Die Hauptversammlung der Value-Holdings AG (VH) fand am 17. Juni 2026 wie gewohnt in den Räumen der Gesellschaft in Augsburg statt. Knapp 20 Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, um sich über die auf das Value-Investing ausgerichtete Beteiligungsgesellschaft zu informieren. Für GSC Research hatte sich Matthias Wahler eingefunden.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Lehmann eröffnete die Versammlung um 10 Uhr und teilte mit, dass sich der Vorstand mit Georg Geiger komplett eingefunden hat. Vom Aufsichtsrat war neben ihm selbst noch sein Kollege Michael Höfer anwesend. Aufsichtsratsmitglied Christoph Petri hatte terminbedingt kurzfristig absagen müssen. Auf die Bestellung eines Notars hatte die Gesellschaft aus Kostengründen verzichtet.
Im Folgenden erläuterte Herr Lehmann die Formalien und sprach einige ergänzende Worte zum Bericht des Aufsichtsrats, der sich im Geschäftsjahr 2025 viermal zusammengefunden hat, und den Schwerpunktthemen der einzelnen Sitzungen.
Sodann übergab der Vorsitzende das Wort an den Vorstand.
Bericht des Vorstands
Herr Geiger startete mit einem Blick auf die Struktur der Gruppe. Wie er aufzeigte, finden sich unter der VH selbst zwei wichtige Tochtergesellschaften. Zum einen ist dies die Value-Holdings International AG (VHI), die ebenfalls in Value-Werte investiert, dies aber europaweit. Daneben gibt es die Value-Holdings Capital Partners AG (VHC) die, ausgestattet mit einer BaFin-Lizenz, beratend tätig ist und den Value-Holdings Deutschland Fund sowie den Value-Holdings Dividenden Fund betreut.
Nicht mehr auf der Liste befand sich die NABAG AG, an der sich die VH vor drei Jahren mehrheitlich beteiligt hat. Deren früherer Vorstand Antonio Napolitano hatte stark in sehr kleine italienische Aktien investiert, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Die neue Alleinvorständin Ina Stahlhofen hat das Portfolio nun auf europäische Dividendenaktien mit einem Schwerpunkt auf Deutschland und Italien ausgerichtet. Inzwischen ist die Portfoliobereinigung laut Herrn Geiger weitgehend abgeschlossen. Das Ergebnis war im Geschäftsjahr 2025 trotz der noch nötigen Abschreibungen leicht positiv. Das Ziel ist es, den noch vorhandenen Bilanzverlust möglichst schnell auszugleichen und wieder einen Wachstumskurs zu etablieren.
Herr Geiger fuhr fort mit einem Überblick über die Rahmenbedingungen im Jahr 2025, in dem sich die Börsen insgesamt positiv entwickelten. Der DAX gewann letztlich 23 Prozent an Wert, allerdings gab es unterjährig teils große Schwankungen, was in der Regel den ständig wechselnden Äußerungen von US-Präsident Donald Trump geschuldet war. Auch kleinere Werte gewannen an Wert. Der MDAX legte knapp 20 Prozent zu und der Scale 30 immerhin knapp 12 Prozent.
Die VH realisierte im Geschäftsjahr 2025 Kursgewinne von 1,08 (Vorjahr: 0,70) Mio. Euro. Großen Anteil daran hatte der Verkauf der in Deutz und KION aufgebauten Positionen, nachdem die Aktien ihr Kursziel erreicht hatten. Hinzu kamen Dividenden und Beteiligungserträge von 510 (430) Tsd. Euro. Abschreibungen mussten in Höhe von 203 (271) Tsd. Euro vorgenommen werden. Die größten Abschreibungen fielen bei Evonik und Hugo Boss an. Bei Hugo Boss wurde der Rückstand mit dem jüngst unterbreiteten Übernahmeangebot zu 38 Euro allerdings bis zum Tag dieser Hauptversammlung fast komplett aufgeholt.
Insgesamt summierten sich die Erträge aus dem Portfolio auf 1,39 (0,86) Mio. Euro. Hinzu kamen Dienstleistungserträge in Höhe von 346 (281) Tsd. Euro insbesondere aus der ergebnisabhängigen Vergütung, die von den Tochtergesellschaften VHI und VHC vereinnahmt werden konnten, sowie sonstige Erträge von 32 (151) Tsd. Euro. Die Gesamterträge beliefen sich damit auf 1,77 (1,29) Mio. Euro.
Der Personalaufwand erhöhte sich infolge des höheren variablen Anteils auf 354 (303) Tsd. Euro. Die Verwaltungskosten gingen hingegen auf 66 (79) Tsd. Euro zurück, und der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 135 (117) Tsd. Euro ist nach Angabe von Herrn Geiger allein der notwendigen notariellen Beurkundung der letztjährigen Hauptversammlung geschuldet. In diesem Jahr wurde deshalb auf die Bestellung eines Notars verzichtet. Steuern spielten mit 2 (0) Tsd. Euro keine Rolle. Es verblieb somit ein Jahresüberschuss von 1,21 (0,79) Mio. Euro.
Die Eigenkapitalrendite errechnet sich im Geschäftsjahr 2025 mit 8,0 (6,0) Prozent, womit sich der Vorstand recht zufrieden zeigte. Es hätte nach seiner Aussage leicht auch mehr sein können, nachdem eine ganze Reihe von Depotpositionen hohe stille Reserven aufweisen, die noch nicht realisiert wurden. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag die Eigenkapitalrendite immerhin bei 9,1 Prozent und damit nahe an der Zielgröße von 10 Prozent. Der Wert schwankt allerdings stark.
Das Eigenkapital erhöhte sich mit dem Jahresüberschuss auf 16,2 (15,1) Mio. Euro. Bei einer Bilanzsumme von 16,6 (15,4) Mio. Euro errechnet sich damit weiterhin eine sehr hohe Eigenkapitalquote von rund 98 Prozent. Finanzverbindlichkeiten gibt es nicht. Auf der Aktivseite der Bilanz nehmen die Wertpapiere und Beteiligungen mit 14,1 (13,5) Mio. Euro den größten Raum ein. Die liquiden Mittel werden zum Bilanzstichtag mit 1,4 (1,9) Mio. Euro ausgewiesen.
Im Folgenden präsentierte Herr Geiger eine Übersicht mit den großen Depotpositionen zum 31. Dezember 2025, von denen die VH viele schon länger hält. Ganz oben steht die Beteiligung an der VHI mit einem Anteil von 29,2 Prozent, gefolgt von der NABAG mit 6,2 Prozent. Weitere große Positionen mit Depotanteilen zwischen 3 und 6 Prozent waren zum Bilanzstichtag SAF-Holland, Vossloh, Traton, Wacker Neuson, Kontron, Jungheinrich, Evonik, Dräger, Hugo Boss und Sto.
Neu aufgebaut wurden Herrn Geiger zufolge Positionen in Jungheinrich, Dräger und GFT Technologies. Die Jungheinrich-Aktien hatte der Vorstand mit dem Erlös aus dem Kion-Verkauf erworben. Der Kurs erreichte dann schnell das Kursziel von 42 Euro, womit die Position wieder verkauft wurde. Ende 2025 rutschte die Notierung infolge einer Gewinnwarnung dann wieder deutlich ab und es konnte wieder zu günstigen Kursen gekauft werden. Ein solches Vorgehen ist, wie der Vorstand klarstellte, aber untypisch. Grundsätzlich investiert die VH langfristig.
Sodann leitete Herr Geiger über zum laufenden Jahr, in dem es im Portfolio noch nicht allzu viel Bewegung gab. In den ersten fünf Monaten 2026 war das wesentliche Ereignis die Veräußerung der Beteiligung am Asset-Manager SCM, mit dem auch eine Kooperation besteht. Die Veräußerung dieser Position war eigentlich nicht geplant, ließ sich aber nicht vermeiden, nachdem eine norditalienische Regionalbank ein Übernahmeangebot unterbreitete und 100 Prozent der Anteile erwerben wollte. Immerhin wurde ein vernünftiger Preis geboten und die Anteile konnten mit einem schönen Gewinn abgegeben werden.
In erster Linie mit dieser Transaktion wurden bis Mai 2026 Umsatzerlöse von 1,21 (0,85) Mio. Euro erzielt, woraus sich bei Einstandskosten von 1,00 (0,63) Mio. Euro ein Bruttoergebnis von 209 (217) Tsd. Euro errechnet. Dazu kommen Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen von 271 (223) Tsd. Euro. Nach Abzug der Personalkosten von 84 (78) Tsd. Euro verbleibt nach fünf Monaten ein EBITDA von 361 (311) Tsd. Euro.
An der Aktionärsstruktur hat sich nach Angabe von Herrn Geiger nicht viel verändert. Die meisten Anteile halten unverändert er selbst mit 17,1 Prozent sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Lehmann mit 15,8 Prozent. Ein weiterer Investor ist mit 10,8 Prozent beteiligt, außerdem halten die Petri Industries GmbH und die Schüchl GmbH jeweils 4 Prozent am Grundkapital. Der Streubesitz beträgt 48,3 Prozent.
In diesem Zusammenhang informierte Herr Geiger, dass die VH-Aktie in München und Stuttgart notiert ist, jedoch nicht mehr in Berlin. Als Nachteil sieht er dies nicht, eher im Gegenteil. Damit konzentriert sich das geringe Handelsvolumen auf zwei Handelsplätze. Der durchschnittliche Tagesumsatz in der Aktie hat sich im vergangenen Jahr auf 112 (822) Stücke noch einmal drastisch reduziert, was Herrn Geiger nicht so sehr gefällt. Allerdings resultiert dies nach seiner Einschätzung in erster Linie daraus, dass der weit überwiegende Anteil der Aktionäre sehr langfristig engagiert ist.
Mit der Kursentwicklung der Aktie zeigte sich Herrn Geiger grundsätzlich zufrieden. Die Notierung hat weiter zugelegt, der Kurs lag zum Jahresende 2025 mit 7,35 Euro aber immer noch weit unter dem NAV, der sich im vergangenen Jahr um erfreuliche 23,7 Prozent auf 8,48 (6,89) Euro erhöht hat. Der Abschlag ist damit nicht kleiner geworden. Seit 2014 hat der innere Wert durchschnittlich um 11,15 Prozent p.a. zugelegt.
Herr Geiger kam dann zum Ausblick, der angesichts der enormen Unsicherheiten an vielen Fronten schwerer fällt denn je. Nach Überzeugung des Vorstands wird es aber dabei bleiben, dass Aktien trotz der vielen Krisen, die es immer wieder gegeben hat, über lange Zeiträume an Wert gewinnen. Als Anleger sollte man sich deshalb nicht von den täglichen Schlagzeilen verunsichern lassen, sondern einfach langfristig investiert bleiben.
Natürlich gibt es gerade für den deutschen Mittelstand eine ganze Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. Konkret nannte Herr Geiger den globalen Wettbewerb mit einer immer stärkeren Konkurrenz aus Asien. Insbesondere China gewinnt seit Jahren in allen Sektoren Marktanteile. Große Themen sind außerdem der rasante technologische Wandel mit dem Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI), die leider immer noch überbordende Regulatorik und die im internationalen Vergleich in Deutschland viel zu hohen Stromkosten.
Etwas Hoffnung schöpft der Vorstand aus dem „Fitnessprogramm“ der neuen Bundesregierung, das teils besser, teils schlechter funktioniert. Zusätzlich zum Sondervermögen Infrastruktur mit einem Volumen von 500 Mrd. Euro haben inzwischen mehr als 100 Unternehmen angekündigt, dass sie in den nächsten drei Jahren einen dreistelligen Milliardenbetrag in Deutschland investieren wollen. Sehr positiv bewertet Herr Geiger daneben die verschiedenen Freihandelsabkommen, die Europa binnen kurzer Zeit abgeschlossen hat.
Im Folgenden ging Herr Geiger näher auf drei wichtige Positionen im VH-Depot ein. Zunächst war dies der Bahntechnikhersteller Vossloh, der sich immer mehr vom Komponenten- zum Systemanbieter entwickelt und der sich mit seiner einzigartigen Systemkompetenz als integrierter Lifecycle-Partner der Bahnindustrie etabliert hat. Vossloh setzt stark auf Digitalisierung. Interessant ist zudem die zustandsorientierte und vorausschauende Wartung, mit der Schäden frühzeitig erkannt werden, womit die Kosten sinken und die Streckenverfügbarkeit steigt.
Wacker Neuson konzentriert sich als Hersteller von Baumaschinen und landwirtschaftlichen Geräten auf kompakte Maschinen wie Bagger, Dumper und Radlader, die in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen. Das Unternehmen verfügt über ein innovatives Produktportfolio und ist führend bei Zero-Emission-Geräten. Zweifellos handelt es sich um ein zyklisches Geschäft. Wacker Neuson ist aber so aufgestellt, dass auch in schwachen Marktphasen positive Ergebnisse erwirtschaftet werden. Mit dieser Aktie hat die VH Herrn Geiger zufolge schon zweimal Geld verdient.
Als spannendes neues Investment sieht der Vorstand Dräger. Das Unternehmen betätigt sich zum einen im Bereich Medizintechnik und sorgt unter anderem mit Beatmungsgeräten dafür, dass Patienten im Krankenhaus am Leben bleiben. Der zweite große Bereich ist die Sicherheitstechnik, in dem beispielsweise mit Gasmessgeräten und Atemschutzmasken dafür Sorge getragen wird, dass Menschen in Gefahrenberufen nicht zu Patienten werden.
Herr Geiger schloss mit einem Ausblick. Die Dividendenerträge dürften nach seiner Einschätzung im laufenden Jahr etwas unter dem Rekordniveau von 2025 liegen, da einige Dividendenaktien veräußert worden sind. Die Dienstleistungserlöse werden ebenfalls etwas niedriger erwartet. Der von der VHI vereinnahmte Beteiligungsertrag wird hingegen steigen und das Zinsergebnis positiv ausfallen. Insgesamt erwartet der Vorstand ein positives Jahresergebnis, womit auch im kommenden Jahr wieder eine Dividendenzahlung zu erwarten ist.
Allgemeine Aussprache
Die wesentliche Wortmeldung kam in der folgenden Aussprache vom langjährigen Aktionär Herbert Groher. Er gratulierte Vorstand und Aufsichtsrat zunächst zum erfolgreichen Abschneiden im Geschäftsjahr 2025. Der Jahresüberschuss und der NAV konnten deutlich gesteigert werden, zudem soll die Dividende erhöht werden. Die Rendite erreicht nach seinem Dafürhalten aber auch bei einer Ausschüttung von 0,05 Euro nur ein bescheidenes Niveau.
Als erstes wollte Herr Groher wissen, wie hoch die Abschreibungen auf die drei genannten Positionen jeweils gewesen waren. Dieses waren nach Angabe von Herrn Geiger BASF mit einem Betrag von 24 Tsd. Euro, Hugo Boss mit 34 Tsd. Euro und Evonik mit 53 Tsd. Euro. Auf Nachfrage des Aktionärs nannte der Vorstand auch die drei größten Positionen, bei denen eine Abschreibung unterlassen worden ist, weil nicht von einer dauerhaften Wertminderung ausgegangen wird. Dieses waren Bauer mit 104 Tsd. Euro, q.beyond mit 93 Tsd. Euro und Hawesko mit 43 Tsd. Euro.
Des Weiteren bat Herr Groher um ergänzende Informationen zu der modifizierten Investmentstrategie bei der NABAG AG. Wie Herr Geiger ausführte, hat dieses Unternehmen unter der Führung des früheren Vorstands Antonio Napolitano fast ausschließlich in italienische Micro Caps investiert, was sich nicht ausgezahlt hat. Mit Frau Stahlhofen als Vorständin liegt der Schwerpunkt jetzt auf Dividendenaktien aus Deutschland, Italien und teilweise anderen europäischen Ländern, wenn sich interessante Chancen ergeben. Die Titelauswahl erfolgt streng nach der Value-Investing-Strategie, was zuvor nicht so konsequent der Fall gewesen war.
Interessant fand Herr Groher zudem die Frage, inwieweit KI im Tagesgeschäft der VH eine Rolle spielt. Hierzu führte Herr Geiger aus, dass KI letztlich überall ein Thema ist und diese Technologie in Zukunft einen sehr starken Einfluss auf viele Bereiche haben wird. Das VH-Team nutzt KI als Unterstützung bei der Recherche. Die Ergebnisse müssen aber immer noch einmal verifiziert werden, um falsche Auskünfte zu vermeiden. Die Investmententscheidung wird im Übrigen immer von einem Menschen getroffen.
Ferner wollte der Aktionär wissen, ob eine weitere Kapitalerhöhung geplant ist, um das Investmentvolumen weiter zu vergrößern. Konkret ist dies nach Aussage von Herrn Geiger nicht der Fall. Dies liegt vor allem daran, dass noch in diesem oder im kommenden Jahr eine Ausnutzung des genehmigten Kapitals bei der VHI geplant ist und nicht parallel bei beiden Gesellschaften eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden soll. Viele Anleger sind in VH und VHI investiert und sollen nicht überfordert werden.
Nicht recht nachvollziehen konnte Herr Groher das Investment in Jungheinrich. Die Geschäftsentwicklung war zuletzt unbefriedigend und die Dividendenrendite beträgt gerade mal 1 Prozent. Dem konnte der Vorstand nicht widersprechen. Die geringe Dividende resultiert aber allein daraus, dass sich der Gewinn im vergangenen Jahr aufgrund von Sondereffekten stark rückläufig entwickelt hat und sich die Ausschüttung daran orientiert. 2026 läuft es wieder deutlich besser. Herr Geiger ist überzeugt von dem Investment, er hat die Position vor Kurzem noch ausgebaut.
Im Geschäftsbericht hatte Herr Groher die Information gefunden, dass Investments in den Bereichen Bank, Versicherung und Energie nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen werden. Befragt nach mehr Details informierte Herr Geiger, dass dies zunächst einmal bedeutet, dass im Team auch über Werte aus diesen Segmenten diskutiert wird, sofern sich bei einzelnen Titeln Chancen eröffnen könnten. Der Dividendenfonds ist teilweise bereits in Versicherungsaktien investiert, die VH selbst bislang in keinem der genannten Bereiche. Herr Geiger tut sich speziell bei der Bewertung von Banken und Versicherungen schwer.
Ein Thema der Aussprache war zudem der zum Bilanzstichtag recht hohe Cashbestand von fast 2 Mio. Euro. Dieser Betrag resultiert laut Herrn Geiger unter anderem aus den Verkaufserlösen aus 2025, die nicht sofort komplett wieder investiert wurden. Der Cashbestand hat sich Anfang 2026 durch den Verkauf der Positionen BASF und SCM weiter erhöht. Seither wurden immer wieder Positionen aufgestockt, wenn sich günstige Einstiegsgelegenheiten ergaben. Grundsätzlich macht es Sinn, immer etwas Liquidität vorzuhalten, um zuschlagen zu können, wenn sich Chancen ergeben.
Abstimmungen
Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Lehmann die Präsenz. Auf der Hauptversammlung waren 1.040.973 Aktien vertreten. Bezogen auf das gesamte Grundkapital in Höhe von 6.629.679 Euro, eingeteilt in 2.209.893 Aktien, entsprach dies einer Quote von 47,11 Prozent.
Alle Beschlüsse, im Einzelnen waren dies die Zahlung einer Dividende von 0,05 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Bestellung der 2H Hall & Helferich GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5), wurden einstimmig gefasst.
Um 11:30 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.
Fazit
Mit einer Steigerung des NAV von 23,7 Prozent auf 8,48 Euro hat die Value-Holdings AG das Geschäftsjahr 2025 sehr erfolgreich abgeschlossen. Dazu beigetragen hat eine insgesamt erfreuliche Börsenentwicklung, von der endlich auch die kleineren Werte profitierten. Mit dieser Performance entwickelte sich das VH-Depot sogar noch besser als die in Frage kommenden Vergleichsindizes. Die Titelauswahl nach der Value-Investing-Strategie hat sich also einmal mehr ausgezahlt.
Auch das laufende Jahr begann positiv und es ist davon auszugehen, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Aktuell belastet zwar ein unsicheres Umfeld und dies nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in geopolitischer Hinsicht. Bisher war es aber immer so, dass Aktien in der Breite allen Krisen und Kriegen zum Trotz über lange Zeiträume an Wert gewonnen haben und dies sollte auch in Zukunft der Fall sein. Zudem sind gerade Value-Aktien in unruhigen Zeiten ein Stabilitätsanker im Depot.
Die VH-Aktie hat mit dem erfreulichen Geschäftsverlauf in den letzten zwölf Monaten ebenfalls an Wert gewonnen. Mit 7,15 Euro notiert sie aber immer noch um rund 15 Prozent unter dem NAV, der sich zum 31. März 2026 mit 8,39 Euro errechnete. Nicht zuletzt deshalb sollte sich ein Investment weiterhin lohnen. Zu beachten ist allerdings, dass das schon länger geringe Handelsvolumen in den letzten Monaten noch dünner geworden ist. Interessierte Investoren sollten auf jeden Fall mit Limit agieren und müssen gegebenenfalls etwas Geduld mitbringen.
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