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HV-Bericht Carthago Capital AG - In schwierigen Zeiten außerordentlich gut behauptet
Am 29. August 2008 fand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Carthago Capital AG im Park Hotel Bremen statt. Rund 30 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Mario-David Balda von GSC Research, hatten sich hierzu eingefunden, um sich über die Zukunftsaussichten der Gesellschaft zu informieren.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jörg-Christian Rehling eröffnete die Hauptversammlung kurz nach 15 Uhr. Nach dem zügigen Abarbeiten der üblichen Formalien erteilte er dann dem Vorstandsmitglied Sam Winkel das Wort.


Bericht des Vorstands

Nach der Begrüßung der Teilnehmer berichtete Herr Winkel über eines der herausforderndsten Geschäftsjahre der Carthago-Gruppe. Hierfür waren vor allem die negativen Marktentwicklungen im Zuge der Subprime-Krise verantwortlich, die sich von den USA aus über den ganzen Globus ausweitete und in weltweiten Börsencrashs mündete. Für die Carthago-Gruppe hat das Jahr 2007 die Erkenntnis gebracht, dass sich deren Aufstellung und Ausrichtung als richtig erwiesen hat. Portfolioseitig befand sich das Unternehmen in der Rolle des Marktbeobachters, da der Weg des Aktienrückkaufs gewählt wurde.

Im Investment-Bereich hat die Carthago Value Invest SE ihren Fokus weiterhin auf Aktien mit Nachbesserungspotenzial wie die Cycos AG oder die Wella AG gelegt. In diesem Bereich nannte der Vorstand Bank Austria, SCHWARZ PHARMA und Allianz Lebensversicherung als die drei größten Positionen. Weitere Investments in 2007/2008 waren Mantelwerte, Pre-IPO-Investments und Insolvenzwerte. Bei der Porta Systems AG ist das Insolvenzverfahren mittlerweile aufgehoben, für Herbst 2008 ist eine Rekapitalisierung und Neuausrichtung vorgesehen. Dasselbe gilt für die Questos AG.

Im Bereich Corporate Finance konnte die Carthago Capital Consulting AG nach Aussage von Herrn Winkel in den Kreis der Listing Partner der Deutschen Börse AG aufgenommen werden. In Zusammenarbeit mit dem neuen Partner Deutsche Börse AG wurde dann die Norddeutsche Kapitalmarktkonferenz (NKK) initiiert. Carthago Capital Consulting vollzog in 2007 sechs Börseneinführungen und vier Manteltransaktionen, wobei dies in einem Markt mit rückläufiger Zahl gelisteter Unternehmen in den geregelten Börsensegmenten gelang, vor allem im General Standard.

Die Carthago-Aktie litt in 2007 weit weniger stark unter der Nebenwerte-Baisse als die Indizes, musste aber ebenfalls Rückschläge hinnehmen. Da Optionsscheininhaber 78.731 Scheine ausübten, erhöhte sich das Grundkapital von 2,0 auf 2,987 Mio. Euro. Anfang Januar 2008 wurde ein Aktienrückkaufprogramm gestartet, am 14.8.2008 wurde dann beschlossen, die rückgekauften Aktien einzuziehen, wodurch sich das Grundkapital wieder auf 2,709 Mio. Euro reduzierte.

Das Eigenkapital der Gesellschaft stieg den weiteren Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent auf 6,24 Mio. Euro. Die SE erzielte einen Jahresüberschuss von 2,15 Mio. Euro und verzeichnete eine Umsatzsteigerung im Handel mit Wertpapieren um über 20 Prozent. Im Carthago-Konzern betrug der Umsatz 20,05 Mio. Euro, der Jahresüberschuss lag bei 2,18 Mio. Euro, was ein Ergebnis je Aktie von 0,73 Euro bedeutete.

In seinem Ausblick auf 2008 sah Vorstand Winkel kein Ende der Finanzkrise in Sicht. Im ersten Halbjahr gelang der Carthago AG im desaströsen Marktumfeld ein ausgeglichenes Ergebnis. In dieser Zeit des Positionierens sah er aber attraktive Einstiegsmöglichkeiten, daher rechnet man bei der Gesellschaft auch in diesem Jahr mit einem positiven Ergebnis.

Das Nachbesserungspotenzial im ersten Halbjahr erhöhte sich um 25 Prozent auf 25 Mio. Euro, im Gesamtjahr 2007 betrug die Steigerung bereits 33 Prozent. Mit einer Eigenkapitalquote von 100 Prozent kann Carthago eine grundsolide Basis für zukünftiges Wachstum vorweisen.

Abschließend wurde von Herrn Winkel darauf hingewiesen, dass der Investmentbereich, also die Carthago Value Invest SE, abgetrennt werden soll. Die Maßnahmen sind aber noch nicht spruchreif entschieden, daher konnte er noch keine Details berichten. Allerdings werden die Carthago-Aktionäre durch Bezugsrechte auch zukünftig voll an der Entwicklung der Gruppe partizipieren.


Allgemeine Aussprache

Die Diskussion eröffnete der Aktionär Huger, der die erneute Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien nach dem Einzug der bisher erworbenen im August erklärt bekommen wollte. Des Weiteren fragte er nach Informationen zu den Kapitalmaßnahmen bei den Beteiligungen Questos und Porta Systems und nach den Aussichten bei H5B5 und Sunburst sowie dem aktuellen Buchwert der Carthago Capital-Aktie.

Der Rückkauf eigener Aktien erfolgte laut Vorstand im Zuge der Verwerfung an den Kapitalmärkten, weshalb der entsprechende Vorratsbeschluss erstmals ausgenutzt wurde. Die eigenen Aktien wurden nach Rendite- und Risikokriterien als bestes Investment angesehen, bekräftigte Herr Winkel. Zudem konnten so „unsichere Hände aus dem Aktionariat genommen werden“. Die Kapitalerhöhungen bei Questos und Porta Systems werden entweder im Herbst oder zum Jahresende 2008 durchgeführt werden. Bei H5B5 und Sunburst handle es sich derzeit um festgefahrene Situationen, bei denen auch mehrere Mitaktionäre mitbestimmen.

Hinsichtlich des Buchwerts verwies Herr Winkel auf den durchschnittlichen Kaufkurs von 4,92 Euro beim Aktienrückkauf als Indikator. Auch das KGV von lediglich 4 sei kein schlechtes Indiz.

Der Aktionär Eberhard Knebel zeigte sich verwundert, dass im ersten Halbjahr 2008 nur ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt wurde. Mehr Details wünschte er sich zur Positionierung der SE nach der Abspaltung. Die SE beschränkt sich nach Aussage von Herrn Winkel auf den europäischen Wirtschaftsraum, die genaue Ausrichtung werde derzeit eruiert, man befinde sich quasi in der Konstruktionsphase.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache wurde die Präsenz vom Versammlungsleiter mit 606.971 Aktien oder 22,41 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden einstimmig oder bei Gegenstimmen im Promillebereich verabschiedet, Enthaltungen waren keine zu verzeichnen.

Im Einzelnen abgestimmt wurde über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 0,08 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 5) sowie über die Wahl der Witten-Treuhand GmbH & Co. KG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2008 (TOP 6).

Der Aufsichtsratsvorsitzende schloss die Hauptversammlung um 16:15 Uhr.


Fazit

Zwar gelang der Carthago Capital AG das im Vorjahr an dieser Stelle avisierte vierte aufeinanderfolgende Rekordjahr lediglich beim Umsatz, aber nicht beim Ergebnis, dennoch muss dem Unternehmen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007 attestiert werden. Denn das Markt- und Börsenumfeld war denkbar schlecht, wobei sich die Carthago-Aktie aber weit fester als die gebeutelten Nebenwerte(indizes) präsentieren konnte. Hier hat sich die defensive und risikoarme Strategie mit einem erhöhten Cashanteil voll und ganz bezahlt macht.

Auch 2008 ist bei weitem kein einfaches Jahr, so dass das ausgeglichene Ergebnis im ersten Halbjahr bereits als Erfolg angesehen werden muss. Andererseits spricht das erneut erhöhte Nachbesserungspotenzial natürlich für eine gewisse Marktunabhängigkeit des Papiers. Außergewöhnliche Erträge sind jederzeit möglich und könnten dann auch dem Aktienkurs wieder etwas mehr Schwung verleihen.


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Internet: http://www.carthago.de

Veröffentlichungsdatum: 31.08.2008 - 22:25
Redakteur: mba
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