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HV-Bericht Eifelhöhen-Klinik AG - „Klein aber fein“: Klinikbetreiber mit einem KGV von 5

Zur diesjährigen Hauptversammlung lud die Eifelhöhen-Klinik AG, eine Betreibergesellschaft von Reha-Kliniken, ihre Aktionäre am 28. August 2002 in die Stadthalle in Bonn Bad-Godesberg ein. Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Hans Friedrich Dickel begrüßte die rund 250 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und teilte dann mit, dass Herr Dr. Küthmann zum 1. Mai 2002 zum Mitglied des Vorstands bestellt wurde. Nach der Erledigung der üblichen Formalien erteilte Herr Dickel dann dem Vorstandsvorsitzenden Arno Kuge das Wort.


Bericht des Vorstands



Herr Kuge begrüßte die Erschienenen ebenfalls sehr herzlich und bezeichnete das im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Ergebnis als das bislang beste in der Geschichte des Eifelhöhen-Konzerns. Dank der konsequenten Nutzung aller Chancen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Gesellschaft und des hohen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte dieses erfreuliche Resultat erzielt werden, mit dem man sich deutlich vom negativen Umfeld abkoppeln konnte.



Vor der Erläuterung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr berichtete Herr Kuge anlässlich seines fünfjährigen Wirkens im Vorstand der Eifelhöhen-Klinik AG über die wesentlichen Entwicklungen von 1997 bis zum Jahre 2002. Der Umsatz wird von 41 Mio. DM im Jahre 1997 auf rund 41 Mio. EUR im laufenden Geschäftsjahr zunehmen, und die Zahl der Einrichtungen hat sich von zwei Reha-Kliniken in Bonn und Marmagen sowie einer Minderheitsbeteiligung am Geriatrischen Zentrum Zülpich im Jahr 2002 um eine hochmodern ausgerüstete neurologische Reha-Klinik in Bad Wünneberg, eine ambulant/teilstationäre Rehabilitationseinrichtung in Düsseldorf sowie die 49prozentige Beteiligung an einem Akutkrankenhaus in Wetter (Ruhr) erhöht.



Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich von minus 6,313 Mio. EUR für das Jahr 1996 auf 1,870 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr, und das Eigenkapital konnte von 13,565 auf 16,633 Mio. EUR in 2001 gesteigert werden. Statt eines monatlichen Verlusts von rund 400 TEUR im Verlauf des Jahres 1997 konnte im Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr ein monatlicher Überschuss von 156 TEUR erwirtschaftet werden.



Anlässlich der Hauptversammlung im Jahre 1997 wurde zu Recht von verschiedenen Rednern angeführt, dass es andere, weitaus erfolgreichere Unternehmen in der Gesundheitsbranche gibt als die Eifelhöhen-Klinik AG. Rückblickend könne man nun feststellen, dass die Entwicklung bei den damals als Vorbildern angeführten Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren einschließlich der Kursentwicklung hinter der Eifelhöhen-Klinik zurückgeblieben ist, so Vorstandschef Kuge weiter.



Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte bei einem Umsatz im Konzern in Höhe von 25,92 (Vj.: 25,38) Mio. EUR ein EBITDA von 5,97 (Vj.: 5,596) Mio. EUR und ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,87 (Vj.: 1,491) Mio. EUR erwirtschaftet werden. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich dabei von 0,38 auf 0,46 EUR, und aus dem Jahresüberschuss von 1,862 (Vj.: 1,484) Mio. EUR soll an die Aktionäre eine Dividende in Höhe von 0,18 EUR je Aktie (Vj.: 0,16 EUR) ausgeschüttet werden. Das Eigenkapital stieg von 14,98 auf 16,54 Mio. EUR.



Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden wurde im Berichtszeitraum von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch gemacht und insgesamt 82.980 eigene Aktien erworben. Die Anschaffungskosten inklusive Nebenkosten betrugen dabei 350.588,48 EUR, und insgesamt wurde ein Anteil am Grundkapital in Höhe von 2,66 Prozent erworben. Der Erwerb der eigenen Anteile steht nach den Worten von Herrn Kuge im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aatalklinik Wünneberg GmbH, bei dem der Anteilsveräußerer einen Teil des Kaufpreises in Aktien erhalten hat.



Im zweiten Teil seiner Ausführungen zeigte der Vorstandsvorsitzende die möglichen Wachstumsperspektiven für die Gesellschaft in dem hochgradig reglementierten Branchenumfeld auf. Vor dem Hintergrund sinkender Fallpauschalen und einer abnehmenden Verweildauer, einhergehend mit schonenden Operationsverfahren bzw. bei gänzlicher Vermeidung von operativen Eingriffen durch andere Therapien, verliert die Bettenzahl für den wirtschaftlichen Erfolg einer Klinik an Bedeutung.



So genanntes "Wachstum ohne Betten" steht für die Nutzung von Marktchancen ohne eine Aufstockung der Bettenzahl. Als Beispiel hierfür führte Herr Kuge den nicht unerheblichen Anteil des Umsatzes der Bonner Kaiser-Karl-Klinik aus der ambulanten Versorgung an, der dort nicht zuletzt aus dem Bereich der traditionellen chinesischen Medizin herrührt.



Weiteres Potenzial wird in der Hebung von Rationalisierungsreserven im Gesundheitssystem gesehen. Durch die bessere Bearbeitung der Schnittstellen zwischen ambulanter, weit überwiegend kassenärztlicher und akutstationärer Versorgung sowie der besseren Verknüpfung von Rehabilitation, Pflege und Akutmedizin unter besonderer Berücksichtigung des Arbeits- und Wohnumfelds des Patienten können nach Einschätzung des Vorstands weitere Impulse gewonnen werden. Lösungskonzepte für die beiden angeführten Verfahrensweisen werden im Krankenhaus Wetter sowie in der REHA Düsseldorf derzeit erarbeitet.



Mittelfristig könnte sich auch die Einführung sogenannter Komplexpauschalen, die vergütungstechnisch sowohl die Akutversorgung wie auch die sich anschließende Rehaleistung beinhalten, positiv auswirken. Für die Gruppe der Privatversicherten und der Selbstzahler müssen nach Einschätzung von Vorstand Kuge attraktive Angebote für diese Zielgruppe geschaffen werden, wie es zum Beispiel in der Kaiser-Karl-Klinik bereits praktiziert wird. Eine Verbesserung der Marktstellung und eine damit einhergehende Steigerung des Gewinns ist nach Einschätzung des Vorstands nur in Form horizontalen und vertikalen Wachstums und durch "sinnvolle Kettenbildung" zu erzielen.



Mögliche Entwicklungsrisiken bestehen nach Meinung des Vorstands in der ökonomisch eher fragwürdigen "Gesundheitsreform-Hektik", deren Bestimmungen marktwirtschaftlich zumeist nicht nachvollziehbar sind, der angespannten Finanzlage der durch Arbeitseinkommen finanzierten Krankenkassen und in den geringen Gestaltungsspielräumen bei Verträgen mit diesen Kostenträgern sowie dem geringen Rationalisierungspotenzial im personalintensiven medizinischen Dienstleistungssektor.



Mit dem bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2002 zeigte sich Herr Kuge bezogen auf die Kaiser-Karl-Klinik, die Aatalklinik und das Krankenhaus in Wetter (Ruhr) zufrieden, da sich diese Häuser im Rahmen der Planungen und Erwartungen bewegen. Die REHA Düsseldorf hat, bedingt durch die sehr "zähe Bewilligungspraxis einiger Kostenträger", bislang noch nicht die Gewinnzone erreichen können. Dank einer Vereinbarung mit der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) vom 5. August 2002 erwartet die Verwaltung den Break-Even in Düsseldorf für spätestens Anfang 2003.



Für das Gesamtjahr 2002 rechnet der Vorstandsvorsitzende, bedingt durch die Verluste bei der REHA Düsseldorf, mit einem unter dem Vorjahr liegenden Konzernergebnis im Bereich von 1,1 bis 1,3 Mio. EUR. Ab dem Jahr 2003 erwartet die Verwaltung im Rahmen weiterer Akquisitionsschritte und des Break-Even bei der REHA Düsseldorf wieder Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis gegenüber den Vorjahren.


Allgemeine Aussprache



Als erster Redner meldete sich Herr Heise, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), zu Wort und erkundigte sich, wie auch weitere Redner nach ihm, nach Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Erwerb der 70prozentigen Beteiligung an der Aatalklinik. Die Klinik in Bad Wünnenberg ist nach Angabe von Herrn Kuge im Jahre 1996 mit einer Bettenzahl von 240 in Betrieb genommen worden. Der medizinische Schwerpunkt liegt im Bereich der neurochirurgischen und neurologischen (z.B. Schlaganfall-Patienten) Rehabilitation, ferner ist die Aatalklinik Zentrum für interdisziplinäre Frührehabilitation.



Die Mehrzahl der Patienten befindet sich bei ihrer Aufnahme in der Aatalklinik, bedingt durch Miterkrankungen, noch in der so genannten Akutphase, was insgesamt zu einer höheren Verweildauer in der Einrichtung führt. In der Gesamtheit handelt es sich bei den gewählten Schwerpunktbereichen um alterstypische Krankheitsbilder, so dass in der Zukunft nach Einschätzung von Herrn Kuge mit einer Zunahme der Fallzahlen zu rechnen ist.



Der Umsatz der Aatalklinik beträgt nach Vorstandsangabe rund 14 Mio. EUR, der nachhaltige Ertrag liegt bei etwa 500 TEUR pro Jahr. Der Kaufpreis lag bei etwa 4 Mio. DM und wurde teilweise in Form von Aktien beglichen. Zur Finanzierung wurde ferner ein Darlehen im Volumen von 1 Mio. EUR aufgenommen.



In einem weiteren Fragenkomplex beschäftigte sich Herr Heise mit der vom Vorstand in dessen Ausführungen dargelegten Strategie des "Wachstums ohne Betten". In diesem Zusammenhang interessierte Herrn Heise insbesondere, inwieweit gegebenenfalls auch ein Einstieg in den Akutbereich interessant sein könnte. Hierzu führte Herr Kuge aus, die Verwaltung habe genau analysiert, welche Märkte von der Eifelhöhen-Klinik angegangen werden sollen. Vor dem Hintergrund der dramatischen Kostenentwicklung und des mangelnden Finanzrahmens der Kassen erscheint der Verwaltung ein verstärkter Einstieg in den Akutbereich als sehr problematisch und daher nicht attraktiv.



Vielmehr sei es wichtig, die vorhandenen Standorte durch spezielle Zusatzangebote aufzuwerten und gegebenenfalls weitere attraktive Standorte im Reha-Bereich zu erwerben. Diese Maßnahmen dienen zur Sicherstellung einer "Brot und Butter-Versorgung", jedoch noch nicht zu einer nachhaltigen Steigerung der Ertragssituation. Zur Verbesserung der Gewinnsituation soll der Bereich der Selbstzahler und Privatversicherten verstärkt erschlossen werden. Ebenfalls angestrebt ist ein Ausbau der Stellung im Segment der absoluten Hochleistungssysteme für die Gruppe der wohlhabenden Selbstzahler, deren Zahlungsbereitschaft zumeist deutlich höher ausgeprägt ist als diejenige der Privatpatienten.



Auf die Frage nach der Dauer der Vorstandsbestellung von Herrn Kuge antwortete der Aufsichtsratsvorsitzende, dass diese in der Zwischenzeit prolongiert wurde und bis zum Jahr 2004 läuft.



Im Anschluss erkundigte sich Herr Zühlke als Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) im Zusammenhang mit dem künftigen Wachstum, inwieweit der Einstieg in den Bereich der ambulanten Dienste eine mögliche Variante darstellen könnte. Ferner erkundigte sich der SdK-Vertreter nach den Hintergründen der Trennung von der Beteiligung an der IPN und nach den Auswirkungen dieser Transaktion auf das Zahlenwerk der Eifelhöhen-Klinik AG.



Hierauf erwiderte Herr Kuge, ein Einstieg in den Bereich der Altenpflege sei durchaus überlegenswert. Die IPN ist nach Angaben von Herrn Kuge in den Bereichen Ausarbeitung von Testverfahren sowie Entwicklung von Geräten und Software aktiv. Mit ein Grund für die Veräußerung war nach seinen Worten der Wechsel von einigen Schlüsselpersonen im Nachgang des Beteiligungserwerbs durch die Gesellschaft. Personelle Wechsel wirken sich insbesondere bei jungen und innovativen Gesellschaften deutlich merkbar aus. Bei der Veräußerung der Beteiligung an der IPN konnte ein Buchgewinn in Höhe von 60 TEUR realisiert werden.



Des Weiteren erkundigte sich Herr Zühlke nach den Hintergründen für die im Berichtsjahr leicht rückläufige Belegungszahl in der Klinik in Marmagen. Nach Angabe des Vorstandsvorsitzenden verringerte sich die durchschnittliche Verweildauer in den vergangenen 5 Jahren von 32 auf 25 Tage, was der Belegung von 80 Betten entspricht. Daneben habe man seit längerem mit deutlich sinkenden Margen zu kämpfen. Das Ergebnispotenzial der Klinik in Marmagen bezifferte Herr Kuge auf rund 500 TEUR pro Jahr. Des Weiteren verwies Herr Kuge darauf, dass die Belegungszahl alleine kein Kriterium für die Profitabilität einer Klinik darstellt und eine Klinik bei geringerer Belegung durchaus einen höheren Grad an Profitabilität aufweisen kann.



Ein weiterer Fragenkomplex von Herrn Zühlke beschäftigte sich mit der REHA Düsseldorf und den weiteren Aussichten dieser Beteiligung. Nach Angabe der Verwaltung wurden im Jahresabschluss aus Vorsichtsgründen Abschreibungen vorgenommen. Der Einstieg erfolgte in Form eines Asset-Deals, bei dem aus der Insolvenzmasse die erforderlichen Geräte und die Ausstattung für rund 2 Mio. DM übernommen wurden. Für den Aufbau aus eigener Kraft hätte man einen Betrag von etwa 5 Mio. DM aufwenden müssen.



Aufgrund der derzeit noch zu verzeichnenden Unterauslastung ist auch das vorhandene Personal nicht voll ausgelastet. Reduzierungen sind nach Angabe von Herrn Kuge dennoch nicht möglich, da eine Mindestvorhaltung von Personal und Ärzten pro 20 Plätze vorgeschrieben ist und man andernfalls Gefahr liefe, die Zulassung zu verlieren. Im Jahr 2001 wurde bei dieser Gesellschaft ein Verlust von 450 TEUR ausgewiesen, für das laufende Jahr erwartet der Vorstandsvorsitzende einen Fehlbetrag von rund 900 TEUR. Der Break-Even soll spätestens zu Beginn des Jahres 2003 erreicht werden.



Im Zusammenhang mit der Beteiligung der Neue Pergamon an der Eifelhöhen-Klinik AG erkundigte sich Herr Zühlke nach der Art einer möglichen Kooperation mit dem "Schachtelaktionär". Nach Angabe der Verwaltung funktioniert die Zusammenarbeit gut, die Schwerpunkte der Neue Pergamon liegen im Akut-Bereich, während die Eifelhöhen-Klinik bekanntermaßen im Reha-Bereich aktiv ist.



Als Nächster erkundigte sich Aktionär Buhlmann nach der Art und Weise der "Patientenakquise" aus den Akutkliniken. Diese erfolgt nach Vorstandsangabe stark regional ausgerichtet. So habe man feste Vereinbarungen mit einer ganzen Reihe von Kliniken, die ihre Patienten zur Rehabilitation in Häuser der Eifelhöhen-Klinik AG schicken. Basis für eine hohe Auslastung ist darüber hinaus nach Aussage von Herrn Kuge natürlich das hohe Qualitätsniveau der eigenen Häuser.



Des Weiteren erkundigte sich Herr Buhlmann nach dem aktuellen Stand des "China-Projekts", welches sich in der Bilanz mit einer Abschreibung ausgewirkt hat. Hintergrund dieser Initiative war nach Aussage des Vorstands der Import der traditionellen chinesischen Medizin nach Deutschland, die unter anderem in der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn angeboten wird.



Weitere Überlegung war der Export der deutschen Medizin nach China, dort sollte eine Klinik nach deutschem Vorbild errichtet werden. Dieses Projekt habe man aufgrund der fehlenden Finanzierung zurückgestellt. Über das Abschreibungsvolumen von 86 TEUR hinaus ist nach Aussage von Herrn Kuge mit keinen weiteren Risiken aus dem China-Projekt zu rechnen, dennoch sind nach seiner Einschätzung für die Zukunft noch interessante Potenziale aus der Zusammenarbeit zu erwarten.



Im Hinblick auf die Beteiligung an der Klinik in Wetter (Ruhr) erkundigte sich Herr Buhlmann nach dem aktuellen Projektstand. Herr Kuge betonte, dass es sich bei der Beteiligung um eine Minderheitsbeteiligung handelt, bei der auch die operative Führung in den Händen des Mehrheitsgesellschafters liegt. Für den weiteren Ausbau liegen Zusagen über Mittel der Gesellschafter in Höhe von 2 Mio. DM vor, zudem laufen derzeit die Anträge zur Bewilligung von Fördermitteln. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Verwaltung eine schwarze Null. Der vorliegenden Analystenschätzung von HPS Research, in der für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatz von 42 Mio. EUR im Konzern erwartet wird, wurde auf Nachfrage seitens der Verwaltung nicht widersprochen.



Aktionär Kratz erkundigte sich nach möglicherweise geplanten weiteren Zukäufen, auch im Akutbereich, in der Zukunft. Als konkretes Beispiel nannte er die anstehende Privatisierung von Kliniken in Köln. Vorstandschef Kuge beantwortete diese Frage mit einem klaren "Nein". Ferner mahnte Herr Kratz eine verstärkte und zeitnähere Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft an. Vorstandschef Kuge pflichtete dem Fragesteller dahin gehend bei, dass die Finanzkommunikation noch nicht ausreichend ausgeprägt sei, und kündigte Verbesserungen an. Der Vorstand betonte jedoch, man dürfe sich von derartigen Maßnahmen auch keine Wunder erhoffen.


Abstimmungen



Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache gegen 16:50 Uhr wurde die Präsenz mit 1.433.873 Aktien oder 45,96 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtlichen Beschlussvorlagen stimmte die Hauptversammlung mit sehr großer Mehrheit bei zumeist nur wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen zu.



Im Einzelnen wurde abgestimmt über die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,18 EUR je Stückaktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl von Herrn Werner Severin als Nachfolger des bisherigen AR-Vorsitzenden Hans Friedrich Dickel in den Aufsichtsrat (TOP 5), eine Satzungsänderung zur Glättung des Grundkapitals (TOP 6), weitere Satzungsänderungen zum Unternehmensgegenstand und der gesetzlichen Vertretung des Unternehmens (TOP 7), die Zustimmung zu einem Unternehmensvertrag mit der Kaiser-Karl-Klinik GmbH (TOP 8), die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 9) sowie die Wahl der Steuerberatung Kurt Heller GmbH zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2002 (TOP 10).



Im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung dankte der frühere Vorstand Dr. med. Lothar Watrinet dem scheidenden langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Friedrich Dickel für dessen Verdienste um die Eifelhöhen-Klinik AG.


Fazit



Die Eifelhöhen-Klinik AG gehört zu den kleineren börsennotierten Klinikunternehmen am deutschen Kapitalmarkt, verfügt jedoch über eine ausgesprochen hohe Ertragskraft, wie die positive Entwicklung und das Übertreffen der Planungen im Jahre 2001 belegen. Positiv ist zu werten, dass sich die Gesellschaft sehr gut von der Krise in der Reha-Branche in den Jahren 1996 bis 1998 erholen konnte und seit 1998 ein jährlich steigendes Ergebnis je Aktie vermelden konnte. Ein deutlicher Wachstumssprung dürfte sich im laufenden Jahr aus dem Erwerb der 70prozentigen Beteiligung an der Aatalklinik ergeben.



Interessant und für den Anleger als durchaus lukrativ könnte sich die in absehbarer Zeit wohl erforderliche kapitalmäßige Neupositionierung auswirken, die zur Umsetzung der mittelfristigen Expansion der Unternehmensgruppe notwendig werden wird. Neue Impulse könnten sich auch aus der Rolle des neuen Großaktionärs Neue Pergamon ergeben, der über die erforderliche Expertise verfügt und sicherlich auch ein strategisches Interesse bei der Eifelhöhen-Klinik besitzt, wobei er voraussichtlich versuchen wird, dieses auch umzusetzen.



Beim gegenwärtigen Kursniveau von rund 4 EUR errechnet sich auf Basis der diesjährigen Planungen ein KGV von rund 5 und eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent. Anhand dieser Daten wird deutlich, dass die Aktie mittelfristig noch über ein attraktives Aufwärtspotenzial verfügen dürfte. Um dieses zweifelsohne vorhandene Potenzial dem Kapitalmarkt zu vermitteln und um diesen schlussendlich auch wieder zur Generierung weiteren Eigenkapitals nutzen zu können, ist in der Zukunft ein verstärkter Auftritt in der Financial Community nötig. Angesichts der geringen Börsenumsätze ist bei möglichen Dispositionen in jedem Fall eine Limitierung anzuraten.


Kontaktadresse



Eifelhöhen-Klinik AG
Dr.-Konrad-Adenauer-Straße 1
53947 Nettersheim-Marmagen



Tel.: 02486 / 71 - 348
Fax: 02486 / 71 - 555



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Veröffentlichungsdatum: 03.09.2002 - 15:11
Redakteur: ala
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