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HV-Bericht FORTEC Elektronik AG - Überraschender Vorstandswechsel bestimmt die Debatte

Die FORTEC Elektronik AG hatte für den 11. Februar 2026 zu ihrer ordentlichen Hauptversammlung in das Haus der Bayerischen Wirtschaft nach München eingeladen. Etwa 100 Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, darunter Matthias Wahler für GSC Research, um sich über die Geschäftsentwicklung des Elektronikspezialisten zu informieren, viele aber sicher auch, um mehr über die Gründe für die überraschende Abberufung der langjährigen Vorstandsvorsitzenden Sandra Maile zu erfahren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Schubert eröffnete die Versammlung um 10 Uhr und teilte mit, dass die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat vollzählig anwesend sind. Das Protokoll führte wie gewohnt Notarin Dr. Beate Kopp.


Bericht des Aufsichtsrats

Nach Abhandlung der Formalien kam Herr Schubert auf personelle Veränderungen zu sprechen. Bereits seit März 2023 und bis heute gehört dem Vorstand der studierte Elektrotechniker und Diplomingenieur Ulrich Ermel an. Er hat dem Aufsichtsrat allerdings am 30. September 2025 mitgeteilt, dass er für eine weitere Amtszeit über den 30. Juni 2026 hinaus nicht mehr zur Verfügung steht. Spätestens dann wird er als Vorstand ausscheiden.

Neu bestellt als Interims-Finanzvorstand hat der Aufsichtsrat mit Wirkung ab dem 2. Februar 2026 Henrik Christiansen. Er ist dänischer Abstammung, lebt aber schon mehr als 30 Jahre in Deutschland und hat bereits Erfahrung in Leitungsfunktionen bei zwei börsennotierten Gesellschaften aus dem Solar- bzw. Logistikbereich gesammelt. Bei FORTEC ist er seit November 2025 tätig. Herr Christiansen stellte sich zu Beginn seiner Ausführungen im Rahmen des Vorstandsberichts noch einmal persönlich vor.

Sodann kam Herr Schubert auf die Causa Sandra Maile zu sprechen. Wie er darlegte, hat der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung am 6. Oktober 2025 die Abberufung von Frau Maile als Vorstandsmitglied und den Widerruf ihrer Ernennung zur Vorstandsvorsitzenden mit sofortiger Wirkung beschlossen. Dies wurde per Ad-hoc-Meldung veröffentlicht. Spätestens bis zur Jahresmitte 2026 wird der Aufsichtsrat den Vorstand nun in einem strukturierten Verfahren neu besetzen.

Herr Schubert versicherte, dass der Aufsichtsrat die Abberufung von Frau Maile nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der vorliegenden Informationen getroffen hat. Basierend darauf ist er zu dem Ergebnis gelangt, dass schwerwiegende Pflichtverletzungen vorlagen, die eine sofortige Trennung rechtfertigten. Dies steht im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten bei der Rechtsvorgängerin der FORTEC-Tochtergesellschaft in Tschechien.

Die Vorgänge sind Herrn Schubert zufolge mit einem wirtschaftlichen Schaden für die Gesellschaft verbunden. Dieser liegt allerdings unter der Wesentlichkeitsgrenze und hat keine wesentliche Auswirkung auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns und der betreffenden Tochtergesellschaft. Detaillierter wollte sich der Aufsichtsratsvorsitzende, nachdem sich die Gesellschaft in laufenden gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Frau Maile befindet, zu dem Sachverhalt nicht äußern. Er bat insoweit um Verständnis.

Im Anschluss machte er noch einige ergänzende Angaben zu den Themen im Aufsichtsratsbericht abseits der Vorstandsbesetzung. In diesem Kontext informierte er, dass der Abschlussprüfer die Prüfung des Konzernabschlusses am 25. November 2025 zwar mit Verzögerung abgeschlossen, aber dennoch einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss daraufhin gebilligt.

Nach diesen Erläuterungen übergab er das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Um etwaige Spekulationen auszuräumen, begann Herr Ermel sogleich mit einigen Ausführungen zu seinem geplanten Ausscheiden aus dem Vorstand. Wie vom Aufsichtsratsvorsitzenden ausgeführt, wird er seinen Vertrag nicht über den 30. Juni 2026 hinaus verlängern. Ausschlaggebend war ein sehr attraktives Rückkehrangebot seines früheren Arbeitgebers. Nach sorgfältiger Abwägung hat er dieses Angebot angenommen und den FORTEC-Aufsichtsrat über seine Entscheidung informiert.

Herr Ermel versicherte, dass sein Weggang nichts mit einer veränderten Einschätzung zum Potenzial der FORTEC zu tun habe. Nach seiner Überzeugung sind die Möglichkeiten nach wie vor enorm. Aktuell gestaltet sich das Marktumfeld schwierig, insbesondere im Kernmarkt Deutschland, der unter einer schwachen konjunkturellen Entwicklung leidet. Es gibt aber durchaus aufstrebende Marktsegmente und vielversprechendes Potenzial für die Zukunft.

Die FORTEC Elektronik AG fokussiert sich auf die Distribution, Entwicklung, Produktion und Lieferung von gesamtheitlichen Lösungen aus den Bereichen Display Technologies, Embedded Systems und Power Supplies und verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung im Markt. Derzeit gibt es weltweit acht Standorte, an denen insgesamt 236 Mitarbeiter beschäftigt werden. Nachdem 2024 eine neue Niederlassung in Ägypten eröffnet worden war, ist 2025 die Region Benelux neu hinzugekommen. Weitere Standorte befinden sich in Großbritannien, der Schweiz, der Tschechischen Republik und den USA.

Das Unternehmen ist laut Herrn Ermel global verankert und lokal tätig. Tatsächlich wird in vielen Ländern local to local gearbeitet, was in der heutigen geopolitischen Situation ein großer Vorteil ist. Viele Kunden in den USA sehen FORTEC als amerikanisches Unternehmen, in anderen Ländern ist dies entsprechend ebenso. Dennoch ist es das Ziel, in der Gruppe Synergien beispielsweise über die Bündelung von Einkaufsvolumina zu heben.

FORTEC ist in verschiedenen Branchen aktiv. Große Bedeutung hat Herrn Ermel zufolge das Transportwesen. Derzeit wird an großen Projekten im Bereich Infrastruktur gearbeitet. Insbesondere in Europa und im Mittleren Osten wird viel im Bereich Schienenverkehr investiert und die FORTEC-Gesellschaften können mit ihren Lösungen zur Datenvisualisierung und im Bereich Leistungselektronik überall am Zug und der Strecke aktiv werden, was Mehrwert für die Kunden schafft. Als großen Pluspunkt sieht der Vorstand in diesem Zusammenhang, dass FORTEC über Zulassungen für viele spezielle Märkte verfügt. Dies schützt vor den Wettbewerbern aus Fernost und hilft, Kunden zu binden.

Ein weiterer wichtiger Markt ist die Industrie. In diesem Bereich stehen derzeit infolge der schwachen Konjunktur aber viele Unternehmen unter Druck. Nachteilig ist in diesem Zusammenhang, dass es immer noch eine hohe Abhängigkeit vom deutschen Markt gibt, die jedoch verringert werden soll. Trotzdem sieht Herr Ermel Chancen im Industriebereich. Die Medizintechnik steht etwas solider da. In diesem Markt ist FORTEC in unterschiedlichster Ausprägung vertreten. Als Beispiel nannte der Vorstand Bedienelemente für medizinische Apparaturen und zuverlässige Stromversorgungen für die empfindlichen Geräte.

Der größte Zuwachs ist Herrn Ermel zufolge derzeit im Bereich Verteidigung und Sicherheit zu verzeichnen. Allein im Januar 2026 konnten zwei Großaufträge im Millionenbereich mit Auslieferung in den kommenden Jahren vermeldet werden. Im Defence-Bereich ist FORTEC mit einer Vielzahl von Applikationen vertreten und auch in große Projekte eingebunden. Vielfach geht es um spezialisierte Stromversorgungs- oder Embedded-Lösungen für verteidigungsnahe Anwendungen. Ein großes Thema sind auch brandlastoptimierte Monitore, die einem Feuer lange standhalten und die im Falle einer Evakuierung eine große Rolle spielen.

Neu hinzugekommen ist mit der Akquisition der niederländischen Nottrot B.V., jetzt firmierend unter FORTEC Benelux, der maritime Bereich. Das Unternehmen ist im Bereich Anzeigeelektronik für Schiffe weltweit bekannt und verfügt über einen starken Markennamen. Für FORTEC erschließt sich damit ein neuer Markt und das Geschäft soll nun weiter ausgerollt werden. Ein großes Thema im maritimen Bereich ist die Beständigkeit der Produkte in der rauen Salzwasserumgebung. Diese Kompetenz konnte mit der Akquisition ins Haus geholt werden.

In diesem Zusammenhang merkte der Vorstand an, dass das Optical Bonding keineswegs ein Auslaufmodell ist. Dies wird in Anlegerkreisen immer wieder einmal kolportiert, weil asiatische Anbieter die Produkte günstiger anbieten können. Bis zu einem gewissen Grad ist dies sicherlich richtig. Allerdings liefert FORTEC komplette Lösungen, integriert also weitere Technologien und deckt damit einen weit größeren Teil der Wertschöpfungskette ab.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 (bis 30.06.) war die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe zweifellos nicht zufriedenstellend. Viele Kunden halten sich in dem unsicheren Marktumfeld mit Bestellungen zurück. Insbesondere betrifft dies auch die USA, wo die Unternehmen oft nicht einmal wissen, welcher Zollsatz für ihre Bestellung gilt. Auf den jüngsten Branchenveranstaltungen nahm Herr Ermel die Stimmung aber wieder etwas optimistischer wahr und es gab einige interessante Anfragen mit einem Schwerpunkt auf dem Bereich Medizintechnik. So langsam geht es also wieder voran.

Je nach Segment und Region war die Geschäftsentwicklung sehr unterschiedlich. In Großbritannien lief es recht gut, in Deutschland weniger. Ein erheblicher Nachfragerückgang war im Segment Datenvisualisierung insbesondere in Deutschland und den USA zu verzeichnen, was sich sehr negativ auf das Ergebnis auswirkte. Als Reaktion wurde die Vertriebsstruktur optimiert, um eine stärkere Kundenfokussierung zu erreichen.

Ein wichtiges Thema war darüber hinaus die Stabilisierung und Verlängerung bestehender Großprojekte, was gut gelungen ist. Herr Ermel freute sich berichten zu können, dass keiner der großen Kunden verlorengegangen ist, im Gegenteil gibt es von Großkunden zusätzliche Anfragen für neue Projekte. Die aktuelle Ertragslage kann aber natürlich nicht zufriedenstellen, das Ergebnis soll wieder gesteigert werden.

Gleichwohl erkennt Herr Ermel einige positive Tendenzen. Konkret nannte er das gestiegene Volumen bei Defence-Aufträgen im Bereich der Stromversorgungen, den erfolgreichen Markteintritt im Mittleren Osten und die Neuaufstellung der Vertriebsmannschaft in den USA. Wichtig ist dem Vorstand darüber hinaus die Stärkung der digitalen Strategie, die kundenseitig auch eingefordert wird.

An dieser Stelle übernahm das neue Vorstandsmitglied Henrik Christiansen, der Herrn Ermel unterstützen will, bis der Vorstand neu aufgestellt ist. Er sieht das Unternehmen insoweit in einer Übergangsphase. Die Schwerpunkte will er bei seiner Tätigkeit auf die Themen Kapitalmarkt, Liquiditätsmanagement, das operative Controlling, Compliance sowie IT und Digitalisierung legen.

Sodann präsentierte Herr Christiansen die wesentlichen Zahlen des Geschäftsjahres 2024/2025, in dem sich der Umsatz in einem herausfordernden Marktumfeld um 15 Prozent auf 79,7 (Vorjahr: 94,5) Mio. Euro rückläufig entwickelte. Das EBIT brach, wesentlich verursacht durch die sehr schwache Entwicklung im Bereich Datenvisualisierung, auf sehr unbefriedigende 1,9 (7,1) Mio. Euro ein. Die EBIT-Marge reduzierte sich auf nur noch 2,3 (7,5) Prozent.

Der Konzernjahresüberschuss ging auf 1,3 (5,3) Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 0,41 (1,63) Euro zurück. Dieser Gewinn soll mit einer Dividende von 0,40 (0,85) Euro komplett ausgeschüttet werden. Vorstand und Aufsichtsrat ist es wichtig, dass weiterhin eine Dividende gezahlt wird. Natürlich gilt es aber auch immer die Geschäftsentwicklung, die finanzielle Aufstellung und die weiteren Pläne im Auge zu behalten. Der Auftragsbestand ging auf 50,0 (53,4) Mio. Euro weniger stark zurück.

Herr Christiansen legt im Zusammenhang mit der Segmentberichterstattung dar, worin das Problem besteht. Sehr schwach war die Entwicklung in der Datenvisualisierung mit einem deutlichen Umsatzrückgang auf 44,1 (56,7) Mio. Euro und einem noch drastischeren Einbruch des EBIT von 3,6 Mio. Euro auf nur noch knapp positive 2 Tsd. Euro. Schuld war insbesondere die Nachfrageschwäche in Deutschland und den USA. Der Auftragsbestand gab auf 31,7 (35,6) Mio. Euro nach.

Im Segment Stromversorgungen war eine wesentlich stabilere Entwicklung zu verzeichnen. Der Umsatz reduzierte sich nur leicht auf 35,6 (37,8) Mio. Euro und auch das EBIT lag mit 2,5 (3,0) Mio. Euro nicht allzu weit unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand legte auf 19,0 (18,5) Mio. Euro sogar leicht zu.

Wichtig ist dem Finanzvorstand, dass die Gruppe weiterhin solide aufgestellt ist. Er verwies an dieser Stelle auf den nach wie vor hohen Cash-Bestand von 19,2 (22,3) Mio. Euro sowie die sehr solide Eigenkapitalquote von 76,5 (73,3) Prozent. Diese Werte sorgen dafür, dass es zumindest von dieser Seite keinen Druck gibt, natürlich müsse man aber darauf achten, dass dies so bleibt. Grundsätzlich gäbe es nach Auffassung des Vorstands damit die Möglichkeit, M&A-seitig tätig zu werden. Zumindest bis zum Vorstandswechsel gibt es aber keine Pläne in diese Richtung, auch wenn immer wieder Anfragen eingehen.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 bekräftigte Herr Christiansen. Der Vorstand erwartet einen Umsatz von 80 bis 85 Mio. Euro sowie ein EBIT in einem Korridor von 0,9 bis 2,1 Mio. Euro. Schon daran sieht der Vorstand aufgezeigt, dass weiterhin ein starker Fokus auf die Rentabilität gelegt werden muss. Mittelfristig soll nach seiner Aussage jedes Unternehmen der Gruppe eine EBIT-Marge von 5 bis 8 Prozent erreichen. Erreicht werden soll dies durch einen Mix aus höheren Umsätzen und Kosteneinsparungen.

Die Strategie „Strong Together 2030“ hat ebenfalls Bestand. Es steht das Ziel, dass in diesem Rahmen ein Umsatz von 120 bis 130 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von über 10 Prozent erreicht werden soll. Als Zukunftsmärkte sieht er insbesondere Medizintechnik und Verteidigung, letztlich sei man aber flexibel und schaue, was die Kunden wünschen. Regional sollen die Märkte außerhalb von Deutschland stärker in den Fokus rücken. Produktseitig soll es noch mehr in Richtung gesamtheitliche Lösungen gehen.

Abschließend warf Herr Christiansen einen Blick auf die Aktie, deren Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten nicht zufriedenstellen kann. Nach dem deutlichen Einbruch in der zweiten Jahreshälfte 2025 zeigt der Trend seit Anfang 2026 aber immerhin wieder nach oben und die Aktie notiert in etwa auf dem gleichen Niveau wie vor der Meldung über die Abberufung von Frau Maile. Wichtig ist es jetzt, die Zahlen einzuhalten und die Hausaufgaben zu machen.

An der Aktionärsstruktur hat sich nichts Wesentliches verändert. Gemeldet sind die JotWe GmbH mit einer Beteiligung von 25,07 Prozent und die Schüchl GmbH mit 5,2 Prozent. Somit befinden sich 69,73 Prozent der Aktien im Streubesitz.


Fragen zum Wechsel im Vorstand

In der anschließenden Aussprache meldeten sich etwa ein Dutzend Aktionäre und Aktionärsvertreter zu Wort. Zunächst sprachen Andreas Brejis für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Paul Petzelberger für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Ihnen folgten unter anderen die Aktionäre Christian Wolff, Michael Knappe, Thomas Michalsen, Jürgen Kassel sowie Eric Hönscheid als Vertreter der Allerthal-Werke AG und Bernd Luft, Vorstandsmitglied der Nucletron Elektronic AG.

Das zentrale Thema der Debatte war die überraschende Abberufung von Frau Maile. Keiner der Redner wollte sich damit zufriedengeben, dass der Aufsichtsratsvorsitzende praktisch nichts zum Hintergrund für diese weitreichende Entscheidung sagen wollte, die sich in einem heftigen Kurseinbruch der Aktie niedergeschlagen hat. Damit hat sich zumindest vorübergehend ein Börsenwert im zweistelligen Millionenbereich in Luft aufgelöst.

Herrn Petzelberger und Herrn Wolff war völlig unverständlich, wie innerhalb so kurzer Zeit die komplette Vorstandsebene zusammenbrechen konnte. Der SdK-Vertreter bewertete die Geschehnisse als Desaster. Nach Auffassung von Herrn Kassel hat der Aufsichtsrat mit der Abberufung von Frau Maile bewusst in Kauf genommen, dass die Gesellschaft ab dem 1. Juli 2026 potenziell führungslos ist.

Als wesentliche Frage drängte sich ihm ebenso wie anderen Rednern auf, welche „schwerwiegenden Pflichtverletzungen“ vorlagen, die eine solch radikale Entscheidung rechtfertigten. Mit den sehr allgemeinen Informationen im Aufsichtsratsbericht wollten sie sich nicht zufriedengeben. Die „Standard-Ausrede“ mit dem Verweis auf das laufende Verfahren wollte insbesondere Herr Wolff nicht akzeptieren. Ihn interessierte, ob es bereits einen Gerichtstermin gegeben hat und möglicherweise bereits Vergleichsvorschläge diskutiert worden sind.

Herr Petzelberger hatte in der Community auch Bedauern über das Ausscheiden von Frau Maile vernommen. Schließlich hat sie der Gesellschaft und den Aktionären einige erfolgreiche Jahre beschert. Ihn interessierte, wie dies in der Entscheidung zur Abberufung berücksichtigt worden ist. Herrn Kassel schien der finanzielle Schaden von gerade einmal 5 Tsd. Euro p.a., der aus einem Vertrag mit einer ihr nahestehenden Person resultiert, vor diesem Hintergrund keinesfalls ausreichend für eine fristlose Abberufung zu sein. Mehrfach wurde die Frage gestellt, um wen es sich bei der nahestehenden Person handelt.

Herr Hönscheid zeigte sich fassungslos, dass ein finanzieller Schaden, der nach Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden unter der Wesentlichkeitsgrenze liegt, als Grund für die Abberufung herangezogen wurde. Nach seiner Überzeugung hat dies dem Unternehmen ganz erheblichen Schaden zugefügt, auch durch die sehr negative Außenwirkung dieser Meldung. Er sprach von einer „öffentlicher Kreuzigung“ der früheren Vorstandsvorsitzenden und äußerte die Vermutung, dass der Großaktionär bei der Entscheidung die Finger mit im Spiel hatte.

In diesem Zusammenhang interessierte Herrn Kassel, ob es infolge der Abberufung von Frau Maile Kündigungen in der zweiten Führungsebene gegeben hat, womit der Schaden für das Unternehmen noch größer wäre. Herr Breijs wollte wissen, wie die Suche nach einem Nachfolger läuft und ob bereits konkret mit potenziellen Kandidaten verhandelt wird.

Zudem äußerte Herr Hönscheid sein Unverständnis, dass der Hauptversammlung die Vertagung der Entlastung von Frau Maile vorgeschlagen wird. Wenn die Verfehlungen tatsächlich so gravierend waren, müsste seiner Meinung nach sofort die Nichtentlastung auf der Tagesordnung stehen. Unverständlich war ihm auch, wieso ihr Vertrag erst vor einem Jahr vorzeitig um fünf Jahre verlängert worden ist. Dies könnte die Gesellschaft jetzt teuer zu stehen kommen.

Überdies hatte Herr Wolff vernommen, dass der Grund für das Ausscheiden von Herrn Ermel keineswegs nur ein Angebot seines früheren Arbeitgebers gewesen sei. Er hatte gehört, dass er in erster Linie aufgrund einer unterschiedlichen Auffassung über die künftige Ausrichtung des Unternehmens gehen wolle.


Antworten des Aufsichtsrats

Zunächst äußerte sich Aufsichtsratsmitglied Dr. Andreas Bastin. Bei allem Verständnis für den Unmut der Aktionäre wollte er nicht akzeptieren, dass von einer öffentlichen Kreuzigung der Vorstandsvorsitzenden gesprochen wird. Er stellte klar, dass der Aufsichtsrat dem Gesetz und dem Wohle der Gesellschaft verpflichtet ist und nun einmal unstrittig eine Rechtsverletzung vorliegt. Erschwerend komme hinzu, dass Frau Maile noch versucht habe, den Aufklärungsprozess zu unterlaufen und Einfluss auf die Beweislage zu nehmen. Der Aufsichtsrat war damit gezwungen zu reagieren, er hätte sich sonst persönlich haftbar gemacht.

Bei der „nahestehenden Person“ handelt es sich nach seiner Aussage um den Vater von Frau Maile. Hintergrund ist ein Vertragsverhältnis zwischen ihm und der tschechischen Gesellschaft, auf dessen Basis Zahlungen geleistet worden sind, dafür aber keine Gegenleistung erbracht wurde. Mehr wollte Dr. Bastin zu diesem Thema aus verfahrenstechnischen Gründen nicht sagen.

Ergänzend führte Herr Schubert aus, dass das Thema rein zufällig im Rahmen der Konsolidierung des Jahresabschlusses 2024/2025 hochgekommen ist. Die Frage, warum der Sachverhalt nicht schon früher bemerkt wurde, lässt sich seiner Meinung nach leicht beantworten, man müsse nur schauen, wer in der Vergangenheit für die finanziellen Themen verantwortlich gewesen war. Zudem handelt es sich wie ausgeführt um einen relativ überschaubaren Betrag. Auch dies hat dazu beigetragen, dass die Vorgänge lange unentdeckt geblieben sind.

Tatsächlich war das Thema Herrn Schubert zufolge aus Sicht des Abschlussprüfers wirtschaftlich nicht wesentlich. Gleichwohl handelte es sich um einen Compliance-Vorgang, der umfassend aufgeklärt werden musste. Auch der Abschlussprüfer hat dieses Thema intensiv bearbeitet. Der Sachverhalt an sich ist eindeutig geklärt, im nächsten Schritt werden jetzt die daraus resultierenden rechtlichen Implikationen bearbeitet. Ohne dieses Vorgehen hätte der Abschlussprüfer keinen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Bezüglich der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern befindet sich der Aufsichtsrat zusammen mit einem Personalberater in einem strukturierten Auswahlverfahren. Nach Aussage von Herrn Schubert wurden bereits Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt. Falls erforderlich, würde Herr Christiansen grundsätzlich auch über den 30. Juni 2026 hinaus als Vorstand zur Verfügung stehen. Die Gesellschaft wird zu diesem Zeitpunkt also nicht führungslos sein.

Später ergänzte Herr Ermel, dass es infolge der Ereignisse zwei Kündigungen in der zweiten Führungsebene gegeben hat. Details wollte er nicht offenlegen. Er sieht daraus aber auch Chancen erwachsen, der Rest der Ebene ist stabil und motiviert. In der zweiten Führungsebene gibt es, wie Herr Schubert anmerkte, durchaus einige fähige Mitarbeiter, deren Kenntnisse sich aber in der Regel auf eines der Segmente beschränken. Zudem verfügt keiner über Führungserfahrung in kapitalmarktorientierten Unternehmen, um den Vorstandsposten übernehmen zu können.

Die Mitteilung von Herrn Ermel, dass er seinen Vertrag nicht verlängern will, fällt Herrn Schubert zufolge unglücklicherweise mit der Abberufung von Frau Maile zusammen. Es handelt sich, wie er versicherte, aber um eine autonome Entscheidung. Herr Ermel ist auch bis Vertragsende noch voll dabei, er kann die Aufgaben aber nicht allein übernehmen. Glücklicherweise wurde mit Herrn Christiansen schnell ein Interims-Vorstand gefunden. Herr Schubert geht im Übrigen davon aus, dass die Neubesetzung des Vorstands bis zum Sommer 2026 abgeschlossen werden kann.

Des Weiteren teilte der Vorsitzende mit, dass mit Frau Maile zwei Verfahren am Landgericht München anhängig sind. Einmal geht es um den Widerruf ihrer Bestellung als Vorständin, einmal um die Kündigung des Anstellungsverhältnisses. Gerichtstermine haben noch nicht stattgefunden, es gibt insoweit noch keine Vergleichsvorschläge. Rückstellungen für etwaige Zahlungen wurden noch nicht gebildet, dies wäre auch noch gar nicht möglich gewesen, da es sich um einen Vorgang des laufenden Geschäftsjahres 2025/2026 handelt. Dass die Entlastung von Frau Maile erst einmal verschoben wird, erscheint dem Vorsitzenden mit Blick auf die noch laufenden Verfahren folgerichtig.

Dass die Aktie infolge der Ereignisse massiv an Wert verloren hat, bedauerte Herr Schubert. Mögliche Kursverluste können aber nun einmal nicht der Maßstab dafür sein, ob ein Verstoß geahndet wird. Ein solcher Vorgang wäre bei jedem Mitarbeiter ein Grund für eine fristlose Kündigung gewesen, der Aufsichtsrat musste handeln. Ursächlich für den Kursverlust ist im Übrigen der Compliance-Verstoß, nicht der Aufsichtsrat, der pflichtgemäß gehandelt hat. Die Entscheidung wurde nach sorgfältiger Prüfung aller vorliegenden Informationen getroffen.

Der Grund für die vorzeitige Verlängerung des Vorstandsvertrags mit Frau Maile im Juli 2024 war nach Aussage von Herrn Schubert, dass zu diesem Zeitpunkt die mittel- und langfristigen Weichen für die Umsetzung der Strategie „Strong Together 2030“ gestellt werden sollten. Die Vertragskonditionen blieben im Wesentlichen unverändert. Es wurde lediglich eine maßvolle Steigerung der Vergütung in einer üblichen Größenordnung vereinbart. Bezüglich der Details verwies er auf den Vergütungsbericht.


Fragen und Antworten zu operativen Themen

Mehrere Redner merkten positiv an, dass trotz des Umsatzrückgangs immerhin noch ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet worden ist und eine Dividende gezahlt wird. Auf Nachfrage bestätigte Herr Christiansen, dass es unter Berücksichtigung des Konzernergebnisses und der Cash-Situation auch künftig attraktive Dividenden geben soll. Die Kürzung ist hoffentlich eine einmalige Sache.

Herrn Breijs interessierte, wann der Vorstand eine nachhaltige Rückkehr zu höheren Margen erwartet und wie dies erreicht werden soll. Insbesondere muss es, da waren sich die Redner einig, wohl um Kostensenkungen gehen, nachdem sich der Umsatz nun schon das zweite Jahr in Folge rückläufig entwickelt. Herr Wolff und Herr Kassel empfanden vor allem die Personalaufwandsquote als problematisch. Herr Breijs erkundigte sich nach dem aktuellen Break-even-Umsatz.

Nach Aussage von Herrn Christiansen werden derzeit die Maßnahmen eruiert, mit denen die Profitabilität kurz- bis mittelfristig auf 5 bis 8 Prozent erhöht werden kann. Ferner bestätigte er, dass Einsparungen eigentlich nur beim Personal und bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen möglich sind. Zusätzlich will er auf weitere Optimierungen im Vertrieb setzen, um den Umsatz zu steigern. Dennoch wird es etwas dauern, bis wieder höhere Margen erwirtschaftet werden. Die Prognose für das laufende Jahr wurde veröffentlicht. Den Break-even-Umsatz taxierte er in der jetzigen Kostenstruktur auf rund 75 bis 80 Mio. Euro.

Aktionär Michaelsen zeigte sich irritiert, dass die Prognose für das laufende Jahr trotz eines Umsatzwachstums von 11 Prozent im ersten Quartal nicht verändert wird. Nach seinem Verständnis bedeutet dies, dass in den kommenden drei Quartalen rückläufige Erlöse erwartet werden, was Herr Christiansen bestätigte. Die Planung geht davon aus, dass sich die Umsätze über diesen Zeitraum leicht unter den Vorjahreswerten bewegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die derzeit noch bestehende hohe Abhängigkeit vom deutschen Markt, in dem sich viele Kunden mit Bestellungen zurückhalten. Man steuere mit der Diversifizierung gegen. Derzeit finden rund 90 Prozent des Geschäfts in der EU und 10 Prozent in den USA statt.

Herr Knappe vermisste die vorläufigen Zahlen zum ersten Halbjahr, die sonst immer im Rahmen der Hauptversammlung veröffentlicht worden waren. Hier erklärte Herr Christiansen, dass er nach seinem Amtsantritt einige Themen zunächst bewusst entschleunigt habe, um sie sorgfältiger beurteilen zu können. Es gibt derzeit zu viele Themen, die er sich erst einmal in Ruhe anschauen und vernünftig bewerten wolle. Die Zahlen werden planmäßig am 26. März 2026 veröffentlicht.

Herr Wolff zeigte sich erschrocken von der Prognose für das laufende Jahr. Obwohl der Umsatz wieder steigen soll, wird ein EBIT maximal auf Vorjahreshöhe, möglicherweise auch deutlich darunter erwartet, die Marge wird sich der Planung nach also noch einmal rückläufig entwickeln. Er konnte sich mit Blick darauf nicht vorstellen, dass mittelfristig eine Marge von 5 bis 8 Prozent oder sogar über 10 Prozent realistisch erreicht werden kann. Herr Hönscheid äußerte die Vermutung, dass der neue Vorstand nach seinem Amtsantritt als erstes diese Prognose kappen wird.

In seiner Antwort bestätigte Herr Christiansen, dass die Marge derzeit von den stark steigenden Kosten im Personalbereich und bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen negativ beeinflusst wird. Um das Zwischenziel einer EBIT-Marge von 5 bis 8 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2027/2028 und das strategische Ziel von über 10 Prozent bis 2030 zu erreichen, ist eine konsequente Kostenreduzierung unabdingbar. Zudem soll das Geschäft auf margenstarke Bereiche fokussiert werden. Der Vorstand stimmte zu, dass dies kein einfacher Weg ist. Eine Marge von 10 Prozent ist aber das klare Ziel.

Die Deckungsbeiträge sind, wie Herr Ermel versicherte, auch heute schon in Ordnung. Es ist nicht so, dass zu schlechten Preisen verkauft wird, es ist nur zu wenig. Auf Nachfrage von Herrn Luft fügte er an, dass die Rohmarge auf Gruppenebene im Eigengeschäft bei rund 41 Prozent und im Handel bei etwa 30 Prozent liegt. Eine exakte Unterscheidung zwischen reiner Distribution und kundenspezifischen Lösungen mit höherer Marge lässt sich indes nicht so einfach vornehmen. Grundsätzlich ist der Power-Bereich im Wesentlichen der Distribution zuzuordnen, während es in der Datenvisualisierung in erster Linie um kundenspezifische Lösungen geht.

In diesem Zusammenhang interessierte Herrn Wolff, wo der Vorstand die Wettbewerbsvorteile von FORTEC sieht. Ganz oben steht hier nach Auffassung von Herrn Ermel, dass die Kunden aufgrund der enormen technischen Fähigkeiten innerhalb der Gruppe auf Augenhöhe beraten werden können. Von Vorteil ist zudem die hohe Flexibilität, was die Lieferkette angeht. Hier sieht der Vorstand FORTEC weit besser aufgestellt als die Marktbegleiter. Zudem können durch die vielen Standorte kostenoptimierte Lösungen angeboten werden.

Herr Breijs hakte nach, in welchen Branchen der Vorstand in den nächsten Jahren strukturelles Wachstum erwartet. Positiv bewertete er, dass es gelungen ist, im mutmaßlich sehr profitablen Defence-Bereich Fuß zu fassen. Speziell der maritime Bereich könnte nach seiner Einschätzung für FORTEC große Chancen eröffnen.

Wie Herr Ermel darlegte, hat das Defence-Geschäft aktuell einen Umsatzanteil von rund 15 Prozent nach 9 Prozent im Vorjahr. Wie es in diesem Bereich weitergeht, hängt maßgeblich von den weiteren geopolitischen Entwicklungen ab und lässt sich kaum prognostizieren. FORTEC liefert hochspezialisierte Komponenten, als ein sehr großes Projekt benannte er Drohnenabwehrsysteme. Die Marge ist teilweise höher als in anderen Bereichen, dies hängt aber stark von den Produkten ab. Strukturelles Wachstum erwartet der Vorstand in den kommenden Jahren zudem im Bereich Infrastruktur inklusive Railway und regional in den Regionen Benelux, USA und im Mittleren Osten.

In diesem Zusammenhang teilte er mit, dass die zuletzt unbefriedigende Ertragslage in den USA vor allem den hohen Investitionen in diesem Markt geschuldet war. Aktuell erkennt Herr Ermel bei der US-Tochter eine Stabilisierung. Es gibt neue Projekte. Aus den getätigten Investitionen erwartet er gutes Geschäft. Von Vorteil ist es nach seiner Aussage, dass in den USA das komplette Geschäftsspektrum angeboten wird und es insoweit einen ausreichenden Branchenmix gibt. Abhängigkeiten sollen vermieden werden.

In Kairo waren, wie Herr Ermel auf Nachfrage von Herrn Petzelberger ausführte, anfangs fünf Mitarbeiter beschäftigt. Mittlerweile ist der ursprünglich allein auf Entwicklungsleistungen ausgerichtete Standort mit etwa zehn Mitarbeitern auch vertrieblich aktiv und das Geschäft entwickelt sich positiv. Teils wird mit Partnern zusammengearbeitet, bevorzugt wird aber der direkte Kontakt.

Des Weiteren teilte der Vorstand mit, dass die in den Niederlanden akquirierten Unternehmen bereits heute positiv zum operativen Ergebnis beitragen. Unter dem Strich gibt es noch Belastungen aus der Kaufpreisallokation im Rahmen der Erstkonsolidierung, weshalb das erste Jahr auf dem Papier mit einem Null-Ergebnis abgeschlossen wurde. Sehr wichtig war die Übernahme der Nottrot B.V. für den Zugang zum maritimen Bereich. Weitere Akquisitionen sind aktuell nicht geplant. Erst einmal gilt es sicherzustellen, dass die Profitabilität wieder verbessert wird. Alles andere ist dann Sache des neuen Vorstands.


Abstimmungen

Auf der Hauptversammlung waren 1.135.011 Aktien vertreten. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 3.250.436 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 34,92 Prozent.

Die Zahlung einer Dividende von 0,40 Euro (TOP 2), die Billigung des Vergütungsberichts (TOP 6) und die Zustimmung zum Ergebnisabführungsvertrag mit der Tochtergesellschaft FORTEC Power GmbH (TOP 7) wurden mit Mehrheiten von jeweils mehr als 99 Prozent beschlossen.

Bei der Entlastung von Vorstandsmitglied Ulrich Ermel und der Vertagung der Entlastung von Sandra Maile (TOP 3), der Entlastung des Aufsichtsrats (TOP 4) sowie der Bestellung der Rödl & Partner GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5) lagen die Zustimmungsquoten zwischen 93 und 98 Prozent.

Um 17:34 Uhr schloss der Aufsichtsratsvorsitzende die Versammlung.


Fazit

Das Geschäftsjahr 2024/2025 verlief für die FORTEC Elektronik AG alles andere als zufriedenstellend. Viele Kunden hielten sich in dem konjunkturell und geopolitisch unsicheren Marktumfeld mit Bestellungen zurück, weshalb sich der Umsatz um 15 Prozent rückläufig entwickelte. Das EBIT brach, wesentlich verursacht durch die sehr schwache Entwicklung im Bereich Datenvisualisierung, auf 1,9 (7,1) Mio. Euro noch deutlich stärker ein. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich auf 0,41 (1,63) Euro.

Das zentrale Thema der Hauptversammlung war jedoch nicht die schwache operative Entwicklung, sondern die überraschende Abberufung der langjährigen Vorstandsvorsitzenden Sandra Maile aus wichtigem Grund. Die Hintergründe wurden ausführlich diskutiert und die vielen Fragen der Aktionäre zu diesem Thema, soweit dies mit Blick auf die laufende gerichtliche Auseinandersetzung möglich war, beantwortet. Bis Mitte 2026 soll der Vorstand komplett neu aufgestellt werden, womit dann hoffentlich von dieser Seite wieder Ruhe einkehrt.

Trotz der schwachen Gewinnentwicklung war und ist es Vorstand und Aufsichtsrat wichtig, dass eine Dividende gezahlt wird. Nachdem die finanzielle Aufstellung mit einer Eigenkapitalquote von 76 Prozent und einem Cash-Bestand von fast 20 Mio. Euro unverändert sehr solide ist, beschloss die Hauptversammlung mit einer Dividendenzahlung von 0,40 (0,85) Euro je Aktie die Vollausschüttung des Gewinns. Auch in den kommenden Jahren soll es, abhängig von der künftigen Ertragslage, soweit möglich kontinuierlich attraktive Dividenden geben.

Was die weitere operative Entwicklung angeht, zeigte sich der Vorstand trotz aller Herausforderungen optimistisch. Die Mittelfristprognose, wonach bis 2030 ein Umsatz von 120 bis 130 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von über 10 Prozent erreicht werden soll, hat Bestand, sie klingt aus heutiger Sicht allerdings ambitioniert.

Wird dieses Ziel auch nur annähernd erreicht, wäre die Aktie, die zwischenzeitlich mit dem Vorstandsthema erheblich abgerutscht war und mit 13 Euro entsprechend einer Marktkapitalisierung von 42 Mio. Euro immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau notiert, sehr günstig bewertet. Bei allen Herausforderungen und Unsicherheiten, die es zweifellos gibt, sollten von diesem Niveau aus die Chancen die Risiken deutlich übersteigen.


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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.



Veröffentlichungsdatum: 05.03.2026 - 07:48
Redakteur: mwa
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