WKN:
A0WMPN
ISIN:
DE000A0WMPN8
Straße, Haus-Nr.:
August-Wessels-Straße 23,
D-86156 Augsburg, Deutschland
Telefon:
+49 (0)821 / 4602 - 0

Internet: www.cpu-ag.com

IR Ansprechpartner:
Herr Roman Zenetti
[email protected]
+49 (0)821 / 4602 - 210
HV-Bericht CPU Softwarehouse AG - Investitionsphase weitgehend abgeschlossen

Am 27. Juni 2023 fand die ordentliche Hauptversammlung der CPU Softwarehouse AG für das Geschäftsjahr 2022 statt. Wie in den Vorjahren hielt das Unternehmen das Aktionärstreffen in rein virtueller Form ab. Trotz eines Umsatzrückgangs konnte CPU auch in 2022 ein positives Ergebnis ausweisen. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Günther eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 11 Uhr und begrüßte die teilnehmenden Aktionäre sowie den anwesenden Vorstand. Hierbei entschuldigte Herr Günther das Aufsichtsratsmitglied Gerhard Delling, der wegen Flugverspätung etwas später eintreffen werde. Der Aufsichtsratsvorsitzende teilte auch mit, dass das Protokoll der Hauptversammlung durch den IR-Manager Herrn Zenetti erstellt wird. Nach Abhandlung der Formalien und Modalitäten sowie der Erstattung des Aufsichtsratsberichts übergab Herr Günther das Wort an den Vorstand Dr. Thomas Brakensiek.


Bericht des Vorstands

Nach Aussage von Dr. Brakensiek haben die Aktionäre in diesem Jahr die Möglichkeit, sich auch aktiv an der Generaldebatte zu beteiligen. Das Geschäftsmodell von CPU fußt auf drei Leistungsbausteinen, die schrittweise weiterentwickelt wurden. Dabei erfolgten auch strategische Anpassungen im Produkt- und Dienstleistungsportfolio. Aufgrund des veränderten Marktumfelds war eine Neujustierung erforderlich.

Das Unternehmen wurde 1981 gegründet und ist nun bereits mehr als 40 Jahre erfolgreich am Markt. Der Börsengang der CPU erfolgte 1999 und aktuell ist die Aktie im m:access gelistet. Die operativen Geschäftseinheiten werden durch die drei Tochtergesellschaften repräsentiert, informierte Dr. Brakensiek. Insgesamt verfüge das Unternehmen über Alleinstellungsmerkmale, mit denen es sich vom Wettbewerb abheben kann. Als Vorteil erachtete der Vorstand, dass die Gesellschaft schnell und flexibel auf Kundenanforderungen reagieren kann. Die diversen Standorte ermöglichen eine flächendeckende Betreuung der Kunden in der DACH-Region.

CPU Softwarehouse bietet Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Software, Consulting und IT-Services an. Derzeit liegt der Schwerpunkt noch auf Kunden aus der Finanzwirtschaft, berichtete Dr. Brakensiek. Dort sah er auch in Zukunft noch enormes Potenzial. Dabei konzentriert man sich auf die Kernkompetenzen Softwareentwicklung und IT-Services. Im vergangenen Jahr wurde gezielt in neue Softwareentwicklung investiert.

Die negativen Auswirkungen der strategischen, personalpolitischen Neuausrichtung von Kunden im Dienstleistungsgeschäft setzten sich 2022 fort. Vor allem bei Projekten, bei denen eigene Mitarbeiter vor Ort eingesetzt wurden, spürte man einen Rückgang der Nachfrage. Dabei schloss die Gesellschaft die Investitionsphase im Rahmen der strategischen Neuausrichtung weitgehend ab. Der Investitionsschwerpunkt lag auf dem Softwaregeschäft.

Die Investitionen und der Rückgang der Nachfrage wirkten sich laut Dr. Brakensiek nachteilig auf das Zahlenwerk aus. Der Umsatz reduzierte sich erwartungsgemäß deutlich von 6,4 auf gut 4 Mio. Euro. Trotz umfangreicher Investitionen konnte ein Jahresüberschuss von 24 TEUR ausgewiesen werden. Die Investitionen wurden dabei sämtlich aus Eigenmitteln finanziert.

Durch die aktivierten Eigenleistungen erhöhte sich das Anlagevermögen auf rund 1,4 Mio. Euro. Allerdings verminderte sich die Liquidität auf rund 1,25 Mio. Euro. Laut Dr. Brakensiek verfügt CPU damit über ausreichend Mittel, um die strategische Neuausrichtung umsetzen zu können. Das Eigenkapital erhöhte sich leicht auf 2,1 Mio. Euro, woraus eine Eigenkapitalquote von 63,7 Prozent resultierte. Auch 2022 verbuchte die Gesellschaft keinerlei Bankkredite.

Im vergangenen Jahr sank der Aktienkurs um rund 2 Prozent. Zum Jahresende belief sich der Aktienkurs auf 2,08 Euro. Damit habe sich die CPU-Aktie deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Aktuell pendelt die Aktie in einem engen Korridor zwischen 1,70 und 1,90 Euro. Man arbeite mit Hochdruck daran, die strategischen Anpassungen in Kürze abzuschließen, führte der Vorstand aus. Mit dann steigenden Gewinnen soll die Basis für höhere Aktienkurse gelegt werden.

In allen Geschäftsfeldern soll der branchenübergreifende Einsatz der Produkte ausgebaut werden. Im Bereich Software entwickelt CPU für die Kunden digitale, prozessuale Lösungen. In der Schweiz setzen mehrere Kantonalbanken auf die Controlling-Lösung. In Deutschland liegt einer der Schwerpunkte auf dem Kreditbereich, teilte Dr. Brakensiek mit. Die neuste Software ist auch Cloud-fähig. In diesem Rahmen stellte der Vorstand einige neue Module vor.

Im Bereich IT-Services sind die Mitarbeiter beim Kunden vor Ort. Diese unterstützen den Kunden bei allen IT-Prozessen und Projekten. Beim Ausbau des Bereichs spielt die CPU GIS GmbH wieder eine größere Rolle, teilte Dr. Brakensiek mit. Im letzten Jahr wurde ein Pilotprojekt im öffentlichen Sektor erfolgreich abgeschlossen. Bei steigender Nachfrage kann auch die Wiederaufnahme des einstigen Kerngeschäfts erfolgen.

Im Bereich Consulting bietet die Gesellschaft neben der klassischen IT-Beratung auch noch ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Hierbei konzentriert man sich vor allem auf die Strategie- und Konzeptentwicklung. In Zukunft soll das gesamte Dienstleistungsportfolio noch branchenneutraler aufgestellt werden, um Neugeschäft auch außerhalb der klassischen Kernbranchen zu generieren.

Nach Aussage des Vorstands habe man sich bei CPU „Investieren, Akquirieren und Wachsen“ auf die Fahnen geschrieben. Der Großteil der Investitionen für die Strategieanpassung wurde bereits 2022 abgeschlossen. Der Fokus bleibt unverändert auf dem Software-Bereich. Zum Jahreswechsel ergaben sich mit Bestandskunden zusätzliche Geschäftspotenziale. Um diese zu nutzen, werden bei einigen Projekten auch Vorleistungen von CPU zu erbringen sein. Hierzu sind im laufenden Geschäftsjahr noch Investitionen erforderlich. In der Schweiz sollen das Geschäft mit Bestandskunden ausgeweitet und zusätzlich Neukunden hinzugewonnen werden. Zudem sollen weitere Projekte außerhalb der Bankenbranche akquiriert werden, kündigte der Vorstand an.

Das im letzten Jahr rückläufige Dienstleistungsgeschäft soll 2023 wieder zulegen. Dazu soll das Vertriebsteam weiter ausgebaut werden. In allen Bereichen konnten bereits neue Projekte generiert werden. Nach dem Ende der Investitionsphase tritt CPU in der zweiten Jahreshälfte in die Wachstumsphase ein. Ab 2024 soll dann auch wieder ein Wachstum möglich sein. Für das laufende Jahr erwartete Dr. Brakensiek ein stabiles Ergebnis. Mittelfristig soll dann eine Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent erwirtschaftet werden.


Allgemeine Fragerunde

Sören Merkel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bedauerte, dass die Hauptversammlung wieder im virtuellen Format stattfindet. Der Vertreter führte aus, der Umsatz habe sich seit 2019 in etwa halbiert. Danach bat er um Auskünfte zur gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem früheren Vorstand Heinz. Nach Ansicht von Herrn Günther sollte man einen Strich unter die Vergangenheit ziehen. Man habe sich bei der Hälfte der Forderung geeinigt. Dabei wurde ein außerordentlicher Ertrag erzielt, da man zuvor hanseatisch konservativ bilanziert hatte. In den Folgejahren wird entsprechend kein Aufwand anfallen.

Zu Gesprächen mit potenziellen Investoren erklärte Herr Günther, es wurden Gespräche geführt. Die Gesellschaft verfügt über hohe Verlustvorträge, die selbst bei wieder besseren Geschäften nicht komplett genutzt werden können. Sollte sich hier etwas Konkretes ergeben, werde man dies auch den Aktionären mitteilen. Allerdings ziehen sich solche Prozesse meist über eine lange Zeit. Die Anzahl der zugeschalteten Aktionäre benannte Herr Günther mit zwölf Personen.

Auch Paul Petzelberger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sah die Abhaltung der Hauptversammlung in virtueller Form kritisch und erfragte die dabei anfallenden Kosten. Seit der Corona-Zeit sind viele Gesellschaften auf das virtuelle Format umgestiegen, meinte Dr. Brakensiek. Neben den Kosten war ein weiterer Grund die noch nicht ganz beendete Corona-Zeit. Bereinigt um die Notarkosten war die teuerste Hauptversammlung der vergangenen fünf Jahre die Präsenzhauptversammlung 2018 mit 37 TEUR. Die Präsenzhauptversammlung 2019 lag bei 29 TEUR und die erste virtuelle Hauptversammlung 2020 aufgrund zahlreicher Tests bei 28 TEUR. In den letzten beiden Jahren lagen die Kosten nur noch bei 18 bzw. 14 TEUR. Hierbei lobte der Vorstand auch den Dienstleister der Gesellschafter, die GFEI AG. Insgesamt sei Präsenz zwar schöner, die virtuelle Hauptversammlung aber günstiger.

Beide Aktionärsvertreter hinterfragten die im letzten Jahr aktivierten Eigenleistungen von mehr als 1 Mio. Euro. Man habe hochgradig daran gearbeitet, die Software zu aktualisieren, berichtete der Vorstand. Insgesamt waren dabei mehr als ein Dutzend Mitarbeiter beschäftigt. Der Value Mirror habe damit aber nichts zu tun gehabt. Die aktivierten Eigenleistungen sind in die Kreditanwendung geflossen. Nach Fertigstellung werde man diese zahlreichen Häusern vorstellen. Daneben ging es um die Digitalisierungsstrecke mit dem Signaturportal. Derzeit arbeitet man auch daran, dies als Einzelmodul verkaufen zu können. Das Signaturportal kann aber neben dem Bankenbereich auch in anderen Branchen eingesetzt werden. Die Abschreibung der aktivierten Eigenleistungen erfolgt dann über sechs Jahre. In diesem Jahr rechnete der Vorstand mit einer Halbierung der Summe.

Als weitere Software-Entwicklungsprojekte nannte Dr. Brakensiek das Controlling-Modul und das Thema Digitalisierungs-Beratung. Die Produkte werden sich nach einigen Jahren amortisiert haben. Weitere Informationen verlangten die Sprecher auch zur CPU GIS GmbH. Die Gesellschaft wurde zu einem Zeitpunkt erworben, als die Arbeitnehmerüberlassung noch einfach war. Danach kam es jedoch laut Dr. Brakensiek zu Einschränkungen hinsichtlich Bezahlung und Dauer der Überlassung. Durch Corona wurde das Geschäft dann noch stärker eingeschränkt. Nun spüre man aber wieder Nachfrage und es gehe darum, entsprechende Mitarbeiter zu finden. Insgesamt habe man hier mehrere Pläne für die Zukunft, um das dortige Geschäft voranzubringen.

Ferner wollte der Aktionärsvertreter wissen, wie Ergebnisse generiert werden. Hierbei nannte der Vorstand den Softwareverkauf, Lizenzen und Wartung. Darüber hinaus auch durch den Einsatz der Mitarbeiter in Projekten bei Großkunden. Erklärungsbedarf bestand auch hinsichtlich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Als einen großen Posten nannte Dr. Brakensiek die Personalakquise. Ferner berichtete er von Raummiete und Fahrzeugkosten sowie seiner eigenen Vergütung, da er noch als Interimsvorstand agiere. Auch Dr. Brakensiek berichtete von Gesprächen mit potenziellen Investoren, aus denen aber kein Ergebnis resultierte.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Fragerunde leitete Herr Günther zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 4.093.953 Euro waren 1.239.718 Euro entsprechend 30,28 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden einstimmig oder bei wenigen Gegenstimmen im Sinne der Verwaltung gefasst. Dies waren der Gewinnvortrag auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Wahl der Quintaris GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5). Gegen 13:45 Uhr konnte Herr Günther die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Die CPU Softwarehouse AG setzte im abgelaufenen Jahr ihre strategische Neuausrichtung fort. Allerdings brachte dies einen deutlichen Umsatzrückgang mit sich. Auf der anderen Seite investierte die Gesellschaft kräftig, um das Software-Geschäft zu stärken. Immerhin führte dies zu aktivierten Eigenleistungen von über 1 Mio. Euro. Der Vorstand zeigte sich zuversichtlich, diese Weiterentwicklungen in Zukunft in bare Münze umwandeln zu können.

Die Gesellschaft ist mit einer Eigenkapitalquote von über 60 Prozent weiterhin solide aufgestellt. Daneben weist das Unternehmen keinerlei Bankverbindlichkeiten auf. Nachdem die Investitionsphase nun weitgehend abgeschlossen ist, geht es darum, die neuen Angebote am Markt zu platzieren. Hier hat CPU darauf geachtet, dass die Angebote branchenübergreifend eingesetzt werden können. Im laufenden Jahr ist aber noch einmal mit einem in etwa ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Ab 2024 sollte dann mit der Rückkehr zu Wachstum auch wieder ein besseres Ergebnis möglich sein. Mittelfristig strebt die Gesellschaft zumindest eine Umsatzrendite zwischen 3 und 5 Prozent an.


Kontaktadresse

CPU Softwarehouse AG
August-Wessels-Straße 23
D-86156 Augsburg

Tel.: +49 (0)821 / 4602 - 0
Fax: +49 (0)821 / 4602 - 179

Internet: www.cpu-ag.com
E-Mail: [email protected]


Ansprechpartner Investor Relations

Roman Zenetti

Tel.: +49 (0)821 / 4602 - 210
Fax: +49 (0)821 / 4602 - 179

E-Mail: [email protected]



Veröffentlichungsdatum: 05.07.2023 - 16:05
Redakteur: tre
© 1998-2024 by GSC Research GmbH Impressum Datenschutz