Die Value-Holdings International AG (VHI) hatte für den 19. Mai 2026 zur Hauptversammlung mit Vorlage des Jahresabschlusses 2025 eingeladen. Veranstaltungsort waren wie gewohnt die Räume der Gesellschaft in Augsburg, wo sich mit nahezu 30 Aktionären und Gästen deutlich mehr Teilnehmer als in den Vorjahren eingefunden hatten. Für GSC Research war Matthias Wahler angereist.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Georg Geiger eröffnete die Versammlung um 10 Uhr und teilte mit, dass sich die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat vollzählig eingefunden haben. Auf die Bestellung eines Notars hatte die Gesellschaft verzichtet, nachdem sich auf der Tagesordnung keine beurkundungspflichten Beschlussfassungen befanden. Der Vorsitzende erstellte das Protokoll selbst.
Im Folgenden erläuterte Herr Geiger die Formalien und berichtete über die wesentlichen Themen aus Sicht des Aufsichtsrats, der sich im Geschäftsjahr 2025 dreimal zu offiziellen Sitzungen zusammengefunden und auch sonst kontinuierlich in Kontakt gestanden hat. Sodann übergab er das Wort an den Alleinvorstand Florian König.
Bericht des Vorstands
Herr König begann seinen Bericht mit einigen Worten zum Selbstverständnis der VHI. Oberste Priorität hat es demnach, den Nettoinventarwert (NAV) der Aktie stetig zu steigern, jedes Jahr verlässlich eine mindestens konstante Dividende zu zahlen und diese wenn möglich noch anzuheben. Wie er an einer Übersicht aufzeigte, ist dies bisher gut gelungen. Ausgehend von einer Ausschüttung von 0,05 Euro im Jahr 2011 hat sich die Dividende bis zum heutigen Vorschlag auf 0,10 Euro verdoppelt.
Als Grundlage für die nachhaltig erfolgreiche Entwicklung der auf das Value-Investing spezialisierten Beteiligungsgesellschaft sieht Herr König das eingespielte Team, das in Summe über mehr als 60 Jahre Investmenterfahrung verfügt und sehr diszipliniert vorgeht. Er selbst ist erst seit eineinhalb Jahren Vorstand der VHI, aber bereits seit 2015 als Portfoliomanager tätig. Als studierter Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur verfügt er zudem über ein tiefes Verständnis für das Geschäft vieler Unternehmen, in die investiert werde.
An der Ausrichtung hat sich über die Jahre nichts geändert. Als Beteiligungsgesellschaft investiert die VHI nach den Grundsätzen des Value-Investing in börsennotierte Unternehmen. Die Ankeraktionärin ist die Value-Holdings AG, die knapp 35 Prozent der Anteile hält und mit der ein Nutzungs- und Überlassungsvertrag geschlossen wurde, durch den sich die Kostenstruktur einfach und transparent darstellt. Vom Streubesitz von 65 Prozent befindet sich der größte Teil in Familien- und Stiftungsvermögen, also bei Personengruppen, die viel Wert auf eine nachhaltige und verlässliche Dividendenzahlung legen.
Die Titelselektion erfolgt nach der Value-Investing-Strategie. Das Team sucht also nach Unternehmen mit einem einfach zu verstehenden und bewährten Geschäftsmodell, einer gesunden Bilanz, einem kompetenten, ehrlichen und erfahrenen Management und einer hohen Eigenkapitalrendite, die günstig erworben werden können. In den derzeit sehr unruhigen Zeiten hat die Fundamentalanalyse bei der Titelauswahl nach Überzeugung des Vorstands noch an Bedeutung gewonnen.
Gerade in einem Umfeld, in dem Investoren von Nachrichten geradezu überflutet werden, ist es wichtig, rationale Entscheidungen zu treffen und nach robusten Geschäftsmodellen zu suchen, die auch sicher durch stürmische Zeiten kommen, indem sie hohe operative Gewinne bei niedriger Kapitalbindung erwirtschaften. Bei Depotpositionen wie CEWE, Hermle, InnoTec und Keller sowie auch bei den Neuzugängen Fielmann, Fuchs und Orsero, auf die er später noch näher einging, sieht er dies als gegeben an.
Im Geschäftsjahr 2025 hat sich die Strategie ausgezahlt. Mit einer Performance von 27,1 Prozent legte das VHI-Portfolio stärker zu als die Vergleichsindizes. Wichtig ist die richtige Titelauswahl auch, um weiterhin verlässlich Dividenden zahlen zu können, was Herr König absehbar als gesichert ansieht. Die Ausschüttungsreserve ist inzwischen so groß, dass die aktuelle Dividende selbst ohne die Generierung weiterer Jahresüberschüsse weitere fünf Jahre gezahlt werden könnte.
Das klare Ziel ist es, mit der Dividendenzahlung bezogen auf den Aktienkurs nachhaltig eine Basisverzinsung zwischen 3,0 und 3,5 Prozent darzustellen. Die Gesamtperformance soll langfristig betrachtet mindestens 8 Prozent p.a. betragen.
Sodann präsentierte Herr König die zehn größten Depotpositionen zum Bilanzstichtag. Dieses waren Porr, KSB, SAF-Holland, Wacker Neuson, Traton, Hermle, Hornbach Holding, Kontron, INDUS Holding und Jungheinrich mit Anteilen zwischen 3,4 und 7,3 Prozent. Die Liquiditätsquote lag zu diesem Zeitpunkt nur noch bei 4,6 Prozent, nachdem es im vergangenen Jahr viele gute Investitionsmöglichkeiten gab, die genutzt werden konnten.
Regional liegt der Schwerpunkt der Investments auf Deutschland mit einem Anteil von 69 Prozent, gefolgt von Österreich mit 16 Prozent. Zudem wurden Aktien aus Italien, der Schweiz und Großbritannien erworben. Die Fokussierung auf Europa soll beibehalten werden, nachdem sich ausreichend Unternehmen zu attraktiven Preisen finden. Nach Branchen liegt der Schwerpunkt der Investments auf den Bereichen Bau- und Bauzulieferer, Industrie, Maschinenbau und Konsum.
Neu gekauft hat die VHI nach Angabe von Herrn König im vergangenen Jahr Jungheinrich, Kontron, Stadler, Vossloh, CEWE, GESCO und Amadeus Fire, aufgestockt SAF Holland, Sixt, InnoTec, Hermle und Paul Hartmann. Teilweise veräußert wurden KSB und Deutz, nachdem gute Kurse realisiert werden konnten. Komplett getrennt hat sich die VHI von Fresenius, Metro, Kion und auch wieder Technotrans, nachdem erkennbar wurde, dass im Kurs schon viele Erwartungen vorweggenommen sind.
Mit den Wertpapierverkäufen wurde ein Bruttoergebnis von 989 (Vorjahr: 728) Tsd. Euro realisiert. Die größten Beiträge lieferten Kion mit 308 Tsd. Euro, KSB mit 250 Tsd. Euro und Deutz mit 225 Tsd. Euro. Hinzu kamen Dividenden- und Zinserträge in Höhe von 532 (478) Tsd. Euro. Die höchsten Ausschüttungen konnten von Mercedes-Benz, Traton, KSB, Porr und SAF-Holland mit jeweils mehr als 30 Tsd. Euro vereinnahmt werden.
Die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich mit dem höheren Geschäftsvolumen auf 288 (247) Tsd. Euro. Ebenso gingen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 33 (24) Tsd. Euro nach oben, was unter anderem aus den etwas höhere Börsenkosten nach dem Wechsel der Notierung von Berlin nach Düsseldorf resultierte. Die Abschreibungen auf Wertpapiere lagen hingegen mit 333 (348) Tsd. Euro niedriger als im Vorjahr. Die wertmäßig größten Abschreibungen mussten auf Semperit mit 69 Tsd. Euro, Evonik mit 60 Tsd. Euro und Hugo Boss mit 46 Tsd. Euro vorgenommen werden. Bis heute haben sich die Kurse teilweise aber schon wieder erholt.
Es verbleibt ein deutlich höheres Ergebnis vor Steuern von 867 (588) Tsd. Euro und ein Jahresüberschuss von 790 (524) Tsd. Euro, aus dem sich ein Ergebnis je Aktie von 0,18 (0,12) Euro errechnet. Es wurde also mehr verdient, als mit der vorgeschlagenen Dividende von 0,10 (0,09) Euro ausgeschüttet werden soll. Der Buchwert je Aktie erhöhte sich auf 3,18 (3,09) Euro, der NAV stieg noch weitaus stärker auf 3,62 (2,92) Euro.
Die Bilanzrelationen gestalten sich weiterhin sehr solide. Das Eigenkapital erhöhte sich mit dem positiven Ergebnis auf 13,8 (13,4) Mio. Euro, was bei einer Bilanzsumme von 14,1 (13,7) Mio. Euro eine sehr hohe Eigenkapitalquote von rund 98 Prozent bedeutet. Die Aktivseite wird dominiert von den Wertpapieren des Anlagevermögens mit einem Volumen von 13,0 (11,9) Mio. Euro. Die flüssigen Mittel beliefen sich am Bilanzstichtag auf 1,6 (0,9) Mio. Euro.
Im Folgenden präsentierte der Vorstand die Eckdaten der ersten vier Monate 2026, mit denen er sich ebenfalls zufrieden zeigte. In diesem Zeitraum wurde mit Aktienverkäufen ein Bruttoergebnis von 1,09 Mio. Euro erwirtschaftet. Im Vorjahr waren es lediglich 8 Tsd. Euro gewesen. Die größten Beiträge lieferten KSB mit 590 Tsd. Euro, Deutz mit 242 Tsd. Euro und Porr mit 228 Tsd. Euro. Bei Gesamtkosten von 51 Tsd. Euro stellt sich das Ergebnis vor Steuern auf plus 1,04 Mio. Euro nach minus 12 Tsd. Euro in den ersten vier Monaten 2025.
Der NAV der Aktie errechnet sich zum 15. Mai 2026 mit rund 3,80 Euro, was seit Jahresanfang eine Performance von 5,2 Prozent bedeutet. Damit schnitt die VHI erneut deutlich besser ab als DAX und EuroStoxx 50.
Neu gekauft hat der Vorstand in den letzten Monaten Fielmann, Fuchs und auch wieder KSB. Wie Herr König ausführte, konnten diese Aktien, von denen sich die VHI erst im März zu Kursen zwischen 1.100 und 1.200 Euro getrennt hat, bereits wieder zu Kursen um 800 Euro zurückgekauft werden. Aufgestockt wurden die Positionen in Jungheinrich, Amadeus Fire, CEWE, Kontron, Vossloh, GESCO, GFT, Orsero und Wacker Neuson.
Fielmann sieht Herr König als sehr interessantes Unternehmen an. Der bekannte Optik- und Hörgeräteanbieter profitiert von der demographischen Entwicklung und der zunehmenden Bildschirmarbeit. Zudem gewinnt das Familienunternehmen durch das Ausscheiden selbständiger Optiker aufgrund von Nachfolgeproblemen, Digitalisierung und Bürokratie beständig Marktanteile. Das kommunizierte Ziel, den Umsatz bis 2030 um rund 10 Prozent p.a. auf 3,8 bis 4,2 Mrd. Euro zu steigern, hält Herr König für realistisch, zumal inzwischen auch eine starke Position in den USA aufgebaut wurde.
Viel verspricht sich der Vorstand ebenso vom Maschinenbauer Hermle, bei dem das Engagement ausgebaut wurde. Hermle entwickelt sich immer mehr zu einem internationalen Unternehmen und profitiert von der zunehmenden Automatisierung der Branche, in der sich immer weniger qualifizierte Fachkräfte finden. Sehr positiv bewertet Herr König überdies die starke Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 72,5 Prozent und einer Nettoliquidität von rund 20 Euro je Aktie sowie den hohen Auftragseingang.
Neu investiert hat die VHI außerdem in die italienische Orsero S.p.A., die im Mittelmeerraum Marktführer im Bereich Import, Distribution und Handel von frischem Obst und Gemüse ist. Das Unternehmen wächst organisch und durch Übernahmen und steigert die Marge, indem Mehrwerte für die Kunden geschaffen werden. Die Prognosen wurden in den letzten Jahren zumeist nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Orsero zahlt auch jedes Jahr eine Dividende.
Aktuell sind die zehn größten Positionen im VHI-Portfolio, wie Herr König nachfolgend aufzeigte, Porr, SAF-Holland, Kontron, Keller, Traton, Hermle, GFT Technologies, INDUS Holding, Orsero und Hornbach Holding mit Anteilen zwischen 3,3 und 5,6 Prozent. Insgesamt umfasst das Depot 33 Positionen. Die Liquiditätsquote beläuft sich auf 11,4 Prozent.
Für die Zukunft ist der Vorstand optimistisch gestimmt. Viele mittelständische Unternehmen sind global aufgestellt und können bei einer Marktschwäche in Deutschland international wachsen. Hinzu kommt, dass auf Sicht von fünf Jahren Large Caps immer noch eine deutlich bessere Performance aufweisen als Small Caps, womit Nebenwerte weiterhin Aufholpotenzial gegenüber Standardwerten haben. Herr König ist vor diesem Hintergrund zuversichtlich, dass der NAV der VHI-Aktie langfristig weiter gesteigert werden kann. Er bestätigte auch die Ausschüttungspolitik, wonach immer mindestens eine Dividende auf Vorjahresniveau gezahlt und diese möglichst noch angehoben werden soll.
Allgemeine Aussprache
Aktionär Martin Roser hatte im Geschäftsbericht eine Passage gefunden, in der der Vorstand vor stürmischeren Zeiten warnt. Vor diesem Hintergrund wollte sich ihm nicht recht erschließen, warum dennoch zyklische Werte ein so hohes Gewicht im Depot der VHI haben. Ihm erschien es sinnvoller, das Portfolio bei einer solchen Erwartungshaltung konservativer aufzustellen.
In seiner Antwort versicherte Herr König, dass das Team bei der Titelauswahl sehr genau hinschaut und darauf achtet, dass die Unternehmen solide aufgestellt sind. Damit können sich dann in einem stürmischen Marktumfeld sogar zusätzliche Chancen eröffnen, wenn Wettbewerber ihr Geschäft reduzieren müssen oder komplett aus dem Markt ausscheiden. Hermle ist hingegen so solide aufgestellt, dass auch in schwierigeren Zeiten investiert werden kann, was sich dann bei einer wieder anziehenden Nachfrage auszahlen wird.
Aus der Vorstandspräsentation hatte Herr Roser mitgenommen, dass die VHI aktuell über eine relativ hohe Cashquote von 11,4 Prozent verfügt. Er hielt es für sinnvoll, einen Teil dieser Mittel zu nutzen, um eigene Aktien zurückzukaufen, nachdem diese weit unter dem inneren Wert gehandelt werden. Nach seiner Überlegung würde dies einen Mehrwert für alle Aktionäre schaffen.
Zu diesem Thema äußerte sich Herr Geiger. Wie er ausführte, resultiert der hohe Cashbestand vor allem daraus, dass der aus dem Verkauf der KSB-Aktien resultierende Erlös erst zum Teil reinvestiert wurde. Der Rückkauf eigener Aktien wäre theoretisch interessant. Für die VHI scheint dies dem Aufsichtsratsvorsitzenden aber nicht der richtige Weg zu sein, nachdem sich das ohnehin schon nicht große Handelsvolumen an der Börse damit noch weiter verringern würde. Solange sich interessante Aktien finden, die die Kriterien des Value-Investing erfüllen, dürfte sich bei einer guten Titelauswahl auch ein höheres Potenzial eröffnen.
Nachdem der Vorstand die KSB-Aktien nach der Veräußerung recht schnell wieder zu niedrigeren Kursen zurückgekauft hat, wirkte es auf Herrn Roser so, als ob die VHI nunmehr auch im Trading aktiv ist. Dies verneinte Herr Geiger. Gewinne werden grundsätzlich dann realisiert, wenn das errechnete Kursziel erreicht oder aus anderen Gründen kein Potenzial mehr zu erkennen ist. Die KSB-Aktien hatten sich schon seit 2016 im Depot befunden, bevor sie jetzt verkauft wurden. Der Rückkauf erfolgte, als der Kurs überraschend schnell wieder auf ein attraktives Niveau zurückgegangen war.
Aus der letztjährigen Hauptversammlung war Herrn Roser in Erinnerung geblieben, dass Vorstand und Aufsichtsrat über eine Kapitalerhöhung nachdenken. Auf seine Nachfrage nach aktuellen Plänen informierte Herr Geiger, dass man sich derzeit im Gespräch mit Investoren befindet und voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung stattfinden wird. Interessierte Aktionäre sollten sich gerne bei der Gesellschaft melden, man werde ihnen dann einen Zeichnungsschein zukommen lassen.
Mehrere Aktionäre baten um ergänzende Ausführungen zu einzelnen Aktien, in die die VHI investiert hat. Bei Fuchs erschien einem Teilnehmer der kommunizierte Mittelfristausblick nicht sonderlich ambitioniert, insbesondere vor dem Hintergrund, dass mit der wachsenden Zahl an Hybrid-Fahrzeugen immer mehr Schmierstoffe nachgefragt werden sollten.
In seiner Antwort stimmte der Vorstand zu, dass die Hybrid-Technologie tatsächlich ideal für Fuchs ist. Aber auch bei Verbrennern und reinen Elektrofahrzeugen werden Schmierstoffe benötigt. Die Wachstumsziele formuliert das Mannheimer Unternehmen traditionell konservativ, was aber kein Nachteil ist. Im Gegenteil könnten Investoren wie die VHI davon profitieren, wenn sich andere Marktteilnehmer enttäuscht abwenden. Interessant findet Herr König zudem, dass Fuchs schon 30 Jahre in China aktiv ist und damit über beste Kontakte zu den dortigen Herstellern verfügt, die nun teilweise auch in Deutschland produzieren wollen, wo sie dann sicherlich von Fuchs mit Schmierstoffen versorgt werden.
Zu dem Investment in SMT Scharf informierte Herr König auf Nachfrage eines Aktionärs, dass die VHI sich von dieser Beteiligung seit Jahresanfang 2026 sukzessive getrennt hat. Teilweise konnten Kurse von 9 Euro realisiert werden, womit er sich durchaus zufrieden zeigte. Das Team war von diesem Investment trotz des neuen Ankeraktionärs, der mit 20 Prozent bei der Gesellschaft eingestiegen ist, nicht mehr so überzeugt. Dass die diesjährige Hauptversammlung über eine Sonderprüfung abstimmen soll, schafft ebenfalls kein zusätzliches Vertrauen.
Befragt nach einer Stellungnahme zu Paul Hartmann bekräftigte Herr König seine Überzeugung, dass es sich um ein sehr spannendes Investment handelt. Die Zahlen des ersten Quartals 2026 überzeugen und als Anbieter von Medizin- und Pflegeprodukten profitiert das Unternehmen von der demographischen Entwicklung. Die Verwicklung in die Windelkartell-Ermittlungen in Spanien war nicht mit nachhaltigen negativen Auswirkungen verbunden.
Der frühere VHI-Vorstand Roland Könen, der diesmal als Aktionär anwesend war, hinterfragte das Investment in Fielmann. Zweifellos handelt es sich um ein spannendes Unternehmen. Seiner Meinung nach hat die Aktienbewertung aber nie so recht die Kriterien des Value-Investing erfüllt, was Herr König bestätigte. Mit dem deutlichen Kursrückgang der letzten Monate hat sich dies aber geändert, zumal verschiedene Treiber für ein wieder stärkeres Wachstum zu erkennen sind. Zum Kaufzeitpunkt war sogar die Dividendenrendite mit 3,4 Prozent interessant.
Abstimmungen
Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Geiger die Präsenz. Vom gesamten Grundkapital von 4.343.626 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, waren 2.473.265 Aktien vertreten. Dies entsprach einer Quote von 56,94 Prozent.
Sämtliche Beschlüsse, im Einzelnen waren dies Zahlung einer Dividende von 0,10 Euro (TOP 2) sowie die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), wurden einstimmig beschlossen.
Um 11:08 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.
Fazit
Die Value-Holdings International AG (VHI) hat das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich abgeschlossen. Mit einer starken Performance von 27,1 Prozent entwickelte sich das Portfolio besser als alle Vergleichsindizes. Im laufenden Jahr setzte sich der positive Trend fort. Der Nettoinventarwert (NAV) der Aktie errechnet sich zum 15. Mai 2026 mit 3,80 Euro, was seit Jahresanfang eine Performance von 5,2 Prozent bedeutet. Auch das ist im derzeitigen Börsenumfeld eine solide Leistung.
Die Hauptversammlung beschloss eine Anhebung der Dividende auf 0,10 (0,09) Euro, womit sich beim aktuellen Aktienkurs von 3,08 Euro eine Rendite von 3,2 Prozent errechnet. Sie liegt damit in dem Korridor von 3,0 bis 3,5 Prozent, der dauerhaft angestrebt wird. Ein guter Teil der Aktien befindet sich in Familien- und Stiftungsvermögen, also bei Personengruppen, die viel Wert auf eine nachhaltige und verlässliche Dividendenzahlung legen. Derzeit laufen Gespräche mit weiteren Investoren, die Interesse an der VHI-Aktie haben. Möglicherweise wird es noch in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung geben, um ihnen den Einstieg zu ermöglichen.
Der Kauf über die Börse lässt sich für größere Investoren mangels eines ausreichenden Handelsvolumens kaum realisieren. Für normale Anleger ist der Erwerb der Aktie im Freiverkehr der Börse Düsseldorf aber interessant. Mit 3,08 Euro notiert sie mehr als 20 Prozent unter dem aktuellen NAV von 3,80 Euro und im Portfolio befinden sich viele spannende Unternehmen, die einiges an Kurspotenzial versprechen. Zudem gibt es eine relativ hohe Cashquote, mit der die Chancen genutzt werden können, die sich in dem derzeit sehr volatilen Börsenumfeld immer wieder ergeben.
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