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Interview Dr. Hans-Georg Giering (Finanzvorstand Silicon Sensor International AG) - Dr. Giering: „2008 wird ein Jahr der Investitionen und des Übergangs – ab 2009 wollen wir wieder durchstarten“
Die in Berlin ansässige Silicon Sensor AG ist einer der weltweit führenden Hersteller im Bereich der optischen Präzisions-Sensoren und dabei Spezialist für maßgeschneiderte Anwender-Entwicklungen. Neben der Entwicklung ist das Unternehmen auch in der Produktion optischer High-Quality Sensoren, Sensor Systeme und Sensoranwendungen sowie höchstzuverlässiger Anwendungen in der Mikrosystemtechnik tätig. Die von Silicon Sensor produzierten Sensoren kommen in vielen verschiedenen Bereichen und Branchen zum Einsatz, als beispielhaft ist neben der Luft- und Raumfahrt auch der aktuell deutlich im Ausbau befindliche Automotive-Bereich zu nennen.

Für GSC Research sprach Alexander Langhorst mit dem Silicon Sensor Finanzvorstand Dr. Hans-Georg Giering über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens sowie die Aussichten für das Geschäftsjahr 2008.

Dr. Giering: „2008 wird ein Jahr der Investitionen und des Übergangs – ab 2009 wollen wir wieder durchstarten“

GSC Research: Im vergangenen Jahr haben Sie mit dem Bau ihres neuen Werkes am Standort Berlin begonnen, wie ist hier der aktuelle Stand?

Dr. Giering: Insgesamt befindet sich das Projekt auf einem sehr guten Weg, jedoch hatten wir zu unserem Leidwesen in 2007 mit einigen Verzögerungen zu kämpfen, die aus zusätzlichen Auflagen der Baubehörden resultierten.

GSC Research: Könnten Sie dies bitte noch etwas konkretisieren?

Dr. Giering: Gerne. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um zuvor nicht vorhersehbare Umweltschutzauflagen, unter anderem im Bereich der Löschwasserentsorgung.

GSC Research: Wie sehr hat Sie dies in der Umsetzung ihres Zeitplanes nach hinten geworfen?

Dr. Giering: Leider um einige Monate, die Grundsteinlegung für unser neues Werk hat bereits im März 2007 stattgefunden, die endgültige Baugenehmigung wurde erst Ende 2007 erteilt. Wenngleich wir auch in der Zwischenzeit nicht untätig waren, war die Fertigstellung ursprünglich bereits für Ende 2007 vorgesehen. Durch die eingetretenen Verzögerungen und zusätzlichen Auflagen verschiebt sich diese jedoch nunmehr deutlich in das Jahr 2008. Nach derzeitigem Planungsstand rechnen wir mit der Fertigstellung im August dieses Jahres.

GSC Research: Hat sich die Verzögerung des Neubaus auch negativ auf die laufende Produktion ausgewirkt?

Dr. Giering: Nein, die Fertigung läuft in unseren alten, angemieteten Räumlichkeiten normal weiter, jedoch wird das Unternehmen auf der Kostenseite hierdurch belastet, da wir diese Flächen ja angemietet haben und diese nun länger benötigen als ursprünglich vorgesehen.

GSC Research: Noch mal zurück zur Bürokratie und dem Land Berlin. Haben Sie von diesem für den Neubau denn „zumindest“ Fördermittel erhalten welche Firma und Anteilseigner ein wenig über die Verzögerungen hinwegtrösten können?

Dr. Giering: Wir werden vom Land Berlin eine Förderung in Größenordnung von rund 25 Prozent für unsere Investition erhalten, die Auszahlung der Mittel wird entsprechend des Investitionsfortschritts erfolgen. Nach heutigem Stand rechnen wir mit einer Auszahlung eines Großteils dieser Mittel im Laufe des Jahres 2009.

GSC Research: Zuletzt kursierten im Markt Gerüchte, dass in Folge der zeitlichen Verzögerung auch das ursprüngliche vorgesehene Investitionsbudget deutlich überschritten werden wird. Ist dies zutreffend?

Dr. Giering: Wir werden alles uns mögliche unternehmen, um das Investitionsvorhaben Neues Sensorwerk im Rahmen der Planungen zu halten. Anerkannte Spezialisten unterstützen dabei unsere Arbeit. Sollten uns keine weiteren behördlichen Auflagen dazwischen kommen, sind auch die anspruchsvollen Zeitpläne aus heutiger Sicht zu schaffen.

GSC Research: Vielleicht könnten Sie uns noch etwas zu möglichen weiteren Investitionen sagen, die nicht direkt mit dem Werksneubau zusammenhängen?

Dr. Giering: Unabhängig vom neuen Standort werden wir in zusätzliche und neue Maschinen investieren, das hierfür anfallende Volumen von etwa 4;5 Mio. EUR steht nicht im Zusammenhang mit unserem Neubauvorhaben und wäre auch ohne dieses erforderlich gewesen.

GSC Research: Zurück zum Fertigstellungstermin im August 2008 und der dann stattfindenden Verlagerung der Produktion. Wie viel Zeit muss nach Ihrer Einschätzung für die Migration einkalkuliert werden?

Dr. Giering: Wir haben den Umzug unserer Produktion für die Monate September und Oktober 2008 geplant, bedenken Sie bitte, dass wir mit fast 100 Tonnen an Maschinen und Equipment umziehen werden, die zunächst am alten Standort abgebaut und am neuen Standort wieder installiert werden müssen.

GSC Research: Von großer Bedeutung auf der Umsatz- und auch der Ergebnisseite ist natürlich der erhaltene Nomination Letter für Lieferungen im Bereich Automotive. Wie kommen Sie hier mit der vom Kunden geforderten Zertifizierung ihrer Produktionsprozesse voran?

Dr. Giering: Der Zertifizierungsprozess ist in 2008 planmäßig angelaufen. Es muss jedoch auch klar gesagt werden, dass dies kein Spaziergang werden wird oder gar ein Selbstläufer ist, sondern von uns noch einige zusätzliche Anstrengungen und Investitionen erfordert. Bis zum April werden wir die Einbindung in den Produktionsprozess hergestellt haben und können dann mit der Zertifizierung starten.

Nach derzeitigem Planungsstand rechnen wir mit einem Start der regulären Produktion im September 2008. Erfahrungen aus anderen Zertifizierungsprozessen zeigen jedoch, dass wir in den kommenden Monaten durchaus noch mit zeitlichen Verzögerungen gegenüber unserer Planung rechnen müssen. Da es sich bei der anstehenden Zertifizierung um den ersten des Kunden in unserem Konzern handelt, halte ich es für realistisch, auf mögliche zeitliche Verzögerungen hinzuweisen.

GSC Research: Welche Folgen hätte ein späterer Start der planmäßigen Produktion für die Silicon Sensor AG?

Dr. Giering: Aus meiner Sicht besteht natürlich das Risiko, dass wir eine Verschiebung des Produktionsstarts nach hinten sehen und diese im Ergebnis auch zu einer Verschiebung der realisierbaren Umsätze in das Folgejahr führen könnte. Auch wenn ich mir ein solches Szenario natürlich nicht wünsche, halte ich es nicht für eine Katastrophe, da wir auch dann planmäßig in 2009 „durchstarten“ können und auf unseren alten Wachstumskurs zurückkehren wollen.

GSC Research: Mit welchen Belastungen auf der Ergebnisseite müssen wir für 2008 aus der Werksverlagerung sowie der Zertifizierung rechnen?

Dr. Giering: Konkret ist das natürlich derzeit nicht bezifferbar, aber wir werden bereits im ersten Halbjahr 2008 etwas höhere Personalkosten ausweisen, da wir im Vorgriff auf die Standortverlagerung sowie die Ausweitung der Produktion bereits zusätzliches Personal eingestellt haben und auch weiter einstellen werden. Angesichts des derzeit sehr knappen Angebots am Arbeitsmarkt haben wir uns frühzeitig zu diesem Schritt entschlossen um unser künftiges Wachstum abbilden zu können.

GSC Research: Können Sie schon eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2008 abgeben?

Dr. Giering: Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich dieses zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht tun kann. Für Ende Februar 2008 haben wir die Bekanntgabe unserer vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2007 geplant, zu diesem Zeitpunkt werden wir auch unsere Prognose für das laufende Jahr veröffentlichen.

Etwas unkonkreter gesprochen wird 2008 ein Jahr der Investitionen und des Übergangs – ab 2009 wollen wir wieder durchstarten und erfolgreich an das Wachstum der letzten sieben Jahre anknüpfen.

GSC Research: Herr Dr. Giering, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen bei den anstehenden Projekten in 2008 viel Erfolg.

Veröffentlichungsdatum: 31.01.2008 - 10:22
Redakteur: ala
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