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HV-Bericht FAHR Beteiligungen AG - Konsequenter Ausbau zur Beteiligungsholding der Grundstoffindustrie

Zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung lud die FAHR Beteiligungen AG ihre Aktionäre am 28. Mai 2003 in den Rotonda Business Club in Köln ein. Rund 30 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, folgten dieser Einladung, um sich über die aktuellen Entwicklungen bei der FAHR Beteiligungen AG zu informieren.



Der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Zilkens begrüßte die Erschienenen sehr herzlich und erteilte nach Erledigung der einleitenden Formalien sowie dem Gedenken an die Verstorbenen dem Vorstandsvorsitzenden Heinz Peter Heinen das Wort.




Vorstandsrede



FAHR-Vorstandschef Heinen begrüßte die Erschienenen ebenfalls herzlich und gab einleitend einen kurzen Überblick über die Highlights des abgelaufenen Geschäftsjahres. Dies waren der Baubeginn des Zellstoffwerks in Arneburg, die Gewährung einer Landesbürgschaft an die Tochtergesellschaft KHD Humboldt Wedag AG sowie die Erhöhung des Kapitals der FAHR, die zu einem Anstieg der Eigenkapitalquote auf 26,2 Prozent führte.



Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die FAHR Beteiligungen AG erstmals einen Konzernabschluss für ein volles Geschäftsjahr aufgestellt, war eine nur sehr bedingte Vergleichbarkeit mit den Vorjahresdaten ermöglicht. Der Konzernumsatz belief sich auf 141,9 (Vorjahr: 122,6) Mio. Euro, wovon 126,8 Mio. Euro auf den Bereich Industrieanlagenbau und die übrigen 15,1 Mio. Euro auf den Bereich Immobilien entfielen. Der Konzernjahresüberschuss belief sich trotz des schlechten konjunkturellen Umfeldes auf 1,04 (Vorjahr: 2,396) Mio. Euro und liegt nach Vorstandsangabe im Rahmen der ursprünglichen Planungen. Zu berücksichtigen ist jedoch die Belastung durch die Kosten der Kapitalerhöhung.



Durch die Kapitalmaßnahme hat sich das Eigenkapital im Konzern von 23 Mio. Euro im Jahr 2001 auf nunmehr 35,8 Mio. Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich hierdurch von 17 auf 26,2 Prozent. Mit dieser Quote genügt die Gesellschaft nach Aussage von Herrn Heinen nicht nur den allgemeinen Eigenkapitalanforderungen in der Branche, sondern ist auch bestens für die BASEL II Grundsätze gerüstet. Die liquiden Mittel im Konzern erhöhten sich im Berichtsjahr von 35,1 auf 37,6 Mio. Euro. Bezüglich weitergehender Informationen zum Jahresabschluss verwies der Vorstand auf den Geschäftsbericht der Gesellschaft, der im Internet unter www.fahr-ag.de abgerufen werden kann.



Das Geschäft im Bereich Industrieanlagenbau (KHD Humboldt Wedag AG) ist nach Vorstandsangabe abhängig von der internationalen Entwicklung der Märkte für Kohle und Zement und war im vergangenen Jahr bedingt durch die weltweit schwache Konjunktur erneut durch Stagnation gekennzeichnet. Die in der Vergangenheit vorherrschende Tendenz zur immer stärkeren Konzentration bei den global agierenden Zementherstellern hat sich im Jahr 2002 deutlich abgeschwächt. Die nun erfolgende finanzielle Konsolidierung wirkt sich laut Herrn Heinen nicht belebend auf die Nachfrage nach neuen Anlagen aus.



Im Inland ist bedingt durch die schwache Baukonjunktur auch von Kapazitätsstilllegungen zu berichten, ein Umstand, der sich negativ auf das After-Sales-Geschäft ausgewirkt hat. Auf den Märkten in China und Indien ist nach Verwaltungsangabe trotz einer Beeinträchtigung durch SARS eine stetiger Nachfrageanstieg zu beobachten.



Bei den Bergbaumaschinen besteht nach wie vor eine rege Nachfrage. Insbesondere zum Ende des vergangenen Jahres war laut Verwaltung ein deutlicher Anstieg der aussichtsreichen Projekte in Russland und China zu verzeichnen. Der in Indien einsetzende Trend zu einem höheren Anteil aufbereiteter Kohle für den Einsatz in Kraftwerken dürfte sich mittelfristig ebenfalls positiv auf der Nachfrageseite auswirken. Bedingt durch verlängerte Vorlaufzeiten für die Projekte musste im Berichtsjahr dennoch ein Auftragsrückgang hingenommen werden.



Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,8 Mio. Euro. Diese wurden laut Vorstand insbesondere in Projekte investiert, die zu Energieeinsparungen, Ressourcenschonung, Reststoffverwertung, Klimaschutzverbesserungen sowie der Reduzierung von Schadstoffemissionen führen. Die besondere Expertise bei der Stickoxydabsenkung sowie der Verwertung von Sekundärbrennstoffen im Zementprozess haben in 2002 zu einem Auftrag eines norwegischen Kunden für die Umrüstung einer bestehenden Anlage für die Verwendung von Sekundärrohstoffen geführt.



Ferner wurde im Berichtsjahr die Entwicklung der COMPACT MILL ® als ein neuartiges und kostengünstiges Mahlaggregat in der Zementtechnik fortgesetzt. Die Versuche im konzerneigenen Technikum haben die Erwartungen erfüllt. Neben der Entwicklung neuartiger Verfahrenstechniken hat KHD im abgelaufenen Geschäftsjahr auch verfahrenstechnische und konstruktive Optimierungsentwicklungen bei der Brenn- und Zerkleinerungstechnik sowie der Weiterentwicklung der dazugehörenden IT-Systeme durchgeführt.



Mittel- bis langfristig erwartet der Vorstand eine deutliche Nachfragebelebung bei den Zementanlagen insbesondere in den Regionen China, Indien und naher Osten. Eine aktuelle Studie des Batelle Institutes hat bis zum Jahr 2020 einen Anstieg des Zementvebrauchs von bis zu 100 Prozent prognostiziert. Neben dem allgemeinen Nachfrageanstieg erwartet die Verwaltung zusätzliches Potential für KHD durch die Zusammenarbeit mit der MFC Bankcorp Ltd. und die von dieser angebotenen besonderen Formen der Finanzierung.



Die Entwicklung im Geschäftsfeld Immobilien war geprägt durch das Financial Closing und den Baubeginn des Zellstoffwerkes im Industriepark der AIG Altmark Industrie AG in Arneburg am 30. August 2002. Durch den Baubeginn des Zellstoffwerkes konnte gegenüber der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) sowie der Deutschen Kreditbank AG der erforderliche Nachweis geführt werden, der zur Befreiung der AIG von Verbindlichkeiten im Volumen von 5,1 Mio. Euro geführt hat.



Im Zuge des Financial Closing bei der Zellstoff Stendal GmbH hat sich die AIG mit 7 Prozent am insgesamt 100 Mio. Euro umfassenden Eigenkapital der Gesellschaft beteiligt. Mit der Aufnahme des Dauerbetriebes des Zellstoffwerkes wird zum Jahresende 2004 gerechnet, über den Baufortschritt kann man sich auf der Webseite der Zellstoff Stendal GmbH mittels einer Webcam informieren. Der Direktlink lautet http://www.zellstoff-stendal.de/Index.cfm/mode/web_cam.htm.



Ferner hat sich die AIG Altmark Industrie AG im vergangenen Dezember an drei Grundstücksgesellschaften mit jeweils 19,6 Prozent beteiligt und diesen jeweils ein Grundstück im Wert von insgesamt 11,6 Mio. Euro verkauft. Diese Grundstücke sind als Betriebsflächen für die Zulieferung und Verwertung von Zellstoff-verwandten Produkten vorgesehen.



In den kommenden Monaten und Jahren steht die Verbesserung der Infrarstruktur des Gewerbeparks (z.B. Straßenanbindung, Gleisanschlüsse, Elb-Hafen und Energieversorgung) im Vordergrund, für die der Stadt Arneburg Mittel im Volumen von rund 30 Mio. Euro zufließen. Daneben wird sich die AIG um die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe bemühen. Konkret in der Umsetzung befindet sich bereits ein Großsägewerk, eine thermische Abfallbehandlungsanlage sowie die Tissue Herstellung. Bedingt durch diese Bemühungen wird der Abschluss des Jahres 2003 laut Vorstand mit weiteren Anlaufkosten belastet sein.



Der Start ins laufende Jahr ist gekennzeichnet durch das schlechte konjunkturelle Umfeld, welches für den unter den Planungen liegenden Anstieg des Auftragseinganges von 32,2 (Vorjahr: 27,4) Mio. Euro verantwortlich ist. Abrechnungsbedingt liegen die Umsatzerlöse mit 17,6 Mio. Euro ebenfalls unter dem Planwert von 25,3 Mio. Euro, auf der Ergebnisseite bewegt man sich laut Vorstand mit einem Verlust von 3,2 Mio. Euro im Rahmen der Planungen. Insgesamt erwartet der Vorstand durch das Inkrafttreten zweier bereits unterschriebener Aufträge im Gesamtvolumen von 70 Mio. Euro einen über dem Vorjahr liegenden Auftragseingang.




Allgemeine Aussprache



Ein Aktionär erkundigte sich im Zusammenhang mit der letztjährigen Kapitalerhöhung nach den hierfür angefallenen Kosten. Vom Vorstandsvorsitzenden wurden diese auf rund 20 Prozent des eingeworbenen Kapitals beziffert. In dieser Summe sind nach Verwaltungsangabe sämtliche im Zusammenhang mit der Kapitalmaßnahme entstandenen Kosten enthalten, also auch solche für die Rechtsberatung sowie die notwendige Due Dilligence.



Aktionär Brandes erkundigte sich nach den Zielsetzungen von MFC Bankcorp Ltd. als neuem Großaktionär der FAHR Beteiligungen AG. Vorstandschef Heinen erklärte hierzu, dass MFC kein Gesellschafter bei FAHR ist, korrekt ist es jedoch, dass die Sasamat Capital Corporation, Vancouver, Kanada zu über 25 Prozent am Kapital der Gesellschaft beteiligt ist. Der Kontakt zu Sasamat und dem jetzigen FAHR-Aufsichtsratsmitglied und Präsident von MFC Bankcorp Michael J. Smith ist durch das Zellstoffwerkprojekt entstanden. Vor diesem Hintergrund ist auch die Investition von Sasamat bei der FAHR Beteiligungen AG zu werten, so Herr Heinen weiter.



Eine weitere Frage aus dem Aktionärskreis beschäftigte sich mit den neuen Finanzierungsformen, die der FAHR-Tochtergesellschaft KHD Humboldt Wedag AG durch die Zusammenarbeit mit MFC zur Verfügung stehen. Nach Vorstandsangabe handelt es sich dabei um Finanzierungen über Commodity-Trades oder direkte Vorfinanzierungen, die in Zusammenarbeit mit dem Partner MFC Bankcorp Ltd. Vorgenommen werden können und die sich insbesondere bei kleineren und mittelständischen Kunden von KHD als Wettbewerbsvorteil darstellen. Daneben verfügt MFC dank seiner Expertise als Merchant Bank auch über Möglichkeiten, Devisenprobleme bei Geschäften mit afrikanischen und asiatischen Ländern zu lösen.



Herr Steinhauer erkundigte sich nach den künftig geplanten Aktivitäten im Investor-Relations-Bereich. Zufrieden zeigte er sich mit der inzwischen gewährleisteten zeitnahen Quartalsberichterstattung, die über die Homepage der Gesellschaft abrufbar ist.



Vorstand Zimmermann erläuterte, dass man in den vergangenen eindreiviertel Jahren damit beschäftigt war, die jetzt bestehende Holding-Struktur aufzubauen und dies mit den vorhandenen Ressourcen zu bewerkstelligen. Befragt nach dem Zeitpunkt für den geplanten Wechsel in den amtlichen Markt führte Herr Zimmermann aus, dass man derzeit mit der Einführung von SAP/R3 die notwendigen Grundlagen schafft, um den Anforderungen an die Berichterstattung von Unternehmen mit einer Amtlichen Börsennotiz zu erfüllen. Daneben bereite man die Einführung der Bilanzierung nach IAS vor, die in 2004 oder 2005 erfolgen soll.



Im Zusammenhang mit der geplanten Bilanzierung nach IAS erkundigte sich ein weiterer Aktionär nach möglichen außerordentlichen Effekten aus der Umstellung auf IAS. Nach Vorstandsangabe sind diese nicht zu erwarten. Ein Änderungsschwerpunkt wird jedoch in der unterschiedlichen Form der Auftragsabrechung liegen. Nach HGB werden die Umsätze erst nach Fertigstellung einer Anlage und deren Auslieferung erfasst, bei IAS erfolgt die bilanzielle Erfassung nach der „percentage of completion“-Methode, d.h. abhängig von bestimmten Fortschritten bei der Erstellung der Anlagen werden bereits Umsätze in der Bilanz ausgewiesen.



Hierdurch wird sich laut Vorstand nach der Umstellung auf IAS eine Verstetigung der Umsatzerlöse ergeben und die derzeit noch vorhandenen deutlichen Schwankungen bedingt durch den Auslieferungszeitpunkt der Großaufträge künftig entfallen. Daneben hat die Verwaltung im Bereich der Pensionsverpflichtungen einen möglichen Anpassungsbedarf ausgemacht, dieser kann jedoch aktuell noch nicht genau beziffert werden, so Vorstand Zimmermann weiter.



Auf die Frage nach der Absicherung von Währungsschwankungen insbesondere im Zusammenhang mit der aktuellen Dollarschwäche erklärte der Vorstand, dass man bei FAHR keine Währungsspekulationen betreibt. Angesichts der zum Teil geringen Fertigungstiefe ist es möglich, einen großen Teil der Kosten in den US-Dollar zu verlagern und so von der aktuellen Schwäche zu profitieren. Die nicht verlagerbaren Anteile werden entsprechend abgesichert. Aktuell wirkt sich die US-Dollar-Schwäche noch nicht belastend aus, da die Akzeptanz des Euro auch auf dem chinesischen und anderen Märkten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist.




Abstimmungen



Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache gegen 10:50 Uhr wurde die Präsenz mit 10.639.077 Aktien oder 73,83 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen wurden ohne Gegenstimmen verabschiedet. Bei der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat waren jeweils 660.000 Enthaltungen zu verzeichnen.



Im Einzelnen wurden die folgenden Beschlüsse gefasst: der Vortrag des Bilanzverlustes in Höhe von 3.337.139,59 Euro auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 5), die Anpassung der Unternehmenssatzung an die Erfordernisse der Corporate Governance Regelungen (TOP 6), die Wahl der Herren Jim Carter, Robert Demers und John Mussacchio in den Aufsichtsrat der Gesellschaft (TOP 7), sowie die Wahl der Rödl & Partner GmbH, Köln zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2003 (TOP 8).




Fazit



Nach der Wiederbelebung der jahrelang inaktiven Maschinenfabrik Fahr im Jahre 2001 konnten im vergangenen Geschäftsjahr weitere wichtige Fortschritte erzielt werden. Zu nennen ist hier neben dem Baubeginn des Zellstoffwerks im Industriepark der Tochtergesellschaft AIG Altmark Industrie AG in Arneburg vor allem die Landesbürgschaft an die Tochter KHD Humboldt Wedag AG sowie die Erhöhung des gezeichneten Kapitals um 13,8 Millionen Euro im vergangenen Dezember.



Insbesondere die letzten beiden Punkte führen zu einer deutlich besseren Kapital- und Risikostruktur des FAHR-Konzerns, der nach wie vor in nicht unerheblichen Maße vom sehr zyklischen Großanlagengeschäft der Tochtergesellschaft KHD Humboldt Wedag AG abhängig ist. Durch den Baubeginn in Arneburg dürfte sich jedoch im laufenden Jahr auch die Nachfrage nach Flächen bei der AIG erhöhen und damit die Potentiale im Immobilien- und Beteiligungsbereich deutlich hervortreten. Bis jedoch aus diesem Geschäftsfeld nennenswerte und vor allem laufende Ergebnisbeiträge resultieren, wird das Zahlenwerk des FAHR-Konzerns durch weitere Anlaufkosten belastet werden.



Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist nunmehr jedoch eine ausreichende Kapitalausstattung des Unternehmens gegeben. Die deutlichen Fortschritte der vergangenen Monate lassen den Zeitpunkt näher rücken, an dem sich die Aktionäre auf die Erträge aus den getätigten Investitionen und der konsequenten Ausrichtung als Beteiligungsholding der Grundstoffindustrie freuen können.




Kontaktadresse



FAHR Beteiligungen AG
Dillenburger Straße 69
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Email: [email protected]
Internet: www.fahr-ag.de




Ansprechpartner Investor Relations:



Klaus Jürgen Schweinshaupt



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Veröffentlichungsdatum: 29.05.2003 - 23:54
Redakteur: ala
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