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Spar Handel: Krise spitzt sich zu - Tiefroter Jahresabschluss zu befürchten
Einen großen Bogen würden wir um die Aktien der Spar Handels-AG machen. Die bereits auf einem Rekordtief notierende Aktie ist in akuter Gefahr, weiter an Wert zu verlieren.

Das Hamburger Unternehmen führte in Börsenkreisen über lange Jahre ein Schattendasein, bis im Dezember 1995 einige Investoren um Karl Ehlerding (WCM), Klaus-Peter Schneidewind (Einzelhandels-Berater der WCM) und Clemens J. Vedder (deutscher Privatinvestor aus Florida) einstiegen. Wie fast immer bei Übernahme eines Unternehmens durch WCM-Kreise wurden auch bei der Spar-Übernahme einige Analysten und Börsenbriefe auf das Papier aufmerksam. Die Spar-Aktie legte unter der neuen Ägide der WCM eine glänzende Performance hin und stieg von rund 8 auf knapp 18 Euro. Praktisch auf dem Höhepunkt der Kursentwicklung stießen die Investoren um die WCM die Spar-Aktien ab, neuer Großaktionär wurde die französische Intermarché-Gruppe.

Unter dem neuen Großaktionär rutschte Spar 1998 tief in die roten Zahlen, der operative Verlust betrug 304 Mio. DM. Nur durch Verkauf der Interspar-Märkte an den amerikanischen Konzern Wal-Mart gelang es, einen positiven Jahresüberschuss von 48,3 Mio. DM auszuweisen. Derartige Sondererträge sind für das laufende Geschäftsjahr 1999 jedoch nicht zu erwarten. Nachdem im ersten Halbjahr bei einem Umsatz von 6,4 Mrd. DM ein operativer Verlust von 109,7 Mio. DM ausgewiesen wurde, ist auch für 1999 mit einem tiefroten Abschluss zu rechnen.

Noch schlimmer gar ist die Tatsache, dass Spar im wettbewerbsintensiven Einzelhandelsumfeld in die Defensive zurückgefallen ist. In einem Umfeld, in dem das Management eigentlich alle Kräfte auf die Entwicklung innovativer Ideen und die Umsetzung betriebswirtschaftlicher Optimierungsmaßnahmen verwenden müsste, werden bei Spar erhebliche Kapazitäten für Aufräumarbeiten gebunden. Auch im Vergleich zu Mitbewerbern dürfte Spar somit weiter zurückfallen und weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Die Spar-Aktie drängt sich vor diesem Hintergrund nicht gerade für eine Anlage auf. Wir raten dazu, das Papier zu meiden. Für eine Turnaround-Spekulation ist es zu früh.



Veröffentlichungsdatum: 17.11.1999 - 00:17
Redakteur: Apollo-Verlag
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