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MediClin: Weiterführung von Compact04 mit organisatorischen und personellen Veränderungen - Vorstandsvorsitzender verlässt das Unternehmen

Der Aufsichtsrat der MediClin AG hat in seiner gestrigen Sitzung über organisatorische, strukturelle und personelle Veränderungen entschieden. Kernelemente der Neuausrichtung sind ein Restrukturierungspaket zum nachhaltigen Turnaround ergebnisschwacher Kliniken und die Ergänzung neuer Geschäftsaktivitäten.

Geschäftsumbau in ergebnisschwachen Kliniken bei temporärer Entlastung von Mietverpflichtungen

In neun von 22 Rehabilitationseinrichtungen haben die bisher umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen bei einer allgemein schwierigen Gesamtwirtschaftslage und daraus resultierender Nachfragezurückhaltung nicht den gewünschten schnellen und nachhaltigen Erfolg gebracht. Trotz partieller Fortschritte ist nach Unternehmensangaben hier ein Turnaround nur mit einer längerfristig angelegten Verschiebung von Geschäftsschwerpunkten sicherzustellen. Ein Kernelement der weiteren Restrukturierung in den ergebnisschwachen Kliniken ist eine fokussierte Ausrichtung auf das regionale medizinische Versorgungsnetz. Hierzu gehören unter anderem Vereinbarungen mit regionalen Leistungspartnern einerseits - wie z.B. Ärzten, Krankenhäusern, ambulanten therapeutischen Diensten - und Krankenkassen andererseits zur integrierten Versorgung von Patienten über abgestimmte Behandlungspfade. Im Rahmen solcher integrierten Versorgungsmodelle sieht der Vorstand gute Chancen für eine Belegungssteigerung und damit Umsatzausweitung in den kommenden Jahren. Im Geschäftsjahr 2004 wurden bereits 12 Modelle mit Krankenkassen vertraglich vereinbart. Darüber hinaus wird der Ausbau des neuen Geschäftsbereichs Pflege intensiviert und um ausgewählte Standorte erweitert. Die seit April 2004 in Betrieb genommenen Einrichtungen haben innerhalb kurzer Anlaufzeit eine Belegung von circa 40 Prozent erreicht. Der Konzern plant noch in diesem Jahr eine Ausweitung der Pflegekapazitäten um 117 Betten. Dafür wurde ein Investitionspaket in Höhe von 1,8 Mio. EUR genehmigt. Dem positiven Anlauf entsprechend ist in 2005 mit einem Umsatz-beitrag der Pflege von insgesamt acht Millionen Euro zu rechnen. Der dritte Baustein zur Stabilisierung und Steigerung der Nachfrage ist die konsequente Ausweitung der von der MediClin entwickelten Programme für Selbstzahler, der sogenannten Plus-Programme. Unabhängig von der Finanzierung von Rehabilitationsmaßnahmen durch Kranken- und Rentenversicherungen sieht der Vorstand mittel- bis langfristig gute Chancen, die privat finanzierte Nachfrage nach medizinischen Leistungen in der Rehabilitation und in der medizinischen Vorsorge zu steigern. Im kommenden Jahr wird aus den Plus-Programmen ein Umsatzbeitrag von etwa zwei Millionen Euro erwartet. Um den Geschäftsumbau und die Neuausrichtung in den ergebnisschwachen Kliniken zu unterstützen, ist eine während der Neuausrichtung des Unternehmens begleitende substantielle Mietentlastung in Verhandlung. Der Mietvertragspartner hat dieser Zielsetzung im Grundsatz bereits zugestimmt. Die Umsetzung soll in den nächsten Monaten erfolgen.

Wechsel im Vorstand

Den Beginn einer weiteren Phase des Maßnahmenpakets Compact04 sowie die Weichenstellung für die nunmehr verabschiedete Neuordnung der Geschäftsstrukturen sieht Vorstandsvorsitzender Rainer J. Räsch als günstigen Zeitpunkt an, um die Amtsgeschäfte an einen geeigneten Nachfolger weiterzugeben. Er wird zum 31. Oktober 2004 aus dem Vorstand ausscheiden. Räsch ist Mitbegründer der MediClin, war acht Jahre im Vorstand tätig und hat das Unternehmen im Dezember 2000 erfolgreich an die Börse geführt. Rainer J. Räsch wird der MediClin auch in Zukunft aktiv verbunden bleiben. Als Nachfolger für Rainer J. Räsch hat sich der Aufsichtrat für Dr. Ulrich Wandschneider ausgesprochen. Dr. Wandschneider (43), promovierter Wirtschaftswissenschaftler, ist seit rund 17 Jahren für namhafte Beratungsunternehmen tätig und hat große Organisationen im Bereich Gesundheitswirtschaft operativ beraten. Aufgrund der Neuausrichtung des Vorstands und der damit einhergehenden Verkleinerung des Vorstandsgremiums auf zwei Mitglieder hat der Aufsichtsrat der Bitte des bisherigen operativen Vorstands Gerhard Becker entsprochen, aus dem Vorstand auszuscheiden.

Trotz Umsatzrückgängen im Rehabilitationsbereich deutliche Verbesserung der Ergebnissituation

Der Halbjahresbericht 2004 hat eine positive Entwicklung des Konzernergebnisses bereits sichtbar gemacht. Bei rückläufigem Halbjahresumsatz in Höhe von 175 Mio. EUR (VJ: 180 Mio. EUR) stieg das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 1,2 Mio. EUR. Das 3. Quartal 2004 wird vor dem Hintergrund der aktuellen Belegungssituation im Betriebsergebnis deutlich positiv sein. Das traditionell schwächere 4. Quartal wird nach Einschätzung des Vorstands operativ zwar besser als im Vorjahr ausfallen. Allerdings können die Ergebnisse des zweiten Halbjahres die Verluste aus dem ersten Halbjahr nicht mehr kompensieren, sodass der Vorstand für das Geschäftsjahr 2004 insgesamt einen Verlust erwartet. Für das kommende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand unter Berücksichtigung der beschlossenen Maßnahmen mit einem positiven Betriebsergebnis und einem positiven Jahresüberschuss.



Veröffentlichungsdatum: 10.09.2004 - 09:08
Redakteur: rpu
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