sich das operative Ergebnis sukzessive verbesserte. Zudem wirkte die, aufgrund der Nickelpreisentwicklung erfolgte, bereits beschriebene Auflösung von Rückstellungen für die Absicherung der Legierungszuschläge Ergebnis steigernd. In Summe ging das EBIT - gegenüber dem von der bereits beschriebenen Bildung von Rückstellungen für rohwarenbezogene Absicherungsgeschäfte in Höhe von 15,9 Mio. Euro belasteten Vorjahr - um 8,2 Mio. Euro auf 63,3 (71,5) Mio. Euro zurück. Die EBIT-Marge erreichte 2009 wie im Vorjahr 10,9%.

Das Finanzergebnis profitierte vom Abbau der Nettoverschuldung und Wechselkursdifferenzen und fiel mit minus 13,9 (-15,8) Mio. Euro besser aus als im Vorjahr. Somit ergab sich in der ElringKlinger-Gruppe für 2009 ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 49,4 (60,0) Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem - im Vergleich zur Umsatzentwicklung etwas stärkeren - Rückgang von 17,7 %.

Die Ertragsteuerquote fiel mit 29,5% (28,1%) etwas höher aus. Das Periodenergebnis erreichte damit 34,8 (43,2) Mio. Euro und lag um 19,4% unter dem Vorjahresvergleichswert. Durch die erfolgten Anteilszukäufe der ElringKlinger AG verringerten sich die Gewinnanteile, die den Minderheiten zuzurechnen sind, auf 1,6 (3,3) Mio. Euro. Das Periodenergebnis nach Anteilen Dritter (= Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG) sank in 2009 um 16,6% auf 33,2 (39,8) Mio. Euro. Damit ergab sich für 2009 ein Ergebnis je Aktie von 0,58 (0,69) Euro.

Mit einem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 148,8 (98,2) Mio. Euro übertraf die ElringKlinger-Gruppe den Vorjahreswert um 51,5 % und stellte auch in der Krise seine Finanzstärke unter Beweis.

Dividende soll steigen

Der Bilanzgewinn der ElringKlinger AG lag nach Einstellung von 9,6 (2,3) Mio. Euro in die Gewinnrücklagen bei 11,5 (8,6) Mio. Euro. Der Vorstand wird der Hauptversammlung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2009 eine im Vorjahresvergleich erhöhte Ausschüttung von 0,20 (0,15) Euro je Aktie vorschlagen.

Auftragseingänge legen das vierte Quartal in Folge zu

Bei den Auftragseingängen war nach den massiven Einbrüchen im vierten Quartal 2008 und daran anschließend im ersten Quartal 2009 im weiteren Jahresverlauf eine deutliche Erholung spürbar. So erreichten die Auftragseingänge der ElringKlinger-Gruppe im vierten Quartal 2009 den höchsten jemals in einem vierten Quartal verzeichneten Wert von 172,8 (106,1) Mio. Euro. Im Gesamtjahr 2009 nahmen die Auftragseingänge des Konzerns basisbedingt noch um 1,4% auf 612,9 (621,3) Mio. Euro ab.

Erfolgreicher Einstieg in die Batterietechnologie

Beim Verbrennungsmotor profitiert ElringKlinger mit seinem bisherigen Produktportfolio zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung vom Trend zu sparsameren aufgeladenen Motoren. Für Hybridfahrzeuge, die sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über ein Elektro-Antriebsaggregat verfügen sowie für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge können zukünftig neu entwickelte Komponenten für Lithium-Ionen-Akkus angeboten werden. Mit der Schaffung einer eigenen Sparte Batterietechnologie hat ElringKlinger in 2009 der steigenden Bedeutung der neuen Produktgruppe organisatorisch Rechnung getragen. Mittlerweile hat das Unternehmen die Entwicklung einer neuartigen Lösung zur Verbindung von Lithium-Ionen-Zellen und -modulen bis zur Serienreife vorangetrieben. Neben Zellverbindungsmodulen hat ElringKlinger auch Kunststoffkomponenten zur Zellhalterung und Abdeckung entwickelt. Die leistungsfähige Verbindungslösung für Lithium-Ionen-Hochenergiespeicher wird in Hybridfahrzeugen oder in rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen zum Einsatz kommen. ElringKlinger konnte sich mit seiner Technologie gegenüber mehreren Wettbewerbskonzepten durchsetzen und hat bereits einen ersten Auftrag zur Lieferung dieser Komponenten erhalten. Das Umsatzpotenzial daraus wird 2011 im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. ElringKlinger rechnet sich mit seiner technologischen Lösung auch bei weiteren Projekten gute Chancen aus.

Ausblick auf 2010

Die Visibilität der Absatzplanung hat sich im Jahresverlauf 2009 wieder verbessert. Dennoch befinden sich die Fahrzeugmärkte weiterhin in einer nicht leicht prognostizierbaren Situation. ElringKlinger erwartet eine starke Nachfrageverschiebung von den weitgehend stagnierenden Triademärkten in Richtung der asiatischen Schwellenländer und stellt sich derzeit mit dem Bau von zwei neuen Werken in China entsprechend auf. Für 2010 geht die ElringKlinger-Gruppe insgesamt von einem organischen Anstieg der Umsatzerlöse um 7 bis 10% aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich überproportional entwickeln und um 12 bis 15% steigen. Das Wachstum wird dabei zum überwiegenden Teil von den Tochtergesellschaften erbracht.

Veröffentlichungsdatum: 30.03.2010 - 08:03
Redakteur: rpu
© 1998-2024 by GSC Research GmbH Impressum Datenschutz