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HV-Bericht ALBIS Leasing AG - Dividende weiter auf 0,10 Euro angehoben

Am 2. Juli 2026 fand die 44. ordentliche Hauptversammlung der Albis Leasing AG für das Geschäftsjahr 2025 statt. Wie im Vorjahr fand das jährliche Aktionärstreffen in rein virtueller Form statt. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Die Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Kerstin Steidte-Schmitt eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 11 Uhr und begrüßte die teilnehmenden Aktionäre sowie die anwesenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Im Rahmen der Ausführungen wies sie auf den eingegangenen Gegenantrag hin. Dieser schlägt eine Reduzierung der Dividende vor. Nach dem Tod des Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Buchbender wurde im November 2025 Frau Dr. Steidte-Schmitt zur neuen Vorsitzenden gewählt und Herr Prof. Dr. Poll zum stellv. Vorsitzenden. Herr Prof. Dr. Barenkamp wurde im März 2026 per Gerichtsbeschluss in den Aufsichtsrat bestellt. Nach Abhandlung der ausführlichen Formalitäten und Modalitäten übergab Frau Dr. Steidte-Schmitt das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Der Vorstand Sascha Lerchl gab zunächst einen Rückblick auf das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2025. Dabei knüpfte das Jahr an das bereits starke Jahr 2024 an. Sowohl das Neugeschäft als auch die Marge wurden auf einem hohen Niveau weiterentwickelt. Dabei blieb die Ergebnisentwicklung in einem sehr anspruchsvollen Umfeld stabil. Dies war auch die Grundlage für eine weitere Dividendenerhöhung.

2025 konnte das Neugeschäft um 4 Prozent auf den neuen Rekordwert von 105,6 Mio. Euro gesteigert werden. Auch die prozentuale Marge verbesserte sich von 18,2 auf 19,0 Prozent. Das Konzernergebnis vor Steuern lag nur minimal verändert bei 5,7 Mio. Euro. Dies versetzte die Gesellschaft in die Lage, die Dividende um 11 Prozent auf 0,10 Euro anzuheben. Dies alles wurde getragen von einer starken Eigenkapitalbasis.

Im vergangenen Jahr stieg das Händler-/Herstellergeschäft um 8 Prozent auf 67 Mio. Euro. Die Marge verbesserte sich dabei von 14,7 auf 15,8 Prozent. Im Bereich E-Bike-Vermittler und EDEKA-Kaufleute entwickelte sich das Neugeschäft leicht rückläufig, die Marge stieg jedoch von 3,8 auf 4,2 Prozent, berichtete Herr Lerchl. Die Gesellschaft finanziert Small-Ticket-Lösungen im Bereich von 500 Euro bis 100 Tsd. Euro. Die durchschnittliche Objektgröße beläuft sich dabei auf rund 6 Tsd. Euro. Seit 2022 hat sich die Marge dabei von 13 auf 19 Prozent verbessert. Nach Meinung von Herrn Lerchl bleibt die Strategie von Albis auch in einem herausfordernden Umfeld tragfähig.

In den letzten Jahren hat Albis auch deutlich an der Profitabilität gearbeitet. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl reduzierte sich noch einmal um 8 Prozent. Im Gegenzug stieg die Marge pro Mitarbeiter deutlich an. Die weitere Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse schaffen die Grundlage für eine wachsende Skalierbarkeit. Zudem hat die Gesellschaft das Produkt- und Leistungsangebot ausgebaut. Die operative Steuerung legt den Fokus auf Profitabilität und Steigerung der Marge des Neugeschäfts. Nach Meinung von Herrn Lerchl schätzen die Banken die gute Bonität der Albis-Gruppe.

Das Händler-/Herstellergeschäft wuchs auch im ersten Halbjahr 2026 sehr stark um 12 Prozent. Das Ziel für das Gesamtjahr ist ein Wachstum von 7 bis 9 Prozent in diesem Bereich, führte Herr Lerchl aus. Auch die Marge konnte um 8 Prozent gesteigert werden. Das Geschäft mit E-Bike-Vermittler und EDEKA-Kaufleute entwickelte sich im ersten Halbjahr dagegen planmäßig rückläufig. Hier zeigte sich vor allem die starke Konsumzurückhaltung in Deutschland. In Summe blieb das Neugeschäft mit 53,4 Mio. Euro aber trotzdem fast auf dem Vorjahresniveau. Die Marge lag dagegen über dem Vorjahreswert.

Damit sah Herr Lerchl die Gesellschaft auf einem guten Weg, die geplanten Ziele für 2026 zu erreichen. Die Guidance für das Neugeschäft im Gesamtjahr liegt bei 100 bis 107,5 Mio. Euro. Im Kerngeschäft strebt das Unternehmen ein Wachstum von 7 bis 9 Prozent auf 71,9 bis 73 Mio. Euro an. In den Bereichen E-Bike-Vermittler und EDEKA-Kaufleute erwartet die Gesellschaft in diesem Jahr 28,1 bis 34,5 Mio. Euro Neugeschäft. Zudem soll die Marge weiter steigen.

Insgesamt sollen die operativen Erträge weiter gesteigert werden. Daneben arbeitet die Gesellschaft an einer attraktiven Refinanzierung und an einer schlanken Kostenbasis. Ein weiterer Fokus liegt auf der robusten Risikolage. Das Konzernergebnis vor Steuern sah Herr Lerchl bei 4,75 bis 5,75 Mio. Euro. Hier soll die Guidance eher am oberen Ende erreicht werden.

Bis 2029 soll das Ergebnis um durchschnittlich jährlich 5 Prozent wachsen. Als wesentlichen Wachstumstreiber sah Herr Lerchl den Ausbau des Kerngeschäfts. Dieses soll jährlich um bis zu 10 Prozent im Neugeschäft wachsen. Das von Albis adressierbare Marktvolumen beläuft sich auf rund 24 Mrd. Euro. Damit liegt der Marktanteil der Gesellschaft bei lediglich 0,43 Prozent. Entsprechend sah der Vorstand noch jede Menge Luft für weiteres Wachstum.

Die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens beruht auf drei Säulen. Zunächst einmal steht das organische Wachstum im Kerngeschäft im Vordergrund. Hier soll mehr Geschäft mit Bestandspartnern erzielt werden. Darüber hinaus plant die Gesellschaft aber auch die Gewinnung neuer Partner. Als wichtig erachtete Herr Lerchl auch die strategischen Kooperationen. Daneben wird auch ein mögliches anorganisches Wachstum geprüft. Mit diesen drei Säulen soll der Wert des Unternehmens in den kommenden Jahren weiter gesteigert werden.

Die vorgeschlagenen Vorratsbeschlüsse sollen die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft erhöhen, betonte der Vorstand. Die Vorschläge greifen auch die Rückmeldungen der Aktionäre auf der letzten Hauptversammlung auf. Die Verwaltung schlägt die Ausschüttung einer Dividende von 0,10 Euro je Aktie vor. Dies soll in den kommenden Jahren stabil gehalten und bei Möglichkeit ausgebaut werden. Zusammenfassend stellte Herr Lerchl fest, dass Albis über ein robustes Geschäftsmodell mit einer attraktiven Dividende verfügt.


Allgemeine Aussprache

Vor dem Eintritt in die Aussprache stellte sich Prof. Barenkamp den Aktionären vor. Herr Dr. Raabe von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dankte allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit. Er hob die deutliche Steigerung der Marge in den letzten Jahren hervor. Die Neugeschäftsmarge verbesserte sich seit 2021 von 12 auf 19,5 Prozent, berichtete Herr Lerchl.

Positiv wertete Dr. Raabe auch die erneute Anhebung der Dividendenausschüttung auf 0,10 Euro je Aktie. Ziel ist laut Vorstand zunächst einmal, die Dividende stabil zu halten. Mit steigender Ergebnislage soll natürlich auch das Ausschüttungsniveau überprüft werden. Bei einem weiteren Anstieg der Insolvenzen erwartete Herr Lerchl auch einen Anstieg der Risikovorsorge.

Mehrere Aktionäre sprachen die Abhaltung einer virtuellen Hauptversammlung an. Nach den Worten von Herrn Lerchl eröffnet die Gesellschaft damit eine ortsunabhängige Teilnahme an der Hauptversammlung. Damit werden auch Zugangshürden für die Aktionäre gesenkt. Die Entscheidung wird jedes Jahr neu getroffen, was das beste Mittel für die Aktionäre oder die Gesellschaft ist. Aktuell waren 24 Aktionäre zugeschaltet. Für die letzte Präsenzhauptversammlung fielen Kosten von rund 90 Tsd. Euro an, im Vergleich zur virtuellen Hauptversammlung mit 75 bis 80 Tsd. Euro.

Josef Gemmeke von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zeigte sich mit der operativen Entwicklung der Gesellschaft zufrieden. Der Aktionärssprecher lehnte jedoch den vorgeschlagenen Aktienrückkauf ab, da der Freefloat lediglich bei 20 Prozent liegt. Über einen konkreten Aktienrückkauf wurde bisher nicht entschieden, betonte der Vorstand. Ein Mitarbeiteraktienprogramm besteht derzeit noch nicht, der Vorstand konnte sich aber ein solches Programm vorstellen.

Herr Gemmeke sprach die Aktionärsstruktur an. Hier bestätigte der Vorstand, dass die letzte Meldung von Herrn Hauschildt aus 2024 einen Anteil von 51,9 Prozent meldete. Im Hinblick auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter berichtete Herr Lerchl, die Gesellschaft führt regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch. In allen Bereichen konnten zuletzt stabile bis steigende Werte festgestellt werden. Besonders die Arbeitszufriedenheit hat sich deutlich gebessert.

Ferner wollte Herr Gemmeke wissen, ob die Zinsanhebung der EZB Auswirkungen auf das Neugeschäft hat. Für das Neugeschäft wird jeden Monat auf Basis des Marktzinses die neue Refinanzierung festgelegt. Sollten die Zinsen steigen und man würde nichts ändern, würde sich die Marge verringern.

Herr Hilser als Vertreter von Herrn Zitzmann erkundigte sich nach der Rechtfertigung einer Dividendenerhöhung, wenn im Gegenzug die Risikokosten ansteigen. Herr Lerchl sah die Risikolage der Gesellschaft mehr als robust. Das Portfolio ist stark diversifiziert. Risiken in der Refinanzierung machte der Vorstand ebenfalls nicht aus. Der Aktionär erkundigte sich nach der Anzahl der Objekte mit einem Wert von über 100 Tsd. Euro. Normalerweise werden keine Objekte größer 100 Tsd. Euro finanziert. Es kann aber Verträge mit mehreren Objekten geben, die dann zu einem Wert von über 100 Tsd. Euro führen, so Herr Lerchl. Ende Dezember waren 230 Verträge mit einem Anschaffungswert von über 100 Tsd. Euro im Bestand.

Herr Hilser hinterfragte die Erträge der Tochtergesellschaften, die vor allem durch periodenfremde Erträge entstanden seien. Auf Seite 59 des Geschäftsberichts geht es um die Ertragslage der AG. Die Erläuterungen betreffen nicht die Tochtergesellschaften. Die einmaligen, nicht operativen Erträge stammen weitgehend aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen. Den Rückgang im Leasinggeschäft im Jahr 2025 führte der Vorstand vor allem auf die gestiegenen Insolvenzen und die daraus resultierende Belastung aus der Risikovorsorge zurück. Die wesentlichen operativen Kennzahlen wurden aber trotzdem weitgehend verbessert.

Der Aktionär sprach dann die nicht korrekte Erfassung von Steuerlatenzen im Umfang von rund 1 Mio. Euro an und bat um Erläuterung. Die Bilanzierung latenter Steuern bei der Albis Leasing ist aufgrund der hohen Differenzen zwischen der IFRS-Rechnungslegung und der Steuergesetzgebung sehr komplex, erläuterte Herr Lerchl. Dabei wurden zwei Fälle identifiziert. Diese beiden Effekte waren wesentlich und nach IAS rückwirkend zu korrigieren. Um dies zukünftig zu vermeiden, wurde die Prüfung latenter Steuern personell verstärkt.

Herr Günther erkundigte sich nach der Fristenkongruenz der Fälligkeiten. Laut Herrn Lerchl finanziert sich die Gesellschaft monatlich fristenkongruent. Hinsichtlich der vorgeschlagenen Kapitalia meinte der Vorstand, bei Kapitalia I handelt es sich um bis zu 20 Prozent, jedoch mit Bezugsrecht. Insgesamt können lediglich 10 Prozent ohne Bezugsrecht ausgeübt werden. Die Tagesordnung wurde mit keinem der Aktionäre abgesprochen.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache leitete Frau Dr. Steidte-Schmitt zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 21.195.430 Euro waren 18.488.741 Euro entsprechend 87,23 Prozent vertreten. Lediglich bei TOP 4 und TOP 6 gab es mit jeweils nur 799 Gegenstimmen bzw. 0,007 Prozent Gegenstimmen nahezu einstimmige Beschlüsse. Bei allen übrigen Tagesordnungspunkten entfielen rund 35 bis 36 Prozent der Stimmen auf Gegenstimmen.

Beschlossen wurden die Ausschüttung einer Dividende von 0,10 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl von RSM Ebner Stolz zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Wahl von Prof. Barenkamp in den Aufsichtsrat (TOP 6) sowie die Billigung des Vergütungsberichts (TOP 7).

Die vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen und die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 8 bis TOP 10) fanden jeweils die Zustimmung einer Mehrheit der vertretenen Stimmen, erreichten jedoch nicht die erforderliche Dreiviertelmehrheit und wurden daher nicht angenommen. Gegen 15:30 Uhr konnte Frau Steidte-Schmitt die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds mit zahlreichen Insolvenzen verzeichnete die Albis Leasing AG eine solide Geschäftsentwicklung. Auf dieser Basis schlug die Verwaltung sogar die Anhebung der Ausschüttung auf 0,10 Euro je Aktie vor. Im laufenden Geschäftsjahr setzte sich die solide Geschäftsentwicklung fort. Vor allem das Kerngeschäft entwickelt sich weiterhin erfreulich.

Dagegen dauern die Auseinandersetzungen im Aktionariat weiter an. Einmal mehr wurden dabei die vorgeschlagenen Kapitalbeschlüsse abgelehnt und rauben damit der Gesellschaft eine zusätzliche finanzielle Flexibilität. In den letzten Tagen entwickelte sich die Aktie sehr erfreulich. Trotzdem bietet das Papier noch eine 3-prozentige Dividendenrendite. Auf der Kursseite erscheint nach dem jüngsten Anstieg das Potenzial eher begrenzt.


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Veröffentlichungsdatum: 03.08.2026 - 18:00
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