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HV-Bericht Bob Mobile AG - Gewinn soll Millionengrenze überschreiten

Am 14. August 2008 fand in Düsseldorf die dritte ordentliche Hauptversammlung der Bob Mobile AG statt. Rund 15 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner für GSC Research, hatten sich im Malkasten eingefunden, um sich nach dem Erreichen der Gewinnzone über die weiteren Zukunftsaussichten der Gesellschaft zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Munte eröffnete die Hauptversammlung, und alle Organmitglieder stellten sich den Anwesenden vor. Des Weiteren verwies Herr Munte auf den eingegangenen Gegenantrag zu TOP 9. Nach dem Verlesen der üblichen Formalien übergab er dann das Wort an den Alleinvorstand Remco Westermann.


Bericht des Vorstands

Nach Aussage von Herrn Westermann hat sich Bob Mobile, „The Mobile Media Company“, zwischen Endverbraucher, Medien und mobilen Diensten positioniert. Mit dem Geschäftsmodell zielt die Gesellschaft direkt auf den Endverbraucher ab. Zukünftig will Bob Mobile führender Anbieter von mobilen Diensten und Produkten werden. Dies soll über ein führendes und innovatives Portfolio mobiler Produkte und Applikationen, eine starke Medienposition zur Kundenakquisition, führende mobile Web-Portale und -Shops sowie über B2B-Verkaufskooperationen und Lizenzvertrieb erreicht werden.

Durch fachliches Know-how im Kundenbeziehungs-Management, gepaart mit einem loyalen Kundenstamm, ergibt sich die Basis für mobile Werbeanzeigen. Zusammen mit der sehr hohen technischen Kompetenz, nachdem man bei der Gesellschaft diesen Bereich jetzt auch inhouse bearbeitet, soll Bob Mobile ein Marketing- und Medienspezialist werden. Dabei sollen die Chancen des schnell wachsenden Markts genutzt werden, denn je nach Land wächst dieser jährlich zwischen 20 und 40 Prozent, so Herr Westermann.

Nach der Gründung der Gesellschaft im Januar 2005 erfolgte sofort der Marktstart in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Im November 2005 kam es bereits zum Listing im Open Market der Frankfurter Börse. Zur Förderung des weiteren Wachstums wurden in 2006 sämtliche Anteile der Bob Mobile Hellas übernommen. Im Januar 2007 kam es zum Verkauf der verbliebenen Call4Cash-Aktivitäten. Deutliches Wachstum verzeichnete die Gesellschaft jedoch mit Bob Mobile und pinksim!. Seit Sommer 2007 erfolgte der Aufbau der eigenen Technikplattform, berichtete der Vorstand. Nach gerade einmal drei Jahren ist die Gesellschaft profitabel und weist eine gute Finanzposition auf.

Derzeit verfügt das Unternehmen den weiteren Angaben zufolge über mehr als 300.000 Abonnements an Endverbraucher und ist dabei in Deutschland die Nummer 2 und in Griechenland sogar die Nummer 1. Des Weiteren promotet Bob Mobile über 1.000 Stunden TV im Monat bei über 10.000 Spots. Wie Herr Westermann weiter ausführte, bestehen aktuell langfristige Beziehungen zu mehr als 15 TV-Sendern.

Zu den wichtigsten Ereignissen in 2007 zählte der Vorstand die Beendigung der Aktivitäten bei Call4Cash, nachdem dieser Bereich dem Unternehmen Verluste bescherte. Dagegen verzeichneten die Bereiche Fun Dienste mit Bob Mobile und Sexy Dienste mit pinksim! deutliches Wachstum. Unter regionalen Gesichtspunkten will sich die Gesellschaft auf die Kernmärkte Deutschland, Griechenland, Niederlande, Schweiz und Österreich konzentrieren. In anderen Ländern agiert man dann eher über Lizenzverkäufe, erklärte Herr Westermann.

Für den weiteren Erfolg ist eine permanente Ausweitung und Verbesserung des Produktportfolios unumgänglich. Zudem benötigt die Gesellschaft auch ein breites Portfolio für Web und WAP, da viele Produkte nicht für die TV-Werbung geeignet sind. Nach Ansicht des Vorstands gewährleisten eigene Produkte und Konzepte einen Wettbewerbsvorteil. Als Beispiele für erfolgreiche Produkte im vergangenen Jahr nannte er den Liebestest, den Lügendetektor, Handyluder und Popoclub. Wichtig sei auch, dass über 40 Prozent der Umsätze mit eigenen Produkten generiert werden, da diese Produkte eine bessere Marge bieten.

Das abgelaufene Jahr brachte ebenfalls eine Ausweitung der Medien bei bestehenden Medienpartnern und eine Ausweitung des Geschäfts auf mehr TV-Sender. Neben dem Aufbau und der Ausweitung von pinksim! begann auch der strukturelle Aufbau des direkten Internetvertriebs. Laut Herrn Westermann erfolgt auch eine fortlaufende Effizienzmessung.

Im Bereich Technik wurde der Wandel vom kompletten Outsourcing zur inhouse-Technik vollzogen. Dabei gelangen der Kauf und Aufbau sowie die Weiterentwicklung der eigenen Technikplattform TOM, so Herr Westermann. Die Umschaltung auf die eigene Technologie erfolgte im vierten Quartal 2007 sowie im ersten Quartal 2008 und wurde vom Aufbau eines eigenen Technikteams begleitet. Durch den Abbau des Call4Cash-Teams kam es zu einer leichten Personalreduzierung.

Der April 2007 war geprägt durch die Kapitalerhöhung über 121.242 Aktien, die der Gesellschaft weitere Mittel bescherte. Zum 1. Mai 2007 schied dann das weitere Vorstandsmitglied Torsten Narayan aus seinem Amt aus. Wie Herr Westermann berichtete, konnten mit ARBOmedia, eteleon e-solutions und net mobile neue Kooperationspartner gewonnen werden. Im Zuge der letzten Hauptversammlung kam es zu Aktionärsklagen, die jedoch noch nicht beendet sind.

Im vergangenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Umsatz laut Herrn Westermann um 35 Prozent auf 10,7 Mio. Euro, ohne den aufgegebenen Call4Cash-Bereich belief sich das Wachstum sogar auf 81 Prozent. Nach einem Verlust von 0,9 Mio. Euro in 2006 erreichte Bob Mobile im abgelaufenen Jahr planmäßig die Gewinnzone und konnte ein Ergebnis von 0,78 Mio. Euro ausweisen, was ein Ergebnis je Aktie von 0,59 Euro bedeutete.

Das Segment Fun Dienste wies ein Wachstum von 90 Prozent auf 9,4 Mio. Euro auf, und auch der Erotik-Bereich legte um 108 Prozent auf 0,9 Mio. Euro zu. Durch die Aufgabe sank der Umsatz im Bereich Call4Cash von 2,5 auf 0,5 Mio. Euro, berichtete Herr Westermann. In den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 6,8 Mio. Euro, während die Umsätze in den Benelux-Staaten mit 0,7 Mio. Euro stagnierten. Dagegen explodierte der Umsatz in Griechenland um 318 Prozent auf 3,2 Mio. Euro, informierte der Vorstand.

Der Umsatzzuwachs auf 10,79 Mio. Euro im Konzern war nach Angabe von Herrn Westermann durch das starke Wachstum in Deutschland und Griechenland bedingt. Durch den Stellenabbau bei Call4Cash verringerte sich der Personalaufwand im abgelaufenen Jahr leicht auf 1,3 Mio. Euro. Bei fast unveränderten sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 8,6 Mio. Euro erzielte Bob Mobile in 2007 einen Jahresüberschuss von 0,874 Mio. Euro. Das nachhaltige Erreichen der Gewinnzone war, wie der Vorstand betonte, um so bemerkenswerter, als auch noch Belastungen durch die Beendigung von Call4Cash und den Technikwechsel anfielen.

Der Anstieg des Eigenkapitals auf 2,08 Mio. Euro basierte auf dem Jahresüberschuss und der durchgeführten Kapitalerhöhung. Beim Umlaufvermögen verzeichnete die Gesellschaft aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens einen deutlichen Anstieg. Laut Herrn Westermann soll der vorhandene Kassenbestand von 0,33 Mio. Euro in das weitere Wachstum investiert werden. Nach wie vor ist das Unternehmen vollständig durch Eigenkapital finanziert und weist keine Darlehen auf. Zudem verfügt Bob Mobile über ausreichend Kapital zur Finanzierung des weiteren Wachstums.

Innerhalb des AG-Abschlusses ergab sich durch vermehrte Dienstleistungen und Lizenzen ein Umsatzwachstum auf 3,1 Mio. Euro. Der Personalaufwand blieb annähernd unverändert, während sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Zuge des ausgeweiteten Geschäfts deutlich erhöhten. Laut Herrn Westermann stellte sich der Jahresüberschuss auf 0,902 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,8 Mio. Euro ausgewiesen worden war. Das Eigenkapital entwickelte sich äußerst positiv und erreichte ein Niveau von 2,71 Mio. Euro. Des Weiteren erfolgte die Verrechnung der Kapitalrücklage mit den vorhandenen Verlustvorträgen. Dadurch wird die Ausschüttung einer Dividende von 0,04 Euro je Aktie ermöglicht, betonte Herr Westermann. Diese Ausschüttung sei aber eher symbolisch gemeint, der Großteil der Mittel soll im Unternehmen verbleiben und für das weitere Wachstum eingesetzt werden.

Die vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen unter TOP 6 bis 8 stellen derzeit nur einen Vorratsbeschluss dar, sie eröffnen aber die Möglichkeit, bei sich bietenden Gelegenheiten schnell zu reagieren, erklärte der Vorstand. Die vorgeschlagene Möglichkeit zur Ausgabe von Aktienoptionen dient als Motivationsinstrument und als Mittel, Mitarbeiter leichter für das Unternehmen gewinnen zu können. Der Ausübungspreis wurde auf 120 Prozent festgelegt, da auch die Erreichbarkeit gegeben sein müsse, betonte Herr Westermann.

Im laufenden Jahr zeigte Bob Mobile bisher eine planmäßige Entwicklung. Während sich in Deutschland und Griechenland das starke Wachstum fortsetzte, wurde in den Benelux-Staaten nur ein moderates Wachstum realisiert. Für das weitere Wachstum muss die Gesellschaft aber immer wieder neue Produkte bringen wie beispielsweise Spymigo. Des Weiteren startete die Vermarktung von Chart-Klingeltönen in Deutschland. Nach Aussage von Herrn Westermann soll auch weiter in die Internetkompetenz investiert werden.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres stieg der Umsatz von 1,9 auf 2,6 Mio. Euro, und das EBIT verbesserte sich von 0,114 auf 0,130 Mio. Euro. Hier belasteten noch die Aufwendungen für den Technikwechsel, erklärte Herr Westermann. Die Zahlen für das zweite Quartal lagen im Plan und sollen am 22. August 2008 veröffentlicht werden, teilte der Vorstand zum Ende seiner Ausführungen mit.


Allgemeine Diskussion

Herr Jännert bedankte sich zunächst für die Dividendenzahlung, erfragte aber im Auftrag eines Aktionärs, ob es nicht sinnvoller sei, das Geld im Unternehmen zu belassen. Laut Herrn Westermann soll die Dividende ein positives Zeichen an die Aktionäre sein, zudem bietet man so auch die gesetzliche Mindestverzinsung von 4 Prozent je Aktie, um Aktionärsklagen zu verhindern. Der Großteil des Geldes verbleibt aber in der Firma zur Finanzierung des weiteren Wachstums.

Auf die Frage nach den Wettbewerbern erklärte der Vorstand, in jedem Markt gebe es verschiedene Spieler, die zahlenmäßig aber abnehmen. Zu den internationalen Wettbewerbern zählte er Yamba, Bon Giorno und LaNetro Zed. Aufgrund der relativ geringen Marktkapitalisierung erkundigte sich Herr Jännert hinsichtlich der möglichen Gefahr einer Übernahme. Letztendlich entscheiden die Aktionäre, ob eine Gesellschaft übernommen wird, so der Vorstand. Derzeit dürfte Bob Mobile aufgrund der Größe aber noch nicht im Übernahmefokus liegen, für die Zukunft könne die Gefahr einer Übernahme aber nicht ausgeschlossen werden, meinte Herr Westermann.

Des Weiteren erkundigte sich Herr Jännert nach den mittelfristigen Zielen. Zunächst einmal sah Herr Westermann als vorrangiges Ziel das Wachstum in den jetzigen Märkten, da diese noch ausreichend Potenzial bieten. Yamba ist derzeit noch zehnmal größer, und hier wolle man sich annähern. Trotzdem schaut man sich auch neue Märkte in der Nähe an. Darüber hinaus ist ein anorganisches Wachstum denkbar, selbst wenn sich aktuell noch nichts Konkretes in der Pipeline befindet, so der Vorstand.

Weitere Fragen betrafen den Erfolg der Werbespots und die durchschnittliche Verweildauer der Kunden. Die Effizienz der Werbespots bei Viva und MTV verläuft laut Herrn Westermann durchaus in Wellen, allerdings erreicht man so trotzdem am besten die jugendliche Zielgruppe. Wie der Vorstand weiter ausführte, setzt man bei der Gesellschaft auch in anderen Ländern auf die Jugend- oder Musiksender. Die durchschnittliche Verweildauer ist auch vom jeweiligen Land abhängig. Etwa 30 Prozent der Kunden kündigen aber sofort wieder, die restlichen 70 Prozent bleiben im Durchschnitt für etwa sechs bis sieben Monate.

Herr Kuchejda zeigte sich über die hohen Steuerzahlungen verwundert. Diese Anmerkung konnte Herr Westermann nicht ganz nachvollziehen, da die AG lediglich Steuerzahlungen in der Größenordnung von 700 Euro hatte und dies lediglich Zinsabschlagssteuer darstellte. Eine weitere Frage des Aktionärs richtete sich auf die „Halbwertszeit“ der angebotenen Produkte. Sollte die Effizienz nicht erfüllt werden, dann sind die Produkte bereits nach zwei Tagen wieder verschwunden, berichtete Herr Westermann. Gute Produkte können dagegen auch zwei bis drei Monate im Angebot sein.


Abstimmungen

Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1.333.662 Euro waren 562.462 Euro entsprechend 42,17 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle bei 15 Gegenstimmen gefasst. Im Einzelnen abgestimmt wurde über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 0,04 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie über die Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 5).

Weitere Punkte waren die Aufhebung des bestehenden und die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss (TOP 6), die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss nebst Schaffung eines bedingten Kapitals I (TOP 7), die Aufhebung der bestehenden und die erneute Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung unter Ausschluss des Bezugsrechts (TOP 8), die Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen und Schaffung eines bedingten Kapitals II (TOP 9) sowie die Wahl von Herrn E. Pipke zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2008 (TOP 10).

Vor dem Ende der Hauptversammlung erklärte ein Aktionär für die von ihm vertretenen Stimmen Widerspruch zu Protokoll.


Fazit und eigene Meinung

Bei der Bob Mobile AG kann man auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007 zurückblicken. Mit der deutlichen Ausweitung des Umsatzes trotz der Aufgabe des Call4Cash-Geschäfts drehte das Ergebnis nachhaltig in den positiven Bereich. Innerhalb der AG hat Bob Mobile dann gleich die Chance genutzt, die verbliebenen Verlustvorträge mit der Rücklage zu verrechnen, um eine Dividende ausschütten zu können.

Auch der Start ins Jahr 2008 verlief bisher erfreulich, nachdem bei steigenden Umsätzen auch das EBIT weiter ausgebaut werden konnte. Mit immer neuen Produkten hat sich die Gesellschaft mittlerweile gut positioniert und auch die Zusammenarbeit mit den TV-Sendern intensiviert. Für das laufende Jahr erwartet Bob Mobile bei einem Umsatz von 13 Mio. Euro ein Konzernergebnis von 1,3 Mio. Euro, was ein Ergebnis je Aktie von 0,97 Euro bedeuten würde. Damit weist das Papier auf dem aktuellen Kursniveau gerade einmal ein KGV von 5 auf. Sollten die Small Caps wieder stärker in den Anlagefokus rücken, sollte der Kurs von Bob Mobile aufgrund der günstigen Bewertung überproportional hiervon profitieren.


Kontaktadresse

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Malkastenstraße 3
D-40211 Düsseldorf

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Fax: +49 (0) 211 / 179302 - 20

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http://www.bobmobile.ag


Ansprechpartner Investor Relations

Lucy Tiegelkamp
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Veröffentlichungsdatum: 16.08.2008 - 12:32
Redakteur: tre
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