WKN:
593650
ISIN:
DE0005936504
Straße, Haus-Nr.:
Leonhard-Kern-Weg 40-42,
D-74523 Schwäbisch Hall, Deutschland
Telefon:
+49 (0) 791 / 9468 - 220

Internet: http://www.gub-ag.de

IR Ansprechpartner:
Herr Michael Siefert

GUB-Hausmesse in Schwäbisch Hall - Interessierte Anleger und Investoren konnten sich
Am 11. September 1999 fand in Schwäbisch Hall die dritte GUB-Hausmesse statt, auf der sich interessierte Anleger und Investoren über die GUB-Gruppe, vor allem aber auch über die anwesenden Portfolio-Unternehmen informieren konnten. Nachdem schon bei den vergangenen Veranstaltungen die Zahl der anwesenden Interessenten stetig zunahm, wurde mit über 800 Personen ein absoluter neuer Rekord erreicht.

GSC Research war für Euch auf der Hausmesse und berichtet über die Ereignisse rund um die Veranstaltung. Viel Spaß beim Lesen!


Offizieller Teil

Einleitender Vortrag Gerald Glasauer, Vorstand der GUB Unternehmensbeteiligungen AG

Um kurz nach 14 Uhr begann die Veranstaltung mit einem Vortrag von Herrn Glasauer, Vorstand der GUB Unternehmensbeteiligungen AG. Nach der Begrüßung stellte er zunächst die heutigen prominenten Gastredner vor, den baden-württembergischen Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring, den Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall, Herrn Pelgrim, sowie den Gründer des Steinbeiss-Technologie-Transferzentrums Professor Dr. Löhn, den er als ein "Urgestein des Venture Capitals" bezeichnete.

In der Folge schilderte er die dynamische Entwicklung der GUB; hatte der erste GUB-Fund 1994 noch ein Volumen von einer Million Euro, so stieg dieses über 2,3 und 5,2 auf stolze 21 Mio. Euro im vierten Fund, der zum Ende des Jahres 1998 geschlossen wurde. Für den laufenden 5. GUB-Fund plant GUB ein Volumen von 35 Mio. Euro, von denen bereits im ersten Halbjahr 25 Mio. investiert wurden. Hinzu kommen nach Eintragung der Kapitalerhöhung der Glasauer Wagniskapital KGaA (GWG) weitere 48 Mio. Euro. Damit hat GUB aktuell rund 76 Mio. Euro Eigenkapital an Venture Capital unter Verwaltung, in Kürze wird dieser Betrag durch die GWG auf über 100 Mio. Euro ansteigen.

In der Folge erläuterte Herr Glasauer das Konzept und den Aufbau der GUB-Gruppe. Dachgesellschaft ist die GUB Unternehmensbeteiligungen AG, die für die Verwaltung und das Management der Tochtergesellschaften zuständig und selbst an jedem Unternehmen der Gruppe beteiligt ist. Während die GUB-Funds vor allem in der Früh- und Wachstumsphase investieren, investiert die Glasauer Wagniskapital in die Sieger der Fund-Unternehmen, die eine letzte Kapitalspritze vor dem Exit brauchen.

Somit investieren die GUB-Funds in einem erheblich früheren Stadium in risiko- und chancenreichere Unternehmen, was allerdings auch eine längere Anlagedauer erfordert. Zusätzlich werden diese Unternehmen besonders gefördert, etwa durch Ausfallbürgschaften und das Ko-Investment durch Land und Bund, so daß zu jeder Mark von GUB in der Regel zwei weitere hinzukommen. Das Gesamtportfolio umfaßt mittlerweile 40 Unternehmen, in drei davon hat die GWG ebenfalls schon investiert, 10 weitere Beteiligungen werden bereits vorbereitet.

Im aktuellen fünften GUB-Fund liegt trotz der extremen Steigerung des Einlagevolumens zur Mitte des Jahres die Investitionsquote mit über 70 Prozent so hoch wie nie zuvor; auch die Zahl der investierten Unternehmen hat einen neuen Rekordstand erreicht. Nach der Schilderung dieser Entwicklung übergab Herr Glasauer das Wort an Dr. Walter Döring.


Rede von Dr. Walter Döring, Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg

Herr Döring begrüßte die zahlreichen Zuhörer zunächst im "schönsten, innovativsten usw. Land der Republik und in der schönsten Stadt dieses Landes", wodurch er sogleich spontanen Szenenapplaus hervorrief. Welche Bedeutung das Land der Förderung junger Unternehmen zukommen läßt, zeigte er anhand der Tatsache, daß im letzten Jahr 3.500 Gründungen mit einer Gesamtsumme von 360 Mio. DM unterstützt worden sind.

Als Hintergrund dafür erläuterte er, daß aus wirtschaftspolitischer Sicht kaum Arbeitsplätze durch große Unternehmen geschaffen werden, sondern vor allem durch mittlere und kleine Firmen. Hinzu komme, daß bis in 20 Jahren voraussichtlich drei Viertel der "klassischen" Arbeitsplätze weggefallen sein werden, so daß nur innovative Unternehmen überleben werden. Darum sei die Förderung von Gründern besonders wichtig, die aber fast immer Eigenkapital von außen benötigen.

Das Land Baden-Württemberg fördert dies auf verschiedensten Wegen, Herr Döring nannte als Beispiele die Mittelstandsbeteiligungen, Risikokapitalfunds, den 1998 aufgelegten Venture Capital-Fond Baden-Württemberg, die an der Börse Stuttgart geschaffene Plattform für junge Unternehmen und vieles mehr. Man sei ständig dabei, das Angebot zu erweitern und auch andere zu ermutigen, selbst aktiv zu werden.

Gerade Unternehmen wie GUB beweisen, daß es gar nicht nötig ist, nach Frankfurt oder nicht einmal nach Stuttgart zu gehen, um Erfolg zu haben. Besonders freue ihn, daß bei GUB auch Kleinanlegern die Möglichkeit zur Investition haben. Zwar bestehen dabei immer hohe Risiken, denen aber auch außergewöhnliche Chancen gegenüberstehen.

Man dürfe sich jedoch nicht auf dem Erreichten ausruhen, meinte er; so versuche man in einer Gemeinschaftsinitiative von Bayern und Baden-Württemberg, eine steuerliche Förderung gegenüber der Regierung in Berlin durchzusetzen. Es sei sehr wichtig, junge Leute zu motivieren, sich selbständig zu machen und ihnen beispielsweise die Möglichkeit zu geben, die Einrichtungen der Universitäten zu nutzen. Das Thema Venture Capital allgemein gewinnt aus seiner Sicht in der Zukunft noch erheblich mehr an Bedeutung.

Vortrag von Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch HallHerr Pelgrim begrüßte die Anwesenden in der Stadt Schwäbisch Hall, die von Herrn Döring "ja schon treffend beschrieben wurde". Die besondere Beziehung zu GUB drücke sich gerade für ihn besonders dadurch aus, daß er schon kurz nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren bei der damaligen Umsiedlung der GUB nach Schwäbisch Hall dabei war, wodurch sich die Wege erstmals kreuzten.

Auch er forderte zu mehr Eigeninitiative auf, meinte aber, daß die Menschen "trotz Internet nicht virtuell leben". Es sei somit die Aufgabe von Städten und Kommunen, für das entsprechende positive Umfeld zu sorgen, in dem die Menschen gerne arbeiten und sich entfalten können, meinte er und erläuterte, wie eine solche Gestaltung ermöglicht werden kann und was speziell in seiner Stadt dafür getan wird.

Doch nicht nur indirekt, auch direkt will Schwäbisch Hall Unternehmensgründer fördern: aus aktuellem Anlaß rief die Stadt für die Gründung junger, innovativer Unternehmen eine Stiftung mit einem Kapital von 10 Mio. DM für die Region ins Leben. Damit sollen Forschungserkenntnisse in marktfähige Produkte umgesetzt werden können. Der Wettbewerb müsse auch in Zukunft weitergehen, denn nur dadurch sei die stetige Innovation gesichert.

Zuletzt erinnerte Herr Pelgrim daran, daß auch "ein anderer Finanzdienstleister aus Schwäbisch Hall" es schon einmal mit seinem innovativen Konzept zu weltweitem Erfolg gebracht hat; ein zusätzlicher Ansporn für GUB, es dem großen "Vorbild" nachzumachen....


Rede von Professor Dr. Johannes Löhn, Gründer des Steinbeiss-Technologiezentrums

Herr Professor Dr. Löhn erklärte, man müsse sich als Investor überlegen, warum man was eigentlich macht und ob das Ziel eigentlich richtig sei. Um dies zu klären, wolle er die Venture Capital Szene ein wenig beleuchten.

Als erste Frage stelle sich, ob die Investition in HighTech überhaupt richtig sei. Dazu müsse man sich lediglich betrachten, was in der Vergangenheit durch technologische Errungenschaften geschah, es sei "weltweit kein Stein auf dem anderen" geblieben, die Globalisierung und der Strukturwandel hätten dazu geführt, daß sich die Firmen heute oftmals kaum noch voneinander unterscheiden.

Als Auslöser dieser Revolution machte er die Informationstechnologie aus; schon heute sei die früher strikte Einordnung in verschiedene Branchen kaum noch möglich, spätestens in fünf Jahren seien mehr als die Hälfte aller Unternehmen in irgendeiner Form im IT-Bereich aktiv, doch auch der gedehnte Begriff "Lifescience" werde eine immer wichtigere Rolle spielen. Zusammen würden diese beiden von der heutigen Wirtschaftsstruktur "nichts übrig lassen" und alles verbinden, so daß eine Unterscheidung künftig unmöglich sein wird.

Als zweiten wichtigen Fakt nannte Professor Löhn, daß die Technik dem Menschen immer mehr Arbeit abnimmt. Somit sei die ständige Tendenz in den Unternehmen "Umsatz hoch, Mitarbeiterzahl runter" keine politisch beeinflußbare Entwicklung, sondern eine unumgängliche Tatsache, mit der man eben umzugehen habe.

Hier stellt sich nun die Frage, welche Chancen Deutschland dann im internationalen Wettbewerb hat. Fest stehe, daß der sogenannte "Low-Tech"-Berich, also die Produktion in großer Masse und mit relativ wenig Know-how, in Deutschland nicht zukunftsfähig ist, weil die Arbeitskosten hier zu hoch sind und damit die Wettbewerbsfähigkeit nicht gegeben ist.

Als Extrembeispiel nannte Professor Löhn die Leiterplattenproduktion, die trotz des hohen notwendigen Know-hows in Deutschland zu teuer ist. Größte deutsche Industriestadt sei darum eigentlich Sao Paolo, meinte er. In Deutschland dagegen "ist alles hoch: Urlaubszeit, Löhne, Krankenstand" etc.

Chancen habe man in Deutschland aber in den Bereichen, wo man wirklich gut ist; man solle darum immer auf Kompliziertes setzen, denn dort können hohe Kosten auch mit teuren Produkten gedeckt werden. Deshalb seien hochwertige Hightech- und Serviceleistungen aus Deutschland im weltweiten Wettbewerb am ehesten wettbewerbsfähig, die Investition in diese Branchen daher sinnvoll.

Als zweites ging er auf die spezielle Gründersituation ein; so würden im jährlich etwa 500 Konzepte der verschiedensten Art vorgelegt, er sei dabei wirklich erstaunt, was ihm alles unter die Augen kommt und meint "Hut ab vor den Leuten", die solche Ideen haben und etwas auf die Beine stellen wollen. Gerade bei kreativen und wissenschaftlich orientierten Ideen seien die Deutschen einfach "super".

Das sei also nicht das Problem, hier spielen die Deutschen "mindestens Bundesliga", die Stärken von USA und Japan liegen dagegen in anderen Bereichen. Viel schwieriger aber sei es, diese Ideen auch umzusetzen und "etwas auf die Reihe zu kriegen".

So müssen hoffnungsvolle Gründer heute umfangreiche Präsentation erstellen, "nicht geht unter PowerPoint", auch wenn sie nachher den Unterschied zwischen Rückstellungen und Abschreibungen vielleicht immer noch nicht kennen. Es sei aber "bescheuert", den erwarteten Umsatz für die nächsten fünf Jahre abgeben zu sollen, dies könne kein Mensch realistisch vorhersagen.

Der Nachteil in dieser akribischen Vorbereitung für eventuelle staatliche Förderung sei, daß alles sehr wissenschaftlich aufgezogen werde. Zwar verleihe man manchem Gründer "fast den Nobelpreis, er hat bis heute aber immer noch keine Firma gegründet", wenn man nach Jahren nochmals nachfragt.

Vielmehr sei oft wichtig, einen Verkäufer zu finden und marktorientiert zu denken; oftmals würden bei den Unterstützungen die falschen Leute beurteilt, da sei es sinnvoller, einen "Grünkohlladen um die Ecke" zu unterstützen.

Bei diesen Gründern ist nach Ansicht von Professor Löhn ein gutes Coaching durch Profis wichtig, anstatt sich nur ein paar Pläne schicken zu lassen, denn "davon verkauft man noch nichts".
Dritter und letzter Problemfaktor ist das Kapital. Zwar habe man in Deutschland "Geld wie Heu, aber kein Kapital", doch wie in der Physik sei auch potentielle Energie nichts, wenn sie nicht in kinetische Energie verwandelt wird. Dabei stellt sich jungen Unternehmen oft das Problem, daß durch strategische Beteiligungen die als Konkurrenz zu den Kapitalgebern zu sehenden Kunden ausbleiben würden.

Hier habe GUB sehr geschickt eine Nische genutzt, ihm sei kein Unternehmen bekannt, daß sich in dieser Branche so positioniert habe. Trotzdem könne man nicht einfach "darauf warten, daß die Gründer Millionäre werden", sondern müsse auch weiterdenken und die Gründer aktiv unterstützen. Falls das Ziel nur sei, in fünf Jahren an die Börse zu gehen und dann auszusteigen, dann würden keine Werte geschaffen.

Vielmehr seien die Mitarbeiter das größte Kapital des Unternehmens, weshalb es auch schlecht wäre, wenn die Kapitalgeber die Mehrheit halten und die Mitarbeiter und Gründer nur noch zu Angestellten werden. Das Konzept von GUB, nur Minderheitsbeteiligungen einzugehen, sei daher erheblich besser.

Allgemein gelte ja ohnehin der Grundsatz, es sei "solange gut, Geld zu verlieren, solange es nicht meines ist". Sobald es aber nur noch ums Geld gehe, würden in der Branche "teilweise kriminelle Methoden" herrschen. Er wünschte sich darum, daß GUB den bisher beschrittenen anderen Weg weiterhin fortsetzt. Sehr wichtig sei aber, immer zu beachten, "die Börse schafft keine Werte - Werte werden in den Unternehmen geschaffen". Mit diesem Schlußzitat beendete Herr Professor Dr. Löhn seinen Vortrag unter heftigem Applaus des Auditoriums.

Auftritte der Vorstände der november AG und der SuperMarket Media AG

Herr Glasauer dankte zunächst den Rednern und wies an dieser Stelle auf den Wandel bei GUB von externem Know-how durch "Meteore" zu internem Know-how hin; dann stellte er die anwesenden Portfolio-Unternehmen mit wenigen Worten kurz vor und betonte, wie wichtig es ihm sei, daß die Anwesenden sich im persönlichen Kontakt mit den Geschäftsführern und Vorständen von den Potentialen der Unternehmen überzeugen können.

Anschließend bat er zunächst Professor Dr. Bertling, Vorstand der november AG, einige Worte zu seinem Unternehmen zu sagen.

Herr Bertling dankte für diese Gelegenheit und betonte, wie wichtig es sei, Unternehmen wie das seine ganzheitlich zu bewerten und nicht nur auf die laufenden Erträge zu schielen. So müsse man sowohl das Management und die Mitarbeiter als auch das Produkt in die Bewertung einbeziehen.

Bei der Wahl des Kapitalgebers sei für ihn besonders wichtig, wie sich die Venture Capital Gesellschaft aufbaut; so bestehe ein großer Unterschied zwischen Industrie-finanzierten gesellschaften, die im Zweifelsfall ihre eigenen Interessen verfolgen, und vorwiegend privat finanzierten VC-Gesellschaften wie der GUB.

Zu seinem eigenen Unternehmen erläuterte er, man arbeite in drei verschiedenen Sparten mit hohen Synergiepotentialen, die unterschiedlich lange Zeiträume bis zur Marktreife vor sich haben. Generell müsse man den Unterschied zwischen IT-Unternehmen und Biotech-Firmen darin seien, daß die Informationstechnologie sehr schnellebig ist und kurze Zyklen aufweist, während bei Biotech-Unternehmen zwar einerseits die Anlaufzeit sehr lange ist, andererseits auch lange Schutzzeiten bestehen.

Das phantasieträchtigste Produkt von november erläuterte er in der Folge bildlich; bisher gebe es keine Medikamente, die direkte Wirkung in den Zellen entfalten können. Ziel von november ist es nun, eine Virushülle so zu öffnen wie man einen Fußball aufnähen könnte, den Wirkstoff einzufügen und diesen Träger für den Zugang in die Zelle selbst zu benutzen.

Herr Bertling nutzte seinen Auftritt dazu, erstmals den Börsengang der november AG fest anzukündigen: nachdem schon die Lock-up-Erklärungen versandt wurden und entsprechende HV-Beschlüsse (vgl. HV-Bericht november AG) vorliegen, plant das Unternehmen den Börsengang an den Neuen Markt für das erste Halbjahr 2000.

Als weiteren Redner bat Herr Glasauer den Vorstand der SuperMarket Media AG aufs Podium. Herr Sonnendorfer erklärte, schon vor 25 Jahren habe er bei der damaligen Gründung der Systec den ganzen langen Weg einer GmbH-Gründung durchschreiten müssen. Mit Mühe und Not habe er damals das Grundkapital von 25 TDM zusammengekratzt. Seit damals hat sich das Unternehmen mit einem Marktanteil von 60 Prozent bis heute zum weltweiten Marktführer bei Münzpfandschlössern an Einkaufswagen entwickelt.

Als Eckdaten der Bedeutung des Einkaufswagens nannte er einige Zahlen: so würden in Europa täglich 12 Mio. Einkaufswagen benutzt, pro Jahr verbringt der Durchschnittsbürger 30 Stunden mit dem Schieben eines solchen Vehikels. Vor einigen Jahren habe man dann die Bedeutung des "Point of Sale" erkannt, da 70 Prozent aller Kaufentscheidungen erst direkt vor Ort gefällt werden.

In der Folge wurde vor zwei jahren die SuperMarket Media AG gegründet, die ein neuartiges Werbesystem direkt im Einkaufswagen implementiert, das am jeweiligen Standort im Markt entsprechende Signale zu den umliegenden Waren aussendet. Schon jetzt werden wöchentlich eine Million Verbraucher erreicht, bis zum Jahresende sollen 50 große SB-Warenhäuser mit dem System ausgestattet sein.

Zur Verdeutlichung der Größe des Marktes sagte Herr Sonnendorfer, es gebe allein in Deutschland rund 600 solcher Märkte, in denen etwa eine halbe Million Einkaufswagen zur Verfügung stehen. In Europa seien es 12 Mio. Wagen, hinzu kommen weitere 8 Mio. in den USA. Wichtig sei für die SuperMarket Media nun vor allem, schnell eine große Basis zu erreichen, um die Kunden besser ansprechen zu können. Derzeit sei man dabei, den Markt aufzubauen und eine solide Basis zu errichten, um das Fundament für die weitere Expansion zu legen.

Herr Glasauer dankte den beiden Vorständen für ihre Beiträge und sagte abschließend zur KGaA, die Kapitalerhöhung sei voll plaziert worden, die Zuteilung erfolge in den nächsten Tagen. Besonders wichtig sei dabei, daß man niemanden ausschließen wolle, sondern sowohl privaten als auch institutionellen Anlegern die Möglichkeit geben will, sich zu beteiligen. Als Schlußworte fügte er hinzu, die Zukunft kommt immer schneller als man denkt.

Damit beschloß er den offiziellen teil der Veranstaltung und lud dazu ein, sich bei den versammelten Unternehmen zu informieren und sich untereinander auszutauschen.


Portfolio-Unternehmen unter der Lupe

Eine ganze Reihe von Portfolio-Unternehmen präsentierte sich mit mehr oder minder großen Ständen in der weitläufigen "Messe-Halle", zu der der Schwäbisch Haller "Neubau" umfunktioniert worden war. Doch schon vor dem Eingang setzten sich mehrere GUB-Unternehmen schon eindrucksvoll in Szene.

So hatte die Firma Reich Baumaschinen GmbH, in die der 4. GUB-Fund investiert hatte, eine der eigenen riesigen Betonpumpen mitgebracht, der Dutzende von Metern in die Höhe ragte. Über das Geschehen im Inneren der Halle wurde der Besucher durch eine der Mega-Leinwände von NMB informiert, die auf einer Fläche von schätzungsweise 4 Metern im Quadrat eine Live-Übertragung demonstrierten.

In der Folge stellen wir Euch einige der auf der Hausmesse anwesenden Unternehmen näher vor, die das Potential von GUB und der VC-Branche allgemein nochmals zu verdeutlichen helfen. Einen umfangreichen Bericht über eine ganze Reihe der älteren Portfolio-Unternehmen findet Ihr im Archiv im Rahmen der TOP 10 DER WOCHE zwischen Ausgabe 26 und 31, darunter auch zu den Unternehmen Reich und SuperMarket Media, die zwar auf der Hausmesse anwesend waren, auf die wir an dieser Stelle jedoch nicht näher eingehen. Über die november AG findet Ihr weiter oben näheres, außerdem könnt Ihr in unserem umfangreichen HV-Bericht november AG eine Menge weiterer Informationen nachlesen


CREATOGEN Biosciences GmbH

Creatogen ist ein Unternehmen, das sich auf die Forschung und Entwicklung hochwertiger biotechnologischer Produkte spezialisiert. Creatogen hat in Zusammenarbeit mit der Max Planck Gesellschaft eine neue Generation von Impfstoffen entwickelt. Das Unternehmen hat bahnbrechende vor-klinische Erfolge in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Verursacher von Gastritis und Magenkrebs "Helicobacter pylori" erzielt. In Europa und den USA sind mehr als 30%, in Japan bis zu 90% der Bevölkerung mit dem Erreger infiziert. Bisher ist es der Medizin nicht gelungen, ein schützendes Präparat zu entwickeln. Der Weltmarkt für dieses Präparat beträgt mehrere Milliarden US$.

Konkret besteht das grundlegende Unternehmenskonzept darin, natürliche Zellen zu hochleistungsfähigen Minifabriken umzugestalten und diese für das Unternehmen arbeiten zu lassen. Diese Minifabriken lassen sich durch genetische Bauteile leicht und schnell in modularer Bauweise an die entsprechenden Bedürfnisse anpassen. Da sich diese Minifabriken selbst vermehren, können diese rasch auf die jeweilige Produktions- oder Prozeßanforderungen ausgerichtet werden. Der Markt für derartige Produkte beziffert Creatogen mit mehreren hundert Mrd. US-Dollar.

Um das Risiko der Unternehmung zu minimieren, stützt sich das Konzept von Creatogen auf 33 Produkte. Damit soll ausgeschlossen werden, daß das Unternehmen vor dem Ruin steht, falls das eine oder andere Produkt die Zulassung durch die Behörde doch nicht bekommen sollte. In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, mit welchen Kosten für eine derartige Zulassung kalkuliert werden muß. Dies sind nämlich saftige 500 Mio. bis 1 Mrd. DM. Um diese stolze Summe aufzutreiben, wird im diesem letzten Stadium ein großes etabliertes Pharmaunternehmen (Verhandlungen sind bereits im Laufen) sich an diesen Kosten beteiligen und im Gegenzug nicht genauer bezifferte Rechte an dem Produkt bekommen. Der Börsengang bei Creatogen ist übrigens für das Jahr 2001 geplant.


eXactcom GmbH

Die eXactcom GmbH, ein Münchner eCommerce Dienstleistungsunternehmen, präsentierte in Schwäbisch Hall seine innovative Produktsuchmaschine Vivendo (www.vivendo.de). Vivendo ist eine business-to-consumer-Suchmaschine, mit der Internetshopper Online-Stores nach den gewünschten Produkten oder Marken durchsuchen können. Die Firma verdient sowohl an den Links zu den Unternehmen nach erfolgter Suche als auch an Lizenzeinnahmen von den direkt angeschlossenen Shops.

Durch eine aggressive Marketingstrategie, hierzu wurde jüngst ein Verkaufsprofi eines großen internationalen Computerkonzerns unter Vertrag genommen, wächst die Zahl der Partner mit beeindruckender Geschwindigkeit. Zudem ist das Vivendo-Konzept bisher einzigartig und bekanntlich ist in diesem Bereich die Position als Marktführer von Beginn an ja äußerst wertvoll, wie das Beispiel von amazon.com zeigte.

Unserer Ansicht nach könnte die eXactcom GmbH eines der Unternehmen aus den GUB-Portfolio sein, das bereits in vergleichsweise kurzer Zeit den Wechsel an den Neuen Markt vollziehen wird und das sowohl fundamental ausgezeichnete Erfolgschancen besitzt wie auch als überaus phantasieträchtig einzuschätzen ist.


GIP Medizintechnik GmbH

Die GIP Medizintechnik GmbH mit Sitz in Grassau entwickelt, produziert und vertreibt Katheterinstrumente und Implantate für die flexible Endoskopie. Dabei ist die GIP im Besitz mehrerer Patente als Basis für ihre Produktion, beispielsweise eine F/NA-Nadel mit dazugehörigem Griff sowie ein Lithotriptor-System für die mechanische Zertrümmerung von Gallensteinen.

Die Strategie der Gesellschaft beinhaltet ein internationales Vertriebsnetzwerk, eine qualitativ hochwertige und innovative Produktpalette und enge Beziehungen mit führenden Medizintechnik-Herstellern sowie international renommierten beratenden Ärzten und Meinungsführern. Eine der Hauptstärken von Medi-Globe ist die Fähigkeit, Produktkonzepte schnellstens in innovative und brauchbare Produkte umzusetzen. Das Unternehmen hat Ende 1998 einen der Marktführer im minimal-invasiven flexiblen Endoskopiemarkt übernommen und konnte damit ihre Marktposition deutliche stärken.

Die GIP Medizintechnik will im Jahr 2000 den Weg an den nach Frankfurt Neuen Markt finden. Für das laufende Geschäftsjahr ist ein Umsatz von 16 Mio. DM geplant. Dieser soll in den kommenden 3 bis 4 Jahren auf 100 Mio. DM gesteigert werden.


music-licence AG

Das vielleicht interessanteste Unternehmen mit der spannendsten Story aus den "Sieger"-Unternehmen im GUB-Portfolio dürfte die music-licence AG sein.Die Hamburger haben eine innovative Internetplattform (www.musiclicence.com) entwickelt, die das Lizenzierungsverfahren in der Musikindustrie revolutionieren könnte. Nachwuchsbands und Independent Labels können gegen eine geringe Gebühr ihre Demos als MP3-Dateien auf die Musiclicence-Seite hochladen, welche von registrierten Talentscouts der Major Labels auf vielversprechende Kandidaten für einen Plattenvertrag durchforstet werden kann. Auch für etablierte Künstler, die bereits einen regionalen Verwertungsvertrag in der Tasche haben, bietet das System die Chance zum Eintritt in neue Märkte, zum Beispiel für eine populäre südamerikanische Band einen Vertrag für den deutschen Sprachraum.

Chairman Christian Suding konnte den Besuchern der Hausmesse eine technisch enorm ausgereifte und faszinierend benutzerfreundliche Internetplattform präsentieren. Zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten für dieses System wie zum Beispiel "music-on-demand" für den Endkundenmarkt sind zwar aktuell noch nicht geplant, aber es besteht kein Zweifel, daß die musiclicence.com AG auch hier eine ideale eCommerce-Lösung anbieten könnte. Bedenkt man auch noch den riesigen Bedarf an einem Präsentationsmedium für junge Künstler im Musiksektor und die weltweite Einzigartigkeit des Produktes, bedarf es keine große Phantasie um zu erahnen, wieviel Potential in dieser Firma steckt.


Hausmesse-Splitter

Von der letzten Hausmesse erinnern sich vielleicht noch einige Leser an diese Rubrik; hier sind alle möglichen Details genannt, die vielleicht nicht alle direkt der reinen Information dienen, aber doch irgendwie zur Hausmesse dazugehören und deshalb nicht unerwähnt bleiben sollten.

Aus allen Nähten

Schon bei der letzten Veranstaltung war der in seinen Ausmaßen nicht gerade bescheidene Schwäbisch Haller "Neubau", in dem im Januar die Hauptversammlung stattfand, doch recht gut gefüllt.

Diesesmal stellte sich aber für zahlreiche Besucher, die erst kurz vor Beginn erschienen, eine gewisse Platznot ein, so daß auch die eigentlich der Technik vorbehaltene Empore geöffnet wurde, um alle Gäste unterbringen zu können. Wie sich herausstellte, hatten sich etwa 600 Personen angemeldet, mehr als 800 erschienen schließlich tatsächlich, obwohl das hervorragende Wetter sicherlich noch den einen oder anderen kurzfristig zu einem Ausflug anregte und dieser sich dann die Hausmesse entgehen ließ.

Ein Prosit der Gemütlichkeit

Wie bei GUB gewohnt sorgte ein liebevoll zusammengestelltes Buffet mit diversen Kanapees, Snacks auch für den größeren Hunger und süßen Leckereien für eine besonders produktive Stimmung. Dies hatte vorbildlichen Charakter, insbesondere die Veranstalter der gefürchteten Bockwurst-mit-Brötchen-HVs sollten sich hier ein Beispiel nehmen, denn die Schwäbisch Haller konnten sogar auf ihrer Hausmesse selbst verwöhnte Besucher der Hauptversammlung des Catering-Spezialisten Do&Co (siehe HV-Bericht DO&CO) restlos überzeugen.

GUB - hier trifft man sich I

Wie schon des öfteren, galt auch in diesem Jahr: GUB-Hausmesse = großes Board-Treffen; zwar fällt es von Mal zu Mal schwerer, die alten Bekannten im immer größeren Gewühl zu finden, doch auch dieses Mal konnte man eine ganze Reihe alter (und neuer) GUB-Fans ausmachen. Viele Grüße darum von dieser Stelle an Maya, Ralf B, Petermännchen, Elmar und seine Freundin, die Vertreter von "Die Analysten", Brasipoli, Dave, Midcap, Bombi, Der Beobachter, Geldhai, Tanja und Dirk als Vertreter der Uhinger Sparkasse, Winnie Pooh und all diejenigen, deren Namen an dieser Stelle aus Versehen vergessen wurden....

GUB - hier trifft man sich II

Von den meisten anwesenden Besuchern wurde es gar nicht bemerkt, daß die Hausmesse für GSC ein historischer Tag war. Wir nahmen die Gelegenheit wahr, uns im kompletten Team erstmals an einigermaßen zentraler Stelle zu treffen. Immerhin galt es dabei auch, Mitarbeiter aus Brasilien, Österreich und Leverkusen zusammenzuführen, die sich bislang teilweise ausschließlich über Telefon und Internet kannten.

Korrekturbedarf

Als zu vorsichtig stellt sich mehr und mehr unsere Gewinnschätzung vom Januar heraus, so daß wir in nächster Zeit eine Revision der Gewinnreihe herausgeben werden. Die im Januar anläßlich der HV veröffentlichte Schätzung von 1,26 Euro für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr dürfte sich als ein ganzes Stück zu niedrig herausstellen, da der 5. GUB-Fund im Volumen erheblich über der Planzahlen von 70 Mio. DM liegen dürfte und zudem die GWG in den Zahlen nicht enthalten war.

Außerdem hat die november AG, die ja im ersten Halbjahr 2000 den Börsengang anstrebt, unsere Erwartung beim Beteiligungsverkauf mit einer Bewertung von 100 Mio. DM bereits jetzt im Telefonhandel überschritten, so daß sich auch die Erlöse aus Beteiligungsverkäufen für die nächsten Jahre nach oben revidieren dürften.

Nachtleben in SHA

Fast schon als Tradition kann man es mittlerweile bezeichnen, daß eine kleine Gruppe "lichtscheuer" GUB-Aktionäre sich im Anschluß an die Pflicht des Tages in diversen örtlichen Etablissements wie dem "Büschelkeller" oder dem "Barfüßer" zur Erholung begibt. Neben dem üblichen Gefachsimpel über alle möglichen Themen, die von A wie Aktien über K wie Kurse bis Z wie Zeichnungsgewinne ein wirklich unglaublich breites Spektrum umfaßten, fanden im internen Kreis von GSC auch Beratungen über künftige Pläne und ähnliches statt. Die Ergebnisse dieser Nacht werden für Euch also auch noch sichtbar werden....

Daneben durfte natürlich das Vergnügen nicht vergessen werden, immerhin gibt es im GSC-Team ja auch den einen oder anderen, der mit einem steigenden Bierpegel tatsächlich NOCH kreativer wird als er es ohnehin ist. Erwähnenswert wäre ansonsten noch die Hohenloherin im "Barfüßer", die ihre Titulierung als "Schwäbin" als glatte Beleidigung auffaßte und sich - wenn auch unbeabsichtigt - an unserem österreichischen Kollegen mit der Bezeichnung als "Bayer" mindestens gleichwertig rächte.

Öfter mal was Neues

Von vielen mit Spannung erwartet wurden echte positive Neuigkeiten von der Hausmesse, die es allerdings zumindest nicht in der Form gab, wie sie sich einige Besucher vielleicht erhofft hatten. Mit der offiziellen Ankündigung des november-IPOs für das erste Halbjahr 2000 sowie dem erfolgreichen Abschluß der Kapitalerhöhung bei der GWG, die ja von einigen angezweifelt wurde, waren diese jedoch tatsächlich vorhanden.

Wie wir außerdem erfuhren, geht GUB nach wie vor von einem Segmentwechsel noch im laufenden Geschäftsjahr aus, was einen Termin innerhalb der nächsten 2 bis 3 Wochen bedeuten würde. Details zum aktuellen Zeichnungsstand des 5. GUB-Fund sowie der Höhe der Überzeichnung der Kapitalerhöhung konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen.

Es sei an dieser Stelle aber angemerkt, daß insbesondere die große Transparenz, die GUB durch die regelmäßigen Einblicke in die Entwicklung zahlreicher Portfolio-Unternehmen nicht nur im Rahmen der Hausmesse, sondern auch bei Veranstaltungen der Vertriebsgesellschaft GUB-VCM, auf den HVs oder bei anderen Gelegenheiten bietet, einen beachtliches Stamm-Publikum geschaffen hat, das sich dafür mit langjähriger Treue auch in Schwächephasen wie momentan bedankt.

Verbesserungsfähig ist jedoch die Vermittlung der hervorragenden Entwicklung aus der Gruppe heraus, zumal GUB bei offiziellen Meldungen über eigene Erfolge ohnehin sehr vornehme Zurückhaltung übt.

Werbeeinlage

Wie jeder Besucher unserer Seite und damit auch jeder Leser dieser Zeilen unschwer erkennen kann, muß sich auch GSC Research in irgendeiner Form finanzieren, was bei uns aufgrund des für Euch kostenlosen Angebotes derzeit zum größten Teil durch Werbung geschieht. Um unsere eigene Bekanntheit an fachkundiger Stelle ein wenig zu steigern, nutzten wir in einem unbewachten Augenblick den von eXactcom aufgebauten Mini-Laptop, dessen Bildschirm mittels Projektor an die Wand an die Wand geworfen wurde, zu einer kurzen aber publikumswirksamen Demonstration eines Überblicks über das Angebot von www.GSC-Research.de.....

Zusammenfassung

Keine sensationellen News, dafür eine Reihe "normal" guter Nachrichten sowie eine gewohnt harmonische Veranstaltung, auf der GUB einmal mehr unter Beweis stellte, daß die Erfolgsstory gerade erst begonnen hat. Und es würde uns sicherlich nicht überraschen, wenn GUB als mittlerweile größter privat finanzierter Player in der Venture Capital-Branche für ähnliche Furore sorgen würde wie das Schwäbisch Haller "Vorbild" der Bausparkasse.....

Hinweis: der Autor besitzt GUB-Aktien



Veröffentlichungsdatum: 16.09.1999 - 12:28
Redakteur: bf
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