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HV-Bericht Allerthal-Werke AG - „Erste Wahl – Allerthal“ – Dividende von 1,50 Euro beschlossen

Zur ordentlichen Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 hatte die Allerthal-Werke AG ihre Aktionäre am 15. Juli 2026 um 11 Uhr in den Industrie-Club in Düsseldorf eingeladen. An der Hauptversammlung nahmen rund 70 Aktionäre und Gäste teil, darunter Alexander Langhorst für GSC Research.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Markus Linnerz teilte mit, dass angesichts der zu fassenden Beschlüsse auf die Hinzuziehung eines Notars verzichtet wurde und er selbst als Versammlungsleiter das Protokoll führen wird. Vom Aufsichtsrat waren sämtliche Mitglieder, neben Dr. Linnerz namentlich Karl-Heinz Berchter, Rolf Hauschildt und Hans Rudi Küfner, vor Ort anwesend. Dem Vorstand gehörte im Berichtsjahr Eric Hönscheid an, sein Vorgänger Thorsten Grimm war zum 31. August 2025 aus dem Amt ausgeschieden.

Nach Abarbeitung der formalen Hinweise und der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung erteilte Dr. Linnerz dem Vorstand das Wort für die Erläuterungen zum Jahresabschluss sowie zum Geschäftsverlauf in den ersten Monaten des Jahres 2026.


Bericht des Vorstands

Alleinvorstand Eric Hönscheid begrüßte die Anwesenden zur 125. ordentlichen Hauptversammlung der Allerthal-Werke AG und dankte ausdrücklich seinen Mitarbeitern Patric Moritz und Silvia Schneider für die Organisation der Veranstaltung und die sehr gute sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit. Anschließend bedankte er sich bei seinem Vorgänger Thorsten Grimm, der letztes Jahr ausgeschieden ist und der Gesellschaft weiterhin zur Verfügung steht. Auch den anwesenden Alfred Schneider begrüßte er als den „Grand Senior“ der Allerthal-Werke.

Anschließend gab der Allerthal-Chef einen Überblick über das Marktumfeld 2025. Die deutschen Indizes entwickelten sich im Laufe des Jahres unterschiedlich. Der DAX legte um rund 23 Prozent zu, MDAX und SDAX performten mit 19 beziehungsweise 22 bis 25 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Die Bundestagswahl am 23. Februar sorgte zunächst für steigende Kurse, da Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur in Aussicht gestellt wurden. Der Schock durch Trumps Zollpolitik im April belastete den Markt stark. Erste positive Impulse resultierten aus der EZB-Zinssenkung auf 2,25 Prozent am 17. April. Die Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler am 6. Mai sowie der US-Handelsdeal im Juli mit einem Zollsatz von 15 Prozent beseitigten die Unsicherheiten im Small-Cap-Bereich jedoch nicht vollständig. Das BIP-Wachstum in Deutschland blieb mit 0,2 Prozent schwach. Der Rüstungssektor und das Thema KI beeinflussten den Markt wesentlich.

Herr Hönscheid ging dann auf den Geschäftsverlauf 2025 ein. Der Jahresüberschuss betrug 3,82 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,50 Mio. Euro zu Buche gestanden hatte. Das DVFA-Ergebnis je Aktie belief sich auf plus 3,18 Euro nach minus 1,25 Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote lag mit 98,3 Prozent nahezu unverändert hoch. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 1,26 Mio. Euro. Der Vorschlag der Verwaltung sieht eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie vor, womit insgesamt 1,80 Mio. Euro ausgeschüttet und 2,02 Mio. Euro in die Gewinnrücklagen eingestellt werden sollen. Das wirtschaftliche Eigenkapital je Aktie stieg im Berichtsjahr auf 27,64 Euro, was einer Performance von 22,7 Prozent entspricht. Die Aktie legte im Laufe des Jahres um etwa 20 Prozent zu.

Ausweislich der Gewinn- und Verlustrechnung standen Erträgen aus Wertpapierverkäufen von 4,58 (Vorjahr: 2,75) Mio. Euro Aufwendungen aus Wertpapierverkäufen von 0,33 (0,03) Mio. Euro gegenüber. Die Dividendenerträge beliefen sich auf 0,65 (0,59) Mio. Euro, die Zinserträge auf 0,60 (0,01) Mio. Euro. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere verringerten sich deutlich auf 1,53 (4,50) Mio. Euro. Der Personalaufwand stieg auf 0,68 (0,46) Mio. Euro, was Herr Hönscheid mit der Übergangsphase mit zwei Vorständen und einer erfolgsabhängigen Vergütungskomponente begründete. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 0,59 (0,28) Mio. Euro.

Sodann präsentierte er die größten realisierten Kursgewinne und -verluste des Geschäftsjahres. Zu den Gewinnern zählten Kursaal Interlaken mit 688 Tsd. Euro, Implenia mit 340 Tsd. Euro, KSB Vorzüge mit 305 Tsd. Euro, Deutsche Real Estate mit 288 Tsd. Euro, New Work mit 248 Tsd. Euro und Heidelberger Druckmaschinen mit 212 Tsd. Euro. Die größten realisierten Verluste betrafen Rieter Holding mit 138 Tsd. Euro, alstria office REIT mit 116 Tsd. Euro, Peach Property mit 21 Tsd. Euro und thyssenkrupp mit 18 Tsd. Euro. Bei den Dividendenerträgen führte alstria office REIT mit 141 Tsd. Euro die Liste an, gefolgt von Alexanderwerk mit 52 Tsd. Euro, Drägerwerk mit 30 Tsd. Euro und Schaeffler mit 28 Tsd. Euro.

Die größten Abschreibungen entfielen auf Gerresheimer mit 209 Tsd. Euro, Koenig & Bauer mit 172 Tsd. Euro, LPKF Laser & Electronics mit 162 Tsd. Euro, Schweiter Technologies mit 103 Tsd. Euro und TeamViewer mit 101 Tsd. Euro. Bei den Zuschreibungen standen Esterer mit 166 Tsd. Euro, Smartbroker Holding mit 146 Tsd. Euro, SoftwareONE Holding mit 114 Tsd. Euro, Klöckner & Co mit 92 Tsd. Euro und PVA TePla mit 86 Tsd. Euro an der Spitze. Die Esterer AG als 89,7-prozentige Tochter konnte nach dem Verlustjahr 2024 wieder vollständig auf den historischen Einstandskurs hochgeschrieben werden.

Die Top-10-Positionen des Anlagevermögens machten zum 31. Dezember 2025 rund 21,5 Prozent des Portfolios aus. Größte Position war Wacker Neuson SE, gefolgt von centrotherm international AG, Smartbroker Holding AG, Masterflex SE, Alexanderwerk AG, KSB SE & Co. KGaA Vorzüge, Porsche SE, Koenig & Bauer AG, Suss MicroTec SE und Paul Hartmann AG. Die geografische Allokation verschob sich zugunsten Deutschlands, während der Schweizer Anteil von 16,7 auf 11,6 Prozent sank.

Zum Andienungsvolumen berichtete Herr Hönscheid einen leichten Anstieg auf 28,12 Mio. Euro nach 27,73 Mio. Euro im Vorjahr. Im wirtschaftlichen Eigenkapital ist es nur mit 0,04 Euro je Aktie berücksichtigt. Erfreulich ist der Ausgang des Spruchverfahrens Generali Deutschland Holding im ersten Halbjahr 2026, das eine Nachbesserung inklusive Zinsen von 480 Tsd. Euro erbracht hat, der Zufluss wird zeitnah erwartet. Dagegen fällt das Angebot des Hauptaktionärs zum centrotherm-Squeeze-out mit 8,74 Euro pro Aktie aus Sicht von Herrn Hönscheid enttäuschend aus. Hier habe man sich auch angesichts der Kurse von zwischenzeitlich über 12 Euro mehr versprochen. Der ermittelte Ertragswert liegt bei nur 6,87 Euro.

Die 89,7-prozentige Tochtergesellschaft Esterer AG, an der Allerthal 14.803 von 16.500 Aktien hält, schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 766 Tsd. Euro nach einem Verlust von 493 Tsd. Euro im Vorjahr ab und konnte einen Bilanzgewinn von 273 Tsd. Euro ausweisen. Die Hauptversammlung der Esterer AG beschloss die Liquidation der Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Januar 2027. Die in der Esterer enthaltenen Wertpapiere lassen sich vergleichsweise einfach veräußern, so Herr Hönscheid. Ferner besitzt die Gesellschaft bekanntermaßen noch zwei Grundstücke in Altötting und es bestehen noch wenige Verpflichtungen aus Betriebsrenten, für welche auch noch eine Lösung gefunden werden muss.

Für das erste Halbjahr 2026 meldete der Vorstand ein vorläufiges, ungeprüftes Ergebnis von 3,4 Mio. Euro. Das wirtschaftliche Eigenkapital je Aktie stieg auf 30,47 Euro, was einer Steigerung von 10,2 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 30. Juni 2026 auf 2,9 Mio. Euro vor der Dividendenzahlung.


Allgemeine Aussprache

In der Generaldebatte meldete sich zunächst Oliver Vollbrecht für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zu Wort. Er dankte der Belegschaft und dem Vorstand ausdrücklich für die Ausrichtung der Hauptversammlung im Präsenzformat und wies darauf hin, dass er seit September 2018 Aktionär der Gesellschaft ist. Herr Vollbrecht merkte an, dass die Frage nach dem Trend bei Spruchverfahren und Sondersituationen aus seiner Sicht im Vorstandsbericht bereits beantwortet worden war, und bat Herrn Hönscheid, die Methode der Berechnung des wirtschaftlichen Eigenkapitals noch einmal näher zu erläutern.

Der Vorstand führte hierzu aus, dass sich der Wert aus dem bilanziellen Eigenkapital von 28,90 Mio. Euro zuzüglich des im ersten Halbjahr 2026 erzielten Ergebnisses von 3,40 Mio. Euro sowie der Kursreserven im Wertpapierbestand abzüglich der enthaltenen Zuschreibungen zusammensetzt. Daraus ergab sich ein Betrag von rund 36,50 Mio. Euro, der durch die Anzahl der ausstehenden Aktien geteilt einen wirtschaftlichen Eigenkapitalwert von 30,47 Euro je Aktie ergab. Die Andienungsrechte blieben in dieser Berechnung unberücksichtigt, da ihr Wert je nach Verfahrensausgang zwischen null und 100,00 Prozent des Nominalwerts schwankt.

Herr Vollbrecht fragte anschließend nach dem Investmentprozess und der Rolle des Aufsichtsrats bei den Anlageentscheidungen. Herr Hönscheid erläuterte, dass das Investmentteam aus drei Personen besteht und keine quantitativen Modelle einsetzt, sondern Anlageentscheidungen auf Basis von Diskussionen im Team, Konferenzbesuchen und Analystentreffen trifft. Er verwies auch auf Werte im Portfolio, in welche die Gesellschaft wiederholt investiert, wenn sich der Track Record als verlässlich erwiesen hat. Der frühere Vorstand Thorsten Grimm unterstützt das Unternehmen inzwischen als Berater für den Schweizer Markt und begleitet in dieser Funktion Generalversammlungen der Schweizer Beteiligungsunternehmen. Der Aufsichtsrat bringt seine Kapitalmarktexpertise beratend ein, ist jedoch nicht unmittelbar in die einzelnen Anlageentscheidungen eingebunden.

Auf die Frage nach dem Ziel, die Anzahl der Portfoliopositionen auf 40 bis 60 Werte zu reduzieren, bestätigte Herr Hönscheid, dass dieses Ziel erreicht werden soll, es sich dabei aber um einen Prozess handelt und eine gewisse Zeit für die Umsetzung benötigt wird. Derzeit hält die Gesellschaft noch rund 80 Positionen.

Der DSW-Vertreter erkundigte sich weiter nach der Vergütung des Vorstands sowie den Gesamtkosten der Gesellschaft. Herr Hönscheid nannte eine Fixvergütung von 150 Tsd. Euro pro Jahr zuzüglich einer variablen, an den Jahresüberschuss gekoppelten und gedeckelten Komponente. Zu den weiteren Kosten der Gesellschaft führte er aus, dass die Rechts- und Beratungskosten niedrig ausfielen, die Konferenz- und Reisekosten sich im niedrigen fünfstelligen Bereich bewegten und sich die Gesamtkosten im ersten Halbjahr auf rund 300 Tsd. Euro summierten. Die Vergütung des Aufsichtsrats belief sich insgesamt auf rund 41 Tsd. Euro und bestand ausschließlich aus einer festen Komponente ohne variablen Anteil. Die Kosten für Abschlussprüfung und Jahresabschluss lagen bei rund 20,5 Tsd. Euro, die Ausgaben für Informationsbeschaffung, Kurssysteme usw. bei rund 24 Tsd. Euro und die Versicherungskosten bei rund 6 Tsd. Euro. Ergänzend wies der Versammlungsleiter darauf hin, dass sich die Vergütung des Aufsichtsrats nach der Satzung richtet und die variable Vergütungskomponente des Vorstands im Verhältnis zur Fixvergütung gedeckelt ist.

Abschließend regte Herr Vollbrecht an, die Kapitalmarktkommunikation etwa durch einen regelmäßigen Newsletter zu intensivieren. Herr Hönscheid nahm die Anregung zur Kenntnis, verwies jedoch darauf, dass das Team aus lediglich drei Personen besteht und der Markt bereits mit einer Vielzahl von Newslettern gut versorgt sei, weshalb er gewisse Zweifel daran habe, dass der Markt nun auch noch seine Einschätzung hören will. Die Investition in die Allerthal-Aktie ermöglicht, an der Expertise des Allerthal-Teams und dem Allerthal-Portfolio zu profitieren.

Als zweiter Redner ergriff Andreas Massek für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) das Wort. Er begrüßte die Ausschüttungsquote von 47 Prozent, die über der von der SdK geforderten Mindestquote von 40 Prozent liegt und eine Dividendenrendite von über 5 Prozent bedeutet. Herr Massek hob hervor, dass das Ergebnis je Aktie von 3,18 Euro das beste der vergangenen fünf Jahre und die Dividende von 1,50 Euro je Aktie die höchste in diesem Zeitraum darstellt. Erfreut zeigte er sich zudem über den Kursanstieg der Aktie um rund 3 Euro im Jahr 2025. Er schloss sich der Frage nach dem strukturierten Auswahlprozess für Investments sowie dem Stand der im Vorjahr formulierten Zielsetzung an, die Positionsanzahl auf rund 50 Werte zu reduzieren und Verlustpositionen zügiger zu veräußern. Herr Hönscheid beantwortete diese Fragen im Zusammenhang mit den bereits gegenüber Herrn Vollbrecht gemachten Ausführungen und bestätigte erneut, dass die Reduktion auf 40 bis 60 Werte angestrebt wird.

Der SdK-Sprecher kündigte an, dem TOP 5 zur Wahl des Abschlussprüfers nicht zuzustimmen, da die Fabig Formhals Lehmkühler GmbH die Gesellschaft seit 1998 und damit seit 27 Jahren ununterbrochen prüfe, während die Richtlinien der SdK einen Wechsel des Abschlussprüfers nach spätestens zehn Jahren vorsehen. Ebenso lehnte die SdK den TOP 6 zur Aufsichtsratswahl ab, da keine Einzelwahl der Kandidaten angeboten wurde und eine Wiederwahl von Karl-Heinz Berchter, Rolf Hauschildt und Dr. Markus Linnerz eine Amtszeit von mehr als 15 Jahren bedeutete. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Linnerz nahm zu beiden Kritikpunkten Stellung. Zur Bestellung des Abschlussprüfers erklärte er, dass der Aufsichtsrat die kritische Distanz zum Prüfer gewahrt habe und für die nicht am regulierten Markt notierte Allerthal-Werke AG keine gesetzliche Rotationspflicht besteht und das Thema zwischen Verwaltung und SdK regelmäßig unterschiedlich beurteilt wird. Zur Aufsichtsratswahl verteidigte er die langjährige Zugehörigkeit der Mitglieder mit dem Hinweis, dass diese weiterhin mit Engagement und kapitalmarktversierter Expertise zur kritischen Kontrolle der Gesellschaft beitragen und die für den regulierten Markt geltenden Amtszeitbeschränkungen für die Allerthal-Werke AG nicht gelten.

Als dritte Rednerin meldete sich Aktionärin Ingrid Hoffmann zu Wort, die nach eigenen Angaben zum ersten Mal an einer Hauptversammlung der Gesellschaft teilnahm. Sie dankte den Mitarbeitern Silvia Schneider und Patric Moritz sowie dem Vorstand für die Organisation und hob die Dividende von 1,50 Euro je Aktie sowie die positive Kursentwicklung hervor. Frau Hoffmann fragte, ob die Allerthal-Werke AG das Übernahmeangebot des US-Unternehmens Worthington Steel für die Klöckner & Co SE in Höhe von 11,00 Euro je Aktie angenommen hat, nachdem der Kurs zuvor bei 12,40 Euro gelegen hatte. Herr Hönscheid antwortete, dass die Gesellschaft die Position zwar gehalten, jedoch bereits vor Bekanntwerden des Übernahmeangebots verkauft hatte, weil das Team Wacker Neuson SE fälschlich für das wahrscheinlichere Übernahmeziel gehalten habe. Er bezeichnete dies im Nachhinein als klare Fehlentscheidung, betonte jedoch, dass die Position trotzdem mit Gewinn, wenn auch nicht zum späteren Angebotspreis, veräußert worden war.

Frau Hoffmann erkundigte sich zudem nach der Einschätzung der Beteiligung an der Porsche SE angesichts der von Volkswagen beschlossenen Kürzung der Dividende auf 1,51 Euro je Aktie und danach, ob Automobilbeteiligungen aus Sicht der Gesellschaft weiterhin attraktiv bleiben. Herr Hönscheid verwies auf eine fortlaufende kritische Diskussion im Investmentteam angesichts des Wettbewerbsdrucks durch chinesische Elektrofahrzeughersteller und des von Volkswagen angekündigten Abbaus von rund 100.000 Stellen. Eine Entscheidung über einen Verkauf der Position war zum Zeitpunkt der Hauptversammlung noch nicht gefallen, da der Vorstand zunächst weitere Klarheit über die strategische Ausrichtung von Volkswagen abwarten wollte.


Abstimmungen

Nach Abschluss der allgemeinen Aussprache um 12:35 Uhr wurde die Präsenz vor Eintritt in die Abstimmungen mit 878.546 Aktien beziehungsweise 73,212 Prozent des Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorschläge der Verwaltung wurden angenommen.

Im Einzelnen beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von 1,50 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung des Vorstands (TOP 3) und Aufsichtsrats (TOP 4), die Wahl der Fabig Formhals Lehmkühler GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Wipperfürth, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2026 (TOP 5) sowie die Wahl von Karl-Heinz Berchter, Rolf Hauschildt, Hans Rudi Küfner und Dr. Markus Linnerz in den Aufsichtsrat (TOP 6). Auf TOP 5 entfielen 2.236 Neinstimmen und auf TOP 6 entfielen 2.234 Neinstimmen. Die übrigen Beschlussvorschläge wurden mit 100 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals gefasst.

Dr. Linnerz konnte die Hauptversammlung nach einer Dauer von zwei Stunden um 13 Uhr schließen.


Fazit

Die Allerthal-Werke AG präsentiert sich nach dem Verlustjahr 2024 wieder mit einem deutlich positiven Geschäftsergebnis und einer soliden Bilanzstruktur. Der Jahresüberschuss von 3,82 Mio. Euro und ein Ergebnis je Aktie von 3,18 Euro markieren das beste Resultat der vergangenen fünf Jahre, die Eigenkapitalquote liegt mit 98,3 Prozent nahezu unverändert hoch. Mit der auf 1,50 Euro je Aktie angehobenen Dividende bei einer Ausschüttungsquote von 47 Prozent partizipieren die Aktionäre angemessen am Erfolg, ohne dass die Substanz der Gesellschaft geschmälert wird.

Bei einem Aktienkurs von 22,00 Euro zum Jahresende 2025 notiert die Allerthal-Aktie weiterhin deutlich unter ihrem inneren Wert: Das wirtschaftliche Eigenkapital je Aktie stieg 2025 um 22,7 Prozent auf 27,64 Euro, sodass sich zum 31. Dezember 2025 ein Abschlag von rund 20,4 Prozent zum Börsenkurs ergibt. Zum ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich die Substanz mit 30,47 Euro je Aktie nochmals um 10,2 Prozent, was die Bewertungslücke tendenziell weiter vergrößert hat. Anleger erhalten mit der Aktie damit weiterhin eine kostengünstige Möglichkeit, an einem breit diversifizierten und aktiv gemanagten Nebenwerte-Portfolio mit spürbarem Sicherheitspuffer zum Substanzwert zu partizipieren.

Zusätzliche, im wirtschaftlichen Eigenkapital nicht erfasste Fantasie bietet das mit 28,12 Mio. Euro beziehungsweise umgerechnet rund 23,40 Euro je Aktie weiterhin beträchtliche Andienungsvolumen aus diversen Spruchverfahren, das aktuell lediglich mit 0,04 Euro je Aktie in der NAV-Berechnung berücksichtigt ist. Der erfolgreiche Abschluss des Spruchverfahrens Generali Deutschland Holding mit einer Nachbesserung inklusive Zinsen von 480 Tsd. Euro belegt, dass sich hieraus auch künftig positive Überraschungen auf der Ergebnisseite ergeben können, wenngleich, wie das enttäuschende centrotherm-Abfindungsangebot zeigt, nicht jedes Verfahren die Erwartungen erfüllt und der Ausgang naturgemäß ungewiss bleibt.

Mit Blick auf den NAV, die zusätzlichen, nicht bilanzierten Chancen aus den Nachbesserungsrechten sowie eine mit rund 5,8 Prozent attraktive Dividendenrendite beim Kursniveau von 26 Euro bleibt die Allerthal-Aktie für langfristig orientierte, geduldige Anleger ein Kauf. Die Reduktion der Portfoliopositionen auf 40 bis 60 Werte und die Liquidation der Esterer AG sind dabei die wesentlichen strategischen Weichenstellungen für 2026 und könnten dazu beitragen, dass mit einem noch stärker fokussierten Depot tendenziell noch bessere Ergebnisse erzielt werden können. Angesichts des meist geringen Handelsvolumens sollten Investoren allerdings weiterhin mit Limits im Markt agieren.


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Ansprechpartner Investor Relations

Eric Hönscheid, Alleinvorstand

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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.



Veröffentlichungsdatum: 22.07.2026 - 16:00
Redakteur: ala
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