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PSI Software AG: Interview mit CEO Dr. Harald Schrimpf - „Die bisherigen Langfristziele sind vorfristig erfüllt. Daher wollen wir im März 2022 eine neue Vision 2026 vorstellen.“

Die Aktie der 1969 gegründeten und 1998 an die Börse gegangen PSI Software AG ist im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) notiert. Das in Berlin ansässige Unternehmen entwickelt und integriert auf Basis eigener Softwareprodukte Lösungen für Energieversorger, Industrieunternehmen und Infrastrukturbetreiber. Aktuell ist der Konzern mit knapp 2.200 Mitarbeitenden an 13 deutschen und 17 internationalen Standorten präsent. In dem durch die Corona-Pandemie belasteten Geschäftsjahr 2020 erzielte PSI bei einem Umsatz von 217,8 Mio. Euro einen Nachsteuergewinn von 10,3 Mio. Euro entsprechend 0,66 Euro je Anteilsschein. Im Neunmonatszeitraum des abgelaufenen Geschäftsjahres 2021 legten die Konzernerlöse bei einem um gut 10 Prozent gesteigerten Auftragseingang um mehr als 12 Prozent auf 177,6 Mio. Euro zu. Dabei verdoppelte sich der Periodenüberschuss fast von 6,0 auf 11,1 Mio. Euro bzw. von 0,38 auf 0,71 Euro je Aktie.

Über die partnerfähige Konzernplattform, die sich aus der Energiewende ergebenden Perspektiven und die weiteren Aussichten des Unternehmens sprach die Effecten-Spiegel-Redaktion auch für GSC Research mit CEO Dr. Harald Schrimpf.

 

GSC Research: Welche Chancen sehen Sie für Ihre Gesellschaft durch die Ziele der neuen Ampel-Regierung?

Dr. Harald Schrimpf: Verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien, sowohl durch die neue Ampelkoalition, aber auch den EU Green Deal und das US-Infrastrukturpaket, erzeugen mehr Schwankungen im Stromnetz. Diese muss man mit Netzverstärkungen, mehr Speicher- und Umwandlungsanlagen und mit intelligenter Software im Griff behalten. Als Marktführer im deutschsprachigen Raum haben wir die intelligente Software für die Netze entwickelt und sehen wegen der genannten Initiativen einen deutlichen Mehrbedarf. Besonders spannend finden wir, dass die Energiewende vom ländlichen Raum nun verstärkt in die Städte getragen wird.

GSC Research: Können Sie uns kurz Ihre partnerfähige Konzernplattform vorstellen?

Dr. Harald Schrimpf: IT-Integratoren und IT-Abteilungen können über den multicloudfähigen PSI App Store unsere Software zur Steuerung und Optimierung von Energie- und Materialströmen selbst (nach-)kaufen, bequem an die betrieblichen Besonderheiten anpassen und im Weiteren Upgrades und Unterstützungsdienstleistungen beziehen. Die Plattform läuft auf 75 verschiedenen Clouds, allen Betriebssystemen, Datenbanken und Browsern. Integratoren und Endkunden sparen viel Nerven, Zeit und Geld – ebenso wie wir. Alle Komponenten, die Plattform und auch die Prozessketten haben wir in zahlreichen großen Projekten mit internationalen Partnern intensiv getestet. Schauen wir, wie schnell das hochskaliert. Wir werden mit jedem Quartal weitere Bausteine und weitere Branchenprodukte im App Store bereitstellen.

GSC Research: Länder wie die USA haben beim Thema erneuerbare Energien noch deutliches Aufholpotenzial. Wie will PSI dies für sich nutzen?

Dr. Harald Schrimpf: Wir realisieren einige Pilotprojekte in US-Bundesstaaten mit hohem Windkraft- und Solarenergieaufkommen beziehungsweise hohen Ausbauplänen. Auch 2021 ist der Auftragseingang für die Energienetz-Software in Europa um über 25 Prozent gestiegen. Es ist klar, dass wir für die wachsende US-Nachfrage unsere Partner-Plattform einsetzen müssen.

GSC Research: Und in welche Länder wollen Sie noch expandieren?

Dr. Harald Schrimpf: Die Kostendegression der Wind-, Solar- und Speichertechnik wird sich wahrscheinlich mit 10 Prozent pro Jahr fortsetzen. Dies führt je nach Sonnenstunden, Windaufkommen und CO2-Bepreisung dazu, dass in immer mehr Regionen die erneuerbaren Energien günstiger als die fossilen Energien werden. Und mit steigendem erneubaren Anteil ergeben sich stufenweise immer größere Probleme im Stromnetz, für die man verstärkte Netztechnik und intelligente Software braucht. Entsprechend wollen wir die Wachstumschancen in Europa nutzen und haben erste Aufträge aus Asien und Amerika.

GSC Research: Wie ist das Geschäftsjahr 2021 für PSI gelaufen? Sind Sie auf gutem Weg zu Ihren selbstgesteckten Zielen?

Dr. Harald Schrimpf: Wie berichtet und prognostiziert, verzeichnen wir eine kräftige Auftragseingangs- und Ergebnissteigerung. Und wir werden stark ins neue Jahr starten.

GSC Research: Wie sieht Ihre mittelfristige Prognose aus?

Dr. Harald Schrimpf: Die bisherigen Langfristziele sind ja vorfristig erfüllt. Daher wollen wir im März 2022 eine neue Vision 2026 vorstellen und die Strategie erläutern, wie wir dort hinkommen. Darin ist auch ein Rechenmodell für den multicloudfähigen PSI App Store enthalten.

GSC Research: Wo rechnen Sie sich das größte Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre aus?

Dr. Harald Schrimpf: Besonders spannend finden wir die begonnene Energiewende großer industrieller Produktionsprozesse. Insbesondere hinsichtlich Schwankungen der erneuerbaren Energien brauchen wir eine dargebotsorientierte Produktionsplanung, also energieintensives Produzieren, wenn Solar und Wind Energie liefern. Und energieärmeres Produzieren in der Dunkelflaute. Vieles davon erschließt sich nur, wenn man unsere Industriesoftware mit unserer intelligenten Energiesoftware kombiniert. Der Energiemarkt bietet leider noch wenig Anreize, aber es wird mit der Ausphasung der bisher Flexibilität liefernden Altkraftwerke einen kräftigen Schub geben.

GSC Research: Sehr geehrter Herr Dr. Schrimpf, vielen Dank für das interessante Gespräch.



Veröffentlichungsdatum: 21.01.2022 - 11:05
Redakteur: jni
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