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HV-Bericht Carthago Capital AG - Innovative Investments sind gefragt
Am 27. August 2009 fand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Carthago Capital AG im Swissotel Bremen statt. Knapp 40 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Mario-David Balda von GSC Research, waren hierzu erschienen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jörg-Christian Rehling eröffnete die Veranstaltung kurz nach 16 Uhr. Nach der zügigen Abarbeitung der üblichen Formalien übergab er dann das Wort an das Vorstandsmitglied Sam Winkel.


Bericht des Vorstands

Rückblickend führte Herr Winkel durch eine „sehr facettenreiche“ Zeit bei der Carthago Capital AG. Das Unternehmen feiert in 2009 sein zehnjähriges Bestehen als antizyklisches und innovatives Investmenthaus mit der Strategie einer wertorientierten und branchenübergreifenden Anlagepolitik.

Unter den Highlights dieser Zeit waren nach Aussage des Vorstands die mehrfache Verbreiterung des Geschäftsmodells, beispielsweise durch Mantelwerte und die Gründung der ersten SE mit Sitz in Deutschland. In 2007 erhielt Carthago den Status eines offiziellen Listingpartners der Deutschen Börse AG, mit der auch die Norddeutsche Kapitalmarktkonferenz NKK initiiert wurde.

Auf die Subprime-Krise reagierte das Unternehmen frühzeitig, wobei die Barmittelbestände signifikant erhöht wurden. Marktineffizienzen konnten durch hohe Liquiditätsbestände nutzbar gemacht werden, und dies resultierte in einem deutlich positiven Jahresergebnis in 2007.

Das Berichtsjahr 2008 war zu Beginn geprägt von einem äußerst fragilen Marktumfeld, im zweiten Halbjahr wirkten sich dann die Marktverwerfungen zunehmend auf die Realwirtschaft aus. Die weltweit größten Indizes verloren in 2008 zwischen 35 und 50 Prozent ihres Werts. Auch bei Carthago zeigte sich der Investmentbereich nicht unbelastet. Die Nachfrage nach Börsenmänteln ging laut Herrn Winkel stark zurück, da die Neuemissionstätigkeit weltweit zum Erliegen kam.

Die ehemaligen Insolvenzwerte Porta Systems AG, Questos AG und HELIO Biotech AG wurden planmäßig weiterentwickelt. Im Zuge der Marktverwerfungen wurden auch Maßnahmen zur nachhaltigen Kostenoptimierung ergriffen. So wurden zum Ende des ersten Halbjahres sämtliche Bankverbindlichkeiten abgelöst und der Fokus auf das Kerngeschäft gelegt.

Wie Herr Winkel weiter ausführte, wies die Carthago-Aktie zwar ein deutlich geringeres Minus auf als die Vergleichsindizes, dennoch könne die Kursentwicklung keinesfalls als zufriedenstellend angesehen werden. Die Aktienzahl sank auf 2.709.000 Stück, da die rückgekauften Aktien eingezogen wurden.

Im Einzelabschluss der Carthago Capital AG wurde ein Jahresüberschuss von 12.615 Euro erzielt, die Carthago Value Invest SE hingegen wies mit minus 4,24 Mio. Euro einen deutlichen Jahresverlust aus, bedingt durch das negative Ergebnis aus den Handelsaktivitäten.

In seinem Ausblick stellte der Vorstand als Maßnahmen zur nachhaltigen Strategie- und Strukturoptimierungen die Verschmelzung der Carthago Capital Consulting AG in die Carthago-Gruppe vor, ebenso die Öffnung der Carthago Value Invest SE für Carthago-Aktionäre im Rahmen einer Privatplatzierung, die im Dezember 2008 startete. Eine Börsennotierung der Carthago Value Invest SE soll an der Börse Frankfurt spätestens im nächsten Jahr erfolgen.

Für 2009 konnte trotz leichter Erholungstendenzen kein Ende der Krise festgestellt werden. Dauer, Intensität und Auswirkungen der Finanzkrise können laut Herrn Winkel weiterhin nicht abgeschätzt werden. Die Carthago-Gruppe will dabei aber ihre Einzigartigkeit mit der flexiblen und kontinuierlichen Entwicklung von Investmentinnovationen fortsetzen. Mit den getroffenen Vorkehrungen sehe sich das Unternehmen bestmöglich für die Erschließung neuen Zukunftspotenzials gerüstet, bekräftigte Herr Winkel zum Ende seiner Ausführungen.


Allgemeine Aussprache

Die Diskussion eröffnete Aktionär Wilhelm Nottbohm, der zunächst den späten Hauptversammlungstermin kritisierte. Zum neuen Investmentfokus erbat er dann Details, ebenso zur Kostenreduktion durch den Wegfall des Designated Sponsors. Weitere Fragen betrafen Änderungen im Anlagevermögen, den inneren Wert der Aktie und die erneute Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien.

Danach erkundigte sich Aktionär Huger nach den Auswirkungen des Bilanzverlusts der Carthago Value Invest SE, und Herr Schröder interessierte sich für den Erlös aus dem Verkauf von Carthago Value Invest-Anteilen im Dezember 2008.


Antworten

Den späten Hauptversammlungstermin begründete die Verwaltung mit dem Umstand, dass einige Gesellschaften zu verwalten sind und dass die Carthago Capital AG dementsprechend nach diesen ihre Hauptversammlung abhält. Es gebe aber Bestrebungen, den Termin etwas nach vorne zu verlegen. Der neue Investmentfokus liegt den weiteren Angaben zufolge auf Hybridanleihen, Genussscheinen, Fonds und Zertifikaten aus dem Rohstoffbereich.

Der Designated Sponsor hat sich laut Verwaltung „von selbst von der Bildfläche verabschiedet“, die Einsparungen wurden mit rund 20 TEUR beziffert. Es wurde eine Umbuchung im Anlagevermögen vorgenommen, da die Carthago Value Invest SE nach der Öffnungen nun als Beteiligung geführt wird.

Die erneute Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde als reiner Vorratsbeschluss aus Flexibilitätsgründen bezeichnet, der aktuelle Kurs entspreche in etwa dem fairen Wert, ein Net Asset Value (NAV) werde nicht veröffentlicht, da die Bewertung bei Börsenmänteln sehr schwierig sei. Eine Auswirkung des Bilanzverlusts der Carthago Value Invest SE auf die AG wurde verneint. Der Verkaufspreis der Carthago Value Invest lag bei 2,15 Euro je Anteil, und zu diesem Preis können auch weiterhin Anteile übernommen werden. Im Dezember 2008 wurden 1,12 Millionen Stück abgegeben.


Abstimmungen

Nach Beendigung der Aussprache wurde die Präsenz vom Versammlungsleiter mit 206.976 Aktien oder 7,64 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden einstimmig oder bei vereinzelten Gegenstimmen im Promillebereich verabschiedet, Enthaltungen waren keine zu verzeichnen.

Im Einzelnen beschlossen wurden der Vortrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung (TOP 1), die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 4), die Wahl der Witten-Treuhand GmbH & Co. KG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009 (TOP 5), die Wahl der Herren Hagen Kohlmann, Marco Gadmann und Jörg-Christian Rehling in den Aufsichtsrat (TOP 6), verschiedene Satzungsänderungen (TOP 7) und die Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals (TOP 8).

Herr Rehling beendete die Hauptversammlung um 17:35 Uhr.


Fazit

Bei der Carthago Capital AG war ausgerechnet das zehnte Jahr ein nicht sonderlich spektakuläres. Die Finanzkrise lähmte die Börsen, und dementsprechend waren für die Gesellschaft relevante Themen wie Neuemissionen oder Börsenmäntel nicht vorhanden. Somit standen strukturelle Entscheidungen im Vordergrund, und hier hat sich die Gruppe, wie berichtet, neu aufgestellt.

Auch im laufenden Geschäftsjahr ist noch keine Trendänderung zu erwarten, das Umfeld bleibt auch für ein antizyklisch investierendes Unternehmen wie die Carthago Capital AG denkbar schlecht. Gespannt darf man allerdings sein, wie sich neue Geschäftsmodelle bei Beteiligungsunternehmen, so beispielsweise die Umfirmierung der HELIO Biotech AG in Aureum Realwert AG, auswirken werden (siehe hierzu auch den HV-Bericht 2009 von GSC Research).


Kontaktadresse

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Fax: +49 (0) 421 / 59614 - 92


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Veröffentlichungsdatum: 28.08.2009 - 21:47
Redakteur: mba
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