SCHWÄLBCHEN MOLKEREI Jakob Berz AG (ISIN DE0007218901)

Bahnhofstraße 38
D-65307 Bad Schwalbach
Deutschland
Tel.:
+49 (0) 6124 / 503 - 0
Fax:
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Internet: http://www.schwaelbchen.de
Kontakt Investor Relations:
Dr. Günter Berz-List
Email: info@schwaelbchen-molkerei.de

Halbjahresbericht zum 30. Juni 2009


Auch wenn sich die tiefe Wirtschaftskrise bisher nur bedingt auf den privaten Konsum ausgewirkt hat, so kaufen die Verbraucher bei Lebensmitteln doch zunehmend preisorientiert ein. Dies fördert die margenschwachen Discount- und Handelsmarken. Zusätzlich steht der deutsche Milchmarkt seit dem Jahreswechsel unter dem fortwährenden Druck des Ungleichgewichts zwischen einem hohen Milchangebot und der schwachen Nachfrage. Selbst die seitens der EU-Kommission daraufhin bei Butter und Milchpulver ausgeübten Interventionen sowie die gewährten Beihilfen und Ausfuhrerstattungen konnten den gesamten Milchmarkt nur stützen, jedoch nicht aufrichten. Infolge der Agrarreformbeschlüsse früherer Jahre fand die Marktstützung auf sehr niedrigem Niveau statt.

Daraus entstand die für Molkereien und Landwirte gleichermaßen negative Konsequenz, dass sämtliche Milchverwendungen auf neue Tiefstpreisniveaus fielen. Dies wirkte sich zum einen in rückläufigen Milchgeldleistungen aus, was wiederum öffentlichkeitswirksame Aktionen der Landwirte und erneute Medienberichte nach sich zog. Zum anderen aber belasteten die abgesenkten Molkereiabgabepreise die Verarbeitungsmargen in der Milchindustrie, nicht zuletzt wegen der zur Marktentwicklung doch relativ zeitverzögert und abgeschwächt zurückgenommenen Erzeugerpreise. Die auch für die SCHWÄLBCHEN-Gruppe relevanten Preise bei Konsummilch und Frischprodukten wurden, nach den drastischen Abschlägen vom Herbst, ab Mai abermals deutlich reduziert.

In diesem äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld musste die SCHWÄLBCHEN MOLKEREI AG wegen des preisbedingt stark rückläufigen Umsatzes eine, wenn auch hierzu abgemilderte, Einbuße beim Geschäftsergebnis hinnehmen. Bei der Harzmolkerei GmbH wurden die mit der operativen Betriebsschließung und Produktionsverlagerung auf die Muttergesellschaft einhergehenden Maßnahmen seit dem Frühjahr plangemäß umgesetzt. Die SCHWÄLBCHEN Frischdienst GmbH verzeichnete eine in umsatz- und ertragsbezogener Hinsicht konstante Geschäftsentwicklung.

Das Milchverarbeitungsvolumen war bei der SCHWÄLBCHEN AG mit 87,51 Mio. kg (Vj. 88,12 Mio. kg) nur etwas niedriger. Dagegen ergab sich bei der Harzmolkerei GmbH im Zuge der schrittweisen Schließung bereits ein Verarbeitungsrückgang auf 12,94 Mio. kg (Vj. 14,56 Mio. kg). Unter Berücksichtigung der betriebsinternen Rohstofflieferungen ging das gesamte Verarbeitungsvolumen auf 97,79 Mio. kg (Vj. 100,55 Mio. kg) leicht zurück.

Aufgrund der beiden negativen Preisrunden vom Herbst 2008 und Frühjahr 2009, die gegenüber dem Vorjahreshalbjahr zu sehr viel niedrigeren Abgabepreisen bei Konsummilch und Frischprodukten führten, wurden die Umsätze der SCHWÄLBCHEN AG massiv gedrückt. So fielen die Umsatzerlöse preisbedingt auf 45,75 Mio. EUR (Vj. 63,71 Mio. EUR). Bei der Harzmolkerei GmbH gingen die Umsätze ebenfalls preisbedingt auf noch 5,75 Mio. EUR (Vj. 8,11 Mio. EUR) überaus deutlich zurück. Die teilkonsolidierte Frischdienst GmbH konnte mit 43,75 Mio. EUR (Vj. 43,98 Mio. EUR) einen stabilen Umsatzverlauf aufweisen. Dies war maßgeblich auf die kundenoptimalen Sortimentsausweitungen zurückzuführen, zumal dem entgegen weite Teile des Großverbraucher-Sortiments vom allgemeinen Preisrückgang bei Lebensmitteln betroffen waren. Konzernweit nahmen die Umsatzerlöse auf 87,76 Mio. EUR (Vj. 105,26 Mio. EUR) ab.

Die äußerst schwache Umsatzentwicklung belastete bei zugleich weniger rückläufigen Rohstoff- und Wareneinsatzkosten die Verarbeitungsmarge und somit die Ertragslage der SCHWÄLBCHEN AG ganz erheblich. Die weiter optimierte Sortimentsstruktur konnte diese Spanneneinbußen lediglich abmildern, aber bei weitem nicht ausgleichen. Von einem niedrigeren Rohertrag ausgehend, lagen die Ergebnisse gemäß EBITDA und EBIT deutlich unter Vorjahr. Hierbei war zu berücksichtigen, dass das Unternehmen einen nach wie vor sehr wettbewerbsfähigen Milchpreis auszahlte. Zudem wurden hohe Marketing- und Vertriebsleistungen für die Grüne Linie(R) und die Kaffeespezialität CAFFREDDO(R) erbracht. Die Harzmolkerei GmbH verzeichnete ein negatives Ergebnis von unverändert -0,02 Mio. EUR. Dagegen erreichte die teilkonsolidierte Frischdienst GmbH mit 1,30 Mio. EUR (Vj. 1,31 Mio. EUR)ein gleich hohes Ergebnis. Auch konzernweit ging das Halbjahresergebnis merklich zurück. Der Halbjahresbericht unterlag wie bisher keiner Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer.

Die Vermögens- und Finanzlage war bei der SCHWÄLBCHEN AG und im Konzern geordnet, was in Anbetracht der anhaltenden Kapitalmarktkrise von besonderer Bedeutung ist. Die Liquidität war jederzeit ausreichend gegeben. Die Investitionen verliefen planmäßig.

Die Folgen und Unwägbarkeiten aus der tiefen Wirtschaftsrezession, insbesondere der ab Herbst erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit, beeinträchtigen die allgemeine Perspektive auch für die SCHWÄLBCHEN AG. Vor allem aber ist derzeit noch keine Erholung der instabilen Milchmärkte erkennbar. So muss auch auf Ganzjahressicht von einer weit unter dem Vorjahr liegenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung ausgegangen werden. Dennoch bleibt trotz aller widrigen Umfeldbedingungen die eigene Ausrichtung auf eine konsequente Qualitäts- und Markenstrategie bestehen. Die Harzmolkerei GmbH trifft die Milchmarktmisere gleichermaßen. Außerdem werden im Zuge der Betriebsschließung Sonderbelastungen zu verkraften sein, sodass die Wirtschaftlage angespannt bleibt. Bei der Frischdienst GmbH ist im zweiten Halbjahr von einem zunehmend schwierigen Geschäftsverlauf auszugehen.


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