Swiss Re: 11. September noch nicht abgehakt - Waren es einer oder doch zwei Terroranschläge?


Die Versicherer des World Trade Center und dessen Pächter streiten sich offenbar darum, ob es sich bei den Anschlägen am 11. September um einen oder zwei Terrorakte gehandelt hat. Je nachdem erhöhen sich die Verpflichtungen der Versicherer, zu denen auch Swiss Re gehört. Wie afx berichtet, geht es um Milliardensummen.



Den Rechststreit zwischen dem Immobilienmaganaten und Pächter des zerstörten Welthandelszentrums, Larry Silverstein, und den Gesellschaften, bei denen das World Trade Center versichert war, muss weiteren Angaben zufolge US-Bundesbezirksrichter John Martin in New York entscheiden. Bei einer Gerichtsanhörung am Donnerstag hätten die Anwälte der Versicherungsfirmen argumentiert, der Einsturz des ersten World-Trade-Center-Zwillingsturms habe zum Kollaps des zweiten geführt. Beide Gebäude hätten zudem ein gemeinsames Fundament geteilt.



Folglich handle es sich bei der Zerstörung des World Trade Center um ein einziges Schadensereignis. Nach Ansicht der Anwälte Silversteins ging es sich bei den Anriffen mit zwei entführten Passagiermaschinen jedoch um zwei verschiedene Anschläge. Daher habe der Immobilienunternehmer Anrecht auf zwei separate Entschädigungszahlungen der beteiligten Versicherungen. Zu diesen gehöre auch die Swiss Re. Auf sie entfallen 22 Prozent der Schadensansprüche.



Für beide Seiten steht viel auf dem Spiel. Silverstein und seine Partner haben das World Trade Center für 99 Jahre gepachtet. Ihnen steht pro Schadensfall von den Versicherungen ein Maximum von 3,55 Mrd. USD zu. Das ist weniger als die rund 5,5 Mrd. USD, die es nach Ansicht von Experten braucht, um all die Büro- und Geschäftsräumlichkeiten wiederaufzubauen, die zerstört worden sind.



Wenn Richter John Martin jedoch befindet, es seien zwei Schadensereignisse gewesen, erhalten weiteren Angaben zufolge Silverstein und seine Partner über 6,7 Mrd. USD - genug, um die Wiederaufbaukosten zu decken. Entscheidet das Gericht aber im Sinne der Versicherungen, könnte der Immobilienmagnat seine führende Rolle in den Bemühungen um den Wiederaufbau verlieren. Denn er müsste sich dann nach neuen Finanzierungsquellen umsehen.



Neue Invstoren aber würden auf eine Mitsprache beim Wiederaufbau des Welthandelszentrums bestehen. Richter Martin habe am Donnerstag noch keine Entscheidung gefällt. Es sei möglich, dass am 30. Mai noch einmal eine Anhörung stattfindet, konnte man der Meldung weiter entnehmen.



Veröffentlichungsdatum: 17.05.2002 - 18:30
Redakteur: rpu
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