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Herr Heinrich Schipper
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Interview Heinrich Schipper (Prokurist der CCP AG) - Schipper: Wollen mittelfristig Portfolio auf 4 bis 5 Produkte ausbauen
Die in Aschaffenburg beheimatete und seit Februar 2007 im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse gelistete CCP AG vermarktet qualitativ hochwertige Lebensmittel vegetarischer Art und mit Herkunft aus Südafrika zur Weiterverarbeitung. Hauptkunden von CCP sind Industriebetriebe der Lebensmittelbranche mit Schwerpunkt „Feinkost“, Catering-Firmen sowie Zwischenhändler in der EU.

Hauptprodukt von CCP sind die sog. „Cherry Chili Peppers“ oder „Afrikanische Kirschpaprika“. Diese besonders kleine Paprika eignet sich für verschiedenste Anwendungen, bei Endverbrauchern am bekanntesten sind mit Frisch- oder Fetakäse gefüllte Antipasti. Weitere Einsatzfelder liegen im Bereich der Garnierung, für Soßen, in der Wok-Küche usw. Eine Spezialität die ebenfalls aus den Kirschpaprikas hergestellt wird ist ein besonderer Senf, der im hochpreisigen Segment angesiedelt ist. Neu hinzugekommen sind die unter dem Namen „Patty Pans“ vertriebenen gelbliche Minikürbisse, deren Anwendungsspektrum dem der Kirschpaprikas ähnelt, welche aber im Markt noch weitaus weniger bekannt sind.

Für GSC Research sprach Alexander Langhorst mit dem Prokurist der CCP AG Heinrich Schipper über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens sowie die Aussichten für das Geschäftsjahr 2008.

Schipper: Wollen mittelfristig Portfolio auf 4 bis 5 Produkte ausbauen

GSC Research: Können Sie uns bereits erste Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 nennen?

Schipper: Gerne. Lassen Sie mich jedoch voranschicken, dass es sich dabei noch um ungeprüfte Werte handelt. Der Jahresabschluss befindet sich aktuell noch in der Erstellung und kann sich bis zur Vorlage unserer testierten Bilanz möglicherweise auch noch geringfügig verändern.

Unsere Umsatzerlöse konnten wir in 2007 im Vergleich zu 2006 auf 2,952 Mio. Euro mehr als verdoppeln, die Gesamtleistung erreicht einen Wert von 2,988 Mio. Euro. Bei einem Rohertrag von 520 T-Euro ergibt sich ein EBITDA von 130 T-Euro sowie ein EBIT von 128 T-Euro. Infolge unseres mit gut 6 T-Euro positiven Finanzergebnisses liegt das Vorsteuerergebnis (EBT) bei 134,9 T-Euro. Unter Berücksichtigung eines Steueraufwandes von voraussichtlich 51,6 T-Euro wird das Unternehmensergebnis bei ca. 82,3 T-Euro liegen.

GSC Research: Zusammen mit dem Vorjahresgewinnvortrag weisen Sie dann ja einen positiven und ausschüttungsfähigen Bilanzgewinn aus. Gibt es Überlegungen die Aktionäre über eine Dividende am Unternehmenserfolg zu beteiligen?

Schipper: Unser Bilanzgewinn wird sich zusammen mit den Vorjahresgewinnvortrag auf 84,8 T-Euro belaufen. Einer Dividendenzahlung stehen wir positiv gegenüber und planen auch eine solche.

GSC Research: Können Sie schon eine Prognose über die vermutliche Dividendenhöhe geben?

Schipper: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Fragestellung noch mit dem Aufsichtsrat zu diskutieren ist, die Tendenz geht jedoch in Richtung einer Zahlung von 0,15 EUR je Aktie. Wir bekennen uns damit klar zu einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik.

GSC Research: Kommen wir auf das operative Geschäft und Ihr Kernprodukt „Cherry Chili Peppers“ zu sprechen. Wie sieht hier die aktuelle Nachfrage von der Abnehmerseite aus?

Schipper: Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 hat sich der große Erfolg dieses Produktes bei unseren Abnehmern weiter fortgesetzt und wir hatten letztlich deutlich mehr Orders vorliegen, als wir überhaupt Ware ausliefern konnten. Auch für 2008 ist der Verkauf der kompletten Ernte vertraglich abgesichert.

Aus unserer Erfahrung können wir in etwa hochrechnen, welche Erntemengen auf einer bestimmten Anbaufläche erzielbar sind. Neben dem Wetter und sonstigen Einflüssen von Mutter Natur, welche sich in den letzten Jahren als äußerst gering erwiesen haben, spielt aber auch der Umstand eine Rolle, dass unsere Anbauflächen gegenwärtig limitiert sind. Eine Ausweitung der Produktion ist auch nicht einfach von jetzt auf gleich möglich.

GSC Research: Können Sie das unseren Lesern bitte noch etwas detaillierter erklären?

Schipper: Sehr gerne, die Cherry Chili Peppers können einmal jährlich in unserem Anbaugebiet Südafrika geerntet werden, die Haupterntezeit liegt dort zwischen Januar und März eines Jahres, ist also aktuell bereits im Gange. Um die Erntemengen auszuweiten haben wir mit unserem südafrikanischen Partner Carara Agro vereinbart, dass dieser zusätzliche Anbauflächen von Bauern mit den Cherry Chili Peppers bebauen lässt. Dieser Anbau durch Dritte erfolgt natürlich unter einer entsprechenden Anleitung unseres südafrikanischen Partners um sicherzustellen, dass die gewohnte Qualität für unsere Kunden verfügbar ist. Inwieweit diese Strategie erfolgreich sein wird, können wir allerdings erst nach dem Ende der aktuell laufenden Ernte auf diesen Flächen beurteilen.

GSC Research: Mehrere Ernten pro Jahr sind vermutlich aus klimatischen Gründen nicht möglich, oder?

Schipper: Das ist leider zutreffend. Aber ausgehend von diesem Gedanken haben wir auch den Versuch gestartet die Erntezeit zeitlich nach hinten in den April zu verlängern und auf diese Weise eine „2.Ernte“ einholen zu können. Zu diesem Zweck haben wir auf bestimmten Flächen so ausgesät, dass - wenn alles gut läuft - im April noch einmal 50 bis 80 Tonnen abgeerntet werden können. Bei allen Chancen dieser Strategie muss man jedoch klar beachten, dass das Risiko einer Ernte im April in einem sich zu schnell abkühlenden Klima liegt, in dessen Folge sich dann die Früchte nicht mehr vollständig entwickeln und auf diese Weise Ernteeinbußen bis hin zu einem kompletten Ausfall eintreten können.

GSC Research: Gibt es schon erste Erkenntnisse über den Erfolg des Versuchs?

Schipper: Auch hierbei handelt es sich um den ersten Versuch im laufenden Jahr, so dass ich Ihnen aktuell leider noch nicht sagen kann, inwieweit unsere Vorgehensweise von Erfolg gekrönt sein wird. Und auch bei dem von uns erhofften Erfolg für 2008 kann diese Strategie je nach Witterungslage in den Folgejahren auch immer wieder einmal fehlschlagen.

GSC Research: Welche weiteren „Engstellen“ auf dem Weg einer Ausweitung der Cherry Chili Pepper Produktion existieren aus Ihrer Sicht noch?

Schipper: Mit ein Grund für unsere Überlegungen, die Ernte auch teilweise in den April zu verlagern sind die limitierten Verarbeitungskapazitäten vor Ort, die vor allem im Haupterntemonat März faktisch voll ausgelastet sind. Um diesen Punkt zu verbessern plant unser südafrikanischer Partner jedoch entsprechende Investitionen.

GSC Research: Lassen Sie uns auf die über ihren Liefermöglichkeiten liegende Nachfrage zu sprechen kommen. Eigentlich ist es doch die Wunschkonstellation eines Unternehmens mehr Produkte im Markt absetzen zu können als verfügbar sind?

Schipper: Im Vergleich zu einer zu geringen Nachfrage haben Sie natürlich recht, dass ein das Angebot übersteigendes Ordervolumen so gesehen ein „Luxusproblem“ darstellt. Dennoch sollte man es nicht verniedlichen, da wir natürlich ein Interesse haben unsere Kunden auch vollständig bedienen zu können.

GSC Research: Nach welchen Kriterien teilen Sie die verfügbaren Mengen ihren jeweiligen Kunden zu?

Schipper: Vom Ablauf her sieht es so aus, dass die Auslieferung der Ware an unsere Kunden in mehreren Tranchen erfolgt. Per Ende Mai eines jeden Jahres können wir unseren Abnehmern nach Beendigung der Ernte sowie deren Verarbeitung jedoch genau mitteilen in welchem Umfang ihre Betestellung erfüllt wird. Auf diese Weise geben wir Ihnen die nötige Planungssicherheit und auch noch genügend Zeit auf eine mögliche Verknappung reagieren zu können. Konkret sieht es meist so aus, dass unsere Abnehmer neben den Mengen für das laufende Geschäft auch Sonderaktionen mit dem Handel fahren und solche Aktionen dann gegebenenfalls noch abgesagt oder zumindest volumenmäßig eingeschränkt werden können.

Die Zuteilung der Ware erfolgt jeweils an alle Kunden mit der gleichen Quote, d.h. wenn wir nur 90 Prozent der bestellten Mengen liefern können, wird das Bestellkontingent aller um 10 Prozent reduziert. Sofern ein Kunde eine Bestellung jedoch nicht im geplanten Volumen benötigt wird das freie Volumen unter den übrigen Bestellern aufgeteilt.

GSC Research: In der Vergangenheit gab es verschiedene rechtliche Auseinandersetzungen in Südafrika über ein Sortenschutzrecht an der Frucht seitens der Peppadew International gegen ihren Lieferanten Carara Agro. Wie ist hier der aktuelle Status? 

Schipper: Lassen Sie mich hier zunächst einmal klar stellen, daß die von Ihnen erwähnte Auseinandersetzung bezüglich des Sortenschutzrechtes nicht zwischen unserm Lieferanten Carara Agro und der Peppadew International sondern vielmehr von einer in Südafrika ansässigen Vertriebsfirma geführt wurde. Nach unseren Informationen aus Südafrika sind jedoch diese Streitigkeiten inzwischen vom Tisch. Was die Beziehung zwischen Carara Agro und der Peppadew International betrifft so würde ich dieses als sehr freundschaftliches Verhältnis bezeichnen. Hiefür spricht alleine die Tatsache, dass Pepperdew auch im vergangenen Jahr bei der Beschaffung von zusätzlicher Ware behilflich gewesen ist.

GSC Research: Das hört sich ja erfreulich an. Dennoch eine Frage, inwieweit stehen Sie bzw. Carara Agro im direkten Wettbewerb mit Pepperdew?

Schipper: Wir sehen hier keinen direkten Wettbewerb, da CCP für frische Ware steht, Pepperdew hingegen konsequent auf pasteurisierte Ware ohne Konservierungsstoffe im Glas setzt. Die mit den jeweiligen Produkten adressierten Abnehmerzielgruppen überschneiden sich daher nicht nennenswert und somit besteht auch keine Wettbewerbssituation.

GSC Research: Zu ihrem zweiten Produkt, den Minikürbissen „Patty Pans“, wie ist hier die Markteinführung verlaufen?

Schipper: Mit dem Abverkauf im laufenden Jahr 2008 bin ich sehr zufrieden. Nachdem wir in 2007 ja lediglich versuchsweise rund 5 Tonnen an unsere Kunden sozusagen als „Muster“ abgesetzt haben, konnten wir in den ersten Wochen 2008 insgesamt gut 86 Tonnen absetzen. Nicht nur die Absatzmenge ist erfreulich, sondern auch der Umstand, dass wir auf diese Weise unseren Umsatz in dem ansonsten immer sehr umsatzschwachen Monat Januar erfreulich ausgeweitet haben.

GSC Research: Wie beurteilen Sie das weitere Marktpotenzial der Minikürbisse?

Schipper: Eine endgültige Einschätzung hierzu ist aktuell noch etwas schwierig, da in diesem Jahr ja erst die Markteinführung läuft und wir noch abwarten müssen, wie das Produkt dann letztlich auch beim Endverbraucher ankommt. Wir könnten jedoch unsere Produktionsmenge problemlos auf etwa 160 bis 170 Tonnen jährlich ausweiten.

Bei den Minikürbissen handelt es sich ein reines Saisonprodukt dessen Ernte in den Monaten Januar und Februar erfolgt. Die Ware für 2008 ist zwischenzeitlich bereits vollständig an unsere Kunden ausgeliefert worden ist. Angesichts einer insgesamt jedoch überschaubaren Haltbarkeit, welche gekühlt bei 8 Monaten liegt, handelt es sich bei den Patty Pans um einen klassischen Saisonartikel, der auch von unseren Abnehmern als solcher im Markt positioniert werden wird.

GSC Research: Das hört sich vielversprechend an. Halten Sie eine Erweiterung der Angebotspalette über die Cherry Chili Peppers und Patty Pans hinaus für möglich und sinnvoll?

Schipper: Ja. Bereits heute bieten wir unseren Kunden in geringerem Umfang auch weitere Produkte an. Als Beispiel sind hier grüne und rote Jalapenos, ebenfalls füllfertig ausgehöhlt, zu nennen. Mittelfristig strebt CCP eine Angebotspalette von 4 bis 5 Produkten an, um unser Portfolio auszuweiten und die Abhängigkeit des Unternehmenserfolges von einem einzelnen Produkt auf eine breitere Basis zu stellen.

GSC Research: Ist denn eine solche Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in der heutigen Struktur und mit dem ja überschaubaren Team möglich?

Schipper: Eindeutig ja, bei der Vermarktung unserer Produkte konzentrieren wir uns ja bereits heute auf größere Abnehmer und vor allem den Großhandel welchen wir in großen Einheiten, am liebsten Containerweise beliefern. Das Handling von zusätzlichen Containerlieferungen ist mit unserem derzeitigen Personalbestand durchaus möglich.

GSC Research: Zurück zum laufenden Geschäftsjahr. Können Sie aus heutiger Sicht bereits eine Prognose für 2008 abgeben?

Schipper: Angesichts des vielversprechenden Starts im Januar mit dem erfolgreichen Abverkauf der Patty Pans bin ich zuversichtlich, dass wir in 2008 insgesamt ein Geschäftsvolumen von 3,5 Mio. EUR erreichen werden. Dabei wollen wir ein EBITDA von ca. 180.000 € erwirtschaften.

GSC Research: Abschließend möchte ich mit Ihnen noch ein wenig in Zukunft schauen und um eine Einschätzung bitten, wo Sie die CCP AG in vier bis fünf Jahren sehen?

Schipper: Wie bereits dargelegt streben wir eine Ausweitung unserer Angebotspalette auf 4 bis 5 Produkte an um die gesamte Firma auf eine breitere Basis zu stellen.

GSC Research: Herr Schipper, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Veröffentlichungsdatum: 13.02.2008 - 14:43
Redakteur: ala
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