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HV-Bericht BHB Brauholding Bayern-Mitte AG - Schwarze Zahlen in Sichtweite

Die ordentliche Hauptversammlung der BHB Brauholding Bayern-Mitte AG (BHB) mit Vorlage des Jahresabschlusses 2025 fand am 26. Juni 2026 im Wirtshaus am Auwaldsee in Ingolstadt statt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Schlosser begrüßte um 10:30 Uhr etwa 420 Aktionäre und Gäste (ein neuer Rekordwert). Das Protokoll führte Notar Dr. Stephan Serr. GSC Research war mit Stephan Berninger vertreten, der auch für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sprach.

Herr Schlosser berichtete, dass er im Anschluss an die letztjährige Hauptversammlung mit Neuwahl des Gremiums in der konstituierenden Sitzung erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde. Zu seinem Stellvertreter wurde Bernhard Prosser bestimmt. Im Oktober verstarb das Aufsichtsratsmitglied Franz-Xaver Schmidbauer. Nach Erläuterung der üblichen Formalitäten erteilte der Aufsichtsratsvorsitzende dann dem seit mehr als zwei Jahrzehnten für das Unternehmen verantwortlichen Vorstandsduo das Wort.


Bericht des Vorstands

Traditionell übernahm der für Marketing, Vertrieb und Logistik zuständige Vorstand Gerhard Bonschab den ersten Teil des Vorstandsberichts. Er verwies auf die Absatzentwicklung in der deutschen Brauwirtschaft, die 2025 den stärksten Rückgang seit 1993 verzeichnen musste. Ursächlich waren die gesamtwirtschaftliche Abschwächung, inflationsbedingt gestiegene Verbraucherpreise und strukturelle Veränderungen im Konsumverhalten.

Die BHB musste einen Gesamt-Getränkeabsatzrückgang um 3 Prozent hinnehmen. Die hohe Qualität ihrer Biere wurde erneut durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt. Herr Bonschab stellte heraus, dass die BHB sich im weiter herausfordernden Marktumfeld solide aufgestellt sieht und auch für 2026 ein positives Ergebnis anstrebt. Ziel ist es, das Markenportfolio weiter zu stärken. Der Schwerpunkt liegt bei den Biermischgetränken und alkoholfreien Getränken sowie der Erschließung neuer Vertriebsgebiete. Für das laufende Jahr geht der Vorstand von einer insgesamt stabilen Absatzentwicklung und einem moderaten Umsatzwachstum aus.

Der insbesondere für den kaufmännischen Bereich zuständige Vorstand Franz Katzenbogen berichtete, dass sich das EBIT der BHB 2025 auf minus 16 (Vorjahr: minus 237) Tsd. Euro verbesserte. Das EBITDA lag bei 1,7 (1,6) Mio. Euro, die EBITDA-Marge stieg auf 9,9 (8,8) Prozent. Beide Werte lagen unterhalb der Prognose. Der Umsatz inklusive Biersteuer hingegen ging auf 17,5 (18,3) Mio. Euro zurück. Sämtliche Möglichkeiten zu Kosteneinsparungen wurden getroffen. Der Konzernjahresfehlbetrag errechnete sich auf minus 154 (minus 288) Tsd. Euro. Der Getränkegesamtabsatz sank um 3 Prozent auf 190.174 (196.100) hl, was noch innerhalb der Prognose lag. Obgleich sich die BHB im Marktumfeld gut behauptete, zeigte sich Herr Katzenbogen nicht zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr.

Er ging dann näher auf die Absatzentwicklung ein. Der Absatz eigenproduzierter Getränke sank um 4,3 Prozent, während der Absatz von Handelswaren um 11,1 Prozent zulegen konnte. In der Gastronomie sank der Absatz um 0,9 Prozent, im nationalen Handel stieg er um 0,7 Prozent. Der Exportumsatz fiel deutlich um 23,4 Prozent. Hier fiel der Wegfall der Ausfuhren in viele osteuropäische Länder ins Gewicht. Aber auch das wichtigste Exportland Italien zeigte einen Rückgang um 4,1 Prozent.

Wie der Vorstand weiter erläuterte, beliefen sich die Getränkeumsatzerlöse exklusive Biersteuer auf 14,78 (15,42) Mio. Euro, die Pachterlöse stiegen auf 1,49 (1,38) Mio. Euro. Die sonstigen Erlöse reduzierten sich auf 762 (927) Tsd. Euro. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Leistungen sanken auf 5,45 (5,77) Mio. Euro. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen, insbesondere Pachten für Gastronomie-Objekte der HBI Immobilen GmbH und Dritter, stiegen auf 1,46 (1,40) Mio. Euro. Der Personalaufwand hingegen reduzierte sich bei einer Mitarbeiterzahl (ohne Vorstand) von 69,0 (71,1) Beschäftigten auf 5,46 (5,57) Mio. Euro. Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen sanken auf 1,76 (1,85) Mio. Euro bzw. 3,24 (3,43) Mio. Euro, während die Zinsaufwendungen auf 160 (149) Tsd. Euro anstiegen.

Herr Katzenbogen erklärte weiter, dass die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten leicht auf 3,61 (3,50) Mio. Euro anstiegen. Die Investitionen konnten mit 1,94 (5,90) Mio. Euro deutlich zurückgefahren werden. Die Eigenkapitalquote liegt bei 63,3 (64,0) Prozent. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem Gesamtabsatz von 190.000 hl und einem Gesamtumsatz von 17,4 Mio. Euro netto (die Biersteuer macht etwa 0,5 Mio. Euro aus); beide Werte mit einer Bandbreite von je plus/minus 5 Prozent. Die EBIT-Marge sieht er bei rund 1,5 Prozent plus/minus 0,5 Prozent und die EBITDA-Marge bei 10 bis 12 Prozent. Bis Februar lag der kumulierte Bierabsatz der BHB um 7,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichwohl entspricht die aktuelle Absatzentwicklung den Planungen. Abschließend verwies er auf den im August erscheinenden Halbjahres-Finanzbericht.

Herr Schlosser fasste zusammen, dass sich die BHB angesichts der Absatzrückgänge im Markt wacker geschlagen hat. Er dankte anschließend dem planmäßig zum 30. September ausscheidenden Vorstand Gerhard Bonschab für dessen langjährige Tätigkeit und bat den zum 1. Oktober die Nachfolge antretenden Guido Grebe um eine kurze Vorstellung. Der 58-Jährige erklärte, dass er auf breite Erfahrungen als Geschäftsführer in der Getränkeindustrie in Nordrhein-Westfalen zurückblickt. Er sieht den Vertrieb der, wie er es ausdrückte, „tollen Produkte“ der BHB als positive Herausforderung und freut sich sehr auf die Zusammenarbeit im neuen Team.


Allgemeine Aussprache

Als erster Redner wurde der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) aufgerufen. Stephan Berninger, gleichzeitig Verfasser dieses Berichts, hinterfragte, ob sich die Prognose angesichts der starken Absatzrückgänge zu Jahresbeginn aufrechterhalten lässt, und ob die Effekte der Fußball-WM in den Planungen berücksichtigt sind. Herr Bonschab bestätigte, dass auch zum 30. Juni die Zahlen wohl im Plan liegen werden und das EBIT zum Jahresende bei 0,3 Mio. Euro liegen sollte. Die WM spielte bei den Planzahlen keine Rolle. Weiter thematisierte der Sprecher die Überkreuz-Beteiligung mit der HBI-Immobilen GmbH (HBI) und den Sachstand zum 2027 ablaufenden Vertrag von Herrn Katzenbogen.

Herr Katzenbogen verwies darauf, dass die Beteiligung der BHB an der HBI von 35,0 Prozent in der Bilanzposition „Anteile an assoziierten Unternehmen“ enthalten ist, die mit 3,13 Mio. Euro ausgewiesen wird. Die BHB hat die Anteile 2024 für 2,8 Mio. Euro erworben. Die HBI ihrerseits ist mit 35,8 Prozent an der BHB beteiligt. Ursprünglich lag die Quote bei 34,2 Prozent.

Herr Schlosser äußerte sich zur Vorstandsthematik. Demnach ist der Aufsichtsrat im Rahmen der langfristigen Unternehmens- und Personalplanung mit dem auslaufenden Vertrag und den zu prüfenden Optionen befasst. Auf Frage von Herrn Berninger bestätigte Herr Schlosser, dass der Nachfolger von Herrn Bonschab in etwa die gleichen Bezüge wie sein Vorgänger erhält.

Ferner war dem Aktionärssprecher aufgefallen, dass die geplanten Investitionen rückläufig sind. Herr Katzenbogen erklärte hierzu, dass in den Vorjahren sehr viel investiert wurde (Anmerkung des Verfassers: 2024 waren die Investitionen im Zuge des Kaufs der Anteile an der HBI von 2,8 Mio. Euro außerordentlich hoch), was man zuletzt reduzierte und heuer noch weiter herunterfahren will. Er beschrieb dies als Anlagenkonsolidierung mit entsprechender Auswirkung auf die Abschreibungen.

Weiter sprach Herr Berninger den deutlichen Einbruch im Exportgeschäft an. Herr Katzenbogen resümierte, dass der Export in der Spitze schon einmal bei 26.000 hl lag. Ob und wann dies wieder erreichbar ist, kann nicht eingeschätzt werden. Problematisch sind zunehmende Aufwände, sei es in der Logistik oder auch im Bereich Zoll und Verwaltung. Ein wichtiger Punkt ist auch das Risikomanagement, insbesondere die Absicherung potenziellen Neugeschäfts.

Dr. Günther Hausmann, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), sah die BHB auf einem guten Weg, wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Damit meinte er, ein Fundament für eine Erholung des Aktienkurses und eine Wiederaufnahme der Dividendenausschüttung zu erkennen. Er bat ferner um Erläuterung, wie das Ziel vermehrter Akquisitionen strategisch angegangen wird und ob im bilanzierten Immobilienbestand stille Reserven ruhen. Herr Bonschab erklärte, dass die Akquisitionsstrategie auf vielen Säulen ruht und weniger Marken als Einkaufsfläche, Vereinbarungen mit der Gastronomie und evtl. auch weitere Objekte umfasst. Nicht in Frage käme die Übernahme von maroden Betrieben mit hohen finanziellen Verpflichtungen.

Herr Katzenbogen ergänzte, dass als Immobilienwerte im Anlagevermögen im Wesentlichen die Biergärten in der Ingolstädter Stadtmitte bilanziert sind. Der Rest der genutzten Immobilien steht im Wesentlichen im Eigentum der HBI, an die Pacht entrichtet wird. Angesichts eines von ihm als gering empfundenen Ergebnisbeitrags aus der HBI-Beteiligung von 40 Tsd. Euro fragte Dr. Hausmann nach den Geschäftszahlen der HBI und deren zu erwartender Entwicklung.

Herr Katzenbogen verwies darauf, dass die HBI nicht börsennotiert ist. Näheres zu der Beteiligung hatte er bereits im Vorjahr erläutert (Anmerkung des Verfassers: Im Geschäftsbericht der BHB wird für die HBI ein Ergebnis aus 2025 von 140 Tsd. Euro und ein Eigenkapital von 8,73 Mio. Euro genannt.). Mit Zustimmung des DSW-Sprechers wollte er die Details nicht wiederholen. Dr. Hausmann stimmte zu.

Ein scheinbar aus dem Rheinland stammender Aktionär äußerte sich lobend über das Bayerische Bier – inklusive Gesangseinlage – und forderte, den 23. April als Tag des Biers zum nationalen Feiertag zu erheben.


Abstimmungen

Bei den abschließenden Abstimmungen waren bis zu 1.733.896 Aktien vertreten. Dies entspricht einer Quote von 55,93 Prozent des in 3.100.000 Stückaktien eingeteilten Grundkapitals. Im Einzelnen zur Abstimmung kamen die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Reduzierung der Zahl der Aufsichtsratsmitglieder von fünf auf vier Personen (TOP 4) und die Wahl der Landestreuhand Weihenstephan GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Freising, zum Konzernabschlussprüfer für 2026 (TOP 5). Gegen die Aufsichtsratsentlastung votierten 5,13 Prozent, ansonsten lag die Zustimmung jeweils bei über 99 Prozent. Die Veranstaltung endete gegen 12:55 Uhr.


Fazit

Die BHB Brauholding Bayern-Mitte AG als mittelständischer, regionaler Konzern kann vor dem Hintergrund der schwierigen Marktlage bei den Brauereien nur ein über allem stehendes langfristiges Ziel haben: die Sicherung der Traditionsbrauerei. Trotz des soliden bilanziellen Polsters gilt es daher, wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Ein wesentlicher Faktor ist es, die Abschreibungen, die durch den Kauf des HBI-Anteils auf einem hohen Basisniveau liegen, und die Kosten nach Möglichkeit gering zu halten. An den entsprechenden Stellschrauben wurde gedreht und wenn es gelingt, das geplante EBIT von 0,3 Mio. Euro zu erreichen, dürfte schon 2026 der Turnaround gelingen. Eine Wiederaufnahme der Dividendenausschüttung sollte dann nur eine Frage der Zeit sein.

Bei einem Buchwert je Aktie von 3,39 Euro besteht dann auch wieder die Chance für den Kurs, den aus den 2010-er Jahren gewohnten Bereich von über 2,50 Euro zu erreichen. Am Tag der Hauptversammlung lag er bei 2,18 Euro. Große Wachstumsfantasie kann aber nicht aufkommen. Skaleneffekte, die den Gewinn antreiben könnten, scheinen angesichts der nachhaltigen marktbedingten Absatzschwäche kaum erzielbar. Akquisitionen, naturgemäß eher kleineren Ausmaßes und wohl eher auf den Vertrieb und eventuell die eine oder andere kleiner Brauerei beschränkt, können sicher hilfreich sein, sind in ihrer Bedeutung aber nicht zu überschätzen.


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Hinweis: Der Verfasser des Berichts ist Aktionär des Unternehmens.



Veröffentlichungsdatum: 10.07.2026 - 09:13
Redakteur: sbe
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