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Robert-Schuman-Straße 17,
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Herr Christian Scherpner
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HV Bericht NORDWEST Handel AG - NORDWEST Handel weiter auf Kurs!
Die seit 1999 an der Börse notierte NORDWEST Handel AG ist aus einem genossenschaftlichen Einkaufsverbund für die Bereiche Stahl, Beschläge/Bauelemente, Werkzeuge und Haustechnik entstanden. Neben dem zentralen Einkauf bietet die NORDWEST Handel AG ihren Partner-Unternehmen eine Vielzahl zentraler Serviceleistungen an, die von den einzelnen, zumeist kleinen und mittelständischen Unternehmen selbst kaum vorgehalten werden können.

Zur diesjährigen Hauptversammlung am 16. Mai 2001 begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens-August Krapp im Congress Centrum von Hannover, etwa 550 Aktionäre, Gäste und Pressevertreter, darunter Alexander Langhorst für GSC Research.

In einer kurzen Ansprache appellierte der Aufsichtsratsvorsitzende an das Auditorium die Einkäufe möglichst über NORDWEST Handel abzuwickeln, umso die Einkaufsmacht zu stärken. Ein weiterer Vorteil für Kunden und Aktionäre sei das unlängst erstmals bei NORDWEST Handel durchgeführte Unternehmensrating. Dies habe eine hohe Akzeptanz bei den Hausbanken gefunden, und sei auch für die Kunden und Partner von NORDWEST empfehlenswert. Nach Erledigung der weiteren Formalien und dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der ehemaligen Genossenschaft erteilte er dem Vorstandsvorsitzenden das Wort.


Vorstandsrede

Der Vorstandssprecher Bernhard Pennartz begrüßte die Erschienen ebenfalls sehr herzlich und wies darauf hin, die Chancen des World Wide Webs nicht zu unterschätzen, trotz des Platzens der Internetbubble an den Finanzmärkten,. Insbesondere im Geschäftsverkehr der Unternehmen werde sich hier ein neuer Vertriebskanal für den Fachgroßhandel entwickeln.

NORDWEST habe bereits in den vergangenen Jahren begonnen, eine umfassende Datenbank aufzubauen. Auf diese Weise könne man den Kunden heute alle Daten der Verbundkataloge in den gängigen Datenformaten (BMEcat und Excel) zur Verfügung stellen. Eine stetig zunehmende Zahl von Kunden nutze diese Daten bereits heute für eigene Angebote im Internet.

Weitere Internetprojekte von NORDWEST Handel seien ein "schlüsselfertiges Internet Shop System", eine Vereinbarung mit dem E-Procurement-Portalanbieter CA-Content, sowie ganz aktuell die Einrichtung eines internen Informationssystems zwischen der NORDWEST Zentrale und den Kunden. Dieses NIS genannte System werde die heute noch papiergebundenen Kommunikationsvorgänge ablösen, und in einem Extranet elektronisch zur Verfügung stellen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sei der Umsatz leicht um 1,6 Prozent auf 2,179 Milliarden Euro gesunken. Grund für diesen Rückgang sei die seit fünf Jahren rückläufige Baukonjunktur, die ihre Auswirkungen auch bei NORDWEST zeige. Die einzelnen Hauptbereiche entwickelten sich unterschiedlich. So konnte der Umsatz im Bereich Stahl um 6 Prozent gesteigert werden, die Umsätze in den Bereichen Beschläge und Bauelemente gingen um 5,4 Prozent und Haustechnik um 4,7 Prozent zurück. Schwerpunkt der Umsatztätigkeit blieb die Zentralregulierung mit 2,047 Milliarden Euro. Dabei erzielte das Streckengeschäft ein Ergebnis von 69 Millionen Euro und das Lagergeschäft 63 Millionen Euro.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank leicht auf 8,7 Millionen Euro im Konzern. Der Jahresüberschuss stieg aufgrund einer verminderten Steuerlast auf 5,3 Millionen Euro (Vorjahr: 5,0 Millionen Euro). Das DVFA/SG Ergebnis je Aktie stieg auf 1,78 Euro (Vorjahr: 1,75 Euro), die Dividende je Aktie betrage weiterhin 1,05 Euro.

Im Zusammenhang mit der Kursentwicklung der NORDWEST Aktie zeigte sich Vorstandssprecher Pennartz enttäuscht. So habe der Kapitalmarkt bisher nicht das solide Zahlenwerk und die ertragsstarke Entwicklung der Gesellschaft zur Kenntnis genommen. Jedoch werde nach dem Platzen der Spekulationsblase am Neuen Markt die ertragsstarke Unternehmensentwicklung von den Anlegern wieder mehr honoriert. Der Aktienkurs konnte sich vom Tief bei etwa 11 Euro auf inzwischen 14,90 Euro erhohlen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2001 erwarte man eine leichte Belebung des Geschäftes und rechne mit einem Umsatzwachstum von etwa 3,8 Prozent in der AG und etwa 4 Prozent im Konzern. In den ersten vier Monaten lag der Umsatz um 2,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau, das Ergebnis vor Steuern lag mit 2,7 Millionen Euro um 300.000 Euro unter dem Vorjahreswert, übertreffe damit aber die eigenen Erwartungen für diesen Zeitraum um etwa 500.000 Euro. Seit April weise man wieder ein Wachstumsplus auf. Durch die Erhöhung der Einkaufs-Konzentration der rund 600 Handelspartner sowie durch die expansive Europapolitik sei ein Ergebnis auf Vorjahresniveau realistisch. Bis spätestens Anfang 2002 werde zudem die Vereinigte Gesellschaft für Haustechnik (VGH) ein bundesweiter Zusammenschluss von 17 Händlern mir einem Außenumsatz von 600 Millionen Euro der NORDWEST beitreten.

Ein weitere wichtiger Aspekt für die zukünftige Entwicklung der NORDWEST Handel AG sei das Handling von Risiken. Neben der Abhängigkeit von der Baukonjunktur seien insbesondere die Debitorenrisiken zu überwachen. Aus diesem Grunde habe man ein EDV gestütztes Debitoren Informationssystem entwickelt, um Verschlechterungen im Zahlungsverhalten und Limitüberschreitungen zu überwachen. Zusätzlich beinhalte dieses System eine Online Anbindung an das Auskunftssystem des Verbandes der Vereine Creditreform e.V..

Um den Debitorenrisiken, die sich aus der Konzentration auf wenige besonders leistungsfähige Handelspartner ergeben, zu begegnen, habe man zum 01. Januar des laufenden Jahres eine spezielle Kreditversicherung für die 20 umsatzstärksten Häuser abgeschlossen und entspreche damit auch den Anforderungen des KonTraG in vollem Maße.

In einem zweiten Redeteil informierte Vertriebsvorstand Helmut Pörsch über aktuelle Entwicklungen und Einschätzungen bei NORDWEST. Wesentliche Schwerpunkte dieses Vortrages bildeten verschiedene Neuerungen bei Serviceangeboten und Dienstleistungen von NORDWEST gegenüber seinen Kunden und Partnern. Ebenso appellierte er in nachdrücklicher Weise gemeinsam zu handeln. Nur auf diese Weise könne man im Markt offensiv voranschreiten und erfolgreich sein.


Allgemeine Aussprache

Frau Cebulla, Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK), stellt sich als Vertreterin all derer Aktionäre vor, die nicht selbst im Bereich Handel aktiv sind, sich trotzdem aber über das vorgelegte Ergebnis und insbesondere die erfreuliche Dividende freuen würden. Trotz der Flaute am Bau sei es der NORDWEST Handel AG gelungen den Gewinn je Aktie um 1,5 Prozent auf 1,78 Euro und den Jahresüberschuss um 6 Prozent zu steigern. Besonders erfreulich sei die vorgeschlagene Dividende in Höhe von 1,05 Euro je Aktie.

Noch nicht optimal sei aus Sicht der Aktionäre natürlich der Aktienkurs, der im abgelaufenen Jahr mit etwa 11 Euro einen neuen Tiefsstand erreicht habe. Der Kursanstieg der letzten Woche sei zwar erfreulich, dennoch wollt die SdK Sprecherin von Vorstand wissen, welche weiteren Maßnahmen geplant seien.

Vorstandssprecher Pennartz erklärte hierzu, dass das durchschnittliche Handelsvolumen in der Aktie in den letzten Monaten deutlich angestiegen sei und um etwa 50 Prozent über den Vergleichswerten des Vorjahres liege. Darüber hinaus habe man eine erste regionale Investorenveranstaltung durchgeführt, die eine gute Resonanz gezeigt habe.

Auf die Frage ob eine Kapitalerhöhung angedacht sei, erklärte er, dass das genehmigte Kapital bis 2004 bestehe, auf dem derzeitigen Kursniveau sei dies jedoch wenig attraktiv für die Gesellschaft.

Im Hinblick auf die Konjunkturvorhersagen in der Baubranche, die zumindest ab 2002 eine Erholung erwarten, wollte Frau Czebulla wissen, wie dies von der Gesellschaft beurteilt wird.

Vorstand Pörsch wies darauf hin, dass die Konjunktur stimmungsabhängig sei, es werde aber eine Belebung ab dem 1. Quartal 2001 erwartet, die sich bei NORDWEST mit einer Umsatzsteigerung von 4 Prozent niedergeschlagen habe. Auf Nachfrage wurde die Entwicklung in den Bereichen "Wellness" und "Sicherheitstechnik" als sehr erfreulich bezeichnet. So sei der Umsatz im Wellness Bereich um 10 Prozent angestiegen.

Zum Pflegebett erklärte er, dass die Einführung in den Markt natürlich nicht so einfach sei wie bei anderen Produkten. Zusammen mit der GGT-Gesellschaft für Gerontotechnik mbH in Iserlohn habe man das Produkt von Pflegekräften und Patienten beurteilen lassen. Die Pflegekräfte hätten zu 84,6 Prozent ein gute Beurteilung abgegeben, die Patienten beurteilten es zu über 95 Prozent mit sehr gut. Man warte derzeit nur noch auf das TÜV und CE Siegel, bevor man mit der Vermarktung beginnen könne.

Die Anzahl der Kooperationen im Ausland wurde auf Nachfrage mit insgesamt 7 in den Niederlanden, Belgien, Italien, Spanien, Schweden, Dänemark und Polen angegeben. Die daran angeschlossenen Verkaufstellen und Händler seien zahlenmäßig jedoch sehr unterschiedlich. In Österreich seien dies 34, in Italien 39, 9 in Belgien, 2 in Polen und beispielsweise jeweils ein Händler in der Slowakei und Dänemark. Weitere Expansion, insbesondere auch in Osteuropa sei derzeit nicht geplant. Nun kommt es nach Worten des Vorstands vielmehr darauf an, die bestehenden Kooperationen zu festigen und zu vertiefen, bevor man den nächsten Schritt tue.

Vor dem Hintergrund der neuen Basler Richtlinien zur Eigenkapitalunterlegung von Krediten in der Bankbranche ab dem Jahr 2004, erkundigte sich die SdK Vertreterin nach dem Stand der Überlegungen und Verhandlungen eine eigene Finanzierungsbank für Kunden zu etablieren.

Vorstandssprecher Pennartz erklärte hierzu, dass man derzeit in Gesprächen mit einer Bank sei, mit konkreten Ergebnissen sei jedoch nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen.

Angesprochen auf die Entwicklung im Lagergeschäft erläuterte Vorstand Pörsch, dass der Umsatz in diesem Bereich im 1. Quartal 2001 um 11 Prozent angestiegen sei. Innerhalb des 1. Quartals entfielen 40 Millionen DM oder 35 Prozent des Umsatzes in diesem Quartal auf eigene Marken.

Die Investitionen in IT Projekte und Ausrüstungen bezifferte Vorstandssprecher Pennartz auf etwa 5 bis 8 Millionen DM in den Jahren 2001 und 2002. Zudem sei ab der zweiten Jahreshälfte 2001 die Entwicklung eines Einkaufsportals für Kunden vorgesehen. Dabei werde NORDWEST Handel die Clearingstellenfunktion der Handelsteilnehmer wahrnehmen.

Im Hinblick auf die Frage nach der Mitarbeiterbeteiligung erläuterte der Vorstandssprecher, dass im Vorfeld des Börsenganges in 1999 ein Kontingent von 11.000 Aktien den Mitarbeitern zum Bezug zur Verfügung stand. Der damalige Wert, des nach dem Stuttgarter Verfahren ermittelten Aktienkurses, betrug 124 DM bei einer Aktie im Nennwert von 50 DM. Damals wurden 10.690 Aktien gezeichnet, insgesamt hätten damals etwa zweidrittel der Mitarbeiter an diesem Programm teilgenommen.

Aktionär Wolf (Vorstandsvorsitzender der am Neuen Markt notierten Mühl AG), stellte sich mit einem Einkaufsvolumen von über 300 Millionen DM als großer Kooperationspartner von NORDWEST Handel vor. Kritisch wies er auf die seiner Meinung nach zu geringe Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft hin, die bei einem Umsatz von 4 Milliarden Euro ein Risiko in Höhe von 600 Millionen in den Büchern stehen habe. Da bedürfe es einer Anhebung des derzeitigen Grundkapitals sowie einer Refinanzierung über den Kapitalmarkt.

Vorstandschef Pennartz wies darauf hin, dass die Eigenkapitalquote von NORDWEST bei ungefähr 25 Prozent liege, bei einem unlängst durchgeführten Unternehmensrating wurde man mit AA- eingestuft. Dabei wurden sowohl Bilanz als auch Management mit AA geratet, die Branche wurde mit BBB eingestuft. Aufgrund der Versicherung gegen Ausfallrisiken bei den Geschäften mit den größeren NORDWEST-Kunden sei das Risiko in Höhe von 60 Prozent des Umsatzes abgesichert. Eine Kapitalerhöhung mache erst dann Sinn, wenn diese für die Gesellschaft eine preiswerte Variante der Refinanzierung darstelle.

Herr Wolf regte ebenfalls an, den Logistik Bereich outzusourcen. Vorstandssprecher Pennartz wies darauf hin, dass Outsourcing schon seit langem bei NORDWEST eine Rolle spiele, so habe man schon vor Jahren den eigenen Fuhrpark abgeschafft. Bei der Erarbeitung des neuen Logistik-Konzeptes werden derartige Überlegungen selbstverständlich mitgeprüft, eine endgültige Entscheidung sei in diesem Bereich jedoch noch nicht getroffen worden.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache gegen 17.50 Uhr wurde die Präsenz mit 1.171.025 Aktien oder 39,46 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit bei einigen tausend Gegenstimmen und Enthaltungen verabschiedet.

Im einzelnen wurde abgestimmt über die Zahlung einer Dividende von 1,05 Euro je Aktie (TOP 2), die Vergütung der Aufsichstratsmitglieder (TOP 3), die Entlastung von Vorstand (TOP 4) und Aufsichtsrat (TOP 5), die Wahl von Herrn Klaus Wehlmann und Frau Barbara Wiedemann-Dangela in den Aufsichtsrat (TOP 6), die Wahl der Rölfs WP Partner AG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2001, sowie eine Satzungsänderung unter TOP 8.


Fazit

Die Gesellschaft konnte trotz widriger konjunktureller Umstände im Bereich des Baugewerbes durch eine Steigerung beim Jahresüberschuss und Ergebnis je Aktie überzeugen. Ein weiterer positiver Aspekt ist die ansprechende Dividende von 1,05 Euro je Aktie, die bei einem aktuellen Kurs von 14,7 Euro einer Rendite von 7,14 Prozent entspricht.

Wenngleich die Baubranche, in der NORDWEST Handel schwerpunktmäßig aktiv ist, nicht unbedingt zu Euphoriegefühlen bei den Anlegern beiträgt, könnten sich mittelfristig positive Impulse für den Kurs aus der angestrebten Indexmitgliedschaft, sowie einer weiterhin soliden Unternehmensentwicklung ergeben.


Kontaktadresse

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Veröffentlichungsdatum: 20.05.2001 - 12:00
Redakteur: ala
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