Die sino AG hatte für den 4. Mai 2026 zur Hauptversammlung mit Vorlage des Jahresabschlusses 2024/25 (bis 30. September) eingeladen. Wie in den Vorjahren fand die Veranstaltung rein virtuell ohne physische Präsenz der Aktionäre statt. Für GSC Research war Matthias Wahler bei der Übertragung der Veranstaltung im Internet zugeschaltet.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Marcus Krumbholz eröffnete die Versammlung um 11 Uhr und teilte mit, dass der Vorstand mit den Herren Ingo Hillen und Karsten Müller komplett anwesend ist. Auch der Aufsichtsrat war komplett zugegen. Das Protokoll führte Notar Dr. Henryk Haibt. Personelle Veränderungen hat es seit der letzten Hauptversammlung nicht gegeben.
Im Folgenden erläuterte Dr. Krumbholz die Formalien und sprach einige ergänzende Worte zum Bericht des Aufsichtsrats, der sich im Berichtsjahr siebenmal teils virtuell und teils in Präsenz zusammengefunden hat.
Im Folgenden übergab er das Wort an die beiden Vorstandsmitglieder.
Bericht des Vorstands
Ingo Hillen, Gründer und Vorstand der sino AG, begann mit einem Rückblick auf die operative Entwicklung im Geschäftsjahr 2024/25, die sich sehr erfreulich darstellt. Die Zahl der ausgeführten Orders konnte in jedem Quartal gesteigert werden und dies sogar mit zunehmender Geschwindigkeit. Auch das Ergebnis verbesserte sich deutlich.
Konkret erhöhte sich die Zahl der ausgeführten Orders im ersten Quartal um 43 Prozent auf 189.000 und das EBT belief sich auf 67 Tsd. Euro. Im zweiten Quartal wuchsen die Orderzahlen um 52 Prozent auf 261.000 und es wurde ein EBT von 164 Tsd. Euro ausgewiesen. Im dritten Quartal wurden 287.000 Orders ausgeführt, was ein Plus von 64 Prozent bedeutet, und das EBT erreichte 581 Tsd. Euro. Und im vierten Quartal erhöhte sich die Zahl der ausgeführten Orders sogar um 106 Prozent auf 326.000 und das EBT lag bei 472 Tsd. Euro.
Im Gesamtjahr stieg die Zahl der ausgeführten Orders damit sehr deutlich um 67 Prozent von 638.000 auf 1,063 Millionen. Ursächlich waren, wie Herr Hillen aufzeigte, allein Aktien-Trades, die mittlerweile fast 90 Prozent der Orders ausmachen. Die gehandelten Futures-Kontrakte bewegten sich mit 120.000 (Vorjahr: 124.000) knapp auf Vorjahresniveau. Besonders hob Herr Hillen die Zahl der Depots hervor, die sich um 11 Prozent von 270 auf 300 erhöhte.
Die starke operative Entwicklung spiegelt sich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung wider. In der sino AG erhöhte sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit (EBT) auf 1,29 (1,13) Mio. Euro und der Jahresüberschuss kletterte um 30 Prozent auf 1,004 (0,769) Mio. Euro. Im Konzern verbesserte sich das Jahresergebnis um 13 Prozent auf 1,004 (0,888) Mio. Euro.
Das laufende Jahr ist zur Freude von Herrn Hillen ebenfalls positiv angelaufen. Im ersten Quartal, also von Oktober bis Dezember 2025, verdoppelte sich die Zahl der ausgeführten Orders auf 384.000 und das EBT erreichte bereits 986 Tsd. Euro. Im zweiten Quartal lagen die Orderzahlen mit 479.000 noch einmal um 83 Prozent über dem schon sehr guten Vorjahreswert. Weitere Zahlen zum ersten Halbjahr werden mit dem Halbjahresbericht am 30. Juni 2026 veröffentlicht.
Im Folgenden informierte der Vorstand über die Entwicklung der verschiedenen Beteiligungen. An der Quin Technologies GmbH, die mit „getquin“ eine App entwickelt hat, mit der verschiedene Depots aggregiert werden können, hält die sino aktuell rund 9,8 Prozent der Anteile. Über die Plattform ist für die Kunden mittlerweile ein Vermögen von über 15 Mrd. Euro registriert und die Community umfasst inzwischen mehr als 500.000 registrierte Nutzer.
Ein Highlight war bei getquin in den letzten Monaten laut Herrn Hillen die Etablierung einer neuen Schnittstelle zum direkten Import von Depotdaten. Diese Möglichkeit wurde durch Trade Republic geschaffen, es können aber auch andere Depots insgesamt visualisiert werden. Im nächsten Schritt ist der Ausbau der Plattform durch KI-gestützte Funktionen geplant. Ein weiterer Treiber für Nutzerzahlen und Erlöse könnte das Thema Altersvorsorgedepot werden.
Bei der Captiq GmbH, die Finanzierungen speziell für Kammerberufler anbietet, gestaltet sich die Situation weniger erfreulich. Zur Sicherstellung der Finanzierung werden kontinuierlich Wandeldarlehen eingeworben, zudem liegen Vorschläge und Vertragsentwürfe für eine langfristige Finanzierung mit einem potenziellen Hauptinvestor vor. Der Abschluss einer solchen Finanzierung ist auch notwendig, um die finanzielle Grundlage langfristig zu sichern.
Die Beatvest (Wisefolio GmbH), deren Ziel es ist, die finanzielle Bildung in Deutschland zu stärken, vollzog einen Wechsel des Geschäftsmodells von einer B2C-App hin zu einem B2B-Anbieter. Sie wird künftig mit Unternehmen zusammenarbeiten, die dann wieder ihren Mitarbeitern Informationen zur Verfügung stellen. Erste Kooperationen wurden bereits umgesetzt und es sollen weitere Großkunden als Vertragspartner gewonnen werden.
Sodann kam Herr Hillen auf die Trade Republic Bank GmbH zu sprechen, die nach wie vor die wichtigste Beteiligung der sino repräsentiert und die sich weiterhin ausgezeichnet entwickelt. Als einzige Bank in Europa gibt sie 100 Prozent des Einlagezinses der EZB auf alle Guthaben auf den Kundenkonten weiter. Ein Highlight war im Mai 2025 die Einführung des neuen Kinderdepots, was ein weiterer Schritt ist, um den Menschen in Deutschland das Thema Altersvorsorge nahezubringen.
Im September 2025 gelang mit dem Markteintritt in Polen der erste Expansionsschritt außerhalb der Eurozone. Ebenfalls im September wurde die Weiterentwicklung zum Wealth Manager realisiert. Die Kunden haben jetzt die Möglichkeit, in zwei Private Market Fonds zu investieren. Im November folgte der Ausbau des Krypto-Angebots. Die Zahl der handelbaren digitalen Vermögenswerte wurde vergrößert und neue Handelsfunktionen wurden eingeführt. Ein wichtiges Ereignis war überdies im Januar 2026 die Erteilung der MTF-Lizenz durch die BaFin. Trade Republic kann damit als erster Neobroker in Deutschland eine eigene regulierte Handelsplattform betreiben.
Im Dezember 2025 erreichte Trade Republic zur Freude von Herrn Hillen eine Rekordbewertung von 12,5 Mrd. Euro und stieg damit zum wertvollsten Start-up in Deutschland auf. Auf dieser Basis hat die sino 15 Prozent der noch im Bestand befindlichen Anteile verkauft und damit einen Erlös von 38,4 Mio. Euro nach Steuern erzielt. Die wirtschaftliche Beteiligung der sino reduzierte sich auf 1,77 (2,08) Prozent. Auf Basis der Unternehmensbewertung wäre dies ein Wert von 221 Mio. Euro oder rund 94,75 Euro je sino-Aktie.
Als weitere wichtige Meldung bewertet Herr Hillen, dass Trade Republic einen neuen kostenfreien Kundenservice gestartet hat. Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich wurde von 300 auf 1.000 mehr als verdreifacht. Das Ziel ist es, dass künftig sieben Tage die Woche und rund um die Uhr nach 15 Sekunden, höchstens 45 Sekunden ein Mitarbeiter über die App erreichbar ist und sich um die Probleme der Kunden kümmert. Erledigt ist das Thema erst, wenn der Kunde dieses als erledigt kennzeichnet.
Der Vorstand beurteilt die Perspektiven von Trade Republic weiterhin äußerst positiv. Ein Grund dafür ist auch das neue steuerlich geförderte Altersvorsorgedepot, das am 1. Januar 2027 startet und das einer Revolution gleichkommt. Er hält es durchaus für denkbar, dass es in einigen Jahren zehn Millionen Altersvorsorgedepots gibt – und warum sollte Trade Republic davon nicht 4 Millionen oder mehr haben? Das klare Ziel von Trade Republic ist es, das attraktivste, einfachste und günstigste Altersvorsorgedepot im Markt anzubieten.
Herr Hillen hält es für möglich, dass Trade Republic im Januar 2028, also zwölf Monate nach der Einführung des Altersvorsorgedepots, insgesamt mehr als 20 Millionen Kunden hat und mehr als 500 Mrd. Euro Assets under Management verwaltet. Wird dies erreicht, könnte bei annualisierten Erlösen von 1,6 Mrd. Euro ebenfalls auf annualisierter Basis ein Gewinn vor Steuern von über 900 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Zweifellos ist dies ein optimistisches Szenario, in der Vergangenheit war der Optimismus aber immer gerechtfertigt gewesen. Und im vergangenen Jahr hat Trade Republic, so war dies zumindest der Finanzpresse zu entnehmen, bereits 219 Mio. Euro nach Steuern verdient.
Sodann übernahm Vorstandsmitglied Karsten Müller mit weiteren Ausführungen zum Kerngeschäft. Die aus seiner Sicht wichtigste Botschaft stellte er an den Beginn seiner Ausführungen. Er freute sich berichten zu können, dass das Kerngeschäft der sino AG wächst und sehr profitabel ist.
Im Berichtsjahr konnten 41 Neukunden gewonnen werden und drei davon zählen heute schon zu den Top zehn der umsatzstärksten Kunden. Der Kryptohandel ging im vierten Quartal 2024 live und seit dem dritten Quartal 2025 sind auch Limit-Orders möglich. Insgesamt wurden die Handelsmöglichkeiten weiter ausgebaut. Neukunden handeln gettex zurzeit gebührenfrei. Zudem wurde die digitale Kontoeröffnung eingeführt. Der Kontoeröffnungsprozess wird damit deutlich vereinfacht und beschleunigt. Zudem wurden zahlreiche Kooperationen eingegangen.
Im laufenden Jahr will der Vorstand den Fokus klar auf das API-Trading legen. Der Plan ist es, verstärkt mit Print- und Online-Marketing aktiv werden, um dieses Geschäft zu forcieren. Zudem wird es ein größeres Schulungs- und Seminarangebot über die sino Akademie in Kooperation mit externen Programmierern geben.
Des Weiteren berichtete Herr Müller von einer konsequenten Weiterentwicklung der Handelsmöglichkeiten. Baader OTC ist bereits live und konnte seit Oktober 2025 bereits über 18.700 ausgeführte Trades verzeichnen. Noch im zweiten Quartal soll der Wochenendhandel eingeführt werden und für das vierte Quartal ist der Start des Rund-um-die-Uhr-Handels geplant. Das Krypto-Angebot soll mit zusätzlichen Hebelmöglichkeiten und einer Ausweitung des Coin-Universums abgerundet werden. Im Marketing setzt der Vorstand auf eine verstärkte Kooperation mit Finfluencern, zudem will er an zahlreichen Events und Veranstaltungen teilnehmen.
Zum Abschluss seiner Ausführungen präsentierte Herr Müller den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Die Hauptversammlung soll über eine Dividendenzahlung von 1,46 Euro beschließen. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsjahres 2024/25 und der guten Liquiditätssituation soll der Bilanzgewinn damit nahezu vollständig ausgeschüttet werden.
Der Vorstand schloss mit der Prognose. Für das laufende Jahr stellte er im Konzern ein deutlich positives operatives Jahresergebnis zwischen 2,9 und 4,1 Mio. Euro vor Steuern in Aussicht. Damit bestätigte er die im Geschäftsbericht publizierte Planung.
Allgemeine Aussprache
In der folgenden Aussprache meldeten sich Dietmar Erlebach von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Andreas Massek als Vertreter der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger (SdK) zu Wort. Beide zeigten sich beeindruckt von der sehr erfolgreichen Entwicklung. „Die Erfolgsgeschichte geht weiter“, formulierte es Herr Erlebach.
Unzufrieden waren allerdings beide Redner, dass die Gesellschaft wieder nur zu einer virtuellen Hauptversammlung eingeladen hat. Befragt nach dem Grund informierte Herr Hillen, dass auf diese Weise der Trend zu Digitalisierung und mehr Nachhaltigkeit unterstützt werden soll. Zudem wird die Teilnahme für die Aktionäre erleichtert, da Zeit und Kosten für die Anreise entfallen. Er erinnerte an einen Aktionär aus Hamburg, der im vergangenen Jahr zugeschaltet war, aber nicht nach Düsseldorf gefahren wäre. Natürlich gibt es Argumente dafür und dagegen. Man werde die Hinweise aufnehmen und prüfen. Auf Nachfrage fügte er später an, dass 47 Teilnehmer zugeschaltet sind.
Zentrale Bedeutung für den Erfolg der sino AG hat laut Herrn Erlebach natürlich die Beteiligung an Trade Republic, die, wie er dem von Herrn Hillen skizzierten Szenario entnommen hatte, offenbar weiterhin faszinierende Perspektiven eröffnet. Seiner Meinung nach könnte in dieser Konstellation auch ein Börsengang eine vielversprechende Option sein.
Dieser Einschätzung konnte Herr Hillen nur zustimmen. Auch ihn würde es freuen, wenn Trade Republic an die Börse geht. Ausgeschlossen scheint ihm dies zumindest nicht zu sein. Er verwies auf ein Interview, in dem Trade-Republic-Chef Christian Hecker gesagt hat, dass ein solcher Schritt zwar auf absehbare Zeit nicht ansteht. Das Unternehmen soll zunächst abseits der Börse weitergeführt werden. Ein Börsengang ist für eine Firma, die mit Risikokapital groß geworden ist, aber immer ein mögliches Ziel. Für den sino-Chef klingt dies nicht so, als wäre ein solcher Schritt ausgeschlossen.
Gewisse Bedenken äußerte Herr Erlebach allerdings mit Blick auf den zunehmenden Wettbewerb im Neobroker-Bereich. Zudem thematisierte er die zwischenzeitlich unbefriedigende Servicequalität bei Trade Republic, die man inzwischen aber offenbar in den Griff bekommen hat. Wichtig war ihm zudem die Frage, wie es, abseits der vielversprechenden Perspektive für die Zukunft, aktuell bei der wichtigsten Beteiligung läuft. Konkret wollte er wissen, wann der Break-even erwartet wird.
In seiner Antwort bat Herr Hillen um Verständnis, dass ihm auch nur die öffentlich zugänglichen Informationen zur Verfügung stehen. Auch an dieser Stelle verwies er auf ein Interview mit Christian Hecker, dem zu entnehmen ist, dass Trade Republic im Mai 2025 bereits so profitabel war, dass der Bilanzverlust ausgeglichen war. Laut Finanzpresse habe Trade Republic damit im Geschäftsjahr 2024/25 rund 220 Mio. Euro nach Steuern verdient. Und auch im Jahr zuvor hatte das Unternehmen schon einen Nettogewinn ausgewiesen.
Natürlich gibt es im Neobroker-Bereich Konkurrenz. Selbst die Sparkassen ziehen mittlerweile mit einer eigenen App nach, was Herr Hillen aber eher positiv sieht. Je mehr Kunden für das Banking eine App nutzen, desto mehr dürften letztlich bei Trade Republic landen. Positiv wertet er, dass die Kunden bei Trade Republic im Durchschnitt deutlich größere Summen anlegen als beispielsweise beim Wettbewerber Revolut. Es ist weiterhin das klare Ziel, dass Trade Republic für die Kunden die erste Bankverbindung und eine der größten Banken in Europa werden will.
Der Service ist, wie Herr Hillen weiter ausführte, ein sehr wichtiges Thema und er bedurfte zweifellos einer Verbesserung. Mit dem neuen Konzept mit 1.000 Servicemitarbeitern, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen, ist dies nun gelungen. Sobald sich herumgesprochen hat, dass Trade Republic jetzt einen der besten Services in der Branche anbietet, wird das Unternehmen nach Überzeugung von Herrn Hillen den nächsten großen Wachstumsschritt machen.
In der Gewinn- und Verlustrechnung war Herrn Erlebach aufgefallen, dass das laufende Ergebnis aus Beteiligungen nun schon einige Jahre mit Null ausgewiesen wird. Er erinnerte sich, dass an dieser Stelle in der Vergangenheit zeitweise schöne Zuflüsse zu verzeichnen gewesen waren, was Herr Hillen bestätigte. Dabei hat es sich um die Dividendenzahlungen der tick-TS AG gehandelt, an der die sino aber keine Anteile mehr hält. Und die anderen Beteiligungen schütten derzeit nichts aus. Auch in den nächsten Jahren erwartet der Vorstand keine Ausschüttungen aus dem Beteiligungsbereich.
Im Geschäftsbericht hatte der DSW-Vertreter die Information gefunden, dass die Beteiligung an der SubCapitals GmbH veräußert worden ist. Befragt nach dem Ergebnis informierte Herr Hillen, dass diese Beteiligung aufgrund eines drohenden Insolvenzverfahrens zunächst zum 30. Juni 2025 auf 1 Euro abgeschrieben und die Beteiligung dann mit Vertrag vom 14. August 2025 für 2.400 Euro veräußert worden ist. Dieses Investment hat also nicht funktioniert.
Als sehr erfreulich bewertete Herr Erlebach die positive Entwicklung des Kerngeschäfts. Die Zahl der Depots konnte endlich wieder spürbar gesteigert werden. Ihn interessierten die weiteren Perspektiven. Aus dem Vorjahr hatte er mitgenommen, dass zusammen mit der Baader Bank als neuem Bankpartner, der Reduzierung der Mindestanlage und der Ausweitung der Handelsmöglichkeiten die Zahl der Depots noch viel stärker ausgeweitet werden soll. Herr Massek bat um eine Einschätzung, welches Potenzial der Vorstand für die Depotzahl sieht.
Wie Herr Hillen ausführte, ist es, wie von ihm schon länger erwartet, endlich gelungen, aus dem „Talent-Pool“ von Trade Republic Neukunden für die sino AG zu gewinnen. Immer wieder einmal gibt es dort sehr aktive Kunden, die sich nachhaltig erfolgreich im Trading-Bereich betätigen und sich professionalisieren wollen. Ihn freut es sehr, dass sich drei der Neukunden nach dem Wechsel zu sino direkt unter die Top zehn eingereiht haben, was sich auch in den Trade-Zahlen widerspiegelt.
Wie stark die Depotzahl in den nächsten Jahren wächst, lässt sich nur schwer abschätzen. Als schönes Zwischenziel sähe der Vorstand die runde Marke von 500, was aber letztlich nicht ausschlaggebend ist. Lieber habe man 50 Kunden, die sehr viel handeln, als 500, die wenig handeln. Strukturell ist Herr Hillen auf jeden Fall optimistisch gestimmt, dass neue Kunden gewonnen werden können und diese auch viel handeln. Die sino AG verfügt über eine hervorragende Software, einen guten Bankpartner und ein motiviertes Team und ist und bleibt der(!) Broker für Heavy Trader in Deutschland.
Den Vorschlag, eine Dividende von 1,46 Euro auszuschütten, bewertete der DSW-Sprecher als erfreulich. Allerdings fand er es erstaunlich, dass damit deutlich mehr ausgeschüttet werden soll als verdient wurde. Ebenso hielt er es für sehr ungewöhnlich, dass bereits jetzt angekündigt wurde, dass es nach dem erfolgreichen Teilverkauf der Trade-Republic-Beteiligung im kommenden Jahr eine Dividende von mindestens 14,80 Euro geben soll. Grundsätzlich würde er lieber eine gewisse Konstanz in der Ausschüttung sehen als diese enormen Schwankungen.
Wie Herr Hillen ausführte, ist Dividendenkontinuität nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat kein Wert an sich. Aus diesem Grund steht in der Satzung, dass mindestens 90 Prozent der Gewinne aus Trade-Republic-Verkäufen ausgeschüttet werden sollen. Im kommenden Jahr wären dies mindestens 14,80 Euro. Und nachdem mittlerweile auch im operativen Geschäft endlich wieder Geld verdient wird, könnte es auch mehr werden.
Den Beschlussvorschlag unter TOP 8, mit dem explizit in der Satzung geregelt werden sollte, dass in der Hauptversammlung bei Verhinderung des Aufsichtsratsvorsitzenden und auch seines Stellvertreters ein externer Versammlungsleiter gewählt werden kann, hielten beide Aktionärsschützer für unnötig. Auf ihre Nachfrage teilte Herr Hillen mit, dass dies auf anwaltlichen Rat hin höchstvorsorglich beschlossen werden soll.
Schließlich bat Herr Massek den Vorstand um eine Aussage, warum man die sino-Aktie auf dem aktuellen Niveau von 95 Euro noch kaufen sollte. Hier informierte Herr Hillen, dass er selbst erst in der letzten Woche weitere Stücke für 90 Euro erworben hat. Er sieht eine gute Chance, dass Trade Republic in den nächsten zwei bis drei Jahren an die Börse geht, womit dann eine noch deutlich höhere Bewertung als 12,5 Mrd. Euro im Raum stehen dürfte, mit der der aktuelle Börsenkurs der sino AG bereits komplett abgedeckt ist. Und darüber hinaus gibt es noch andere Werte und ein funktionierendes Kerngeschäft. Er sieht damit gute Gründe für Zuversicht gegeben.
Abstimmungen
Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Dr. Krumbholz die aktuelle Präsenz. Zu diesem Zeitpunkt waren Aktionäre und Aktionärsvertreter mit insgesamt 993.393 Aktien zugeschaltet. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 2.337.500 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 42,50 Prozent.
Der Stimmrechtsvertreter vertrat 453.871 Aktien entsprechend einem Anteil von 19,42 Prozent am Grundkapital. Darüber hinaus waren 991.429 Aktien im Wege der Briefwahl angemeldet. Darin waren die Stimmen der HSBC trotz der freiwilligen Stimmrechtsbeschränkung noch in vollem Umfang enthalten. Insgesamt wurden damit 61,83 Prozent des Grundkapitals durch den Stimmrechtsvertreter oder über die elektronische Briefwahl repräsentiert.
Alle Beschlüsse wurden mit Mehrheiten von über 99 Prozent gefasst.
Im Einzelnen waren dies die Zahlung einer Dividende von 1,46 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Bestellung der DWP AG zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Ergänzung des Unternehmensgegenstands um den Handel mit Kryptowerten (TOP 6), die Möglichkeit zur Ausgabe elektronischer Aktien (TOP 7) sowie die Möglichkeit eines externen Versammlungsleiters (TOP 8).
Um 13:05 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.
Fazit
Die sino AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024/25 zurück. Nicht nur die Beteiligung an der Trade Republic GmbH, die trotz mehrerer Teilverkäufe weiterhin das wesentliche Asset darstellt, entwickelt sich hervorragend. Auch im operativen Geschäft ist inzwischen ein erfreulicher Aufwärtstrend zu verzeichnen. Die Zahl der Kunden wächst und die Zahl der ausgeführten Trades konnte in den letzten Quartalen enorm ausgeweitet werden, was sich entsprechend positiv im Ergebnis niederschlägt.
Für das laufende Jahr wird ein operatives Ergebnis vor Steuern zwischen 2,9 und 4,1 Mio. Euro erwartet. Das würde einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit zwischen 1,25 und 1,75 Euro je Aktie entsprechen und wäre damit um Längen mehr als das, was in den letzten Jahren verdient wurde. Und der Trend zeigt weiter nach oben, nachdem das Interesse am Kapitalmarkt spürbar zunimmt. Zusätzliches Potenzial verspricht die konsequente Weiterentwicklung der Handelsmöglichkeiten.
Die sino-Aktie ist damit unverändert ein spannendes Investment. Der aktuelle Aktienkurs von 100 Euro ist zum größten Teil schon durch die Trade-Republic-Beteiligung abgedeckt, die auf Basis der letzten Unternehmensbewertung allein 94,75 Euro ausmacht. Hinzu kommen ein mittlerweile sehr profitables Kerngeschäft, das sicherlich weit mehr als 5 Euro je Aktie wert ist, sowie die anderen Beteiligungen.
Interessant ist zudem, dass nach dem jüngst realisierten erneuten Teilverkauf der Trade-Republic-Beteiligung gemäß der Satzungsregelung, wonach mindestens 90 Prozent der daraus resultierenden Gewinne ausgeschüttet werden sollen, im kommenden Jahr mindestens eine Dividende von 14,80 Euro erwartet werden kann. Mit Blick auf die erfreuliche operative Entwicklung könnte es auch noch mehr werden. Die sino-Aktie ist also weiterhin attraktiv bewertet.
Kontaktadresse
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